Ein Hochbett schafft cleveren Stauraum und nutzt die Raumhöhe optimal aus. Unter der erhöhten Liegefläche entsteht Platz für Schreibtisch, Sofa oder Kleiderschrank. Besonders in kleinen Zimmern ist ein Hochbett die ideale Lösung. Mit handwerklichem Geschick, dem richtigen Material und sorgfältiger Planung können Sie ein stabiles Hochbett selbst bauen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, worauf Sie achten müssen, welche Materialien sich eignen und wie Sie Schritt für Schritt vorgehen.

Ein Hochbett schafft in kleinen Wohnungen wertvollen Raum. Die Fläche unter dem Bett nutzen Sie für Schreibtisch, Leseecke oder Stauraum. Massgeschneiderte Lösungen passen exakt in Ihren Raum und berücksichtigen Dachschrägen oder Nischen.
Die Materialkosten liegen zwischen CHF 200.- und CHF 500.-, je nach Holzqualität. Fertige Modelle kosten deutlich mehr. Mit Eigenleistung sparen Sie und erhalten ein stabiles, individuelles Möbelstück.
Ausreichende Raumhöhe ist Voraussetzung für ein Hochbett. Zwischen Matratzenoberkante und Zimmerdecke sollten mindestens 90 Zentimeter, besser 100 Zentimeter frei bleiben. Sonst fühlt sich die obere Liegefläche beengend an.
Unter dem Hochbett benötigen Sie mindestens 150 Zentimeter Höhe, um den Raum sinnvoll nutzen zu können. Für einen Schreibtisch sind 150 bis 170 Zentimeter ideal. Bei einer Raumhöhe von 250 Zentimetern liegt die Liegefläche optimal auf etwa 160 Zentimetern.
Standardmasse sind 90 mal 200 Zentimeter für Einzelbetten und 140 mal 200 Zentimeter für breitere Varianten. Messen Sie Ihre Matratze genau aus. Der Bettrahmen muss exakt passen, damit die Matratze sicher aufliegt.
Hochbetten können freistehend oder wandbefestigt sein. Freistehende Varianten benötigen vier massive Pfosten an allen Ecken. Diese Konstruktion ist aufwendiger, lässt sich aber flexibel im Raum platzieren.
Wandbefestigung erhöht die Stabilität erheblich. Sie verschrauben drei Pfosten direkt in der Wand und benötigen nur einen freistehenden Pfosten an der Vorderseite. Diese Lösung spart Material und ist sicherer. Prüfen Sie die Wandbeschaffenheit. Bei Rigipswänden benötigen Sie Spreizdübel, die die Last auf die dahinterliegende Konstruktion verteilen.
| Material | Eigenschaften | Geeignet für | Kosten pro Laufmeter |
|---|---|---|---|
| KVH (Konstruktionsvollholz) | Gehobelt, gefast, verzugsfrei, definierte Holzfeuchte | Tragende Pfosten und Rahmen | CHF 15.- bis CHF 25.- |
| Fichtenholz | Preiswert, ausreichend stabil bei richtiger Dimensionierung | Budget-Projekte, Querbalken | CHF 8.- bis CHF 15.- |
| Buchenholz | Sehr stabil, hochwertige Optik, langlebig | Hochwertige Konstruktionen | CHF 20.- bis CHF 35.- |
| Leimholz (27 Millimeter) | Formstabil, keine Risse, gute Verarbeitbarkeit | Alle tragenden Teile | CHF 12.- bis CHF 20.- |
Für tragende Pfosten sind Mindeststärken einzuhalten. Verwenden Sie Kanthölzer mit mindestens neun mal neun Zentimeter, besser zehn mal zwölf Zentimeter Querschnitt. Diese Dimensionen gewährleisten Stabilität und tragen problemlos 200 Kilogramm und mehr.
Für den Bettrahmen eignen sich Balken mit acht mal zehn Zentimeter. Querbalken, die die Liegefläche stützen, sollten mindestens sechs mal acht Zentimeter stark sein. Bei längeren Spannweiten über 180 Zentimeter sind zusätzliche Mittelstützen nötig.
Materialtipp: KVH (Konstruktionsvollholz) ist die beste Wahl für Hochbetten. Das Holz ist technisch getrocknet, gehobelt und gefast. Die definierte Holzfeuchte verhindert späteres Verziehen. KVH ist etwas teurer als Bauholz, aber die Mehrkosten lohnen sich für ein langlebiges Möbelstück.

Für den Bau benötigen Sie Handkreissäge oder Kappsäge, Akkuschrauber, Bohrmaschine mit Holzbohrern und Wasserwaage. Ein Exzenterschleifer erleichtert das Glätten.
An Beschlägen brauchen Sie Winkelverbinder: Schwerlastwinkel (90 mal 105 Millimeter) für Eckverbindungen, Flachwinkel (50 mal 50 Millimeter) für Querbalken. Holzschrauben in sechs mal 60 Millimeter und sechs mal 80 Millimeter sowie Holzleim vervollständigen die Verbindungen.
Schneiden Sie alle Hölzer auf die benötigten Masse zu. Viele Baumärkte bieten Zuschnittservice an. Schleifen Sie alle Kanten gründlich mit Schleifpapier (Körnung 80, dann 120 bis 180). Scharfe Kanten sind besonders bei Kinderbetten gefährlich.
Bohren Sie alle Löcher für Schrauben vor. Das verhindert Risse. Senken Sie Schraubenköpfe etwa fünf Millimeter tief ein.
Markieren Sie die Positionen der Pfosten an Wand und Boden. Verwenden Sie eine Wasserwaage, um exakte Senkrechte zu gewährleisten. Auch kleine Abweichungen summieren sich und führen zu schiefer Konstruktion.
Bei Wandbefestigung verschrauben Sie die Pfosten an mindestens drei Stellen in der Wand. Oben auf Rahmenhöhe, in der Mitte und unten nahe dem Boden. Bei massiven Wänden verwenden Sie Schwerlastdübel, bei Rigipswänden Spreizdübel mit grosser Auflagefläche.
Freistehende vordere Pfosten befestigen Sie am Boden. Bohren Sie mit Forstnerbohrer ein 25 Millimeter grosses Loch etwa fünf Zentimeter tief in den Pfostenfuss. Setzen Sie einen Rundstab ein und verschrauben Sie diesen im Boden. Diese Methode ist eleganter als sichtbare Winkel.
Verbinden Sie die Pfosten mit den Längs- und Querbalken. Der Rahmen bildet die Basis für die Liegefläche. Arbeiten Sie mit Holzleim und Schrauben. Leim allein reicht nicht, Schrauben allein ebenfalls nicht. Beide gemeinsam schaffen kraftschlüssige Verbindungen.
Verschrauben Sie die Balken mit Winkelverbindern an den Pfosten. Achten Sie auf exakte Rechtwinkligkeit. Messen Sie diagonal von Ecke zu Ecke. Beide Diagonalen müssen gleich lang sein, dann ist der Rahmen rechtwinklig.
Verstärken Sie den Rahmen mit Querbalken. Bei Liegeflächen über 180 Zentimeter Länge sind zwei Querbalken Pflicht. Diese verhindern Durchbiegen und tragen die Last auf die Pfosten ab.
An die Innenseiten der Längsbalken schrauben Sie Auflagebalken (etwa vier mal vier Zentimeter). Diese tragen später den Lattenrost mit etwa drei Zentimeter Abstand zur Oberkante.
Prüfen Sie, ob ein gekaufter Lattenrost aufliegt oder ob Sie die Liegefläche selbst bauen. Bei Eigenbau verwenden Sie Dielenbretter oder Querlatten im Abstand von sechs bis acht Zentimeter. Bohren Sie Lüftungslöcher, das verbessert die Matratzenbelüftung.

Die Absturzsicherung ist entscheidend für die Sicherheit. Das Geländer muss mindestens 35 Zentimeter über die Matratzenoberkante ragen. Bei Kindern sind 40 Zentimeter empfehlenswert.
Bringen Sie die Schutzbretter an allen offenen Seiten an. Am Einstieg bleibt eine Öffnung für die Leiter. Verschrauben Sie die Bretter von innen mit Winkeln oder von aussen direkt in die Pfosten. Bei Aussenverschraubung verspachteln Sie die Schraubenköpfe.
Die Abstände zwischen den Brettern sollten maximal zehn Zentimeter betragen. So kann kein Kind hindurchrutschen.
Sicherheitshinweis: Hochbetten sind für Kinder unter sechs Jahren nicht geeignet. Jüngere Kinder können die Höhe nicht sicher einschätzen und die Leiter nicht sicher nutzen. Prüfen Sie regelmässig alle Verbindungen und Schrauben. Durch Nutzung lockern sich Schrauben, ziehen Sie diese nach.
Eine einfache Leiter bauen Sie aus zwei Holmen (fünf mal sieben Zentimeter) und sechs bis sieben Sprossen (drei mal vier Zentimeter) im Abstand von 25 bis 30 Zentimeter. Verleimen und verschrauben Sie die Verbindungen. Befestigen Sie die Leiter mit Winkeln an den Pfosten.
Komfortabler ist eine Treppe. Diese benötigt mehr Platz, ist aber sicherer. Fertige Raumspartreppen können Sie auf die nötige Länge kürzen und anschrauben.
Schleifen Sie alle Oberflächen fein mit Körnung 180 bis 220. Die Oberfläche muss splitterfrei sein.
Behandeln Sie das Holz mit Leinölfirnis, Holzlasur oder Lack. Bei Kinderbetten achten Sie auf speichel- und schweissechte Produkte. Lassen Sie die Behandlung vollständig austrocknen, bevor Sie die Matratze auflegen.
Zu schwache Dimensionierung gefährdet die Sicherheit. Verwenden Sie niemals Kanthölzer unter acht mal acht Zentimeter für tragende Teile.
Fehlende Wandbefestigung macht das Hochbett instabil. Selbst bei vier Pfosten erhöht Wandverschraubung die Sicherheit erheblich.
Unzureichende Absturzsicherung ist gefährlich. Das Geländer muss hoch genug sein und darf keine zu grossen Lücken haben.
Vergessene Holzbehandlung führt zu schneller Abnutzung. Unbehandeltes Holz verschmutzt leichter und kann splittern.
Der Eigenbau lohnt sich bei handwerklichem Geschick und wenn Sie Standardmasse nutzen können. Mit sorgfältiger Planung und den richtigen Materialien bauen Sie in zwei bis drei Tagen ein stabiles Hochbett. Die Materialkosten liegen bei etwa CHF 250.- bis CHF 450.-.
Ein Schreiner ist sinnvoll bei komplexen Raumsituationen, Dachschrägen oder wenn Sie besondere Ausstattung wünschen. Fachbetriebe planen die Statik, liefern passgenaue Teile und montieren fachgerecht. Die Kosten liegen höher, dafür erhalten Sie Gewährleistung und professionelle Ausführung. Detaillierte Kosteninformationen finden Sie in unserem Kostenartikel für Hochbett bauen.
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Ein selbstgebautes Hochbett schafft cleveren Stauraum und ist bei richtiger Ausführung sehr stabil. Wichtigste Erfolgsfaktoren sind ausreichende Raumhöhe, massive Materialien mit genügender Dimensionierung und sichere Befestigung an Wand oder Boden.
Mit gründlicher Planung, dem richtigen Werkzeug und sorgfältiger Verarbeitung bauen Sie ein langlebiges Möbelstück. Besonders wichtig sind rechtwinklige Konstruktion, kraftschlüssige Verbindungen aus Leim und Schrauben sowie ausreichende Absturzsicherung.
Investieren Sie Zeit in Vorbereitung und Oberflächenbehandlung. Diese Schritte entscheiden über Haltbarkeit und Sicherheit. Bei Unsicherheit oder komplexen Anforderungen lohnt sich professionelle Hilfe. Ein gut gebautes Hochbett hält jahrzehntelang und bietet maximalen Raumgewinn bei minimaler Grundfläche.





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