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Start » Ratgeber » Trennwand bauen: So planen und bauen Sie eine Raumtrennung sauber und stabil

Trennwand bauen: So planen und bauen Sie eine Raumtrennung sauber und stabil

Eine Trennwand ist eine der schnellsten Möglichkeiten, einen Raum neu zu strukturieren: ein Homeoffice abtrennen, ein Schlafzimmer schaffen, Stauraum verstecken oder den Grundriss kinderfreundlicher machen. Damit das Ergebnis nicht wackelt, Schall durchlässt oder später Risse bekommt, lohnt sich ein sauberer Plan und ein klarer Aufbau. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Trennwand-Typen es gibt, wie Sie die passende Lösung wählen und wie der Bau Schritt-für-Schritt gelingt – von der Planung bis zur fertigen Oberfläche.

Ofri Redaktion
27. Januar 2026 - 7 Min. Lesezeit

Trennwand als Raumteiler zwischen Schlafzimmer und Badezimmer mit Badewanne.

  • Welche Trennwand passt zu Ihrem Vorhaben?
  • Vor dem Start: Was Sie unbedingt klären sollten
  • Material und Werkzeug
  • Schritt-für-Schritt: Trennwand im Trockenbau bauen
  • Belastbarkeit: Wie viel Last kann die Trennwand tragen?
  • Häufige Fehler beim Trennwand-Bau
  • Selber machen oder Profi beauftragen?
  • Fazit

Welche Trennwand passt zu Ihrem Vorhaben?

Nicht jede Trennwand muss gemauert werden. Meist ist Trockenbau die sinnvollste Lösung: Schnell, relativ sauber und gut rückbaubar.

Trennwand-Typ Ideal für Vorteile Nachteile
Trockenbau-Trennwand (Ständerwand mit Gipsplatten) neue Raumaufteilung, einfache Montage, gute Planbarkeit schnell, vergleichsweise leicht, Dämmung möglich, Leitungen lassen sich integrieren ohne Dämmung schalldurchlässig, falscher Aufbau führt zu Rissen
Holz-Trennwand (sichtbar oder verkleidet) warme Optik, dekorative Raumtrenner, DIY-Look flexibel, kann sehr schön wirken, oft leichter zu montieren Schallschutz meist schwächer, Brandschutz/Normen beachten (je nach Einsatz)
Glas-Trennwand Licht behalten, Sichtbezug, moderne Optik hell, elegant, wirkt weniger «kleinmachend» teuer, Montage anspruchsvoller, Schallschutz abhängig vom System
Halbhohe Trennwand / Raumteiler Zonen schaffen ohne «richtigen» Raum schnell, wenig Aufwand, oft ohne grosse Eingriffe kein vollwertiger Raum, weniger Privatheit

Faustregel: Wenn ein echter zusätzlicher Raum entstehen soll (zum Beispiel in Schlafzimmer oder Büro), ist eine Trockenbau-Trennwand meistens die beste Kombi aus Aufwand, Stabilität und Rückbaubarkeit.

Vor dem Start: Was Sie unbedingt klären sollten

In Mietwohnungen: immer schriftlich absprechen

Eine neue Wand verändert den Zustand der Wohnung. Auch wenn sie «nur» im Trockenbau gebaut wird, sollte das vorher schriftlich mit der Vermieterschaft abgesprochen werden – inklusive Rückbau-Regelung. Besonders wichtig: Bohrungen in Boden/Decke, Änderungen an Türen, Elektroinstallationen und mögliche Auswirkungen auf Böden.

Statik, Brandschutz, Fluchtwege

Eine nicht tragende Trennwand ist statisch normalerweise unkritisch. Trotzdem gilt: Tragende Bauteile nicht anbohren/abschneiden, keine Fluchtwege blockieren, Türen nicht so setzen, dass sie Fluchtwege verschlechtern. Bei Unsicherheit: Fachperson fragen, besonders bei Altbauten.

Schallschutz realistisch planen

Viele sind nach dem Bau überrascht, wie viel Geräusch trotzdem durchkommt. Schallschutz entsteht durch:

  1. passende Dämmung in der Wand
  2. entkoppelte Profile (Dichtungsband, gegebenenfalls Akustikprofile)
  3. saubere Anschlüsse (keine Spalten)
  4. korrekt verschraubte Beplankung

Material und Werkzeug

Material (typisch für Trockenbau):

  • UW-Profile (Boden/Decke) und CW-Profile (senkrechte Ständer)
  • Dichtungsband (für Profile an Boden/Decke/Wand)
  • Gipskartonplatten (oder spezielle Varianten: feuchtraumgeeignet, schallschutzoptimiert)
  • Dämmmaterial (Mineralwolle oder Ähnliches)
  • Schnellbauschrauben, Dübel/Schrauben passend zum Untergrund
  • Spachtelmasse, Fugenband, Eckschutzschienen
  • Grundierung (je nach Oberfläche), Farbe oder Tapete

Werkzeug:

  • Zollstock/Massband, Bleistift, Schlagschnur
  • Wasserwaage oder Laser
  • Bohrmaschine/Schlagbohrer (je nach Decke/Boden)
  • Blechschere (Profile), Cuttermesser (Platten)
  • Akkuschrauber
  • Spachtel, Schleifpapier/Schleifgitter, Staubsauger
  • Schutzbrille, Handschuhe, Staubmaske

Schritt-für-Schritt: Trennwand im Trockenbau bauen

Schritt 1: Verlauf und Masse anzeichnen

  • Wandposition festlegen (Breite, Tiefe, Türposition)
  • Verlauf am Boden anzeichnen, dann mit Lot oder Laser auf Decke übertragen
  • Wandanschlüsse an bestehenden Wänden markieren

Tipp: Türöffnung früh einplanen. Später irgendwo eine Tür einbauen macht den Aufbau unnötig kompliziert.

Schritt 2: Untergrund prüfen

  • Ist der Boden gerade? Gibt es starke Unebenheiten?
  • Decke aus Beton, Holz, abgehängt?
  • Fussbodenheizung vorhanden: Vor Bohrungen zwingend klären

Bei schwimmenden Böden (beispielsweise Laminat) kann es sinnvoll sein, die Wand auf dem tragenden Untergrund zu befestigen und den Boden entsprechend sauber anzuschliessen.

Schritt 3: UW-Profile an Boden und Decke montieren

  • Dichtungsband auf die Profile kleben (Schall- und Vibrationsentkopplung)
  • UW-Profil am Boden festdübeln oder -schrauben
  • UW-Profil an der Decke exakt darüber montieren

Wichtig: Je sauberer diese Schienen sitzen, desto einfacher wird alles danach.

Schritt 4: CW-Ständerprofile einsetzen

  • Senkrechte Profile in die UW-Schienen stellen (meist mit Öffnung in eine Richtung)
  • Abstand je nach Plattentyp/Belastung wählen (häufig rund 40 bis 60 Zentimeter)
  • Wandanschlüsse an bestehenden Wänden ebenfalls sauber fixieren

Wenn später schwere Lasten (Hängeschrank, TV) geplant sind, sollte besser jetzt Verstärkungen eingebaut werden (OSB-Streifen, Holzriegel, Doppelständer).

Schritt 5: Türöffnung konstruieren (falls nötig)

  • Türbreite und Zargenmass beachten
  • Ständerprofile an der Öffnung verstärken (etwa UA-Profile oder doppelte CW-Profile)
  • Sturz sauber ausbilden (Querprofil)

Bei Türen entscheidet saubere Ausrichtung über späteres Schleifen oder Quietschen.

Schritt 6: Erste Seite beplanken

  • Gipsplatten zuschneiden (Cutter ritzen, brechen, Rückseite schneiden)
  • Platten versetzt montieren (Stossfugen nicht durchgehend in einer Linie)
  • Schraubenabstände einhalten, Schraubenköpfe leicht versenken (nicht durchreissen)

Tipp: Nicht zu stark festziehen. Wenn die Kartonschicht reisst, ist der Halt reduziert.

Schritt 7: Dämmung und Installationen

  • Dämmung passgenau zwischen die Ständer klemmen (ohne Lücken)
  • Wenn Steckdosen/Leitungen geplant sind: jetzt einziehen

Elektroarbeiten sollten in der Schweiz bei vielen Arbeiten von einer Fachperson ausgeführt oder mindestens geprüft werden. Unsichere Installationen sind ein reales Risiko.

Schritt 8: Zweite Seite beplanken

  • Zweite Plattenlage wie die erste montieren
  • Wieder auf versetzte Fugen achten
  • Falls mehr Schallschutz gewünscht: Teilweise helfen doppelte Beplankung oder schallschutzoptimierte Platten (je nach System)

Schritt 9: Spachteln, Armieren, Schleifen

  • Fugen vorfüllen, Fugenband einbetten
  • Schraubenköpfe spachteln
  • Trocknen lassen, zweite Spachtelschicht
  • Schleifen bis zur gewünschten Oberflächenqualität

Für ein Streiflicht, zum Beispiel bei einer grossen Fensterfront lohnt sich ein besonders sorgfältiges Finish.

Schritt 10: Oberfläche fertigstellen

  • Grundieren (falls nötig)
  • Streichen oder tapezieren
  • Sockelleisten/Anschlüsse sauber setzen
  • Türzarge einbauen und Tür einhängen

Belastbarkeit: Wie viel Last kann die Trennwand tragen?

Gipskarton allein trägt begrenzt. Für verschiedene Lasten braucht es unterschiedliche Befestigungen:

Befestigungsart Tragkraft Geeignet für
Hohlraumdübel (Standard) Bis ca. 10 kg Leichte Bilder, kleine Regale
Hohlraumdübel (Metall, hochwertig) Bis ca. 25 kg Mittelschwere Regale, leichte Lampen
Verstärkung mit Holz/OSB im Ständerwerk 50+ kg TV-Halterungen, Hängeschränke, schwere Regale
Durchgehende Verschraubung in Ständerprofil 30 bis 40 kg Wenn Position des Ständers bekannt ist

Planungstipp: Legen Sie schon vor dem Bau fest, wo Sie später Regale, Lampen oder den Fernseher aufhängen möchten. Nachträgliche Installationen sind zwar möglich, erfordern aber deutlich mehr Aufwand und können die Oberfläche beschädigen.

Häufige Fehler beim Trennwand-Bau

Diese Probleme treten oft bei selbst gebauten Trennwänden auf:

1. Profile nicht exakt ausgerichtet: Wenn die Profile nicht sauber in Linie sitzen, wird die Wand schief und Türen passen später nicht richtig. Deshalb beim Aufbau konsequent mit Wasserwaage und Richtschnur arbeiten.

2. Fehlende Entkopplung: Ohne Entkopplung überträgt sich Schall direkt über Boden und Decke. Dichtungsband unter den Profilen verhindert Schallbrücken zuverlässig.

3. Dämmung weggelassen oder schlampig eingebaut: Fehlt die Dämmung oder sitzt sie nicht lückenlos, entsteht der typische «Papierwand»-Effekt. Dämmung immer vollflächig und ohne Lücken einbauen.

4. Fugen ohne Fugenband verspachtelt: Ohne Fugenband reissen die Fugen oft nach kurzer Zeit. Fugenband zuerst sauber aufkleben und erst danach spachteln.

5. Schwere Lasten nicht eingeplant: Werden Regale oder Hängeschränke später befestigt, fehlt oft die nötige Stabilität. Verstärkungen deshalb bereits beim Bau einplanen.

Trennwand als Raumteiler in modernem Wohnraum, trennt Wohnzimmer mit Sofa vom Flur und der Küche

Selber machen oder Profi beauftragen?

Eine einfache, nicht tragende Trennwand können geübte Heimwerker selbst bauen. Selber bauen lohnt sich vor allem bei geraden, einfachen Trennwänden ohne komplizierte Türlösung, bei Projekten ohne Elektroarbeiten (oder wenn diese von einer Fachperson übernommen werden) und wenn ausreichend Zeit für sauberes Spachteln und Schleifen vorhanden ist.

Sobald die Trennwand tragende Bauteile betreffen könnte, ist das nichts für Laien. In solchen Fällen sollte immer eine Fachperson prüfen, was zulässig und sicher ist.

In manchen Fällen ist professionelle Hilfe aber auch bei nicht tragenden Wänden sinnvoller.

Wenn Sie professionelle Unterstützung beim Trennwand-Bau benötigen, empfehlen wir Ihnen, mehrere Offerten von qualifizierten Trockenbaubetrieben einzuholen. So können Sie Preise vergleichen und den passenden Partner für Ihr Projekt finden.

Auf Ofri können Sie kostenlos und unverbindlich Offerten einholen und erhalten Angebote von geprüften Betrieben aus Ihrer Region.

Fazit

Eine Trennwand ist ein starkes Werkzeug, um Räume neu zu denken – ohne grosse Umbauten. Mit sauberer Planung (Schallschutz, Tür, Lasten) und einem korrekten Trockenbau-Aufbau entsteht eine stabile, gerade Wand, die optisch wirkt, als sei sie schon immer dort gewesen.

Wenn Mietwohnung, Elektro oder Brandschutz-Fragen im Spiel sind, lieber früh klären und im Zweifel eine Fachperson beiziehen.

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