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Start » Ratgeber » Renovationsfenster: Wie sie funktionieren und wann sie sich lohnen

Renovationsfenster: Wie sie funktionieren und wann sie sich lohnen

Renovationsfenster sitzen auf dem alten Blendrahmen, statt ihn zu ersetzen. Das spart Maurer, Gipser und Maler, und die Wohnung bleibt während der Montage bewohnbar. Dieser Ratgeber erklärt, wie der Renovationsrahmen technisch funktioniert, was er an Licht und Dämmung kostet und in welchen Fällen der komplette Fensterersatz die bessere Wahl bleibt.

Ofri Redaktion
27. August 2026 - 19 Min. Lesezeit

Ein Mann in einem blauen Hemd montiert ein Renovationsfenster

  • Was ist ein Renovationsfenster?
  • Wie der Renovationsrahmen auf den alten Blendrahmen kommt
  • Drei Vorteile des Renovationsrahmens
  • Wie viel Licht kostet ein Renovationsrahmen?
  • Welche Probleme ein Renovationsfenster nicht löst
  • Lohnt sich ein Renovationsfenster oder der komplette Fensterersatz?
  • Wann ein Renovationsrahmen nicht infrage kommt
  • Baubewilligung, Denkmalschutz und Stockwerkeigentum
  • Fördergelder und Steuerabzug beim Fensterersatz
  • Renovationsfenster selbst montieren oder den Fachbetrieb beauftragen

Was ist ein Renovationsfenster?

Ein Renovationsfenster wird auf den alten Blendrahmen montiert, der im Mauerwerk bleibt. Entfernt werden nur die alten Flügel und Dichtungen.

Der Blendrahmen ist der feste Teil des Fensters, der in der Mauer sitzt und sich nicht bewegt. Daran hängen die Flügel, also die Teile, die Sie öffnen. Bei einem gewöhnlichen Fensterersatz kommt beides weg, und dabei wird meist Mauerwerk in Mitleidenschaft gezogen, das anschliessend verputzt und gestrichen werden muss. Das nennt sich Vollrahmenersatz.

Beim Renovationsfenster bleibt der Blendrahmen sitzen. Das neue Fenster bringt einen eigenen Rahmen mit, der genau auf den alten passt, dazu Profile, die den alten verdecken. Je nach System sitzen diese innen, aussen oder auf beiden Seiten; der Fachbegriff dafür ist Abdeckflosse oder Maskierungsprofil.

Das Wichtigste vorab

  • Der alte Blendrahmen bleibt, nur die Flügel kommen weg
  • Maurer, Gipser und Maler entfallen bei dieser Lösung
  • Die Glasfläche wird kleiner, weil Rahmen auf Rahmen sitzt
  • Ist der alte Rahmen morsch, scheidet die Lösung aus
  • Fensterersatz vom Fensterbaubetrieb: Offerte einholen

Die beiden Wörter Renovationsrahmen und Renovationsfenster meinen dasselbe. Genau genommen ist der Renovationsrahmen das Bauteil und das Renovationsfenster das fertige Fenster darin; im Alltag und in den Offerten der Betriebe wird das nicht getrennt. Daneben trifft man auf Wechselrahmen, Renovierungsfenster und Schnelltauschfenster.

Wie der Renovationsrahmen auf den alten Blendrahmen kommt

So läuft die Montage ab

Zuerst werden die Flügel ausgehängt. Danach wird der alte Blendrahmen so weit zurückgearbeitet, dass der neue Rahmen sauber aufliegt: Beschläge, Dichtungen und vorstehende Teile kommen weg, der Rest bleibt.

Der neue Rahmen wird auf den alten geschraubt und gegen ihn abgedichtet. Die Fuge dazwischen verschwindet unter den Abdeckprofilen. Wie viel dieser Aufbau vom alten Rahmen verdeckt und auf welcher Seite, hängt vom System ab.

Der Anschluss ist die heikelste Stelle

Zwischen altem und neuem Rahmen entsteht ein Hohlraum. Wie dieser Übergang aufgebaut sein sollte, beschreibt das Merkblatt «Bauanschlüsse von Fenstern» des Schweizerischen Fachverbands Fenster- und Fassadenbranche mit einem Drei-Ebenen-Modell.

Ebene Lage Aufgabe
Innen zum Raum hin luftdicht, bremst Wasserdampf
Mitte im Hohlraum Wärme- und Schallschutz
Aussen zur Fassade hin hält Schlagregen ab, lässt Feuchte entweichen

Die Faustregel dazu lautet, innen dichter zu bauen als aussen. Die Einschränkung steht im selben Merkblatt: Beim Fensterersatz lässt sich der Hohlraum kaum je vollständig ausfüllen, und das Verfüllen gehört nicht automatisch zum Leistungsumfang. Dasselbe gilt für die Prüfung des alten Rahmens.

Hohlraum verfüllen und alten Rahmen prüfen gehören ausdrücklich in die Offerte.

Was beim Renovationsrahmen unangetastet bleibt, ist die Verbindung zwischen altem Rahmen und Mauer. Er erneuert das Fenster, nicht den Anschluss zur Mauer, und genau daran hängen die meisten Vor- und Nachteile dieser Lösung.

Diese Norm dürfen Sie im Vertrag verlangen: Die SIA 331 «Fenster und Fenstertüren» (Ausgabe 2012) verlangt, dass der Anschluss an den Baukörper mindestens so gut ist wie das Fenster selbst. Sie ist kein Gesetz, wird aber verbindlich, wenn sie im Werkvertrag steht.

Welche Materialien es gibt

In der Schweiz dominiert die Kombination Holz-Metall. Innen liegt Holz, aussen eine Aluminiumschale, die das Wetter abhält. Sie ist hinterlüftet, sitzt also mit einem schmalen Luftspalt vor dem Holz, damit Feuchtigkeit abtrocknen kann. Daneben gibt es Kunststoff, Kunststoff-Aluminium und reine Metallkonstruktionen.

Aufsetzen lassen sich die meisten Systeme auf Holz-, Metall- und Kunststoffrahmen, auch über Materialgrenzen hinweg. Kunststoffprofile brauchen dabei oft einen Stahleinschub zur Verstärkung, und weil Stahl Wärme gut leitet, kann er den Wärmeschutz des Rahmens beeinträchtigen. Fragen Sie deshalb in der Offerte, wie der Übergang zum bestehenden Rahmen ausgeführt wird.

Schnittansicht eines modernen Renovationsfensters mit Isolierverglasung

Drei Vorteile des Renovationsrahmens

1. Maurer, Gipser und Maler entfallen

Der größte Vorteil liegt neben dem Fenster: Bei einem vollständigen Rahmenersatz wird meist die Laibung – also die Mauerfläche rund um die Fensteröffnung – in Mitleidenschaft gezogen. Die anschließenden Arbeiten von Maurern, Gipsern und Malern dauern oft länger als der Fenstereinbau selbst. Beim Renovationsrahmen entfällt dieser Teil in der Regel.

Genau daraus entsteht der finanzielle Vorteil: Die Gesamtkosten des Projekts sinken typischerweise um 10 bis 15 Prozent, da keine nachfolgenden Handwerksbetriebe benötigt werden. Das Fenster selbst ist dabei keineswegs günstiger – aufgrund der aufwendigeren Profiltechnik liegt der reine Materialpreis von Renovationsfenstern meist sogar etwas höher als bei Standardmodellen.

Gespart wird an den Nebenarbeiten, nicht am Fenster.

Die Grössenordnung für die Schweiz finden Sie unter den Kosten für den Fensterersatz.

2. Die Räume bleiben nutzbar

Je nach System beziffern Hersteller die reine Montagezeit auf etwa 60 bis 90 Minuten pro Fenster. Auch wenn es sich dabei um produktspezifische Richtwerte handelt, stimmt die Grössenordnung: Ein Renovationsfenster ist in der Regel innerhalb eines Vormittags montiert.

Gerade bei vermieteten oder dauerhaft genutzten Immobilien ist diese minimale Beeinträchtigung der Hauptgrund für den Erfolg des Verfahrens. Egal ob bewohnte Wohnung, Büro oder Spitalzimmer – eine Zwischennutzung oder das Ausquartieren von Personen entfällt komplett.

3. Der asbesthaltige Anschlagkitt bleibt zu

Der dritte Vorteil kann Häuser betreffen, die vor 1990 gebaut wurden, und steht auf keiner Herstellerseite. Nach Angaben der Bauschadstoff-Dokumentation PolluDoc enthalten 50 bis 70 Prozent der damals eingebauten Fensterkitte Asbest, meist in Anteilen unter einem Prozent. Auch der Anschlagkitt zwischen Rahmen und Mauerwerk kann Asbest enthalten, und er wird über die Lebensdauer eines Fensters kaum je erneuert. Bleibt der Blendrahmen sitzen, wird diese Fuge gar nicht erst geöffnet.

Achtung: Der Vorteil ist nur ein halber. Die alten Flügel mit dem eingekitteten Glas müssen auch beim Renovationsfenster raus, und dort sitzt der Fensterkitt. Bei Bauten vor 1990 gehört eine Abklärung deshalb in jedem Fall dazu, und die Suva warnt ausdrücklich vor asbesthaltigem Fensterkitt beim Rückbau.

Wie viel Licht kostet ein Renovationsrahmen?

Der neue Rahmen legt sich über den alten, dadurch wird die sichtbare Glasfläche kleiner. Wie viel genau, hängt vom gewählten Profil ab. Für diesen Nachteil lässt sich am schwersten eine Zahl finden, und keine Schweizer Herstellerseite nennt eine. Öffentliche Profilschnitte gibt es nicht, und aus den Katalogen einzelner Systeme lässt sich keine belastbare Marktspanne ableiten: Die Ansichtsbreite, also die Rahmenbreite, wie man sie von vorne sieht, unterscheidet sich von Produkt zu Produkt erheblich.

Verlassen Sie sich deshalb nicht auf allgemeine Angaben, sondern auf das Produkt, das Ihnen angeboten wird.

Was Sie in der Offerte verlangen sollten

Verlangen Sie in der Offerte das lichte Glasmass vorher und nachher.

Die Ansichtsbreite allein genügt nicht, denn ein Teil des Profils liegt auf dem alten Rahmen und nicht auf der Glasfläche. Was Sie brauchen, ist der direkte Vergleich: wie breit und wie hoch die sichtbare Scheibe heute ist und wie gross sie nach dem Umbau wäre.

Ein Betrieb, der beim Ausmessen vor Ort ist, kann das ausrechnen. Bleibt die Antwort vage, lohnt sich Nachhaken, bevor Sie unterschreiben.

Prüfen Sie es am eigenen Fenster: Kleben Sie innen einen Streifen Malerband in der Breite auf die Scheibe, die der neue Rahmen zusätzlich verdecken würde. So sehen Sie vor dem Entscheid, was Sie an Licht verlieren.

Wo der Verlust wirklich stört

Bei einem grossen Wohnzimmerfenster nach Süden fallen ein paar Zentimeter kaum auf. Bei einem kleinen Fenster in einem Nordzimmer oder in einem Altbau mit ohnehin knappen Öffnungen ist der Anteil deutlich höher, und dort merkt man ihn.

Dazu kommt die Optik. Der alte Rahmen verschwindet nicht, er wird verkleidet. Von innen bleibt je nach Ausführung ein Streifen sichtbar, und das Fenster wirkt tiefer eingebaut als vorher. Bei einer Altbauwohnung mit Sprossen oder feinen Profilen kann das den Charakter der Fassade verändern.

Ein Renovationsfenster wird in einem Badezimmer eingebaut

Welche Probleme ein Renovationsfenster nicht löst

Der Blendrahmen bleibt sitzen, und mit ihm bleibt alles, was an ihm nicht in Ordnung ist. Das ist der Kern der Kritik von jenen Betrieben, die Renovationsfenster nicht anbieten.

Die Wärmebrücke wandert mit

Eine Wärmebrücke ist eine Stelle in der Gebäudehülle, an der Wärme leichter nach aussen entweicht als daneben. Sie kostet Heizenergie, und weil die Oberfläche dort kälter ist, sammelt sich Feuchtigkeit, im ungünstigen Fall bis zum Schimmel.

Bei alten Fenstern liegt das Problem selten im Rahmen selbst, sondern im Anschluss zur Mauer. Genau dieser Anschluss wird beim Renovationsrahmen nicht angefasst. Ein neues Fenster mit ausgezeichneten Werten sitzt dann auf einer schlechten Fuge, und die Werte des Fensters sagen wenig darüber, was die Wand tatsächlich verliert.

Die Anforderungen gelten dabei unabhängig von der Montageart. Verbindlich ist immer das Energiegesetz Ihres Kantons; die Mustervorschriften der kantonalen Energiedirektoren sind nur eine Vorlage, die viele Kantone übernommen haben. Wo das geschehen ist, darf ein neues Fenster gegen Aussenklima höchstens einen U-Wert (Wärmedurchgangs­koeffizient) von 1,0 Watt pro Quadratmeter und Kelvin aufweisen, beim Umbau wie im Neubau. Dieser Wert sagt, wie viel Wärme durch das ganze Fenster nach draussen geht; je tiefer, desto besser dämmt es.

Gemessen wird das Fenster mitsamt Rahmen, nicht nur das Glas. Ein breiterer Rahmenanteil verschlechtert den Wert deshalb rechnerisch, auch wenn dieselbe Verglasung eingebaut wird. Von der Vorgabe gibt es Ausnahmen, vor allem bei geschützten Bauten; fragen Sie bei der kantonalen Energiefachstelle oder der Gemeinde nach, welcher Wert für Ihr Gebäude gilt.

Dichtere Fenster verlangen anderes Lüften

Alte Fenster waren undicht, und diese Undichtigkeit hat unbemerkt für Luftaustausch gesorgt. Neue Fenster schliessen dicht, und die Feuchtigkeit aus Duschen, Kochen und Wäschetrocknen bleibt im Raum.

Der erste Winter ist der kritische: Wo vorher nichts passierte, kann sich danach Kondenswasser an den kältesten Stellen niederschlagen. Bei einem Renovationsrahmen sind das die Laibung und der ungedämmte Storenkasten. Rechnen Sie mit mehr Lüften als bisher.

Storenkasten und Fenstersims bleiben, wie sie sind

Storenkasten, Fenstersims und Vorhangbretter bleiben unverändert. Hersteller führen das als Vorteil auf, und für die Bauzeit ist es einer. Ist der Storenkasten ungedämmt, und das ist er in Bauten aus den 1960er- und 1970er-Jahren fast immer, bleibt er es auch nach dem Fensterersatz.

Beim Vollrahmenersatz wird dieser Storenkasten, also der Kasten über dem Fenster, in dem die aufgerollten Storen liegen, üblicherweise mitgemacht. Wenn Sie im betreffenden Raum kalte Luft von oben spüren, ist das ein Argument gegen den Renovationsrahmen, das schwerer wiegt als der Preisunterschied.

Ein morscher Rahmen wird nicht besser

Diesen Punkt sollten Sie vor allen anderen klären. Fäulnis im Holz, ein verzogener Rahmen, Schäden im angrenzenden Mauerwerk werden von einem Renovationsfenster nicht behoben. Sie verschwinden nur aus dem Blickfeld.

Ein intakter Blendrahmen ist die Grundbedingung für diese Lösung. Ob er es ist, entscheidet niemand vom Foto aus. Ein Betrieb, der ohne Ausmessen vor Ort eine Offerte schickt, hat den entscheidenden Punkt nicht geprüft. Betriebe, die das beurteilen können, finden Sie unter den Firmen für Fenster und Türen; bei alten Holzfenstern lohnt sich zusätzlich der Blick auf die Schreinereien in Ihrer Region.

Eine Person klebt mit Klebeband ein Fenster am Hausdach ab

Lohnt sich ein Renovationsfenster oder der komplette Fensterersatz?

Ein Renovationsfenster lohnt sich, wenn der alte Blendrahmen intakt ist. Ist er morsch oder zieht es an der Laibung, hilft nur der Vollrahmenersatz.

Die Entscheidung fällt also nicht am Preis, sondern am Zustand dessen, was stehen bleiben soll. Der folgende Vergleich zeigt, worin sich die beiden Wege unterscheiden.

Kriterium Renovationsrahmen Vollrahmenersatz
Alter Blendrahmen bleibt im Mauerwerk wird ausgebaut
Sichtbare Glasfläche wird kleiner je nach Profil gleich oder grösser
Anschluss zur Mauer bleibt unverändert wird neu aufgebaut
Storenkasten bleibt, wie er ist kann mitsaniert werden
Weitere Betriebe nötig in der Regel keine meist Maurer, Gipser, Maler
Voraussetzung Rahmen intakt und massgenau keine

Zwei Situationen sprechen so deutlich für den Vollrahmenersatz, dass die Rechnung sich erübrigt. Die erste ist der beschädigte Rahmen. Die zweite betrifft alle, die ohnehin mehr vorhaben.

Wer die Fassade ohnehin dämmen will, plant den Fensterersatz besser in dieses Projekt hinein. Wird die Aussenwand gedämmt, lassen sich die Fensterlaibungen mitdämmen und der Anschluss sauber neu aufbauen. Eine etappierte Sanierung ist zwar möglich, verlangt aber, dass die Anschlüsse von Anfang an mitgeplant werden. Geschieht das nicht, ist die Gelegenheit vertan.

Umgekehrt gibt es Fälle, in denen sich beide Wege erübrigen. Sind Rahmen und Beschläge in Ordnung und stört nur die alte Verglasung, kann der Ersatz des Fensterglases genügen. Welche Zwischenschritte es sonst noch gibt, steht im Ratgeber zum Sanieren von Fenstern.

Wann ein Renovationsrahmen nicht infrage kommt

Fünf Konstellationen schliessen die Lösung aus oder machen sie zumindest fragwürdig. Wer sie kennt, spart sich eine Offerte, die er am Ende ohnehin nicht annimmt.

1. Fäulnis oder Verzug im alten Rahmen

Weiches Holz an der Wetterseite, ein Rahmen, der sich nicht mehr rechtwinklig ausrichten lässt, sichtbare Risse: Dann trägt der Untergrund das neue Fenster nicht dauerhaft.

2. Ungeklärte Feuchtigkeit an der Laibung

Kondenswasser an der Mauerfläche rund um das Fenster oder gar Schimmel sind ein Warnzeichen, aber keine Diagnose. Die Ursache kann am Anschluss liegen, an einer Wärmebrücke in der Wand, an zu hoher Raumfeuchte oder am Lüftungsverhalten.

Klären Sie das bauphysikalisch ab, bevor Sie Fenster bestellen. Liegt es am Anschluss, hilft ein Renovationsrahmen nicht, weil er die Stelle verdeckt statt behebt. Liegt es am Lüften, löst auch der Vollrahmenersatz das Problem nicht.

3. Geschützte Bauten und historische Ortskerne

Steht ein Gebäude im amtlichen Verzeichnis schützenswerter Bauten oder liegt es im historischen Ortskern, beurteilt die Denkmalpflege das Erscheinungsbild mit. Weil der Renovationsrahmen die Rahmenansicht verbreitert, ist er dort regelmässig heikel.

4. Kleine Fenster in dunklen Räumen

Je kleiner die Öffnung, desto stärker fällt der Rahmenzuwachs ins Gewicht. In einem Nordzimmer mit knappem Fenster ist der Lichtverlust spürbar.

5. Geplante Fassadensanierung

Steht die Dämmung der Aussenwand in den nächsten Jahren an, gehört der Fensterersatz in dieses Projekt. Wer trotzdem vorher handeln muss, lässt die späteren Anschlüsse mitplanen.

Ein Arbeiter montiert ein weisses Renovationsfenster am Haus

Baubewilligung, Denkmalschutz und Stockwerkeigentum

Wer Fenster ersetzt, ändert das Aussehen des Hauses. Daran hängen mehrere Fragen, die nicht der Fensterbaubetrieb beantwortet.

Wann eine Baubewilligung nötig wird

Der Fensterersatz eins zu eins ist in der Regel bewilligungsfrei, solange die Vorschriften eingehalten sind. Anders wird es, sobald sich das äussere Erscheinungsbild wesentlich ändert oder das Gebäude besonderen Schutz geniesst.

Zwei Begriffe tauchen dabei überall auf. Die Kernzone ist der historische Ortskern einer Gemeinde, in dem strengere Vorschriften zum Erscheinungsbild gelten. Das Bauinventar ist ein amtliches Verzeichnis schützenswerter Bauten; steht Ihr Haus darin, redet die Denkmalpflege mit.

Geregelt ist das kantonal und kommunal, nicht national. Die Stadt Bern hält in ihrem Merkblatt fest, dass wesentliche Änderungen wie der Ersatz von Sprossenfenstern durch solche ohne Sprossen bei allen Liegenschaften eine Baubewilligung brauchen, unabhängig vom Schutzstatus.

In Winterthur ist der reine Fensterersatz nicht bewilligungspflichtig, in Kernzonen und bei Objekten im Bauinventar aber vorgängig mit der Denkmalpflege abzuklären. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde, bevor Sie bestellen.

Tipp: Fragen Sie beim Ausmessen nach der Absturzsicherung. Liegt die Brüstung tief, gibt die Norm SIA 358 «Geländer und Brüstungen» vor, was ein neues Element leisten muss; ob bestehende Brüstungen nachzurüsten sind, entscheidet sich am kantonalen Recht und am Einzelfall.

Was im Stockwerkeigentum gilt

Das Gesetz nennt Fenster nicht ausdrücklich. Artikel 712b des Zivilgesetzbuchs schliesst nur jene Bauteile vom Sonderrecht aus, die für die Festigkeit des Gebäudes wichtig sind oder sein Aussehen bestimmen. Sonderrecht heisst, dass ein Bauteil einer einzelnen Eigentümerschaft allein zugeordnet ist.

Ob ein Fenster darunter fällt, ist nicht abschliessend geklärt. Massgebend sind deshalb zuerst der Begründungsakt und das Reglement Ihrer Gemeinschaft. Fehlt dort eine Regelung, zählt die neuere Lehre gewöhnliche Fenster zum Sonderrecht der einzelnen Eigentümerschaft, während ganze Fensterfronten mit tragender Funktion zwingend gemeinschaftlich bleiben. Casafair erklärt die Zuständigkeiten beim Fensterersatz im Stockwerkeigentum im Detail.

Wer seine Fenster ersetzt, muss das äussere Erscheinungsbild unverändert lassen. Ändert es sich, braucht es einen Beschluss der Gemeinschaft. Welche Mehrheit dafür nötig ist, hängt davon ab, wie die Massnahme eingeordnet wird, und steht in den Artikeln 647c bis 647e des Zivilgesetzbuchs sowie im Reglement.

Der Renovationsrahmen ist hier der heiklere Weg: Er verbreitert die sichtbare Rahmenansicht und verändert damit womöglich das Erscheinungsbild. Ob das im konkreten Fall als Änderung gilt, entscheidet sich am Objekt. Klären Sie es mit der Verwaltung, bevor Sie bestellen.

Was Mietende beim Fensterersatz erwarten können

In einer Mietwohnung entscheidet und bezahlt die Vermieterschaft. Ein Anspruch auf neue Fenster besteht nicht, solange die alten ihren Zweck erfüllen. Die paritätische Lebensdauertabelle, ein gemeinsames Werk von Hauseigentümerverband und Mieterinnen- und Mieterverband, setzt für Fenster mit Isolierverglasung aus Kunststoff, Holz und Holz-Metall 25 Jahre an, für Metallfenster 30 Jahre. Das sind Amortisationswerte für die Kostenverteilung, keine Aussage darüber, wie lange ein Fenster technisch hält.

Nach der Erneuerung darf der Mietzins steigen, allerdings nur für den Teil der Kosten, der den Wert der Wohnung erhöht statt ihn bloss zu erhalten. Die verbreitete Faustregel von der Hälfte bis zwei Dritteln gilt allerdings nur bei einer umfassenden Überholung mehrerer Bauteile. Wer bloss die Fenster ersetzen lässt, kann sich nicht darauf berufen; dort ist der wertvermehrende Anteil einzeln zu bestimmen. Erhaltene Fördergelder müssen in jedem Fall abgezogen werden.

Ein Handwerker installiert ein Fenster mit einem Schraubenzieher

Fördergelder und Steuerabzug beim Fensterersatz

Viele Eigentümer rechnen beim Fensterersatz mit einem Förderbeitrag und übersehen den Steuerabzug. Tatsächlich ist es meist umgekehrt.

Was das Gebäudeprogramm fördert

Das Gebäudeprogramm fördert die Dämmung von Fassade, Dach und Boden. Fenster sind in dieser Massnahme nicht aufgeführt. Wer nur die Fenster ersetzt, bekommt in den meisten Kantonen keinen Beitrag.

Anders sieht es aus, wenn der Fensterersatz Teil einer Gesamtsanierung ist. Einzelne Kantone fördern die Verbesserung der Klasse im GEAK, dem Gebäudeenergieausweis der Kantone, der die Energieeffizienz eines Hauses in Stufen von A bis G angibt. Was Ihr Kanton fördert, legt er selbst fest.

Was Sie von den Steuern abziehen können

Die einschlägige Verordnung des Eidgenössischen Finanzdepartements nennt den «Ersatz von Fenstern durch energetisch bessere Fenster als vorbestehend» ausdrücklich als Energiesparmassnahme. Der Unterschied zu gewöhnlichen Unterhaltskosten liegt beim wertvermehrenden Anteil, also dem Teil, der den Wert der Liegenschaft erhöht statt ihn nur zu erhalten. Bei normalem Unterhalt ist dieser Teil nicht abziehbar, bei Energiemassnahmen schon.

Abziehbar ist nur, was Sie selbst getragen haben; ein Förderbeitrag wird angerechnet. Übersteigen die Kosten Ihr Einkommen so weit, dass ein negatives Reineinkommen entsteht, dürfen Sie den nicht genutzten Teil auf die zwei folgenden Steuerperioden übertragen, so etwa im Kanton Zürich. Ohne diese Bedingung gibt es keinen Übertrag.

Ob und ab wann Ihr Kanton den Abzug kennt, ist unterschiedlich geregelt. Klären Sie das vor der Steuererklärung mit dem kantonalen Steueramt.

Ob das Fenster mit Renovationsrahmen oder als Vollrahmenersatz eingebaut wird, spielt für den Abzug keine Rolle. Massgebend ist, dass das neue Fenster energetisch besser ist als das alte.

Hammer und Bohrer liegen auf einer Fensterbank während der Reparatur

Renovationsfenster selbst montieren oder den Fachbetrieb beauftragen

Ein Renovationsfenster ist Massarbeit auf einem Untergrund, den niemand vorher genau kennt. Der alte Blendrahmen ist nach Jahrzehnten selten noch rechtwinklig, und das neue Fenster wird auf genau diese Abweichungen hin gefertigt. Das Ausmessen vor Ort hängt deshalb mit Fertigung und Montage zusammen und lässt sich nicht auf zwei Parteien verteilen.

Dazu kommt der formale Teil. Verlangt Ihre Gemeinde einen Energienachweis, brauchen Sie die Produktdaten des Fensters, und wer die Ausführung bestätigen muss, regeln die Kantone unterschiedlich. Ohne Fachfirma haben Sie ausserdem keine Gewährleistung auf die Dichtigkeit.

Was Sie selbst tun können, ist die Vorbereitung: den Zustand der Rahmen beschreiben, das Baujahr des Hauses nennen, klären, ob das Objekt im Inventar steht, und bei Bauten vor 1990 auf mögliche asbesthaltige Kitte hinweisen. Je genauer diese Angaben sind, desto vergleichbarer werden die Offerten.

Wer haftet für den verdeckten alten Rahmen? Das neue Fenster hat seine Gewährleistung, der Untergrund darunter nicht zwangsläufig. Lassen Sie sich schriftlich geben, was der Betrieb am Bestand geprüft hat und wofür er einsteht. Zeigt sich in zehn Jahren Fäulnis unter der Abdeckung, entscheidet dieses Papier.

Lassen Sie sich in jedem Fall beide Varianten rechnen, den Renovationsrahmen und den Vollrahmenersatz, und darin die Ansichtsbreite ausweisen. Erst dann sehen Sie, was der günstigere Weg tatsächlich kostet. Wie sich die Preise in der Schweiz bewegen, zeigen die Kosten einer Fenstersanierung. Über Ofri holen Sie Offerten von Fensterbaubetrieben aus Ihrer Region ein und vergleichen sie unverbindlich.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange hält ein Renovationsfenster?

Wie lange ein Renovationsfenster hält, hängt vor allem am Zustand des Blendrahmens darunter. Als Anhaltspunkt setzt die paritätische Lebensdauertabelle von Hauseigentümerverband und Mieterinnen- und Mieterverband für Fenster je nach Material 25 bis 30 Jahre an. Das sind Amortisationswerte aus dem Mietrecht, keine technische Haltbarkeitsangabe.

Der Haken liegt beim alten Rahmen. Er ist bei der Montage schon Jahrzehnte alt und hält nicht zwingend so lange durch wie das neue Fenster darauf. Über die Lebensdauer der ganzen Konstruktion entscheidet deshalb die Beurteilung seines Zustands vor dem Einbau.

Muss ich für ein Renovationsfenster eine Baubewilligung einholen?

Für ein Renovationsfenster brauchen Sie in der Regel keine Baubewilligung, wenn das Gebäude nicht geschützt ist und sich das äussere Erscheinungsbild nicht wesentlich ändert. Zuständig sind Kanton und Gemeinde, die Regelungen unterscheiden sich.

Anders liegt der Fall bei Objekten im Bauinventar, in Kernzonen und bei sichtbaren Änderungen wie dem Wegfall von Sprossen. Pflicht ist dort zunächst die Abklärung mit der Denkmalpflege, nicht automatisch eine Bewilligung: Winterthur verlangt eine Bestätigung der Fachstelle, Bern eine Bewilligung bei Schutzobjekten oder wesentlicher äusserer Änderung. Weil ein Renovationsrahmen die Rahmenansicht verbreitert, sollten Sie in diesen Fällen mit der Gemeinde sprechen, bevor Sie eine Offerte annehmen.

Kann ich als Mieterin oder Mieter neue Fenster verlangen?

Neue Fenster können Mietende nicht verlangen, solange die vorhandenen ihren Zweck erfüllen. Der Entscheid und die Kosten liegen bei der Vermieterschaft.

Anders sieht es aus, wenn die Fenster nicht mehr dicht schliessen, es hereinregnet oder sich Schimmel bildet. Dann liegt ein Mangel vor, dessen Behebung Sie verlangen können. Zeigt die Vermieterschaft keine Reaktion, wenden Sie sich an die Schlichtungsbehörde Ihrer Gemeinde.

Wird ein Renovationsfenster gleich gefördert wie ein kompletter Fensterersatz?

Beim Gebäudeprogramm ist der Fensterersatz keine eigene Fördermassnahme, und das gilt für den Renovationsrahmen wie für den Vollrahmenersatz. Die Montageart spielt dort keine Rolle. Kantonale Programme und Förderungen für eine Gesamtsanierung können davon abweichen.

Beim Steuerabzug gilt ebenfalls kein Unterschied. Die Verordnung stellt darauf ab, dass das neue Fenster energetisch besser ist als das alte, nicht darauf, wie es montiert wurde. Was Ihr Kanton konkret fördert, erfahren Sie bei der kantonalen Energiefachstelle.

Kann ich einen Renovationsrahmen auf einem alten Metallfenster montieren?

Ein Renovationsrahmen lässt sich auf Metallfenstern montieren, und die Systeme der grossen Schweizer Hersteller sind dafür ausgelegt. Auch die Kombination von Materialien ist möglich, etwa ein Holz-Metall-Fenster auf einem alten Aluminiumrahmen.

Zwei Dinge sollten Sie dabei klären. Alte Metallrahmen ohne thermische Trennung, also ohne dämmende Schicht zwischen Innen- und Aussenprofil, leiten Wärme stark und bleiben nach dem Umbau eine kalte Stelle. Und der Fensterkitt an Metallfenstern wird beim Rückbau oft maschinell entfernt, was bei Bauten vor 1990 die Asbestfrage aufwirft und eine anerkannte Sanierungsfirma nötig machen kann.

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