Sie haben nun den ersten Teil des Wohnortwechsels erfolgreich überstanden. Das neue Wohnobjekt ist gefunden und optimaler weise entspricht es sogar Ihren Kriterien. Oder Sie glauben das zumindest, haben aber die versteckten Mängel noch nicht entdeckt. Wie auch immer, Sie stehen nun kurz davor, Ihr gesamtes Hab und Gut von A nach B zu verschieben. Und damit das Vorhaben nicht in Materialschäden, Wutausbrüchen und Freundschaftskündigungen endet, sollte das ganze gut geplant sein. Hier finden Sie 10 Tipps, welche Ihnen den Umzug und auch die Zeit danach erleichtern können:
- Seien Sie vorsichtig beim berühmten „Ausmisten vor dem Umzug“. Im Eifer des Gefechts, könnten Sie etwas tun, was sie später bereuen würden. Womöglich noch unter dem Einfluss von Ihrer Freundin, Verlobten, Geliebten oder gar Ehefrau, welche Ihre Carrera Rennbahn schon lange scheisse und Ihre DVD-Sammlung von 2500 Filmen einfach übertrieben findet. Dies kann aber auch der Freund, Verlobte, Geliebte oder Ehemann sein, der Sie versucht zu überreden, Ihre Schuhsammlung von 320 Paaren auf 100 Paare zu reduzieren. Absolute Vorsicht ist geboten. Das Vorstadium des Umzuges ist geprägt von Gefühlsschwankungen, welche unter anderem auch falsche Euphorie beinhaltet. Diese Euphorie kann zu unüberlegten Handlungen führen, welche später bitter bereut werden. Gehen Sie Kompromisse ein.
- Wenn Sie nun (überlegt!) ausgemistet haben, müssen die Sachen verpackt werden. Es gibt hier einige Punkte, die beachtet werden müssen. Dies beginnt bei der Anzahl an Kisten. Lieber zwanzig zu viel als eine zu wenig. Am beliebtesten sind die klassischen Zügelkartons, welche faltbar sind. Die kriegen Sie in allen Baumärkten wie JUMBO, Do it + Garden Migros, oder aber Coop Bau + Hobby. Die meisten Leute kaufen Sie aber hier: IKEA, denn da führt bei einem Umzug ohnehin kein Weg dran vorbei. Diese Kartons haben dann auch die optimale Grösse und seitliche Tragemöglichkeiten.
- Doch Vorsicht, auch die optimale Kartongrösse kann man ganz einfach überladen. Achten Sie unbedingt auf regelmässige Beladung. Ein Ikea-Zügelkarton voll mit Büchern vermiest die gute Zügellaune schlagartig. Für die Witzbolde unter Ihnen gäbe es noch die Möglichkeit die Kisten mit Prädikaten wie ‚leicht‘ oder ‚schwer‘ oder ‚Heisst Du Hulk Hogan? Sonst lass es…‘ zu beschriften. Die ganz Lustigen unter Ihnen schreiben die leichten Kisten mit ‚schwer‘ und die schweren mit ‚leicht‘ an. Das ist aber ein Single-Shot-Joke, ist also nur am Anfang lustig.
- Beim Umzug kommt es auf eine gute Organisation an. Sie erleichtern sich und auch allen Beteiligten die Arbeit. Je grösser der Haushalt, desto wichtiger die Organisation. Schreiben Sie die Kisten an. Wohin gehört Sie, ist was zerbrechliches drin etc. Am besten machen Sie einen Grundrissplan von der alten sowie von der neuen Wohnung oder dem Haus. Hängen sie den Plan überall auf, damit die Zügelhelfer sich jederzeit orientieren können. Den Zimmern können Sie Farben zuteilen. Sie beschriften nun zum Beispiel am alten und am neuen Ort das Elternschlafzimmer und vergeben diesem Zimmer die Farbe Blau. Alle Kisten und Möbelteile in diesem Zimmer kriegen nun einen blauen Punkt. Nun sollten alle erkennen, dass diese Kiste aus dem Elternschlafzimmer am alten Ort ins Elternschlafzimmer am neuen Ort kommt. Keine falsche Hoffnungen, es wird Leute geben, die das nicht schaffen und die blaue Kiste ins grün markierte Zimmer stellen. Dies hat nichts mit Intelligenz zu tun, denn auffällig oft passiert dieses Missgeschick auch den Akademikern unter den Zügelhelfern. Das Phänomen tritt beim Zügeln in einer zuverlässigen Regelmässigkeit auf und sollte sie nicht weiter stören.
- Nun kommt der entscheidendste Punkt beim Umzug: Manpower! Es gibt hier verschiedene Möglichkeiten und auch Faktoren, die das Ganze erschweren. Das Ziel ist es, eine gut funktionierende und harmonisierende Zügeltruppe auf die Beine zu stellen. Vermeiden Sie Personenkonstellationen, welche ungünstig oder zerstritten sind. Versuchen Sie eine gute Mischung hinzukriegen. Das heisst Leute, die gut anpacken können aber auch Leute, die eher gut organisieren können und den Überblick behalten. Den Schwerpunkt sollten Sie aber auf die Leute setzen, welche gut anpacken können, denn ein Umzug ist in erster Linie ein Kraftakt. Und wenn sie vorab gut organisiert haben (siehe Punkt 3), dann klappt das auch. Bis auf die Person mit der blauen Kiste im grünen Zimmer. Und das wichtigste, versuchen Sie möglichst viele Leute zu organisieren. Je mehr, desto besser. Aber Achtung, je mehr desto besser muss die Organisation sein. Es sollte jeder Helfer während des ganzen Umzuges immer was zu tun haben.
- Es gibt sehr seltene Fälle, in denen ein Umzug auf spektakuläre Art und Weise stattfindet. Die Voraussetzung dafür ist jedoch ein kurzer Umzugsweg und immens viel Manpower. Wenn dieser Index (Umzugsweg zu Manpower) nämlich negativ ist, das heisst, der Umzugsweg ist kürzer als Manpower vorhanden, dann besteht die Möglichkeit eine Helferkette zu bilden. Im Prinzip kommt es dann auch nicht mehr auf eine optimale Verpackung und Organisation an, denn die Helfer reichen sich ja dann einfach Gegenstand für Gegenstand weiter. Falls der Umzugsweg über eine oder mehrere unter Umständen dicht befahrene Strassen führt, kann die Helferkette mit zusätzlichen Problemen konfrontiert werden. Dass man mit einer Helferkette von A nach B zügeln kann ist äusserst selten und funktioniert so gut wie nie. Und falls doch, dann wenn man entweder im selben Haus auf eine andere Etage umzieht oder man einfach sehr sehr viele Leute kennt, welche einem unbedingt helfen wollen.
- Wenn Sie nicht das Glück haben und Ihr Umzug sieht so aus wie in Punkt 6, dann brauchen Sie voraussichtlich ein Transportfahrzeug. Auch hier gibt es grosse Unterschiede. Je grösser das Fahrzeug, desto mehr passt auch rein, logisch. Aber je mehr das reinpasst, umso besser und vorsichtiger muss man das Fahrzeug beladen, dass die Ladung während der Fahrt stabil bleibt und nichts kaputt geht. Es muss auch berücksichtigt werden, wie die Platzverhältnisse an den Umzugsorten sind. Es nützt nichts, mit dem Lastwagen aufzufahren, wenn vor dem Haus keine Parkmöglichkeit besteht und der Truck nirgends abgestellt, oder er nicht gewendet werden kann. Zudem stellt sich hier auch eine Kostenfrage. Das ganze sollte im Verhältnis sein. Wenn der Umzugsweg sehr weit ist, lohnt es sich natürlich ein sehr grosses Fahrzeug zu beschaffen, so dass man den Weg nur einmal machen muss. Wie auch immer, schauen Sie auf alle Fälle, dass sie Spanngurten und Wolldecken oder Polstermaterial zur Verfügung haben, diese Dinge sind unverzichtbar.
- Achten Sie unbedingt darauf, dass am Umzugstag zur vereinbarten Zeit alles parat ist. Das heisst alles verpackt, Möbel auseinandergebaut (Achtung, die Schrauben immer in einen Beutel und den Beutel anschreiben!), alles angeschrieben, Kaffe für die Helfer gemacht, genug zu futtern und zu trinken, Transportfahrzeug steht zu Verfügung, ist vollgetankt und Parkmöglichkeit ist vorhanden, Wege im Treppenhaus und auf der Strasse frei etc.
- Informieren Sie am Umzugstag auch Ihre Nachbarn. Der Lift (falls vorhanden) könnte überdurchschnittlich oft und lange besetzt sein, es wird Durchzug und Lärm geben. Womöglich sind die Zufahrtswege durch Ihr Transportfahrzeug versperrt. Durch die Information können Sie sich womöglich unnötigen Ärger ersparen und vielleicht sogar einen spontanen unerwarteten Helfer dazugewinnen.
- Achten Sie während des Umzugs unbedingt auf das Wohl der Helfer. Schauen Sie, dass regelmässige Kaffeepausen gemacht werden können. Raucher sollten unbedingt genügende Nikotinversorgung haben und niemand sollte Hunger leiden. Durch regelmässige kleine Pausen mit Kaffee und Snacks kann man die gute Stimmung aufrecht erhalten. Schauen Sie auch dass die Arbeit gerecht verteilt ist und schuften Sie unbedingt auch mit, damit die Leute sehen, dass sie selbst auch anpacken. Und schmeissen Sie nach dem Einzug gefälligst eine fette Einweihungsparty oder mindestens ein dickes Nachtessen für alle Helfer. Denn das haben sie sich auf alle Fälle verdient.
