Eine Trennwand ist eine der schnellsten Möglichkeiten, einen Raum neu zu strukturieren: ein Homeoffice abtrennen, ein Schlafzimmer schaffen, Stauraum verstecken oder den Grundriss kinderfreundlicher machen. Damit das Ergebnis nicht wackelt, Schall durchlässt oder später Risse bekommt, lohnt sich ein sauberer Plan und ein klarer Aufbau. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Trennwand-Typen es gibt, wie Sie die passende Lösung wählen und wie der Bau Schritt-für-Schritt gelingt – von der Planung bis zur fertigen Oberfläche.

Nicht jede Trennwand muss gemauert werden. Meist ist Trockenbau die sinnvollste Lösung: Schnell, relativ sauber und gut rückbaubar.
| Trennwand-Typ | Ideal für | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Trockenbau-Trennwand (Ständerwand mit Gipsplatten) | neue Raumaufteilung, einfache Montage, gute Planbarkeit | schnell, vergleichsweise leicht, Dämmung möglich, Leitungen lassen sich integrieren | ohne Dämmung schalldurchlässig, falscher Aufbau führt zu Rissen |
| Holz-Trennwand (sichtbar oder verkleidet) | warme Optik, dekorative Raumtrenner, DIY-Look | flexibel, kann sehr schön wirken, oft leichter zu montieren | Schallschutz meist schwächer, Brandschutz/Normen beachten (je nach Einsatz) |
| Glas-Trennwand | Licht behalten, Sichtbezug, moderne Optik | hell, elegant, wirkt weniger «kleinmachend» | teuer, Montage anspruchsvoller, Schallschutz abhängig vom System |
| Halbhohe Trennwand / Raumteiler | Zonen schaffen ohne «richtigen» Raum | schnell, wenig Aufwand, oft ohne grosse Eingriffe | kein vollwertiger Raum, weniger Privatheit |
Faustregel: Wenn ein echter zusätzlicher Raum entstehen soll (zum Beispiel in Schlafzimmer oder Büro), ist eine Trockenbau-Trennwand meistens die beste Kombi aus Aufwand, Stabilität und Rückbaubarkeit.
Eine neue Wand verändert den Zustand der Wohnung. Auch wenn sie «nur» im Trockenbau gebaut wird, sollte das vorher schriftlich mit der Vermieterschaft abgesprochen werden – inklusive Rückbau-Regelung. Besonders wichtig: Bohrungen in Boden/Decke, Änderungen an Türen, Elektroinstallationen und mögliche Auswirkungen auf Böden.
Eine nicht tragende Trennwand ist statisch normalerweise unkritisch. Trotzdem gilt: Tragende Bauteile nicht anbohren/abschneiden, keine Fluchtwege blockieren, Türen nicht so setzen, dass sie Fluchtwege verschlechtern. Bei Unsicherheit: Fachperson fragen, besonders bei Altbauten.
Viele sind nach dem Bau überrascht, wie viel Geräusch trotzdem durchkommt. Schallschutz entsteht durch:
Material (typisch für Trockenbau):
Werkzeug:
Tipp: Türöffnung früh einplanen. Später irgendwo eine Tür einbauen macht den Aufbau unnötig kompliziert.
Bei schwimmenden Böden (beispielsweise Laminat) kann es sinnvoll sein, die Wand auf dem tragenden Untergrund zu befestigen und den Boden entsprechend sauber anzuschliessen.
Wichtig: Je sauberer diese Schienen sitzen, desto einfacher wird alles danach.
Wenn später schwere Lasten (Hängeschrank, TV) geplant sind, sollte besser jetzt Verstärkungen eingebaut werden (OSB-Streifen, Holzriegel, Doppelständer).
Bei Türen entscheidet saubere Ausrichtung über späteres Schleifen oder Quietschen.
Tipp: Nicht zu stark festziehen. Wenn die Kartonschicht reisst, ist der Halt reduziert.
Elektroarbeiten sollten in der Schweiz bei vielen Arbeiten von einer Fachperson ausgeführt oder mindestens geprüft werden. Unsichere Installationen sind ein reales Risiko.
Für ein Streiflicht, zum Beispiel bei einer grossen Fensterfront lohnt sich ein besonders sorgfältiges Finish.
Gipskarton allein trägt begrenzt. Für verschiedene Lasten braucht es unterschiedliche Befestigungen:
| Befestigungsart | Tragkraft | Geeignet für |
|---|---|---|
| Hohlraumdübel (Standard) | Bis ca. 10 kg | Leichte Bilder, kleine Regale |
| Hohlraumdübel (Metall, hochwertig) | Bis ca. 25 kg | Mittelschwere Regale, leichte Lampen |
| Verstärkung mit Holz/OSB im Ständerwerk | 50+ kg | TV-Halterungen, Hängeschränke, schwere Regale |
| Durchgehende Verschraubung in Ständerprofil | 30 bis 40 kg | Wenn Position des Ständers bekannt ist |
Planungstipp: Legen Sie schon vor dem Bau fest, wo Sie später Regale, Lampen oder den Fernseher aufhängen möchten. Nachträgliche Installationen sind zwar möglich, erfordern aber deutlich mehr Aufwand und können die Oberfläche beschädigen.
Diese Probleme treten oft bei selbst gebauten Trennwänden auf:
1. Profile nicht exakt ausgerichtet: Wenn die Profile nicht sauber in Linie sitzen, wird die Wand schief und Türen passen später nicht richtig. Deshalb beim Aufbau konsequent mit Wasserwaage und Richtschnur arbeiten.
2. Fehlende Entkopplung: Ohne Entkopplung überträgt sich Schall direkt über Boden und Decke. Dichtungsband unter den Profilen verhindert Schallbrücken zuverlässig.
3. Dämmung weggelassen oder schlampig eingebaut: Fehlt die Dämmung oder sitzt sie nicht lückenlos, entsteht der typische «Papierwand»-Effekt. Dämmung immer vollflächig und ohne Lücken einbauen.
4. Fugen ohne Fugenband verspachtelt: Ohne Fugenband reissen die Fugen oft nach kurzer Zeit. Fugenband zuerst sauber aufkleben und erst danach spachteln.
5. Schwere Lasten nicht eingeplant: Werden Regale oder Hängeschränke später befestigt, fehlt oft die nötige Stabilität. Verstärkungen deshalb bereits beim Bau einplanen.

Eine einfache, nicht tragende Trennwand können geübte Heimwerker selbst bauen. Selber bauen lohnt sich vor allem bei geraden, einfachen Trennwänden ohne komplizierte Türlösung, bei Projekten ohne Elektroarbeiten (oder wenn diese von einer Fachperson übernommen werden) und wenn ausreichend Zeit für sauberes Spachteln und Schleifen vorhanden ist.
Sobald die Trennwand tragende Bauteile betreffen könnte, ist das nichts für Laien. In solchen Fällen sollte immer eine Fachperson prüfen, was zulässig und sicher ist.
In manchen Fällen ist professionelle Hilfe aber auch bei nicht tragenden Wänden sinnvoller.
Wenn Sie professionelle Unterstützung beim Trennwand-Bau benötigen, empfehlen wir Ihnen, mehrere Offerten von qualifizierten Trockenbaubetrieben einzuholen. So können Sie Preise vergleichen und den passenden Partner für Ihr Projekt finden.
Auf Ofri können Sie kostenlos und unverbindlich Offerten einholen und erhalten Angebote von geprüften Betrieben aus Ihrer Region.
Eine Trennwand ist ein starkes Werkzeug, um Räume neu zu denken – ohne grosse Umbauten. Mit sauberer Planung (Schallschutz, Tür, Lasten) und einem korrekten Trockenbau-Aufbau entsteht eine stabile, gerade Wand, die optisch wirkt, als sei sie schon immer dort gewesen.
Wenn Mietwohnung, Elektro oder Brandschutz-Fragen im Spiel sind, lieber früh klären und im Zweifel eine Fachperson beiziehen.





100% gratis für Sie
Geprüfte Handwerker & Dienstleister
Mit Nutzerbewertungen