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Start » Ratgeber » Terrasse abdichten – Schutz vor Feuchtigkeit und Folgeschäden

Terrasse abdichten – Schutz vor Feuchtigkeit und Folgeschäden

Eine dichte Terrasse schützt nicht nur den Bodenbelag, sondern auch die darunter liegenden Räume vor Feuchtigkeit. Wasser, das durch undichte Stellen eindringt, verursacht Schimmel, beschädigt die Bausubstanz und führt zu kostspieligen Folgereparaturen. Das rechtzeitige Abdichten verhindert diese Probleme und verlängert die Lebensdauer Ihrer Terrasse erheblich. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Abdichtungsmethoden es gibt, wann sie sinnvoll sind und wie Sie Ihre Terrasse fachgerecht abdichten.

Ofri Redaktion
21. Januar 2026 - 10 Min. Lesezeit

Abdichtmaterial wird mit Spachtel auf einen Riss im Beton aufgetragen

  • Wann muss eine Terrasse abgedichtet werden?
  • Abdichtungsmethoden im Vergleich
  • Flüssigkunststoff – die moderne Lösung
  • Bitumenbahnen – der robuste Klassiker
  • EPDM-Folie – flexibel und preiswert
  • Terrasse mit Flüssigkunststoff abdichten – Schritt für Schritt
  • Häufige Fehler vermeiden
  • Profi oder Eigenmontage?
  • Fazit: Rechtzeitige Abdichtung verhindert teure Schäden

Wann muss eine Terrasse abgedichtet werden?

Mehrere Anzeichen deuten auf mangelhafte Abdichtung hin. Risse im Beton oder in den Fliesen sind deutliche Warnsignale. Durch sie dringt Wasser in die Konstruktion ein und verursacht Schäden. Stockflecken und Ausblühungen auf der Terrassenoberfläche zeigen bereits eingedrungene Feuchtigkeit an.

Sich ablösende Fliesen sind ein klares Zeichen für Wasserschäden unter dem Belag. Die Klebeschicht wird durch eindringende Feuchtigkeit zerstört. Feuchte Flecken an der Decke darunter liegender Räume sind besonders ernst. Hier ist bereits Wasser durch die Terrasse in die Bausubstanz eingedrungen.

Auch ohne sichtbare Schäden sollten Sie ältere Terrassen regelmässig prüfen. Die meisten Abdichtungen halten etwa zehn bis 20 Jahre. Nach dieser Zeit lässt die Schutzwirkung nach und eine Erneuerung wird nötig.

Abdichtungsmethoden im Vergleich

Methode Vorteile Nachteile Geeignet für Kosten pro m²
Flüssigkunststoff Nahtlos, einfache Verarbeitung, schnelle Trocknung, farbig gestaltbar Präzise Verarbeitung nötig, mehrere Schichten erforderlich Balkone, Terrassen, komplexe Formen CHF 30.- bis CHF 60.-
Bitumenbahnen Robust, langlebig, bewährt Aufwendige Verarbeitung, Hitze erforderlich, optisch wenig ansprechend Grosse Flächen, Flachdächer CHF 20.- bis CHF 50.-
EPDM-Folie Frostresistent, lange haltbar, günstig Sichtbare Nähte, aufwendige Befestigung Flachdächer, Terrassen mit einfacher Geometrie CHF 15.- bis CHF 40.-
Dichtschlämme Mineralisch, atmungsaktiv, als Untergrund für Fliesen Risse können erneut auftreten, nicht für alle Untergründe Vorhandene Fliesenbeläge, Sanierung CHF 10.- bis CHF 30.-

Flüssigkunststoff – die moderne Lösung

Flüssigkunststoff hat sich als bevorzugte Methode für Terrassen und Balkone etabliert. Das Material wird wie Farbe aufgetragen und bildet nach dem Aushärten eine nahtlose, wasserdichte Schicht. Die flüssige Konsistenz ermöglicht perfekte Anpassung an komplexe Formen, Ecken und Anschlüsse.

Die Verarbeitung ist für geübte Heimwerker gut machbar. Flüssigkunststoff wird mit Rolle oder Pinsel aufgetragen. Mehrere dünne Schichten sind besser als eine dicke. Zwischen den Schichten wird Vlies eingelegt, das als Armierung dient und die Reissfestigkeit erhöht.

  • Grosse Farbauswahl: Flüssigkunststoff gibt es in vielen Farben. Sie können die Terrasse optisch attraktiv gestalten, ohne zusätzlichen Bodenbelag. Alternativ dienen die Schichten als Abdichtung unter Fliesen oder Holzbelag.

  • Schnelle Trocknung: Nach etwa zwei Stunden ist die Oberfläche begehbar. Die vollständige Aushärtung dauert rund einen Tag. Das ermöglicht zügige Arbeitsfortschritte und kurze Nutzungsausfälle.

  • Nachteil: Die Verarbeitung erfordert Sorgfalt und Geschick. Ungleichmässiges Auftragen führt zu Schwachstellen. Bei direkter Sonneneinstrahlung oder zu niedrigen Temperaturen lässt sich das Material schwer verarbeiten. Ideale Bedingungen sind 15 bis 25 Grad und trockenes Wetter.

Bitumenbahnen – der robuste Klassiker

Bitumen ist seit Jahrzehnten bewährt für Terrassenabdichtung. Die Bahnen werden in Rollen geliefert und auf dem vorbereiteten Untergrund verlegt. Es gibt selbstklebende Varianten und solche, die mit Propanbrenner heissverschweisst werden.

  • Heissverschweissung: Diese Methode liefert die dichtesten Verbindungen. Mit dem Brenner wird die Unterseite der Bahn erhitzt, bis sie schmilzt. Dann rollen Sie die Bahn aus und drücken sie fest auf den Untergrund. Die verschmolzenen Überlappungen bilden wasserdichte Nähte.

  • Kaltselbstklebend: Einfacher zu verarbeiten sind selbstklebende Bitumenbahnen. Sie besitzen eine Klebeschicht auf der Rückseite, die beim Verlegen aktiviert wird. Diese Variante ist sicherer für Heimwerker, da kein offenes Feuer nötig ist.

  • Nachteile: Die Verarbeitung ist körperlich anstrengend und erfordert Erfahrung. Fehler beim Verschweissen führen zu undichten Stellen. Optisch ist Bitumen wenig ansprechend und benötigt meist einen zusätzlichen Bodenbelag. Bei starker Hitze kann Bitumen erweichen, bei Kälte wird es spröde.

Sicherheitshinweis: Beim Heissverschweissen von Bitumen arbeiten Sie mit offener Flamme. Tragen Sie feuerfeste Kleidung, Handschuhe und Schutzbrille. Halten Sie Feuerlöscher bereit und arbeiten Sie nie allein. Für Heimwerker sind selbstklebende Bahnen die sicherere Wahl.

EPDM-Folie – flexibel und preiswert

EPDM steht für Ethylen-Propylen-Dien-Monomer, einen synthetischen Kautschuk. Die Folie ist äusserst dehnbar, frostresistent und langlebig. Ursprünglich für Dachdeckungen entwickelt, eignet sie sich auch für Terrassen.

Die Verlegung ist relativ einfach. Sie schneiden die Folie passend zu und legen sie auf den vorbereiteten Untergrund. An den Rändern wird sie mit Klemmleisten oder Silikon befestigt. Für optimale Haftung ist ein Bitumenvoranstrich empfehlenswert.

  • Vorteile: EPDM-Folie ist kostengünstig und einfach zu verlegen. Sie widersteht extremen Temperaturen von -50 bis +150 Grad. Die Lebensdauer liegt bei 20 bis 30 Jahren.

  • Nachteile: An den Überlappungen und Rändern entstehen sichtbare Nähte. Diese müssen sorgfältig verklebt werden, sonst dringt Wasser ein. Die glatte Oberfläche ist rutschig und benötigt in der Regel einen Bodenbelag darüber.

Terrasse mit Flüssigkunststoff abdichten – Schritt für Schritt

Auftragen einer flüssigen Abdichtung auf einer Terrasse mit einer Rolle

Schritt 1: Untergrund vorbereiten

Gründliche Vorbereitung ist entscheidend für dauerhaften Halt. Entfernen Sie den alten Bodenbelag vollständig. Schlagen Sie lose Fliesen ab und entfernen Sie Klebereste. Der Betonuntergrund muss sauber, trocken und tragfähig sein.

Prüfen Sie den Beton auf Schäden. Ziehen Sie einen Schraubenzieher über die Oberfläche. Lassen sich leicht Teile ablösen, ist der Beton zu porös. Schleifen Sie die Oberfläche ab, bis Sie tragfähigen Beton erreichen.

Kontrollieren Sie das Gefälle. Mit einer Kugel oder Wasserwaage prüfen Sie, ob die Terrasse vom Haus weg abfällt. Ein Gefälle von ein bis zwei Prozent ist ideal. Wasser muss zuverlässig ablaufen können. Bei fehlendem Gefälle muss der Untergrund neu hergestellt werden.

Füllen Sie Risse und Löcher mit Reparaturmörtel. Diese Stellen müssen vollständig durchhärten, bevor Sie weitermachen. Reinigen Sie die Fläche gründlich mit Besen und Sauger. Staub verhindert gute Haftung.

Schritt 2: Saugfähigkeit prüfen und grundieren

Prüfen Sie mit einer Giesskanne, wie stark der Beton Wasser aufsaugt. Verschwindet das Wasser sofort, ist der Untergrund stark saugend. Dann müssen Sie Tiefengrund auftragen. Dieser dringt tief in die Poren ein und stabilisiert die Oberfläche.

Bei nicht saugenden oder glatten Oberflächen verwenden Sie Haftgrund. Dieser verbessert die Haftung des Flüssigkunststoffs. Tragen Sie den Grund mit Rolle oder Pinsel gleichmässig auf. Lassen Sie ihn gemäss Herstellerangaben trocknen, meist zwei bis vier Stunden.

Achtung beim Wetter: Führen Sie Abdichtungsarbeiten nur bei trockenem Wetter und Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad durch. Bei Regen, Frost oder starker Hitze lässt sich das Material nicht fachgerecht verarbeiten. Planen Sie mehrere trockene Tage ein, bis die Abdichtung vollständig ausgehärtet ist.

Schritt 3: Erste Schicht Flüssigkunststoff auftragen

Rühren Sie den Flüssigkunststoff nach Herstellerangaben um. Tragen Sie die erste Schicht mit Rolle oder Pinsel gleichmässig auf. Beginnen Sie an der vom Haus am weitesten entfernten Stelle und arbeiten Sie sich rückwärts vor.

Achten Sie auf gleichmässige Schichtdicke. Zu dünne Stellen bieten keinen ausreichenden Schutz, zu dicke trocknen ungleichmässig. Die erste Schicht muss nicht perfekt aussehen, sie dient als Grundlage für das Vlies.

An Rändern, Ecken und Anschlüssen arbeiten Sie besonders sorgfältig. Hier entstehen leicht Schwachstellen. Tragen Sie an kritischen Stellen etwas mehr Material auf.

Schritt 4: Vlies einlegen

Einbetten von Armierungsvlies in flüssige Abdichtung auf einer Terrasse

Solange die erste Schicht noch feucht ist, legen Sie das Armierungsvlies auf. Schneiden Sie es passend zu und drücken Sie es mit Rolle oder Glätter in den Flüssigkunststoff ein. Das Vlies darf keine Falten werfen und muss vollständig vom Material bedeckt sein.

An Überlappungen sollten sich die Vliese etwa fünf Zentimeter überlappen. So entstehen keine Schwachstellen. Arbeiten Sie zügig, damit die erste Schicht nicht antrocknet, bevor das Vlies eingelegt ist.

Das Vlies dient als Armierung. Es verhindert, dass Risse im Untergrund durch die Abdichtung wandern. Ausserdem kontrolliert es die Schichtdicke und sorgt für gleichmässigen Materialauftrag.

Schritt 5: Zweite Schicht auftragen

Nach dem Trocknen der ersten Schicht (meist vier bis sechs Stunden) tragen Sie die zweite Schicht auf. Diese ist die sichtbare Oberfläche, arbeiten Sie daher besonders sorgfältig. Streichen Sie gleichmässig und vermeiden Sie Ansätze.

Falls Sie die Terrasse ohne zusätzlichen Bodenbelag nutzen möchten, können Sie jetzt Dekorelemente einarbeiten. Quarzsand, Farbchips oder kleine Kiesel verleihen der Oberfläche Struktur und verbessern die Rutschfestigkeit.

Die zweite Schicht muss vollständig aushärten, bevor Sie die Terrasse belasten. Je nach Produkt und Witterung dauert das zwölf bis 24 Stunden. Befolgen Sie die Herstellerangaben genau.

Schritt 6: Schutzschicht und Bodenbelag (optional)

Für zusätzlichen Schutz können Sie eine dritte, transparente Schutzschicht auftragen. Diese erhöht die UV-Beständigkeit und Abriebfestigkeit. Besonders bei stark genutzten Terrassen lohnt sich dieser Schritt.

Alternativ verlegen Sie einen Bodenbelag Ihrer Wahl über der ausgehärteten Abdichtung. Fliesen, Holzdielen oder Klickfliesen sind möglich. Die Abdichtung darunter schützt zuverlässig vor Feuchtigkeit.

Häufige Fehler vermeiden

  • Der grösste Fehler ist unzureichende Untergrundvorbereitung. Lose Teile, Staub oder feuchter Beton verhindern gutes Haften. Investieren Sie Zeit in gründliche Reinigung und Grundierung.
  • Zu dickes Auftragen in einer Schicht führt zu ungleichmässiger Trocknung und Rissen. Arbeiten Sie in mehreren dünnen Schichten. Jede Schicht muss durchtrocknen, bevor die nächste folgt.
  • Fehlendes oder falsch eingelegtes Vlies schwächt die Abdichtung. Das Vlies muss vollständig im Flüssigkunststoff eingebettet sein. Falten oder trockene Stellen sind Schwachpunkte.
  • Vernachlässigte Randbereiche und Anschlüsse sind häufige Problemzonen. An Übergängen zu Wänden, Türschwellen oder Abläufen muss die Abdichtung sorgfältig hochgezogen werden. Diese Bereiche sind besonders anfällig für eindringendes Wasser.
  • Arbeit bei ungünstigen Wetterbedingungen ruiniert das Ergebnis. Bei Regen, Frost oder zu grosser Hitze lässt sich das Material nicht fachgerecht verarbeiten. Planen Sie trockene Perioden mit moderaten Temperaturen.

Profi oder Eigenmontage?

Kriterium Selbst abdichten Profi beauftragen
Geeignet für Kleinere Terrassen, Balkone, handwerklich Geschickte Grosse Flächen, komplexe Geometrie, Bitumenarbeiten
Erfahrung Mit Flüssigkunststoff gut machbar, Übung hilfreich Profis kennen alle Methoden und Problemlösungen
Zeitaufwand 2 bis 4 Tage (inklusive Vorbereitung und Trocknung) Schnelle, effiziente Ausführung in 1 bis 2 Tagen
Kosten Nur Materialkosten (CHF 15.- bis CHF 40.- pro Quadratmeter) Material plus Arbeitskosten (CHF 40.- bis CHF 90.- pro Quadratmeter)
Ergebnis Gut bei sorgfältiger Arbeit mit Flüssigkunststoff Professionelle, garantiert dichte Ausführung
Garantie Keine Gewährleistung bei Selbstausführung Fachbetriebe bieten Garantie auf Abdichtung
Werkzeug Grundausstattung ausreichend (Rolle, Pinsel, Glätter) Spezialwerkzeug für Bitumen vorhanden

Selbst abdichten lohnt sich bei kleineren Projekten und wenn Sie mit Flüssigkunststoff arbeiten. Diese Methode ist für Heimwerker am besten geeignet. Mit sorgfältiger Vorbereitung und Geduld erzielen Sie gute Ergebnisse.

Ein Profi ist sinnvoll bei grossen Terrassen, wenn Bitumenbahnen verlegt werden sollen oder wenn die Geometrie komplex ist. Fachbetriebe haben Erfahrung, Spezialwerkzeug und bieten Gewährleistung auf ihre Arbeit. Detaillierte Kosteninformationen finden Sie in unserem Kostenrechner für Terrasse abdichten.

Auf Ofri finden Sie geprüfte Abdichtungsspezialisten, die Ihnen kostenlose Offerten erstellen. Vergleichen Sie mehrere Angebote und wählen Sie den passenden Betrieb.

Fazit: Rechtzeitige Abdichtung verhindert teure Schäden

Eine fachgerechte Terrassenabdichtung schützt die Bausubstanz vor Feuchtigkeit und verlängert die Lebensdauer erheblich. Die Wahl der Methode hängt von Grösse, Geometrie und Budget ab. Flüssigkunststoff eignet sich hervorragend für DIY-Projekte, Bitumen für grosse Flächen, EPDM-Folie für preisbewusste Sanierungen.

Mit gründlicher Vorbereitung, dem richtigen Material und sorgfältiger Verarbeitung können Heimwerker gute Ergebnisse erzielen. Besonders wichtig sind tragfähiger Untergrund, korrektes Gefälle und sorgfältige Arbeit an Randbereichen.

Investieren Sie Zeit in die Vorbereitung und arbeiten Sie nur bei geeignetem Wetter. Diese Faktoren entscheiden über die Haltbarkeit der Abdichtung. Bei grösseren Projekten oder Unsicherheit lohnt sich professionelle Hilfe. Eine gut ausgeführte Abdichtung hält 20 Jahre und mehr – eine Investition, die sich mehrfach auszahlt.

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