Alte Kellerfenster sind oft undicht, schlecht gedämmt und lassen sich kaum noch öffnen. Der Austausch verbessert Energieeffizienz, verhindert Schimmelbildung und erhöht den Wohnkomfort. Mit handwerklichem Geschick können Sie Kellerfenster selbst ersetzen. Dieser Ratgeber führt Sie Schritt-für-Schritt durch den Prozess, von der Auswahl über die Vorbereitung bis zum fachgerechten Einbau.

Veraltete Kellerfenster verursachen erhebliche Probleme.
| Fenstertyp | U-Wert | Energieeffizienz | Auswirkung |
|---|---|---|---|
| Alte Einfachverglasung | 5,8 W/(m²K) | Sehr schlecht | Hohe Heizkosten, kalte Luft steigt nach oben und erhöht Heizbedarf im ganzen Haus |
| Moderne Isolierverglasung | 1,1 W/(m²K) | Sehr gut | Heizkosten deutlich reduziert, gleichmässige Raumtemperatur |
Undichte Fenster lassen Regenwasser und feuchte Luft eindringen. Das feucht-kalte Klima fördert Schimmelbildung. Moderne Fenster mit Dichtungen verhindern Feuchtigkeitseintritt zuverlässig.

Alte Stahlfenster leiten Kälte direkt ins Gebäude. An diesen Stellen bildet sich Kondenswasser. Neue Fenster mit gedämmten Rahmen unterbrechen diese Kältebrücken.
Defekte Kellerfenster bieten leichten Zugang. Moderne Fenster mit abschliessbaren Griffen und robusten Rahmen erhöhen die Sicherheit.
Die Wahl des passenden Fensters hängt von der Nutzung des Kellers ab. Die Anforderungen unterscheiden sich erheblich zwischen Lagerraum und Wohnkeller.
| Kellernutzung | Verglasung | U-Wert | Eigenschaften |
|---|---|---|---|
| Lagerraum unbeheizt | Einfachverglasung | 5,0-5,8 W/(m²K) | Basis-Schutz, kostengünstig |
| Lagerraum beheizt | Zweifachverglasung | 1,1-1,3 W/(m²K) | Gute Dämmung, Standard |
| Wohn-/Hobbyraum | Zweifach- bis Dreifachverglasung | 0,5-1,1 W/(m²K) | Optimale Dämmung, Schallschutz |
Für unbeheizte Kellerräume, die nur als Lager dienen, genügt ein einfaches Nebenraumfenster. Diese sind kostengünstig und erfüllen die Grundfunktion. Wird der Keller beheizt oder als Hobbyraum genutzt, sind mehrfach verglaste Fenster Pflicht.
Beachten Sie die Energieeinsparverordnung (EnEV) für beheizte Räume. Diese schreibt bestimmte U-Werte vor. Ein Energieberater kann Sie bei Unsicherheit unterstützen.
| Material | Eigenschaften | Dämmung | Eignung | Wartung |
|---|---|---|---|---|
| Kunststoff | Resistent gegen Feuchtigkeit, pflegeleicht, Mehrkammer-System (3-4 Kammern) | Hervorragend | Feuchte Kellerräume, Wohnräume | Wartungsarm, langlebig |
| Stahl | Robust, kostengünstig, beschichtete Rahmen gegen Korrosion | Kaum Dämmung | Unbeheizte Lagerräume | Korrosionsschutz beachten |
| Funktion | Nutzen | Empfehlung |
|---|---|---|
| Abschliessbare Griffe | Erhöhen Einbruchsicherheit | Für alle Kellerfenster |
| Kippfunktion | Lüftung ohne vollständiges Öffnen | Praktisch für regelmässiges Lüften |
| Sicherheitsverglasung | Schutz vor Einbruch | Besonders bei Lichtschächten empfohlen |

Präzises Ausmessen ist entscheidend. Fehler hier führen zu aufwendigen Nacharbeiten. Nehmen Sie sich Zeit für diesen Schritt.
Messen Sie die Breite der Maueröffnung an drei Stellen: oben, mittig und unten. Notieren Sie das kleinste Mass. Alte Maueröffnungen sind oft nicht ganz rechtwinklig. Ziehen Sie 20 Millimeter vom kleinsten Mass ab. Dieser Spielraum ist nötig für Montageschaum und Dichtung.
Messen Sie die Höhe sowohl links als auch rechts. Nehmen Sie wieder das kleinste Mass und ziehen Sie zehn Millimeter ab. Diese Einbauluft ermöglicht späteres Ausrichten.
Maueröffnung messen:
| Position | Breite | Höhe |
|---|---|---|
| Oben / Links | 82 cm | 62 cm |
| Mittig | 81,5 cm | – |
| Unten / Rechts | 82 cm | 61,5 cm |
| Kleinstes Mass | 81,5 cm | 61,5 cm |
Fenstermass berechnen:
| Dimension | Kleinstes Mass | Abzug | Fenstermass |
|---|---|---|---|
| Breite | 81,5 cm | − 2 cm | 79,5 cm |
| Höhe | 61,5 cm | − 1 cm | 60,5 cm |
Tipp: Skizze anfertigen Zeichnen Sie eine Skizze des Fensters mit allen Massen. Vermerken Sie auch die Position des Griffs. So vermeiden Sie Verwechslungen beim Kauf und haben alle Informationen griffbereit.
Falls möglich, bauen Sie das alte Fenster zuerst aus und messen Sie dieses aus. So erhalten Sie die exakten Einbaumasse. Viele Hersteller bieten Kellerfenster in Standardgrössen an. Passt Ihr Mass nicht genau, wählen Sie die nächstkleinere Grösse. Moderne Fenster haben oft breitere Rahmen als alte Modelle. Das verringert die Glasfläche geringfügig, fällt aber nach Einbau kaum auf.
Eine gute Vorbereitung erleichtert die Arbeit erheblich. Stellen Sie alles bereit, bevor Sie beginnen.
Benötigte Werkzeuge:
Benötigte Materialien:
Nun geht es an die praktische Arbeit. Arbeiten Sie sorgfältig und lassen Sie sich Zeit. Präzision ist wichtiger als Geschwindigkeit.
Fensterflügel aushängen
Hängen Sie zunächst den Fensterflügel aus. Bei alten Fenstern lässt er sich meist einfach ausheben. So wird das Fenster leichter und handlicher.
Putz entfernen
Entfernen Sie den Putz rund um die Fensterfuge mit Hammer und Meissel. Arbeiten Sie vorsichtig, um die Maueröffnung nicht zu vergrössern. Der Putz sitzt meist nicht fest und lässt sich gut lösen.
Rahmen lösen
Suchen Sie nach Befestigungen des Rahmens. Alte Stahlfenster sind oft nur eingeklemmt oder auf Schrauben gesteckt.
Lösen Sie sichtbare Schrauben mit dem Schraubendreher. Bei einbetonierten Rahmen hilft ein Brecheisen oder Hammer. Wenn die Rahmen fest verschraubt sind, scheiden Sie sie mit einem Winkelschleifer an zwei Stellen durch. Bei Holzrahmen verwenden Sie eine Säge.
Wichtig: Tragen Sie Schutzbrille und Handschuhe. Arbeiten Sie von innen, so fällt der Schutt in den Keller und nicht in den Lichtschacht.
Reinigen
Entfernen Sie alle Putz- und Mörtelreste sowie alten Schaum. Fegen Sie Staub und losen Schmutz weg. Die Fläche muss sauber und tragfähig sein.
Schäden ausbessern
Bessern Sie ausgebrochene Stellen mit Mörtel aus. Füllen Sie Löcher und Risse. Lassen Sie den Mörtel vollständig aushärten.
Bereiten Sie die Oberfläche vor, indem Sie sehr unebenen Laibungen eine Ausgleichsschicht auftragen. Ist der Untergrund sandend oder stark saugend, tragen Sie einen Haftgrund auf. Halten Sie die Trocknungszeit gemäss Herstellerangaben ein.
Fenster prüfen
Kontrollieren Sie das neue Fenster auf Transportschäden. Prüfen Sie, ob alle Teile vorhanden sind. Lassen Sie die Schutzfolie zunächst am Rahmen.
Fenster positionieren
Setzen Sie das Fenster in die Maueröffnung. Arbeiten Sie zu zweit: Einer hebt das Fenster ein, der andere richtet aus. Das Fenster sollte etwa bündig mit der Innenwand abschliessen.
Mit Keilen fixieren
Unterlegen Sie Keile unten, damit das Fenster nicht durchhängt. Setzen Sie auch seitlich Keile, um es zu zentrieren. Der Abstand zur Maueröffnung sollte ringsum etwa zehn bis fünfzehn Millimeter betragen.
Ausrichten
Kontrollieren Sie mit der Wasserwaage horizontal, vertikal und diagonal. Korrigieren Sie mit Keilen, bis alles stimmt.
Penibel ausrichten! Nehmen Sie sich Zeit für das Ausrichten. Ein schief montiertes Fenster fällt beim Öffnen zu oder bleibt in Kippstellung stehen. Die Dichtungen schliessen nicht richtig und das Fenster ist undicht.
Bohrlöcher vorbereiten
Bohren Sie durch die vorgesehenen Befestigungslöcher im Rahmen in die Laibung. Verwenden Sie einen Steinbohrer passender Grösse. Bohren Sie tief genug für die Fensterrahmendübel und blasen Sie Bohrstaub aus den Löchern.
Dübel setzen
Setzen Sie die Fensterrahmendübel auf die Schraubenspitzen. Schlagen Sie sie vorsichtig mit dem Hammer ins Bohrloch. Der Dübel muss bündig mit dem Rahmen abschliessen.
Verschrauben
Ziehen Sie die Schrauben mit dem Akkuschrauber an. Arbeiten Sie reihum und ziehen Sie schrittweise an, nicht eine Schraube komplett fest. Erst alle Schrauben handfest, dann nacheinander komplett anziehen.
Kontrolle
Kontrollieren Sie nochmals mit der Wasserwaage. Öffnen und schliessen Sie testweise den Fensterflügel. Er sollte leichtgängig sein und in jeder Position bleiben.
Keile entfernen
Entfernen Sie die Holzkeile und schneiden Sie vorstehende Enden ab.
Befeuchten Sie die Fuge vorher leicht und sprühen Sie Montageschaum sparsam in die Fuge, denn Schaum dehnt sich stark aus. Füllen Sie die Fuge nur zu einem Drittel. Lassen Sie den Schaum ein bis zwei Stunden aushärten und schneiden Sie überschüssigen Schaum bündig ab.
Alternativ können Sie Faserdämmstoff in die Fuge stopfen und verputzen.
Kleben Sie den Rahmen mit Malerkrepp ab. Tragen Sie bei saugenden Untergründen Haftgrund auf.
Tragen Sie Gipsspachtelmasse in mehreren dünnen Schichten auf. Lassen Sie jede Schicht antrocknen und schleifen Sie die Oberfläche glatt.
Entfernen Sie das Malerkrepp schräg, sobald der Putz oberflächlich getrocknet ist.

Entfernen Sie die Schutzfolie und reinigen Sie das Fenster. Montieren Sie den Fenstergriff und hängen Sie den Fensterflügel ein.
Testen Sie alle Funktionen: Öffnen, Schliessen, Kippen.
Der Flügel sollte leichtgängig sein und in jeder Position halten. Stellen Sie bei Bedarf mit den Einstellschrauben an den Beschlägen nach.
Schief montiert: Ein schiefes Fenster funktioniert nicht richtig. Nehmen Sie sich Zeit beim Ausrichten. Prüfen Sie mehrfach mit der Wasserwaage.
Zu viel Montageschaum: Der Schaum dehnt sich stark aus. Bei zu viel Schaum wird der Rahmen verbogen. Sprühen Sie sparsam. Lieber nachträglich ergänzen.
Der Austausch von Kellerfenstern ist für geübte Heimwerker machbar. In bestimmten Fällen sollten Sie aber einen Fachmann beauftragen.
Beauftragen Sie einen Profi bei:
Für professionelle Unterstützung beim Ersetzen Ihrer Kellerfenster finden Sie auf Ofri qualifizierte Handwerksbetriebe, die Ihr Projekt fachgerecht umsetzen.
Der Austausch von Kellerfenstern ist ein überschaubares DIY-Projekt. Mit der richtigen Vorbereitung und sorgfältigem Arbeiten erzielen Sie professionelle Ergebnisse. Die wichtigsten Erfolgsfaktoren sind präzises Ausmessen, sorgfältiges Ausrichten und geduldiges Verspachteln.
Die Investition zahlt sich mehrfach aus. Sie sparen Heizkosten, verhindern Schimmelbildung und erhöhen die Sicherheit. Der Keller wird heller und freundlicher. Bei durchschnittlichen Kellerfenstern sparen Sie durch Eigenleistung etwa die Hälfte der Kosten.
Nehmen Sie sich Zeit für jeden Schritt. Mehrfaches Kontrollieren ist besser als späteres Nacharbeiten. Mit dieser Anleitung gelingt der Fenstertausch auch weniger geübten Heimwerkern.





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