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Start » Ratgeber » Boden beschichten – Dauerhafte Versiegelung für Garage, Keller & Co.

Boden beschichten – Dauerhafte Versiegelung für Garage, Keller & Co.

Eine professionelle Bodenbeschichtung verwandelt staubende Betonböden in robuste, pflegeleichte Flächen. Sie schützt vor Öl, Feuchtigkeit und Abrieb. Mit der richtigen Technik können Sie Böden selbst beschichten und jahrelang von den Vorteilen profitieren. Dieser Ratgeber führt Sie durch alle Schritte der Bodenbeschichtung.

Ofri Redaktion
28. Januar 2026 - 10 Min. Lesezeit

Epoxidharzbeschichtung für den Boden eines Industrielagers

  • Warum Böden beschichten
  • Einsatzbereiche und Beschichtungssysteme
  • Vorbereitung – Entscheidend für den Erfolg
  • Materialbedarf berechnen
  • Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Boden beschichten
  • Trocknungs- und Belastungszeiten
  • Ideale Arbeitsbedingungen
  • Häufige Fehler vermeiden
  • Wann einen Profi beauftragen
  • Fazit

Warum Böden beschichten

Unbeschichtete Betonböden haben Nachteile, die eine Beschichtung behebt.

1. Staubbindung

Beton sandet ohne Beschichtung. Jede Bewegung wirbelt Staub auf. Eine Beschichtung versiegelt die Oberfläche und bindet den Staub dauerhaft.

2. Einfachere Reinigung

Beschichtete Böden lassen sich feucht wischen. Flecken verschwinden leicht. Unbeschichteter Beton saugt Verschmutzungen ein.

3. Schutz vor Chemikalien

Öl, Kraftstoffe, Salz und Reinigungsmittel greifen Beton an. Epoxidharz-Beschichtungen sind chemikalienbeständig und schützen den Untergrund.

4. Höhere Belastbarkeit

Die Beschichtung erhöht die Abriebfestigkeit. Reifen, Werkzeuge und schwere Lasten hinterlassen keine Spuren.

5. Bessere Optik

Eine glatte, gleichmässige Oberfläche in Wunschfarbe wertet Garagen, Keller und Werkstätten optisch auf. Verschiedene Farbtöne ermöglichen individuelle Gestaltung.

6. Längere Lebensdauer

Beschichtete Böden halten Jahrzehnte. Sie vermeiden teure Sanierungen durch rechtzeitigen Schutz.

Einsatzbereiche und Beschichtungssysteme

Bodenbeschichtungen eignen sich für viele Bereiche.

Einsatzbereich Anforderungen Empfohlene Beschichtung Besonderheiten
Garage Öl-, salz-, abriebfest 2K Epoxidharz Reifenabrieb, Streusalz, Öltropfen
Keller Feuchtigkeitsresistent 2K Epoxidharz, wasserbasiert Hohe Luftfeuchtigkeit, eventuell aufsteigende Feuchtigkeit
Werkstatt Mechanisch sehr belastbar 2K Epoxidharz, PU-Beschichtung Herabfallende Werkzeuge, Rolllasten
Lagerraum Abriebfest, pflegeleicht 2K Epoxidharz Palettenverkehr, Gabelstapler bei grossen Flächen
Hobbyraum Optisch ansprechend, pflegeleicht 2K Epoxidharz mit Effektflakes Weniger Belastung, mehr Designanspruch
Waschküche Wasserresistent, rutschhemmend 2K Epoxidharz mit Anti-Rutsch-Zusatz Feuchtigkeit, Reinigungsmittel

Übrigens: Unser Ratgeber Garagenboden streichen bietet zusätzliche Tipps speziell für Garagenböden, einschliesslich der richtigen Farbauswahl und alternativer Beschichtungsmethoden.

Beschichtungssysteme im Vergleich

Verschiedene Systeme haben unterschiedliche Eigenschaften.

2K Epoxidharz-Beschichtung

Zwei Komponenten (Harz und Härter) werden gemischt. Nach chemischer Reaktion entsteht eine harte, sehr widerstandsfähige Oberfläche. Ideal für Garagen und Werkstätten. Hohe Chemikalienbeständigkeit und Abriebfestigkeit. Glänzende Oberfläche. Nicht UV-beständig, vergilbt bei Sonnenlicht.

Polyurethan-Beschichtung (PU)

Elastischer als Epoxid. UV-beständig, vergilbt nicht. Etwas weicher, daher bei sehr hoher mechanischer Belastung weniger geeignet. Oft als Versiegelung über Epoxid verwendet.

Wasserbasierte Systeme

Umweltfreundlicher, geruchsarm. Geringere chemische Belastung während der Verarbeitung. Etwas weniger robust als lösemittelbasierte Systeme. Gut für Innenräume mit weniger Belastung.

Einkomponenten-Beschichtungen

Einfachere Verarbeitung, keine Mischung nötig. Weniger robust als 2K-Systeme. Für leichte Belastungen ausreichend.

Schichtaufbau einer professionellen Beschichtung

Mehrere Schichten sorgen für optimale Haftung und Schutz.

Schicht Funktion Details
Schicht 1 – Grundierung Schliesst Poren im Beton und verbessert die Haftung der Hauptschicht Verhindert Aufsteigen von Restfeuchtigkeit. Bei stark saugenden Böden unbedingt nötig.
Schicht 2 – Hauptbeschichtung Die tragende Schicht aus 2K Epoxidharz Wird meist in zwei Durchgängen aufgetragen (je etwa 0,2 bis 0,3 Millimeter). Bildet die robuste, schützende Oberfläche.
Schicht 3 – Versiegelung (optional) Zusätzlicher Schutz gegen Abrieb PU-Versiegelung bringt UV-Beständigkeit. Bei Designböden schützt sie eingestreute Farbflakes.
Zusätze Funktionale und dekorative Erweiterungen Anti-Rutsch-Granulat für rutschfeste Oberflächen. Farbflakes für dekorative Effekte.

Vorbereitung – Entscheidend für den Erfolg

Gründliche Vorbereitung ist wichtiger als die Beschichtung selbst. Fehler hier führen zu Ablösungen.

Untergrund prüfen

  • Festigkeit testen: Klopfen Sie mit einem Hammer auf den Beton. Blättert die oberste Schicht (Sinterschicht) ab, muss sie abgeschliffen werden. Lose Teile halten die Beschichtung nicht.
  • Saugfähigkeit prüfen: Spritzen Sie Wasser auf den Boden. Zieht es schnell ein, ist der Boden saugfähig und braucht Grundierung. Perlt es ab, ist der Boden versiegelt und muss angeschliffen werden.
  • Feuchtigkeit messen: Kleben Sie ein Stück transparente Folie (etwa einen Quadratmeter) luftdicht auf den Boden. Nach 24 Stunden prüfen Sie, ob sich Kondenswasser unter der Folie gebildet hat oder dunkle Flecken entstanden sind. In diesem Fall ist der Boden noch zu feucht und muss weiter trocknen. Neuer Beton braucht mindestens vier bis sechs Wochen, bis er vollständig durchgetrocknet ist.
  • Risse und Schäden: Risse müssen mit Epoxidharzmörtel ausgefüllt werden. Grössere Unebenheiten mit selbstnivellierender Ausgleichsmasse egalisieren.

Handwerker beim Auftragen von Dichtungsmasse auf einen Riss im Betonboden

Reinigung

Zuerst werden grobe Verschmutzungen entfernt: Staub und Schmutz abkehren und lose Teile aufnehmen. Hartnäckige Ölflecken sollten Sie mit einem Spezialreiniger oder einer Ätzlösung behandeln, denn Öl verhindert die Haftung vollständig – danach unbedingt gründlich nachwaschen.

Bei versiegelten Altböden, lackierten Flächen oder vorhandenen Sinterschichten muss die Oberfläche mechanisch geschliffen werden, am besten mit einem Schleifgerät und grober Körnung (circa 36), damit der Untergrund ausreichend aufgeraut ist.

Zum Schluss folgt die Endreinigung: Schleifstaub sorgfältig absaugen, feucht nachwischen, alles staubfrei machen und den Boden vollständig trocknen lassen.

Abkleben

Kleben Sie Wände, Türschwellen und andere angrenzende Flächen sorgfältig mit Malerkrepp ab. Epoxidharz haftet extrem gut und lässt sich schwer entfernen.

Materialbedarf berechnen

Der Verbrauch hängt von Untergrund und Schichtdicke ab.

  • Grundierung: Etwa 200 bis 300 Gramm pro Quadratmeter. Bei stark saugenden Böden mehr.
  • Hauptbeschichtung: Zwei Anstriche à 200 bis 300 Gramm pro Quadratmeter, gesamt etwa 400 bis 600 Gramm pro Quadratmeter.
  • Beispiel: Garage mit 20 Quadratmetern benötigt etwa zehn bis zwölf Kilogramm 2K Epoxidharz plus vier bis sechs Kilogramm Grundierung.
  • Sicherheitspuffer: Bestellen Sie zehn bis 15 Prozent mehr Material. Reste können Sie für Ausbesserungen aufheben.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Boden beschichten

Folgen Sie diesen Schritten für professionelle Ergebnisse beim Beschichten Ihres Bodens

Schritt 1: Grundierung auftragen

Mischen Sie die Grundierung gemäss Herstellerangabe. Meist zwei Teile Harz auf einen Teil Härter. Rühren Sie gründlich mit Bohrmaschine und Rührquirl (niedrige Drehzahl, sonst Hitzeentwicklung). Lassen Sie die Mischung fünf bis zehn Minuten stehen (Entgasung).

Tragen Sie die Grundierung mit einer Kurzflor-Rolle auf. Arbeiten Sie zügig, die Topfzeit beträgt meist 60 bis 90 Minuten. Beginnen Sie in einer Ecke und arbeiten Sie sich zum Ausgang vor. Lassen Sie die Grundierung zwölf bis 24 Stunden trocknen.

Schritt 2: Erste Hauptschicht

Mischen Sie die 2K Epoxidharz-Beschichtung. Beachten Sie das Mischverhältnis exakt, meist zehn zu eins oder zwei zu eins je nach Produkt. Wiederum gründlich rühren und entgasen lassen.

Giessen Sie die Beschichtung auf den Boden. Verteilen Sie sie mit einer Zahnrakel oder Bodenwalze. Arbeiten Sie in Bahnen, Bahn für Bahn. Rollen Sie die Fläche mit einer Kurzflor-Rolle im Kreuzgang (vertikal, horizontal, vertikal).

Stachelwalze Bei Luftblaseneinschlüssen sofort mit Stachelwalze (Entlüftungsroller) entlüften. Tragen Sie Nagelschuhe, um auf der frischen Beschichtung zu laufen.

Lassen Sie die erste Schicht zwölf bis 24 Stunden trocknen (siehe Herstellerangabe).

Schritt 3: Zweite Hauptschicht

Tragen Sie die zweite Schicht genauso auf wie die erste. Sie erhöht die Schichtdicke und sorgt für deckende, gleichmässige Oberfläche.

Optional bei Designboden: Streuen Sie Farbflakes auf die noch nasse Beschichtung. Verteilen Sie sie gleichmässig von Hand. Nach dem Aushärten tragen Sie eine klare Versiegelung auf, um die Flakes zu fixieren.

Schritt 4: Versiegelung (optional)

Für höchsten Schutz tragen Sie nach vollständiger Trocknung (24 bis 48 Stunden) eine PU-Versiegelung auf. Sie macht die Oberfläche noch abriebfester und UV-beständiger.

Bei Anti-Rutsch-Beschichtung streuen Sie Quarzsand in die letzte Schicht. Oder verwenden Sie Beschichtung mit integriertem Anti-Rutsch-Effekt.

Trocknungs- und Belastungszeiten

Geduld ist wichtig. Zu frühe Belastung beschädigt die Beschichtung.

Typische Zeiten bei 20 Grad Celsius und 60 Prozent Luftfeuchtigkeit:

Phase Zeitraum Beschreibung
Überstreichbar sechs bis zwölf Stunden Zwischen Schichten
Begehbar zwölf bis 24 Stunden Vorsichtig ohne Last
Leicht belastbar 48 Stunden Möbel aufstellen
Voll belastbar sieben bis zwölf Tage Auto fahren, schwere Lasten

Einflussfaktoren auf die Trocknungszeit:

Faktor Auswirkung
Temperatur Unter zehn Grad Celsius deutlich länger, über 25 Grad Celsius schneller
Luftfeuchtigkeit Hohe Luftfeuchtigkeit verzögert Aushärtung
Schichtdicke Dickere Schichten brauchen länger
Belüftung Gute Luftzirkulation beschleunigt Trocknung

Ideale Arbeitsbedingungen

Temperatur und Luftfeuchtigkeit beeinflussen das Ergebnis stark. Boden und Raum müssen mindestens zehn Grad Celsius haben, ideal sind 15 bis 25 Grad Celsius. Unter zehn Grad Celsius härtet Epoxid nicht richtig aus, über 30 Grad Celsius verkürzt sich die Topfzeit drastisch.

Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40 und 65 Prozent liegen. Über 80 Prozent Luftfeuchtigkeit kann zu Schleiern und Verfärbungen führen, unter 40 Prozent kann die Oberfläche zu schnell anziehen.

Sorgen Sie für ausreichende Luftzirkulation, aber vermeiden Sie Zugluft, da diese Staub aufwirbeln kann, der in der nassen Beschichtung klebt. Achten Sie darauf, dass die Bodentemperatur mindestens drei Grad Celsius über dem Taupunkt liegt, sonst kondensiert Feuchtigkeit auf der Oberfläche.

Frühjahr und Herbst sind die idealen Jahreszeiten für eine Bodenbeschichtung, da es im Sommer oft zu heiss und im Winter zu kalt ist.

Häufige Fehler vermeiden

Diese Probleme treten oft auf. Sie können Sie leicht vermeiden, wenn Sie die Ursachen kennen:

  • Blasenbildung: Meist durch zu schnelles Arbeiten oder unzureichende Entlüftung. Immer mit Stachelwalze nacharbeiten. Auch aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Beton kann Blasen verursachen.
  • Ablösung: Unzureichende Reinigung oder fehlende Grundierung. Der Untergrund muss staubfrei und aufgeraut sein.
  • Orangenhaut (wellige Oberfläche): Zu dünner Auftrag, zu kalter Boden, Gefälle im Raum oder zweite Schicht zu spät aufgetragen. Achten Sie auf gleichmässige Schichtdicke.
  • Ungleichmässige Farbe: Nicht gründlich genug gemischt. Beim Rühren wirklich alle Ecken erreichen. Komponenten exakt abwiegen.
  • Lange Aushärtung: Zu kalte Temperaturen oder zu hohe Luftfeuchtigkeit. Eventuell falsches Mischverhältnis.
  • Schleier und Trübungen: Hohe Luftfeuchtigkeit während der Verarbeitung. Taupunkt nicht beachtet.

Bauarbeiter beim Auftragen von Epoxidharzbodenbelag mit einer Rakel

Wann einen Profi beauftragen

Manchmal ist Fachwissen unverzichtbar.

Ein Profi ist sinnvoll bei:

  • Grossen Flächen ab etwa 100 Quadratmetern, da Heimwerker hier an ihre Grenzen stossen und Profis grössere Geräte sowie mehr Routine haben
  • Strukturellen Problemen wie Rissen, Unebenheiten oder Feuchtigkeitsschäden, die eine Fachbeurteilung erfordern, da falsche Sanierung die Probleme verschlimmert
  • Speziellen Anforderungen wie Chemikalienresistenz für bestimmte Stoffe, sehr hoher mechanischer Belastung oder besonderer Optik (Designböden mit Metallic-Effekt)
  • Zeitmangel, da die Verarbeitung zeitkritisch ist und Sie während der Topfzeit zügig arbeiten müssen, während Profis die nötige Routine haben
  • Fehlender Ausrüstung, da Schleifgeräte, Entlüftungsroller und Mischgeräte mieten ebenfalls Geld kostet

Wenn Sie professionelle Unterstützung bei der Bodenbeschichtung benötigen, empfehlen wir Ihnen, mehrere Offerten von qualifizierten Bodenleger- oder Malerbetrieben einzuholen. So können Sie Preise vergleichen und den passenden Partner für Ihr Projekt finden.

Auf Ofri können Sie kostenlos und unverbindlich Offerten einholen und erhalten Angebote von geprüften Betrieben aus Ihrer Region.

Fazit

Eine professionelle Bodenbeschichtung verwandelt staubende Betonböden in strapazierfähige, pflegeleichte Flächen. 2K Epoxidharz bietet optimalen Schutz für Garagen, Keller und Werkstätten.

Der Erfolg hängt von gründlicher Vorbereitung ab. Prüfen Sie den Untergrund, reinigen Sie sorgfältig und beachten Sie Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Arbeiten Sie zügig aber präzise.

Mit den richtigen Materialien, guter Planung und etwas Geduld erzielen Sie professionelle Ergebnisse. Bei Unsicherheiten oder grossen Projekten holen Sie Fachleute hinzu. Eine gut ausgeführte Beschichtung hält Jahrzehnte und zahlt sich durch einfache Pflege und Werterhaltung aus.

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