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Start » Ratgeber » Wand einziehen – Raumaufteilung selbst gestalten

Wand einziehen – Raumaufteilung selbst gestalten

Eine neue Wand einzuziehen ermöglicht es, die Raumaufteilung nach eigenen Wünschen zu gestalten. Mit einer Trockenbauwand schaffen Sie zusätzliche Zimmer, trennen Bereiche ab oder schaffen Privatsphäre. Der Bau ist für geübte Heimwerker machbar und deutlich günstiger als massives Mauerwerk. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie eine Trockenbauwand mit Metallständerwerk und Gipskartonplatten errichten. Von der Planung über die Materialbeschaffung bis zur fertigen, verspachtelten Wand erfahren Sie alles Wichtige.

Ofri Redaktion
28. Januar 2026 - 10 Min. Lesezeit

Trockenbauwand wird erstellt

  • Vorteile einer Trockenbauwand
  • Planung und Vorbereitung
  • Materialien und Werkzeuge
  • Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Einziehen einer Wand
  • Besondere Situationen
  • Kosten einer Trockenbauwand
  • Häufige Fehler vermeiden
  • Wann einen Profi beauftragen
  • Fazit: Mit Planung zum Erfolg

Vorteile einer Trockenbauwand

Vorteil Beschreibung Details
Schnelle Bauzeit Aufbau in ein bis zwei Tagen Sofortige Nutzung ohne Trocknungszeiten
Geringes Gewicht Etwa 50 kg/m² Geeignet für Holzbalkendecken
Flexible Raumaufteilung Bei Bedarf wieder demontierbar Ideal für temporäre oder veränderbare Raumlösungen
Hohlraum für Installationen Platz für Leitungen im Ständerwerk Keine Schlitzarbeiten in Massivwänden nötig
Gute Dämmung Mit Mineralwolle ausgestattet Guter Schall- und Wärmeschutz
Vielseitige Gestaltung Streichen, tapezieren oder fliesen möglich Bei doppelter Beplankung auch für Feuchträume geeignet

Planung und Vorbereitung

Sorgfältige Planung ist der Schlüssel zum Erfolg. Nehmen Sie sich Zeit für diesen Schritt.

Messen Sie den Raum genau aus und zeichnen Sie den Wandverlauf auf. Markieren Sie die Position an Boden, Wänden und Decke. Ein Kreuzlinien-Laser erleichtert die Arbeit erheblich. Er projiziert exakte Linien und spart Zeit. Aufgrund der erhaltenen Daten lässt sich der Materialbedarf berechnen.

Wandstärke berechnen: Profil + Beplankung beidseitig = Gesamtstärke. Berücksichtigen Sie diese Stärke bei Ihrer Raumplanung und planen Sie auch allfällige Türöffnungen entsprechend ein.

Sicherheit und Statik haben oberste Priorität! Tragende oder aussteifende Wände niemals ohne Statiker entfernen oder durchbrechen. Verstösse können Einsturz verursachen und sind strafbar. In der Schweiz gelten kantonale Vorschriften: Innen-Trennwände sind oft genehmigungsfrei, bei Nutzungsänderungen kann jedoch eine Bewilligung nötig sein. In Mehrfamilienhäusern sollte zusätzlich der Brandschutz beachtet werden (z. B. F90-Platten, wo vorgeschrieben). Vor Bohren/Montage muss der Verlauf von Leitungen geprüft werden (Leitungsplan + Leitungssuchgerät).

Materialien und Werkzeuge

Für eine professionelle Trockenbauwand benötigen Sie spezielle Materialien. Die richtige Auswahl ist entscheidend für Stabilität und Haltbarkeit.

Unterkonstruktion: Profile aus Metall

  • UW-Profile (U-Profil) dienen als horizontale Rahmenprofile an Boden und Decke. Standardbreiten sind 50, 75 und 100 Millimeter. Wählen Sie die Breite passend zur Wandstärke.
  • CW-Profile (C-Profil) sind die vertikalen Ständerprofile. Sie passen in die UW-Profile und bilden das Gerüst. Der Abstand beträgt meist 62,5 Zentimeter (halbe Plattenbreite).
  • UA-Profile versteifen Türöffnungen. Sie sind stabiler als CW-Profile. Pro Türöffnung benötigen Sie zwei als Seitenstützen.
  • Dämm-/Dichtband wird auf Profile geklebt, gleicht Unebenheiten aus und entkoppelt akustisch. Selbstklebendes Band ist praktisch.

Beplankungs- und Dämmmaterialien

Material Eigenschaften Einsatzbereich
Standard-Gipskartonplatten Standardausführung Wohnräume
Imprägnierte Platten (grün) Feuchtigkeitsresistent Feuchträume (Bad, Küche)
Gipsfaserplatten Höhere Belastbarkeit Fliesenverlegung, höhere Lasten
Mineralwolle-Dämmplatten (Stein-/Glaswolle) Nicht brennbar, dämmt Schall und Wärme In allen Räumen

Weitere benötigte Materialien und Werkzeuge

Befestigungsmaterial

  • Schnellbauschrauben (25 Millimeter für 12,5 Millimeter-Platten), Abstand 25 Zentimeter
  • Schlagdübel für Beton, Schrauben für Holz
  • Steckwinkel verbinden Profile

Ausmessung einer Trockenbauwand

Verspachtelungsmaterial

  • Fugenspachtelmasse (gebrauchsfertig oder Pulver)
  • Fugenband (Papier oder Glasfaser, selbstklebend)
  • Haft- und Schutzgrundierung (vor Verspachteln auftragen)

Benötigte Werkzeuge

  • Blechschere oder Metallsäge
  • Akkuschrauber
  • Schlagbohrmaschine
  • Wasserwaage (mindestens ein Meter Länge)
  • Kreuzlinien-Laser
  • Cuttermesser
  • Dämmstoffmesser
  • Glättkelle
  • Spachtel
  • Zollstock
  • Bleistift
  • Eventuell Schlagschnur

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Einziehen einer Wand

Nun geht es an den Aufbau. Arbeiten Sie präzise und kontrollieren Sie regelmässig mit der Wasserwaage.

Diese Anleitung gilt ausschliesslich für nicht tragende Trennwände in Trockenbauweise. Jegliche Arbeiten an der Gebäudestatik sowie Elektroinstallationen müssen Fachleuten überlassen werden.

Schritt 1: Wandverlauf markieren

Zeichnen Sie mit Laser, Wasserwaage und Bleistift den exakten Wandverlauf an Boden, Wänden und Decke ein. Die Linien müssen exakt senkrecht und parallel zueinander verlaufen. Verwenden Sie zusätzlich Klebeband als Markierung. So sehen Sie den Verlauf auch bei Arbeiten deutlich.

Kontrollieren Sie die Markierungen mehrfach. Fehler hier wirken sich auf die gesamte Wand aus. Bei Türöffnungen markieren Sie die genaue Position und Breite.

Schritt 2: UW-Profile montieren

Schneiden Sie die UW-Profile auf Länge zu. Verwenden Sie dafür eine Blechschere oder Metallsäge. Bei Türöffnungen sparen Sie das Bodenprofil aus. Kleben Sie Dämmband vollflächig auf die Rückseite der Profile.

Legen Sie das Bodenprofil an und bohren Sie alle 50 Zentimeter Löcher. Befestigen Sie es mit Schlagdübeln bei Beton oder mit Schrauben bei Holz. Montieren Sie das Deckenprofil exakt über dem Bodenprofil und kontrollieren Sie mit Lot oder Laser. Befestigen Sie die Seitenprofile an den Wänden als seitlichen Abschluss.

Schritt 3: CW-Ständerprofile einsetzen

Messen Sie die lichte Höhe zwischen Boden- und Deckenprofil. Schneiden Sie die CW-Profile zehn Millimeter kürzer zu.

Setzen Sie das erste CW-Profil am Wandanschluss ein, wobei die offene Seite zur Wandmitte zeigt. Verschrauben Sie es mit Blechschrauben oben und unten. Setzen Sie weitere Ständerprofile im Abstand von 62,5 Zentimetern ein. Messen Sie dabei von Profilmitte zu Profilmitte und richten Sie die Profile mit der Wasserwaage aus.

Aufbau einer Trockenbauwand

Bei Türöffnungen verwenden Sie UA-Profile als Seitenstützen. Befestigen Sie das Türsturzprofil horizontal über der Öffnung mit Steckwinkeln. Die Sturzhöhe entspricht der Türzarge plus circa zwei Zentimeter Spielraum.

Schritt 4: Erste Seite beplanken

Montieren Sie die Gipskartonplatten hochkant, sodass die lange Kante vertikal verläuft. Zum Schneiden ritzen Sie mit dem Cuttermesser die Platte am Lineal entlang an, brechen sie über die Kante und durchtrennen die Rückseite.

Halten Sie drei bis fünf Millimeter Abstand zu den Wänden sowie zehn Millimeter Abstand zu Boden und Decke ein. Diese akustische Entkopplung ist wichtig. Legen Sie Metermasse als Abstandhalter unter die Platten.

Verschrauben Sie die Platten mit Schnellbauschrauben im Abstand von 25 Zentimetern. Schrauben Sie nie an Profilüberschneidungen und versenken Sie die Schraubenköpfe nur minimal. Die Kartonage darf nicht durchreissen. Versetzen Sie Plattenstösse mindestens 45 Zentimeter, denn Kreuzfugen schwächen die Wand und führen zu Rissen.

Schneiden Sie Öffnungen für Steckdosen und Schalter mit einer Lochsäge aus.

Tipp: Plattengrösse wählen Verwenden Sie für 2,50-Meter-Räume Platten mit 2,60 Meter Länge. So vermeiden Sie horizontale Fugen komplett. Das spart Verspachtelarbeit und ergibt stabilere Wände.

Schritt 5: Dämmung einbringen

Füllen Sie den Hohlraum vollständig mit passend zugeschnittenen Mineralwolle-Dämmplatten. Die Dämmung liegt lose zwischen den Profilen. Stopfen Sie sie nicht zu fest, denn das verringert die Dämmwirkung. Die Dämmung verbessert den Schallschutz erheblich und verhindert Resonanz. Ohne Dämmung sind Hohlwände sehr hellhörig.

Trockenbauwand dämmen

Schritt 6: Zweite Seite beplanken

Beplanken Sie die zweite Wandseite wie die erste. Versetzen Sie die Platten um mindestens eine halbe Plattenbreite zur ersten Seite. So liegen die Fugen versetzt. Das erhöht die Stabilität.

Verschrauben Sie wieder im Abstand von 25 Zentimetern. Halten Sie die Abstände zu Wänden, Boden und Decke ein.

Schritt 7: Fugen verspachteln

Nach dem Beplanken müssen alle Fugen und Schraubenlöcher verspachtelt werden. Nur so entsteht eine glatte, malerfertige Oberfläche.

Trockenbauwand verspachteln

Tragen Sie Haft- und Schutzgrundierung auf alle Fugen auf und lassen Sie sie drei Stunden trocknen (verbessert Haftung der Spachtelmasse). Füllen Sie dann alle Schraubenlöcher mit Fugenspachtelmasse. Mit Spachtel glattziehen, die Köpfe müssen vollständig bedeckt sein.

Spachtelmasse grosszügig in die Fugen auftragen, das Fugenband in die feuchte Masse drücken (muss vollständig bedeckt sein) und mit einer Glättkelle glattziehen, zügig arbeiten bevor Masse anzieht. Erste Schicht trocknen lassen und dann eine zweite, dünne Schicht grossflächig ausziehen (fliessender Übergang zur Platte).

Nach dem Trocknen Oberfläche glattschleifen (Schleifpapier 120 bis 150 Körnung). Tragen Sie eine Atemschutzmaske wegen der Staubentwicklung.

Die Wand ist nun malerfertig und kann tapeziert, gestrichen oder (bei doppelter Beplankung) gefliest werden.

Besondere Situationen

Situation Vorgehensweise
Schwere Lasten Leichte Gegenstände befestigen Sie mit Hohlraumdübeln. Für schwere Lasten planen Sie beim Bau zusätzliche Querprofile oder Holzbretter ein und markieren deren Position.
Doppelte Beplankung Für höhere Tragfähigkeit, besseren Schallschutz oder Fliesenverlegung montieren Sie die zweite Lage um halbe Plattenbreite versetzt. Bei der ersten Lage verwenden Sie 75 Zentimeter Schraubenabstand und füllen nur die Fugen. Die zweite Lage verschrauben Sie dann mit 25 Zentimeter Abstand.

Kosten einer Trockenbauwand

Die Kosten hängen von Grösse und Ausführung ab. Hier eine grobe Kalkulation für eine vier Meter lange, 2,50 Meter hohe Wand (zehn Quadratmeter):

Materialkosten

Material Kosten
UW- und CW-Profile CHF 50.-
Dämm-/Dichtband CHF 15.-
Gipskartonplatten (20 m²) CHF 100.-
Dämmung CHF 60.-
Schrauben und Dübel CHF 30.-
Spachtelmasse und Fugenband CHF 40.-
Gesamt Material CHF 295.- bis CHF 400.-

Kostenvergleich DIY vs. Handwerker

Ausführung Kosten Details
DIY (Eigenleistung) CHF 300.- bis CHF 400.- Nur Materialkosten
Mit Handwerker CHF 1’100.- bis CHF 1’600.- Material plus CHF 800.- bis CHF 1’200.- Arbeitskosten (CHF 80.- bis CHF 120.- pro m²)
Ersparnis durch DIY CHF 800.- bis CHF 1’200.- Eigenleistung lohnt sich erheblich

Häufige Fehler vermeiden

  • Schiefe Wand: Kontrollieren Sie die Ausrichtung ständig mit der Wasserwaage. Schiefe Profile führen zu schiefen Wänden. Die lassen sich nachträglich nicht korrigieren.
  • Falsche Profilabstände: Die Plattenkanten müssen auf Profilen liegen. Stimmen die Abstände nicht, haben Platten keine Auflage. Messen Sie von Profilmitte zu Profilmitte exakt 62,5 Zentimeter.
  • Kreuzfugen: Vermeiden Sie, dass vier Plattenecken aufeinandertreffen. Versetzen Sie die Stösse immer mindestens 45 Zentimeter. Kreuzfugen sind Schwachstellen.
  • Schrauben zu fest: Drehen Sie Schrauben nicht zu fest. Die Köpfe dürfen die Kartonage nicht durchreissen. Sie müssen nur minimal versenkt sein.
  • Dämmung vergessen: Ohne Dämmung sind Hohlwände sehr hellhörig. Füllen Sie den Zwischenraum vollständig mit Mineralwolle.
  • Zu wenig Spachtelmasse: Tragen Sie Spachtelmasse grosszügig auf. Zu dünne Schichten reissen. Das Fugenband muss vollständig bedeckt sein.

Trockebauwand Spachtelfehler

Wann einen Profi beauftragen

Trockenbauwände sind für geübte Heimwerker machbar. In manchen Fällen ist professionelle Hilfe aber ratsam. Beauftragen Sie einen Fachmann in folgenden Fällen:

  • Komplexe Grundrisse mit vielen Ecken und Winkeln (erfordern Erfahrung)
  • Hohe Schallschutzanforderungen (verlangen spezielle Konstruktionen)
  • Brandschutzwände in Mehrfamilienhäusern (unterliegen strengen Vorschriften)
  • Elektrische Installationen (dürfen nur durch konzessionierte Elektriker ausgeführt werden)
  • Unsicherheit bezüglich Statik (konsultieren Sie einen Statiker)

Für professionelle Unterstützung beim Wand einziehen finden Sie auf Ofri qualifizierte Trockenbauer, die Ihr Projekt fachgerecht umsetzen. Hier können Sie direkt kostenlose Offerten für Ihr Projekt erhalten.

Fazit: Mit Planung zum Erfolg

Das Einziehen einer Trockenbauwand ist ein lohnendes DIY-Projekt. Mit sorgfältiger Planung, den richtigen Materialien und präzisem Arbeiten erreichen Sie professionelle Ergebnisse. Die wichtigsten Erfolgsfaktoren sind exakte Markierungen, gerade Profile und sauberes Verspachteln.

Beachten Sie unbedingt alle Sicherheitshinweise. Prüfen Sie die Statik, klären Sie Genehmigungsfragen und überlassen Sie Elektroarbeiten Fachleuten. Planen Sie genügend Zeit ein, besonders für das Verspachteln. Qualität braucht Geduld.

Mit dieser Anleitung schaffen Sie neue Räume nach Ihren Wünschen. Die Investition in Zeit und Material zahlt sich durch flexible Raumnutzung und erhöhten Wohnkomfort aus.

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