Holz ist ein natürliches Material, das Schutz und Pflege braucht. Ob Holzwände im Innenbereich, Gartenmöbel oder Fensterrahmen, mit der richtigen Behandlung bleibt Holz über Jahre schön und funktional. Lasuren betonen die natürliche Maserung, während Lacke eine farbige, deckende Oberfläche schaffen.

Dieser Ratgeber erklärt den Unterschied zwischen Lasieren und Lackieren, führt Sie Schritt für Schritt durch beide Techniken und zeigt, welche Methode für Ihren Einsatzzweck die richtige ist. Sie erfahren, wie Sie Holzwände innen behandeln, Gartenmöbel wetterfest machen und worauf Sie bei der Vorbereitung achten müssen.

Die Wahl zwischen Lasur und Lack hängt vom gewünschten Ergebnis und dem Einsatzbereich ab. Beide Produkte schützen Holz, unterscheiden sich aber grundlegend in Optik und Wirkung.
| Eigenschaft | Holzlasur | Holzlack |
|---|---|---|
| Wirkungsweise | Dringt tief ins Holz ein | Bildet Schicht auf Oberfläche |
| Maserung | Bleibt sichtbar und fühlbar | Wird vollständig überdeckt |
| Oberfläche | Natürlich, offenporig | Glatt, geschlossen |
| Farbauswahl | Transparent oder farbig getönt | Jede beliebige Farbe deckend |
| Schutzwirkung | Schutz von innen | Schutz durch Versiegelung |
| Strapazierfähigkeit | Mittel | Hoch |
| Renovierung | Einfach, ohne Abschleifen | Aufwendig, Abschleifen nötig |
| Geeignet für | Nicht masshaltiges Holz | Masshaltiges Holz |
| Typische Anwendung | Zäune, Fassaden, Holzwände | Fenster, Türen, Möbel |
Lasuren dringen tief in das Holz ein und schützen es von innen heraus. Sie enthalten weniger Farbpigmente und Bindemittel als Lacke und sind daher dünnflüssiger. Die Holzmaserung bleibt sichtbar und die natürliche Struktur fühlbar.
Lasuren gibt es transparent oder farbig. Transparente Lasuren betonen die natürliche Holzfarbe und Maserung. Farbige Lasuren verleihen dem Holz einen Farbton, ohne die Struktur zu überdecken. Die Oberfläche fühlt sich natürlich an, Sie spüren die Holzstruktur beim Darüberstreichen.
Vorteile von Lasuren:
Lasuren eignen sich besonders für nicht masshaltiges Holz wie Zäune, Carports, Holzfassaden und Gartenmöbel. Auch Holzwände im Innenbereich profitieren von Lasuren, die die natürliche Optik bewahren.
Lacke bilden eine geschlossene Schicht auf der Holzoberfläche. Sie überdecken Maserung und natürliche Färbung vollständig. Lacke ermöglichen farbige Anstriche in nahezu jeder gewünschten Farbe.
Die Lackschicht ist glatt, glänzend oder matt und besonders strapazierfähig. Sie schützt vor Feuchtigkeit, Kratzern und mechanischer Beanspruchung. Lackierte Oberflächen lassen sich leicht reinigen und sind pflegeleicht.
Vorteile von Lacken:
Lacke eignen sich für masshaltiges Holz wie Fenster, Türen und stark beanspruchte Möbel. Auch Fensterrahmen profitieren von Lackierung, da sie dauerhaften Schutz vor Witterung bieten.
Faustregel für die Wahl: Lasur: Wenn die Holzstruktur sichtbar bleiben soll (Holzwände, Gartenmöbel, Fassaden)
Lack: Wenn Sie farbigen Anstrich oder maximalen Schutz wünschen (Fenster, Türen, Möbel)
Holzfassaden: Professionelle Behandlung empfohlen, mehr dazu unter Holzfassade streichen
Lasuren unterscheiden sich nach Schichtdicke und Einsatzbereich.
| Lasur-Typ | Eindringtiefe | Schichtbildung | Einsatzbereich | Eigenschaften |
|---|---|---|---|---|
| Dünnschichtlasur | Am tiefsten | Keine sichtbare Schicht | Aussenbereich (Zäune, Balkone, Gartenmöbel) | Blättert nicht ab, verwittert gleichmässig, Renovierung ohne Abschleifen |
| Mittelschichtlasur | Mittel | Leichte Schicht | Holzverkleidungen, Carports | Teilweises Eindringen, mehr Schutz als Dünnschicht, natürliche Oberfläche |
| Dickschichtlasur | Gering | Deutliche Schicht | Innenbereich (Fenster, Türen, Wandvertäfelungen) | Versiegelt ähnlich wie Lack, maximaler Schutz, kann abblättern |
Dünnschichtlasuren dringen am tiefsten ins Holz ein und schützen von innen. Sie eignen sich ideal für den Aussenbereich, etwa für Zäune, Balkone und Gartenmöbel. Die dünne Schicht blättert nicht ab, sondern verwittert gleichmässig. Eine Renovierung ist ohne aufwendiges Abschleifen möglich.
Mittelschichtlasuren bilden eine leichte Schicht auf dem Holz und dringen teilweise ein. Sie bieten mehr Schutz als Dünnschichtlasuren und eignen sich für Holzverkleidungen und Carports. Die Oberfläche bleibt weitgehend natürlich.
Dickschichtlasuren versiegeln die Oberfläche ähnlich wie Lacke. Sie eignen sich für masshaltiges Holz wie Fenster und Türen im Innenbereich. Die dickere Schicht bietet maximalen Schutz, kann aber bei extremer Witterung abblättern. Für Holzdecken und Wandvertäfelungen im Innenbereich sind Dickschichtlasuren ideal.
Wasserbasierte und lösemittelbasierte Produkte unterscheiden sich in Verarbeitung und Schutzwirkung.
| Eigenschaft | Wasserbasiert | Lösemittelbasiert |
|---|---|---|
| Umwelt und Gesundheit | Umweltfreundlicher und gesundheitlich unbedenklicher | Verarbeitung erfordert mehr Vorsicht |
| Geruch | Geruchsarm | Intensiver |
| Trocknung | Trocknet schnell | Trocknet langsamer (bei grossen Flächen teils vorteilhaft) |
| Eindringtiefe | Dringt weniger tief ein | Dringt tiefer ins Holz ein |
| Schutz | Ausreichender Schutz für die meisten Anwendungen | Intensiver Schutz, besonders für stark beanspruchte Aussenbereiche |
| Ergebnis | Gut für die meisten Untergründe | Oft gleichmässiger bei schwierigen Untergründen |
Wasserbasierte Lasuren und Lacke sind umweltfreundlicher und gesundheitlich unbedenklicher. Sie sind geruchsarm, trocknen schnell und lassen sich mit Wasser verdünnen. Werkzeuge reinigen Sie einfach mit Wasser. Wasserbasierte Produkte dringen weniger tief ein als lösemittelbasierte, bieten aber ausreichenden Schutz für die meisten Anwendungen.
Achten Sie auf das Umweltzeichen «Blauer Engel» als Orientierung für schadstoffarme Produkte. Auch wasserbasierte Produkte enthalten geringe Mengen Lösemittel, sorgen Sie daher für gute Belüftung.
Lösemittelbasierte Lasuren und Lacke dringen tiefer ins Holz ein und bieten intensiveren Schutz. Sie eignen sich besonders für stark beanspruchte Aussenbereiche wie Holzfassaden oder Gartenhäuser. Die Verarbeitung erfordert mehr Vorsicht: Tragen Sie Handschuhe, arbeiten Sie im Freien oder bei sehr guter Belüftung.
Lösemittelbasierte Produkte trocknen langsamer, was bei grossen Flächen von Vorteil sein kann. Sie erzielen oft ein gleichmässigeres Ergebnis bei schwierigen Untergründen.

Für Lasier- und Lackierarbeiten benötigen Sie folgende Materialien:
An Werkzeugen brauchen Sie:
Für lösemittelbasierte Produkte verwenden Sie Pinsel mit Naturborsten, für wasserbasierte Produkte Pinsel mit Kunststoffborsten. Waschen Sie neue Pinsel vor Gebrauch gründlich aus und entfernen Sie lose Borsten.

Eine gründliche Vorbereitung ist entscheidend für ein dauerhaftes Ergebnis. Holz muss trocken, sauber, tragfähig und fettfrei sein.
Bei alten, intakten Lasuren reicht Anschleifen aus. Blättert die alte Lasur ab oder ist der Lack beschädigt, entfernen Sie die Altanstriche vollständig. Verwenden Sie dazu einen Heissluftfön und einen Spachtel oder Abbeizmittel.
Bei Lack müssen Sie bis aufs rohe Holz abschleifen, wenn Sie anschliessend lasieren möchten. Lasur kann nicht auf Lack haften. Umgekehrt können Sie Lack problemlos auf lasiertes Holz auftragen, nachdem Sie die Oberfläche angeschliffen haben.
Befeuchten Sie das rohe Holz gleichmässig mit einem nassen Schwamm. Dies lässt die Holzfasern aufquellen. Kleinere Schäden verschwinden dadurch oft von selbst. Lassen Sie das Holz vollständig trocknen, das dauert je nach Witterung zwölf bis 24 Stunden.
Schleifen Sie das getrocknete Holz in drei Durchgängen. Beginnen Sie mit grobem Schleifpapier der Körnung 120, dann mittleres Papier mit Körnung 150 und zum Schluss feines Papier mit Körnung 180. Arbeiten Sie immer in Richtung der Maserung mit leichtem Druck.
Entfernen Sie den Schleifstaub gründlich mit einer trockenen Bürste oder saugen Sie die Fläche ab. Wischen Sie mit einem leicht feuchten Tuch nach. Die Oberfläche muss absolut staubfrei sein.
Für unbehandeltes Holz im Aussenbereich tragen Sie einen Holzschutzgrund auf. Dieser schützt gegen Pilze, Fäulnis und Bläue. Nadelhölzer wie Kiefer, Fichte und Tanne sowie Eiche enthalten Harze und Gerbsäuren. Behandeln Sie diese Hölzer mit Holzisoliergrund, sonst entstehen später bräunliche Flecken.
Modern sind drei-in-eins-Produkte, die Grundierung und Lasur kombinieren. Diese sparen einen Arbeitsschritt, bieten aber oft weniger intensiven Schutz als separate Produkte.
Lassen Sie die Grundierung gemäss Herstellerangabe trocknen, meist etwa zwölf Stunden. Schleifen Sie dann nochmals mit feinem Schleifpapier (180er Körnung) und entfernen Sie den Staub.
Nach der Vorbereitung können Sie mit dem Lasieren beginnen. Arbeiten Sie bei Temperaturen zwischen acht und 25 Grad Celsius. Zu kalte Temperaturen verhindern das Eindringen, zu warme lassen die Lasur zu schnell trocknen.
Rühren Sie die Lasur vor Gebrauch gut auf. Bei langer Lagerung bildet sich eine Schicht, die Sie gründlich einrühren müssen. Tauchen Sie den Pinsel nur zu einem Drittel der Borstenhöhe in die Lasur.
Streichen Sie immer in Richtung der Holzmaserung. Dies sorgt für ein gleichmässiges Eindringen und eine schöne Optik. Beginnen Sie mit Kanten und schwer erreichbaren Stellen. Streichen Sie dann die grossen Flächen mit langen, gleichmässigen Zügen.
Tragen Sie die Lasur dünn auf. Mehrere dünne Schichten sind besser als eine dicke. Dickere Lasur dringt nicht richtig ein und kann ungleichmässig trocknen. Für Holz im Aussenbereich sind zwei bis drei Anstriche empfehlenswert. Im Innenbereich genügt oft eine Schicht.
Lassen Sie jede Schicht vollständig trocknen, bevor Sie die nächste auftragen. Wasserbasierte Lasuren trocknen nach etwa vier bis sechs Stunden, lösemittelbasierte benötigen zwölf bis 24 Stunden. Prüfen Sie die Herstellerangaben.
Zwischen den Anstrichen können Sie die Oberfläche leicht anschleifen. Dies verbessert die Haftung der nächsten Schicht. Verwenden Sie feines Schleifpapier (220er Körnung) und entfernen Sie den Staub gründlich.
Lackieren erfordert mehr Sorgfalt als Lasieren, da Unebenheiten in der glatten Oberfläche sichtbar bleiben.
Ein professioneller Lackanstrich besteht aus drei Schichten: Grundierung, Zwischenanstrich und Schlussanstrich. Die Grundierung sorgt für gute Haftung, der Zwischenanstrich für Deckkraft und der Schlussanstrich für eine perfekte Oberfläche.
Streichen Sie zuerst alle Kanten mit dem Pinsel. Rollen Sie sofort anschliessend die Flächen in Richtung der Maserung ab. So vermeiden Sie Ansätze. Arbeiten Sie zügig, damit nasse und trocknende Bereiche nahtlos ineinanderlaufen.
Bei Acryllack können Sie mit dem Pinsel zwei bis drei Bahnen streichen und diese dann «vertreiben». Streichen Sie dazu ohne neuen Lack erst quer, dann wieder längs über die Fläche. Dieses Vorgehen verteilt die Farbe gleichmässig.
Lassen Sie jede Schicht vollständig trocknen. Schleifen Sie dann mit feinem Schleifpapier (180 bis 220er Körnung) die gesamte Fläche an. Dies entfernt kleine Unebenheiten und verbessert die Haftung.
Entfernen Sie den Schleifstaub sehr gründlich. Verwenden Sie ein leicht angefeuchtetes oder leicht geöltes Tuch. Jedes Staubkorn wird in der glatten Lackoberfläche sichtbar. Arbeiten Sie in möglichst staubarmer Umgebung.
Der letzte Anstrich erfordert besondere Sorgfalt. Verwenden Sie einen hochwertigen Pinsel oder eine feine Rolle. Tragen Sie den Lack dünn und gleichmässig auf. Vermeiden Sie Tropfenbildung durch zu dicken Auftrag.
Lassen Sie den Lack vollständig aushärten, bevor Sie das Objekt belasten. Je nach Produkt dauert dies 24 bis 48 Stunden. Harthölzer mit dichter Maserung benötigen längere Trocknungszeiten.
Wichtig bei der Lackierung: Arbeiten Sie in staubarmer Umgebung. Aufgewirbelter Staub setzt sich im feuchten Lack ab und macht die Oberfläche uneben. Schliessen Sie Fenster und vermeiden Sie Durchzug während des Trocknens. Betreten Sie lackierte Böden erst nach vollständiger Aushärtung.
Holzwände im Wohnbereich erfordern spezielle Beachtung. Die Behandlung unterscheidet sich von Aussenbereichen.
Für Holzverkleidungen, Paneele und Wandvertäfelungen eignen sich Dickschichtlasuren. Diese betonen die natürliche Maserung und schaffen warme Atmosphäre. Wählen Sie transparente Lasuren für die natürliche Holzfarbe oder farbige Lasuren für zurückhaltende Akzente.
Bei viel Sonneneinstrahlung durch grosse Fenster verwenden Sie Lasuren mit UV-Schutz. Diese verhindern Vergilbung und erhalten die Farbe länger. Moderne Innenlasuren sind besonders umweltfreundlich und wohngesund.
Streichen Sie die Wand von oben nach unten in gleichmässigen Bahnen. Bei Paneelen lasieren Sie jedes Brett einzeln in Längsrichtung. Achten Sie auf gleichmässigen Auftrag ohne Tropfenbildung.
Das Streichen von Holzwänden erfordert Zeit und Sorgfalt. Grosse Flächen oder schwer erreichbare Bereiche wie Dachschrägen beauftragen Sie besser einem Fachbetrieb. Detaillierte Informationen zu den Kosten für Holzwände streichen finden Sie auf unserer Kostenseite.
Profis arbeiten schneller, haben die richtige Ausrüstung und garantieren ein gleichmässiges Ergebnis. Die Investition lohnt sich besonders bei grossen Wohnflächen oder hochwertigen Holzverkleidungen.
Frisches Holz streichen: Auch technisch getrocknetes Holz enthält Restfeuchte. Lassen Sie neues Holz mindestens einige Wochen an der Luft nachtrocknen, bevor Sie streichen. Zu feuchtes Holz nimmt Lasur oder Lack nicht richtig an.
Falsche Pinseln verwenden: Naturborsten für lösemittelbasierte, Kunststoffborsten für wasserbasierte Produkte. Minderwertige Pinsel verlieren Borsten, die im Anstrich hängenbleiben.
Zu dickes Auftragen: Mehrere dünne Schichten sind immer besser als eine dicke. Dicke Lasur dringt nicht ein, dicker Lack läuft und bildet Nasen.
Zwischen Schichten nicht schleifen: Zwischenschliff verbessert die Haftung enorm. Dieser Schritt sollte nie übersprungen werden, besonders nicht beim Lackieren.
Bei ungünstiger Witterung arbeiten: Temperaturen unter acht oder über 30 Grad Celsius beeinträchtigen das Ergebnis. Wind wirbelt Staub und Pollen auf, die im Anstrich festkleben.
Holz lasieren und streichen ist mit der richtigen Vorbereitung auch für Heimwerker machbar. Die Wahl zwischen Lasur und Lack hängt vom gewünschten Aussehen und Einsatzbereich ab. Lasuren bewahren die natürliche Holzoptik, Lacke bieten deckenden Schutz in jeder Farbe.
Investieren Sie Zeit in die Vorbereitung. Gründliches Schleifen und Grundieren sind wichtiger als schnelles Arbeiten. Hochwertige Pinsel und Produkte machen den Unterschied zwischen durchschnittlichem und professionellem Ergebnis.
Bei grossen Projekten wie Holzfassaden oder umfangreichen Holzwänden lohnt sich die Beauftragung eines Fachbetriebs. Auf Ofri finden Sie qualifizierte Maler und Lackierer, die Ihre Holzarbeiten professionell ausführen.







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