Eine neue Wand einzuziehen ermöglicht es, die Raumaufteilung nach eigenen Wünschen zu gestalten. Mit einer Trockenbauwand schaffen Sie zusätzliche Zimmer, trennen Bereiche ab oder schaffen Privatsphäre. Der Bau ist für geübte Heimwerker machbar und deutlich günstiger als massives Mauerwerk. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie eine Trockenbauwand mit Metallständerwerk und Gipskartonplatten errichten. Von der Planung über die Materialbeschaffung bis zur fertigen, verspachtelten Wand erfahren Sie alles Wichtige.

| Vorteil | Beschreibung | Details |
|---|---|---|
| Schnelle Bauzeit | Aufbau in ein bis zwei Tagen | Sofortige Nutzung ohne Trocknungszeiten |
| Geringes Gewicht | Etwa 50 kg/m² | Geeignet für Holzbalkendecken |
| Flexible Raumaufteilung | Bei Bedarf wieder demontierbar | Ideal für temporäre oder veränderbare Raumlösungen |
| Hohlraum für Installationen | Platz für Leitungen im Ständerwerk | Keine Schlitzarbeiten in Massivwänden nötig |
| Gute Dämmung | Mit Mineralwolle ausgestattet | Guter Schall- und Wärmeschutz |
| Vielseitige Gestaltung | Streichen, tapezieren oder fliesen möglich | Bei doppelter Beplankung auch für Feuchträume geeignet |
Sorgfältige Planung ist der Schlüssel zum Erfolg. Nehmen Sie sich Zeit für diesen Schritt.
Messen Sie den Raum genau aus und zeichnen Sie den Wandverlauf auf. Markieren Sie die Position an Boden, Wänden und Decke. Ein Kreuzlinien-Laser erleichtert die Arbeit erheblich. Er projiziert exakte Linien und spart Zeit. Aufgrund der erhaltenen Daten lässt sich der Materialbedarf berechnen.
Wandstärke berechnen: Profil + Beplankung beidseitig = Gesamtstärke. Berücksichtigen Sie diese Stärke bei Ihrer Raumplanung und planen Sie auch allfällige Türöffnungen entsprechend ein.
Sicherheit und Statik haben oberste Priorität! Tragende oder aussteifende Wände niemals ohne Statiker entfernen oder durchbrechen. Verstösse können Einsturz verursachen und sind strafbar. In der Schweiz gelten kantonale Vorschriften: Innen-Trennwände sind oft genehmigungsfrei, bei Nutzungsänderungen kann jedoch eine Bewilligung nötig sein. In Mehrfamilienhäusern sollte zusätzlich der Brandschutz beachtet werden (z. B. F90-Platten, wo vorgeschrieben). Vor Bohren/Montage muss der Verlauf von Leitungen geprüft werden (Leitungsplan + Leitungssuchgerät).
Für eine professionelle Trockenbauwand benötigen Sie spezielle Materialien. Die richtige Auswahl ist entscheidend für Stabilität und Haltbarkeit.
| Material | Eigenschaften | Einsatzbereich |
|---|---|---|
| Standard-Gipskartonplatten | Standardausführung | Wohnräume |
| Imprägnierte Platten (grün) | Feuchtigkeitsresistent | Feuchträume (Bad, Küche) |
| Gipsfaserplatten | Höhere Belastbarkeit | Fliesenverlegung, höhere Lasten |
| Mineralwolle-Dämmplatten (Stein-/Glaswolle) | Nicht brennbar, dämmt Schall und Wärme | In allen Räumen |

Nun geht es an den Aufbau. Arbeiten Sie präzise und kontrollieren Sie regelmässig mit der Wasserwaage.
Diese Anleitung gilt ausschliesslich für nicht tragende Trennwände in Trockenbauweise. Jegliche Arbeiten an der Gebäudestatik sowie Elektroinstallationen müssen Fachleuten überlassen werden.
Zeichnen Sie mit Laser, Wasserwaage und Bleistift den exakten Wandverlauf an Boden, Wänden und Decke ein. Die Linien müssen exakt senkrecht und parallel zueinander verlaufen. Verwenden Sie zusätzlich Klebeband als Markierung. So sehen Sie den Verlauf auch bei Arbeiten deutlich.
Kontrollieren Sie die Markierungen mehrfach. Fehler hier wirken sich auf die gesamte Wand aus. Bei Türöffnungen markieren Sie die genaue Position und Breite.
Schneiden Sie die UW-Profile auf Länge zu. Verwenden Sie dafür eine Blechschere oder Metallsäge. Bei Türöffnungen sparen Sie das Bodenprofil aus. Kleben Sie Dämmband vollflächig auf die Rückseite der Profile.
Legen Sie das Bodenprofil an und bohren Sie alle 50 Zentimeter Löcher. Befestigen Sie es mit Schlagdübeln bei Beton oder mit Schrauben bei Holz. Montieren Sie das Deckenprofil exakt über dem Bodenprofil und kontrollieren Sie mit Lot oder Laser. Befestigen Sie die Seitenprofile an den Wänden als seitlichen Abschluss.
Messen Sie die lichte Höhe zwischen Boden- und Deckenprofil. Schneiden Sie die CW-Profile zehn Millimeter kürzer zu.
Setzen Sie das erste CW-Profil am Wandanschluss ein, wobei die offene Seite zur Wandmitte zeigt. Verschrauben Sie es mit Blechschrauben oben und unten. Setzen Sie weitere Ständerprofile im Abstand von 62,5 Zentimetern ein. Messen Sie dabei von Profilmitte zu Profilmitte und richten Sie die Profile mit der Wasserwaage aus.

Bei Türöffnungen verwenden Sie UA-Profile als Seitenstützen. Befestigen Sie das Türsturzprofil horizontal über der Öffnung mit Steckwinkeln. Die Sturzhöhe entspricht der Türzarge plus circa zwei Zentimeter Spielraum.
Montieren Sie die Gipskartonplatten hochkant, sodass die lange Kante vertikal verläuft. Zum Schneiden ritzen Sie mit dem Cuttermesser die Platte am Lineal entlang an, brechen sie über die Kante und durchtrennen die Rückseite.
Halten Sie drei bis fünf Millimeter Abstand zu den Wänden sowie zehn Millimeter Abstand zu Boden und Decke ein. Diese akustische Entkopplung ist wichtig. Legen Sie Metermasse als Abstandhalter unter die Platten.
Verschrauben Sie die Platten mit Schnellbauschrauben im Abstand von 25 Zentimetern. Schrauben Sie nie an Profilüberschneidungen und versenken Sie die Schraubenköpfe nur minimal. Die Kartonage darf nicht durchreissen. Versetzen Sie Plattenstösse mindestens 45 Zentimeter, denn Kreuzfugen schwächen die Wand und führen zu Rissen.
Schneiden Sie Öffnungen für Steckdosen und Schalter mit einer Lochsäge aus.
Tipp: Plattengrösse wählen Verwenden Sie für 2,50-Meter-Räume Platten mit 2,60 Meter Länge. So vermeiden Sie horizontale Fugen komplett. Das spart Verspachtelarbeit und ergibt stabilere Wände.
Füllen Sie den Hohlraum vollständig mit passend zugeschnittenen Mineralwolle-Dämmplatten. Die Dämmung liegt lose zwischen den Profilen. Stopfen Sie sie nicht zu fest, denn das verringert die Dämmwirkung. Die Dämmung verbessert den Schallschutz erheblich und verhindert Resonanz. Ohne Dämmung sind Hohlwände sehr hellhörig.

Beplanken Sie die zweite Wandseite wie die erste. Versetzen Sie die Platten um mindestens eine halbe Plattenbreite zur ersten Seite. So liegen die Fugen versetzt. Das erhöht die Stabilität.
Verschrauben Sie wieder im Abstand von 25 Zentimetern. Halten Sie die Abstände zu Wänden, Boden und Decke ein.
Nach dem Beplanken müssen alle Fugen und Schraubenlöcher verspachtelt werden. Nur so entsteht eine glatte, malerfertige Oberfläche.

Tragen Sie Haft- und Schutzgrundierung auf alle Fugen auf und lassen Sie sie drei Stunden trocknen (verbessert Haftung der Spachtelmasse). Füllen Sie dann alle Schraubenlöcher mit Fugenspachtelmasse. Mit Spachtel glattziehen, die Köpfe müssen vollständig bedeckt sein.
Spachtelmasse grosszügig in die Fugen auftragen, das Fugenband in die feuchte Masse drücken (muss vollständig bedeckt sein) und mit einer Glättkelle glattziehen, zügig arbeiten bevor Masse anzieht. Erste Schicht trocknen lassen und dann eine zweite, dünne Schicht grossflächig ausziehen (fliessender Übergang zur Platte).
Nach dem Trocknen Oberfläche glattschleifen (Schleifpapier 120 bis 150 Körnung). Tragen Sie eine Atemschutzmaske wegen der Staubentwicklung.
Die Wand ist nun malerfertig und kann tapeziert, gestrichen oder (bei doppelter Beplankung) gefliest werden.
| Situation | Vorgehensweise |
|---|---|
| Schwere Lasten | Leichte Gegenstände befestigen Sie mit Hohlraumdübeln. Für schwere Lasten planen Sie beim Bau zusätzliche Querprofile oder Holzbretter ein und markieren deren Position. |
| Doppelte Beplankung | Für höhere Tragfähigkeit, besseren Schallschutz oder Fliesenverlegung montieren Sie die zweite Lage um halbe Plattenbreite versetzt. Bei der ersten Lage verwenden Sie 75 Zentimeter Schraubenabstand und füllen nur die Fugen. Die zweite Lage verschrauben Sie dann mit 25 Zentimeter Abstand. |
Die Kosten hängen von Grösse und Ausführung ab. Hier eine grobe Kalkulation für eine vier Meter lange, 2,50 Meter hohe Wand (zehn Quadratmeter):
| Material | Kosten |
|---|---|
| UW- und CW-Profile | CHF 50.- |
| Dämm-/Dichtband | CHF 15.- |
| Gipskartonplatten (20 m²) | CHF 100.- |
| Dämmung | CHF 60.- |
| Schrauben und Dübel | CHF 30.- |
| Spachtelmasse und Fugenband | CHF 40.- |
| Gesamt Material | CHF 295.- bis CHF 400.- |
| Ausführung | Kosten | Details |
|---|---|---|
| DIY (Eigenleistung) | CHF 300.- bis CHF 400.- | Nur Materialkosten |
| Mit Handwerker | CHF 1’100.- bis CHF 1’600.- | Material plus CHF 800.- bis CHF 1’200.- Arbeitskosten (CHF 80.- bis CHF 120.- pro m²) |
| Ersparnis durch DIY | CHF 800.- bis CHF 1’200.- | Eigenleistung lohnt sich erheblich |

Trockenbauwände sind für geübte Heimwerker machbar. In manchen Fällen ist professionelle Hilfe aber ratsam. Beauftragen Sie einen Fachmann in folgenden Fällen:
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Das Einziehen einer Trockenbauwand ist ein lohnendes DIY-Projekt. Mit sorgfältiger Planung, den richtigen Materialien und präzisem Arbeiten erreichen Sie professionelle Ergebnisse. Die wichtigsten Erfolgsfaktoren sind exakte Markierungen, gerade Profile und sauberes Verspachteln.
Beachten Sie unbedingt alle Sicherheitshinweise. Prüfen Sie die Statik, klären Sie Genehmigungsfragen und überlassen Sie Elektroarbeiten Fachleuten. Planen Sie genügend Zeit ein, besonders für das Verspachteln. Qualität braucht Geduld.
Mit dieser Anleitung schaffen Sie neue Räume nach Ihren Wünschen. Die Investition in Zeit und Material zahlt sich durch flexible Raumnutzung und erhöhten Wohnkomfort aus.






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