Finanzen, finanztipps — August 16, 2011 19:24 — 0 Kommentare
7 häufige Fehler bei den Finanzen
Häufige finanzielle Fehler die andere begehen müssen Sie nicht wiederholen – eine Liste der 7 grössten Fehler bei den Finanzen.
Für viele Gründer sind Finanzen eher ein langweiliges Thema. Das operative Geschäft hat Vorrang, wird doch schlussendlich das Geld dort verdient. Vernachlässigt man das Thema Finanzen jedoch zu stark, können dabei massive Probleme entstehen. Brian Hamilton, Mitgründer und CEO von Sageworks hat auf Inc.com eine Liste erstellt mit 7 häufigen Fehlern die Unternehmer bei den Finanzen machen. Unten an eine Zusammenfassung:
#1:Leute einstellen, bevor erwartete Einnahmen realisiert worden sind
Oft gibt es Situationen in denen man mit möglichen Einnahmen rechnet. Hier sollte man aber konservativ bleiben und abwarten, bis sich diese Erwartungen in bare Münze auf dem Bankkonto verwandelt haben – denn oft kommt es anders als man denkt. Deshalb sollte man der Tendenz widerstehen, zu optimistisch zu sein und zu viele Leute einstellen bevor die Einnahmen wirklich real sind.
#2: Geld leihen wenn man es nicht wirklich braucht
Grundsätzlich vergibt eine Bank Kredite weil sie Geld verdienen bzw. Zinsen einnehmen möchte, und nicht weil sie die finanzielle Performance eines Unternehmens verbessern will. Als Unternehmen hat man im Vergleich zu den Banken somit oft ein entgegengesetztes Ziel (d.h. die Verschuldung auf gesundem Niveau behalten). Man sollte deshalb immer nur so viel Geld leihen, wie man unbedingt braucht. Zuviel Kredit kann für ein Unternehmen schnell zu einer schweren Last werden.
#3: Steuern/Sozialversicherungsbeiträge nicht pünktlich bezahlen
Der Hintergrund hier ist, dass der Arbeitgeber einen Teil der Sozialversicherungsabgaben bezahlen muss (von den 10.3% AHV/IV/EO Beiträgen sind dies z.B. die Hälfte, also 5.15%). Das Problem stellt sich ein, wenn monatlich die Löhne ausbezahlt werden, aber die Sozialversicherungsbeiträge nicht auf die Seite gelegt, sondern für andere Unternehmensaufwände verwendet werden. Auf diese Weise entsteht ein verzerrter Blick auf die Cash-Reserven: die Verpflichtungen sammeln sich an und die Rückzahlung wird durch zusätzliche Verzugszinsen erschwert. Als Lösung empfiehlt Brian Hamilton zwei separate Konten zu führen: eines für die normalen operativen Ausgaben, das andere für Steuern bzw. Sozialversicherungsbeiträge.
#4: Zu tiefe Preise setzen
Es ist fast immer besser, weniger Einheiten zu einem höheren Preis als mehr Einheiten zu einem tieferen Preis zu verkaufen. So schützt man seine Marge und stärkt seine Marke. Manchmal können 5-10 Prozent einen grossen Unterschied machen (d.h. die Grenze zwischen Gewinn- und Verlustzone). Man sollte hier die Preise nahe dem Marktdurchschnitt oder vielleicht etwas höher ansetzen. Denn ein häufiger Fehler von Jungunternehmen ist es, sich durch tiefere Preise von Konkurrenten zu differenzieren. Auch ist es schwieriger, mit tiefen Preisen zu beginnen und diese später zu erhöhen, da viele Kunden dann die Erhöhung als nicht fair betrachten.
#5: Unnötig Debitorenrisiko eingehen
Wenn man den Kunden Kredite für den Bezug seiner Waren oder Dienstleistungen gewährt (d.h. Bezahlung auf Rechnung anbietet), dann ist man neben einem Produkt- bzw. Dienstleistungsbetrieb auch eine Bank: man verwaltet nun zusätzlich auch ein Debitorenrisiko, d.h. die Gefahr von Zahlungsausfällen. Brian Hamilton vermutet, dass es wahrscheinlich nur bei etwa 25% aller KMU nötig ist, den Kunden (Lieferanten-)Kredite zu gewähren. Wenn möglich sollte man es also vermeiden, Waren oder Dienstleistungen auf Kredit anzubieten.
#6: Sich auf nur eine Einkommensquelle verlassen
Einnahmeuellen sollten man wie ein Portfolio betrachtet: Klumpenrisiken sollten vermieden werden. Als junges Unternehmen ist dies natürlich schwierig, da man vor allem damit beschäftigt ist die wenigen Kunden die man hat zu bedienen. Mit der Zeit sollte man sich aber nach alternativen Einnahmequellen umschauen (eine Massnahme kann sein, ein Kundenportfolio mit wenigen grossen Kunden stetig durch mehrere kleine Kunden zu ersetzen). So hat man ein solideres Fundament hat, sollte einmal die Haupteinnahmequelle versiegen.
#7: Zu viele administrative Stellen schaffen
Mitarbeiter werden üblicherweise dafür angestellt Produkte zu entwickeln, Aufträge akquirieren oder Kunden zu betreuen. Schwieriger sind dagegen administrative Stellen, also Mitarbeiter die dem Unternehmen keinen direkten Nutzen bringen. Der Anteil adminstrativer Stellen sollte so gering wie möglich gehalten werden. Die Herausforderung dabei ist es, den richtigen Mix zu finden, welcher das Unternehmen weiter bringt.
Bild: Gabriel Schouten de Jel
