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Start » Ratgeber » Rasen nachsäen: So werden kahle Stellen wieder grün

Rasen nachsäen: So werden kahle Stellen wieder grün

Kahle Flecken, ausgedünntes Gras oder ein vom Winter gezeichneter Rasen – das kennen viele Gartenbesitzer in der Schweiz nur zu gut. Die gute Nachricht: Mit gezieltem Nachsäen lässt sich ein schütterer Rasen erstaunlich einfach wieder in einen dichten, grünen Teppich verwandeln. Wer den richtigen Zeitpunkt, die passenden Samen und die richtige Technik kennt, erzielt schon nach wenigen Wochen sichtbare Ergebnisse. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen, um Ihren Rasen erfolgreich nachzusäen.

Ofri Redaktion
17. Juni 2026 - 5 Min. Lesezeit

Rasen mit kahlen Stellen

  • Das Wichtigste in Kürze
  • Rasen nachsäen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
  • Rasen nachsäen in fünf Schritten
  • Den richtigen Rasensamen wählen
  • Rasen nachsäen oder Rollrasen verlegen?
  • Selbst nachsäen oder Gärtner beauftragen?

Das Wichtigste in Kürze

  • Der beste Zeitpunkt zum Nachsäen ist im Frühling (April/Mai) oder Frühherbst (August/September), wenn die Bodentemperatur mindestens 10 Grad Celsius beträgt.
  • Vor dem Nachsäen sollten Sie den Boden gründlich vorbereiten: mähen, vertikutieren, lockern und wenn nötig mit Erde auffüllen.
  • Wählen Sie eine Rasensamen-Mischung, die zu Ihrem bestehenden Rasen und Standort passt.
  • Nach der Aussaat ist regelmässiges Wässern entscheidend – der Boden darf bis zur Keimung nicht austrocknen.
  • Für grosse kahle Flächen oder starke Rasenschäden kann auch Rollrasen eine sinnvolle Alternative sein.

Rasen nachsäen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Der Zeitpunkt ist beim Rasen nachsäen entscheidend. Rasensamen keimen am besten bei einer Bodentemperatur zwischen 10 und 15 Grad Celsius und ausreichend Feuchtigkeit. Zu kalter oder zu heisser Boden verlangsamt die Keimung oder verhindert sie ganz.

Frühling: Neustart nach dem Winter

Die Monate April und Mai sind ideal für das Nachsäen. Die Temperaturen steigen, der Boden erwärmt sich langsam, und in vielen Regionen der Schweiz fällt noch ausreichend Regen. Gleichzeitig ist die Konkurrenz durch Unkraut noch überschaubar. Wenn Sie im Frühling nachsäen, hat das neue Gras den ganzen Sommer, um sich zu etablieren.

Frühherbst: Die unterschätzte Nachsaison

Viele Gartenexperten empfehlen den Frühherbst (August bis Mitte September) sogar als den besten Zeitpunkt überhaupt. Die Bodentemperaturen sind noch angenehm warm, die Hitze des Sommers lässt nach, und die Herbstfeuchtigkeit unterstützt die Keimung. Ausserdem ist Unkraut im Herbst weniger aktiv – das junge Gras hat also weniger Konkurrenz.

Achtung: Säen Sie nicht zu spät im Herbst. Ab Oktober sinken die Temperaturen in der Schweiz oft so weit, dass die Keimung stockt oder der junge Rasen den ersten Frost nicht übersteht.

Rasen nachsäen in fünf Schritten

Mit der richtigen Vorbereitung und Technik ist das Nachsäen kein Hexenwerk. Hier finden Sie eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Schritt 1: Rasen vorbereiten

Mähen Sie den bestehenden Rasen kurz – auf etwa drei bis vier Zentimeter. So gelangen Licht und Wasser besser bis auf den Boden. Entfernen Sie anschliessend Moos, Unkraut und altes Schnittgut sorgfältig.

Schritt 2: Vertikutieren

Vertikutieren Sie den Rasen, um Rasenfilz und Moos zu entfernen und den Boden aufzulockern. Das verbessert den Kontakt zwischen Samen und Erde deutlich und erhöht die Keimrate spürbar.

Mehr zur Bedeutung dieses Schritts erfahren Sie in unserem Kostenartikel zum Rasen vertikutieren.

Schritt 3: Kahle Stellen ausgleichen

Füllen Sie tiefere Stellen mit einer Mischung aus Gartenerde und Sand auf, damit eine ebene Fläche entsteht. Drücken Sie die Erde leicht an und lockern Sie die oberste Schicht nochmals mit einem Rechen auf. So haben die Samen optimalen Bodenkontakt.

Schritt 4: Samen ausbringen

Verteilen Sie den Rasensamen gleichmässig mit einem Streuwagen oder per Hand. Halten Sie sich an die Mengenangaben des Herstellers – beim Nachsäen sind das typischerweise 20 bis 30 Gramm pro Quadratmeter. Harken Sie die Samen anschliessend leicht ein, damit sie gut bedeckt sind, aber noch genug Licht bekommen.

Rasen nachsäen – Rasensamen per Hand verteilen

Tipp: Mischen Sie den Rasensamen vor dem Ausbringen mit etwas trockenem Sand. So lässt er sich gleichmässiger verteilen und Sie vermeiden kahle Stellen durch Klumpenbildung.

Schritt 5: Wässern und warten

Wässern Sie die Fläche nach der Aussaat gründlich und halten Sie den Boden in den nächsten zwei bis drei Wochen gleichmässig feucht. Giessen Sie am besten morgens, damit die Oberfläche tagsüber antrocknen kann. Nach etwa zwei bis vier Wochen zeigen sich die ersten Keime.

Rasen nachsäen – erste Keime zeigen sich

Den richtigen Rasensamen wählen

Nicht jeder Rasensamen passt zu jedem Garten. Achten Sie beim Kauf auf folgende Punkte:

  • Sorte passend zum Standort: Für sonnige Flächen eignen sich andere Mischungen als für schattige oder stark beanspruchte Bereiche.
  • Gleiche Mischung wie bestehender Rasen: Wenn möglich, verwenden Sie dieselbe Sorte wie Ihr vorhandenes Gras, damit das Ergebnis optisch einheitlich wirkt.
  • Schnell keimende Sorten: Mischungen mit Deutschem Weidelgras keimen besonders rasch und eignen sich deshalb gut für das Nachsäen.
  • Qualität zählt: Günstigere Mischungen enthalten oft Füllsorten, die weniger dicht wachsen oder anfälliger für Krankheiten sind.

Wenn Sie über eine vollständige Neuanlage nachdenken, lesen Sie auch unseren Ratgeber zum Rasen säen sowie unseren Kostenartikel zu den Kosten für die Rasenanlage – dort erfahren Sie, was eine Neuanlage im Vergleich zum Nachsäen kostet.

Rasen nachsäen oder Rollrasen verlegen?

Bei sehr grossen kahlen Flächen oder stark beschädigtem Rasen stellt sich die Frage, ob das Nachsäen überhaupt die sinnvollste Lösung ist – oder ob Rollrasen die bessere Alternative wäre. Rollrasen bietet den Vorteil, dass er sofort fertig aussieht und bereits nach kurzer Zeit begehbar ist. Allerdings ist er deutlich teurer als Rasensamen. Alle Details dazu finden Sie in unserem Artikel zu den Kosten für Rollrasen verlegen.

Für kleinere kahle Stellen und lückige Bereiche ist das Nachsäen in der Regel die wirtschaftlichere und schonendere Lösung.

Selbst nachsäen oder Gärtner beauftragen?

Das Nachsäen kleinerer Rasenflächen ist gut in Eigenregie zu erledigen, wenn Untergrund und Bodenzustand stimmen. Mit etwas Vorbereitung, dem richtigen Saatgut und konsequentem Wässern erzielen Sie gute Ergebnisse.

Schwieriger wird es, wenn der Rasen stark beschädigt ist, grosse Flächen betroffen sind oder die Ursache der kahlen Stellen – zum Beispiel Schädlinge, Pilzbefall oder Bodenverdichtung – noch nicht behoben wurde. In diesen Fällen lohnt sich der Beizug eines Fachbetriebs. Worauf Sie bei der Wahl achten sollten, erklärt unser Ratgeber zum Finden eines vertrauenswürdigen Gärtners. Stellen Sie ganz einfach eine Offertenanfrage und vergleichen Sie die Angebote unverbindlich.

Gärtner beim professionellen Rasen nachsäen

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann man Rasensamen einfach auf den Rasen streuen?

Ja, das ist grundsätzlich möglich – aber ohne Vorbereitung wenig erfolgreich. Die Samen brauchen direkten Bodenkontakt, um gut keimen zu können. Mähen Sie den Rasen kurz, vertikutieren Sie ihn und lockern Sie die Oberfläche mit einem Rechen auf, bevor Sie die Samen ausbringen. So verbessern Sie die Keimrate erheblich.

Wann soll man Rasen nachsäen?

Am besten im Frühling (April/Mai) oder im Frühherbst (August bis Mitte September). In beiden Perioden sind Bodentemperatur und Feuchtigkeit für die Keimung optimal. Vermeiden Sie die Hochsommerhitze und den späten Herbst.

Kann ich neuen Rasen auf alten Rasen säen?

Ja, beim Nachsäen ist das sogar erwünscht. Der bestehende Rasen bietet eine gute Grundlage – vorausgesetzt, Sie mähen ihn kurz und lockern den Boden vorher auf. Achten Sie darauf, eine Sorte zu wählen, die zum vorhandenen Gras passt, damit das Ergebnis optisch einheitlich bleibt.

In welchen Monaten sollte man den Rasen aussäen?

Für das Nachsäen eignen sich April, Mai, August und September am besten. Im Juni und Juli ist es oft zu heiss und trocken für eine zuverlässige Keimung. In den Wintermonaten November bis März ist die Bodentemperatur in der Schweiz in der Regel zu kalt für eine erfolgreiche Aussaat.

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