Das Wichtigste vorab:
- Die Reinigung kostet CHF 11.- bis CHF 17.- pro Quadratmeter
- Mit Langzeitschutz steigt der Satz auf CHF 18.- bis CHF 29.-
- Risse, Hohlstellen und lose Farbe sprechen gegen die Reinigung
- Günstiger wird es, wenn eine Teleskoplanze vom Boden reicht
- Fassade reinigen vom Fachbetrieb: Offerten vergleichen
Was kostet eine Fassadenreinigung?
Schweizer Betriebe nennen für die Fassadenreinigung CHF 11.- bis CHF 17.- pro Quadratmeter, mit Langzeitschutz gegen neuen Bewuchs CHF 18.- bis CHF 29.-.
Abgerechnet wird die gemessene Fassadenfläche, nicht die Wohnfläche. Ein Einfamilienhaus mit 150 bis 200 Quadratmetern Wandfläche landet damit bei CHF 1’650.- bis CHF 3’400.- für die reine Reinigung, mit Langzeitschutz bei CHF 2’700.- bis CHF 5’800.-. Die Richtwerte stammen von Schweizer Anbieter- und Vergleichsseiten:
| Leistung | Richtwert pro Quadratmeter |
|---|---|
| Reinigung ohne Nachbehandlung | CHF 11.- bis 17.- |
| Reinigung mit Langzeitschutz | CHF 18.- bis 29.- |
| Hydrophobierung zusätzlich | CHF 7.- bis 10.- |
Der Langzeitschutz ist ein Mittel gegen neuen Bewuchs, das nach der Reinigung aufgetragen wird. Die Hydrophobierung ist eine wasserabweisende Versiegelung; sie kommt zusätzlich dazu und ersetzt den Langzeitschutz nicht.

Wann ist es sinnvoll, die Hausfassade reinigen zu lassen?
Sinnvoll ist die Reinigung, solange der Schmutz nur auf der Oberfläche sitzt. Ist der Verputz selbst beschädigt, hilft nur noch eine Sanierung.
Der typische Anlass ist ein grüner Belag an der Nordseite: Gedämmte Wände kühlen nachts stärker aus, es bildet sich Tauwasser, und darauf wachsen Algen. Der Bausubstanz schadet das kaum, dem Aussehen schon.
Ein Fassadenanstrich kostet nach den Kosten für einen Fassadenanstrich CHF 5’000.- bis CHF 13’390.- (Quelle: Ofri Auftragsdaten), die Reinigung eines Einfamilienhauses liegt mit CHF 1’650.- bis CHF 3’400.- deutlich darunter. Die beiden Spannen stammen aus verschiedenen Erhebungen und beschreiben nicht dasselbe Haus. Drei Schäden sprechen gegen eine Reinigung:
- Risse im Verputz
- Hohlstellen unter dem Verputz
- abblätternde oder kreidende Farbe
Trifft einer der drei zu, ist das Geld für eine Reinigung meist verloren. Der Ratgeber Fassade sanieren zeigt, welche Arbeiten dann anstehen.
Wer eine rissige Fassade mit Hochdruck reinigt, treibt das Wasser ins Mauerwerk.

Welches Verfahren verträgt Ihre Hauswand?
Das Verfahren richtet sich nach Untergrund und Zustand: Sichtbeton und Sichtbackstein vertragen hohen Druck, auf Verputz und gedämmten Fassaden arbeiten Betriebe mit Niederdruck.
Bei grünem Bewuchs tragen viele Betriebe vorab ein Biozid auf, ein Mittel, das Algen und Flechten abtötet. Ohne eine solche Vorbehandlung kommt der Belag oft schon nach wenigen Monaten zurück. Danach entscheidet das Material:
- Softwash: Niederdruck mit fünf bis 60 bar und passendem Mittel, der Normalfall bei Verputz und bei der Kompaktfassade, also der verputzten Aussenwärmedämmung
- Osmosereinigung: Wasser, dem der Kalk entzogen ist, trocknet fleckenfrei und passt zu Glas, Metall und glatten Flächen
- Hochdruck: vor allem auf robusten Untergründen wie Sichtbeton oder Sichtbackstein, auf Verputz nur mit angepasstem Druck, passender Düse und Abstand
- Sandstrahlen: trägt Material ab und raut die Oberfläche auf, sinnvoll nur bei alten Farbschichten oder Graffiti
Lassen Sie sich das Verfahren in der Offerte benennen und begründen, warum es zu genau Ihrem Untergrund passt.
Achtung: Bei Gebäuden vor 1990 können Platten aus Faserzement, in der Schweiz meist Eternit genannt, Asbest enthalten. Die Suva empfiehlt in ihrem Factsheet 33047, solche Platten nach Möglichkeit zu ersetzen statt zu reinigen. Klären Sie das Material ab, bevor Sie eine Offerte einholen.

Fassadenreinigung ohne Gerüst: Wie kommt der Betrieb an die Wand?
Eine Teleskoplanze, also ein Sprührohr an einer langen Stange, reicht vom Boden aus je nach System 12 bis 20 Meter hinauf und kann ein Gerüst überflüssig machen. Ob das an Ihrer Fassade aufgeht, hängt von Standfläche, Gebäudeform und Verschmutzung ab.
Verrechnet wird der Zugang getrennt vom Quadratmetersatz. Wollen Sie kein Gerüst stellen, suchen Sie gezielt Betriebe, die mit einer Teleskoplanze oder am Seil arbeiten. Vier Wege gibt es:
- Teleskoplanze vom Boden: 12 bis 20 Meter, wo Standfläche und Fassadenform es zulassen
- Hebebühne: CHF 300.- bis CHF 800.- pro Tag
- Seilzugangstechnik: ausgebildete Höhenarbeiter seilen sich vom Dach ab, üblich an hohen oder schwer zugänglichen Gebäuden
- Fassadengerüst: CHF 15.- bis CHF 30.- pro Quadratmeter
Bei mehr als drei Metern Absturzhöhe verlangt die Bauarbeitenverordnung für Hochbauarbeiten ein Fassadengerüst, Absturzsicherungen sind schon ab mehr als zwei Metern vorgeschrieben. Die Verordnung richtet sich an die Betriebe, die arbeiten und das Gerüst stellen. Steht ein Gerüst in der Offerte, holen Sie beim Gerüstbauer eine eigene Offerte für dasselbe Gerüst ein; steht es auf öffentlichem Grund, kommt eine Bewilligung der Gemeinde dazu.

Fassadenreinigung mit Drohne: Wo sie eingesetzt wird und was es kostet
Die Drohne lohnt sich dort, wo keine Lanze mehr hinreicht und ein Gerüst den Preis bestimmen würde. Einen eigenen Quadratmetersatz weisen Schweizer Betriebe dafür bisher nicht öffentlich aus.
Gearbeitet wird mit entsalztem Wasser oder einem Mittel, das über einen Schlauch vom Boden kommt. Der Schweizerische Maler- und Gipserunternehmer-Verband beschreibt die Reinigung mit Wasser und Mittel sowie das Aufsprühen eines Enzymreinigers, der den Belag über rund 13 Wochen ablöst. Für Flüge dicht an der Fassade hat das Bundesamt für Zivilluftfahrt eigens eine Grundlage geschaffen; die Bewilligung holt der Betrieb, nicht Sie.
Wann die Drohne gewinnt und wann nicht:
- Hohe Fassaden: ab der Höhe, die keine Lanze erreicht, spart die Drohne das Gerüst
- Laufender Betrieb: kein Gerüst vor den Fenstern, gerechnet wird in Tagen statt Wochen
- Wind: bei kräftigem Wind wird nicht geflogen, der Termin verschiebt sich
- Harte Krusten: was mechanisch abgelöst werden muss, schafft ein Sprühstrahl nicht
Für gerüstlose Verfahren an einem Mehrfamilienhaus nennen Schweizer Anbieter CHF 18.- bis CHF 35.- pro Quadratmeter, ohne nach Lanze, Seil oder Drohne zu unterscheiden. An einem niedrigen Einfamilienhaus bleibt die Lanze der günstigere Weg.

Welche sechs Angaben gehören in die Offerte?
Eine vergleichbare Offerte nennt sechs Angaben. Fehlt eine, vergleichen Sie Zahlen, die nicht dasselbe meinen:
- Verfahren: welches Reinigungsverfahren der Betrieb einsetzt
- Fassadenfläche: die gemessene Fläche, mit Abzug für Fenster und Türen
- Satz pro Quadratmeter: der reine Reinigungspreis, ohne Zugang und Nachbehandlung
- Zugang: womit der Betrieb an die Wand kommt, also Lanze, Seil, Hebebühne oder Gerüst, samt Kosten
- Nachbehandlung: welches Mittel aufgetragen wird und wie lange der Schutz halten soll
- Waschwasser: wer es auffängt und wohin es entsorgt wird
Ohne Abzug für Fenster und Türen steigt der Endbetrag, obwohl der Quadratmetersatz gleich aussieht. Oft fehlt der letzte Punkt, das Waschwasser.
Eine landesweit einheitliche Regel dafür gibt es nicht. Das Merkblatt Fassadenreinigung der Umweltämter beider Basel und der dortigen Malermeisterverbände zeigt, worauf es hinausläuft: Bei Kaltwasser ohne Chemikalien darf auf lockerem Untergrund bis 300 Quadratmeter gereinigter Fläche versickert werden, darüber wird das Wasser mit Rinnen aufgefangen und in die Kanalisation geleitet.
In Grundwasserschutzzonen und an Gewässern verlangt dasselbe Merkblatt ein Auffangsystem mit Spaltanlage oder externer Entsorgung. Was bei Ihnen gilt, entscheidet die kantonale Gewässerschutzfachstelle.
Woran erkennen Sie eine seriöse Fassadenreinigungsfirma?
Ein seriöser Betrieb nennt den Preis erst, wenn er die Fassade beurteilt hat, vor Ort oder anhand von Fotos und Video, und verlangt keine Vorauszahlung. Die Offerte kommt schriftlich.
Beim Termin vor Ort ist eine Probefläche üblich; fragen Sie vorab, ob Anfahrt und Probefläche verrechnet werden. Ob die Betriebshaftpflicht für einen Schaden an Ihrer Fassade aufkommt, hängt von der Police ab. Lassen Sie sich diese samt Deckungssumme vor dem Auftrag zeigen.
Die Arbeit machen spezialisierte Fassadenreinigungsfirmen, Gebäudereiniger und Maler, die sie als Vorarbeit zum Anstrich mitnehmen. Bei Frost wird nicht gereinigt.
Achtung: Fassadenreinigung wird auch an der Haustür verkauft. Wer den Preis nennt, ohne die Fassade gesehen zu haben, Vorauszahlung verlangt, keine schriftliche Offerte abgibt oder die Betriebshaftpflicht nicht belegen kann, bekommt keinen Auftrag. Lassen Sie sich Zeit und holen Sie eine zweite Offerte ein.
Was können Sie selbst machen und wann brauchen Sie einen Fachbetrieb?
Im Erdgeschoss schaffen Sie kleinere Flächen selbst. Ab zwei Metern Absturzhöhe übernimmt besser ein Betrieb mit Absturzsicherung.
Solche kleineren Flächen sind der Sockel, die Gartenmauer und die Wand hinter dem Cheminée-Holz. Wie Sie dabei vorgehen und welche Fehler den Verputz beschädigen, steht im Ratgeber Fassade selbst reinigen. Höher hinauf lohnt sich der Eigenversuch nicht: Ohne Absturzsicherung erreichen Sie die oberen Meter nicht, und ein gemieteter Hochdruckreiniger kann an einer gedämmten Wand mehr Schaden anrichten als der Belag.
Holen Sie drei bis vier Offerten, die dieselbe Aufgabe rechnen: gleiche Fläche, gleiches Verfahren, gleicher Zugang. Beschreiben Sie Gebäudehöhe, Material und Verschmutzung und legen Sie ein Foto dazu.
Tipp: Über Ofri stellen Sie die Anfrage einmal und erhalten Offerten von geprüften Betrieben aus Ihrer Region, für Sie kostenlos und unverbindlich. Offerten für die Fassadenreinigung einholen und in Ruhe vergleichen.

