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Start » Ratgeber » Kellerfenster ersetzen – DIY-Anleitung für Heimwerker

Kellerfenster ersetzen – DIY-Anleitung für Heimwerker

Alte Kellerfenster sind oft undicht, schlecht gedämmt und lassen sich kaum noch öffnen. Der Austausch verbessert Energieeffizienz, verhindert Schimmelbildung und erhöht den Wohnkomfort. Mit handwerklichem Geschick können Sie Kellerfenster selbst ersetzen. Dieser Ratgeber führt Sie Schritt-für-Schritt durch den Prozess, von der Auswahl über die Vorbereitung bis zum fachgerechten Einbau.

Ofri Redaktion
22. Januar 2026 - 10 Min. Lesezeit

Altes Kellerfenster in der Aussenwand eines Hauses

  • Warum Kellerfenster austauschen wichtig ist
  • Das richtige Kellerfenster auswählen
  • Kellerfenster: Materialien und Zusatzfunktionen
  • Fenster richtig ausmessen
  • Benötigte Werkzeuge und Materialien
  • Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Kellerfenster ersetzen
  • Häufige Fehler vermeiden
  • Wann einen Fachmann beauftragen
  • Fazit: Kellerfenster selbst ersetzen lohnt sich

Warum Kellerfenster austauschen wichtig ist

Veraltete Kellerfenster verursachen erhebliche Probleme.

Fenstertyp U-Wert Energieeffizienz Auswirkung
Alte Einfachverglasung 5,8 W/(m²K) Sehr schlecht Hohe Heizkosten, kalte Luft steigt nach oben und erhöht Heizbedarf im ganzen Haus
Moderne Isolierverglasung 1,1 W/(m²K) Sehr gut Heizkosten deutlich reduziert, gleichmässige Raumtemperatur

Feuchtigkeit und Schimmel

Undichte Fenster lassen Regenwasser und feuchte Luft eindringen. Das feucht-kalte Klima fördert Schimmelbildung. Moderne Fenster mit Dichtungen verhindern Feuchtigkeitseintritt zuverlässig.

Schimmel am Kellerfenster

Kältebrücken

Alte Stahlfenster leiten Kälte direkt ins Gebäude. An diesen Stellen bildet sich Kondenswasser. Neue Fenster mit gedämmten Rahmen unterbrechen diese Kältebrücken.

Einbruchschutz

Defekte Kellerfenster bieten leichten Zugang. Moderne Fenster mit abschliessbaren Griffen und robusten Rahmen erhöhen die Sicherheit.

Das richtige Kellerfenster auswählen

Die Wahl des passenden Fensters hängt von der Nutzung des Kellers ab. Die Anforderungen unterscheiden sich erheblich zwischen Lagerraum und Wohnkeller.

Verglasung nach Nutzung wählen

Kellernutzung Verglasung U-Wert Eigenschaften
Lagerraum unbeheizt Einfachverglasung 5,0-5,8 W/(m²K) Basis-Schutz, kostengünstig
Lagerraum beheizt Zweifachverglasung 1,1-1,3 W/(m²K) Gute Dämmung, Standard
Wohn-/Hobbyraum Zweifach- bis Dreifachverglasung 0,5-1,1 W/(m²K) Optimale Dämmung, Schallschutz

Für unbeheizte Kellerräume, die nur als Lager dienen, genügt ein einfaches Nebenraumfenster. Diese sind kostengünstig und erfüllen die Grundfunktion. Wird der Keller beheizt oder als Hobbyraum genutzt, sind mehrfach verglaste Fenster Pflicht.

Beachten Sie die Energieeinsparverordnung (EnEV) für beheizte Räume. Diese schreibt bestimmte U-Werte vor. Ein Energieberater kann Sie bei Unsicherheit unterstützen.

Kellerfenster: Materialien und Zusatzfunktionen

Fenstermaterialien

Material Eigenschaften Dämmung Eignung Wartung
Kunststoff Resistent gegen Feuchtigkeit, pflegeleicht, Mehrkammer-System (3-4 Kammern) Hervorragend Feuchte Kellerräume, Wohnräume Wartungsarm, langlebig
Stahl Robust, kostengünstig, beschichtete Rahmen gegen Korrosion Kaum Dämmung Unbeheizte Lagerräume Korrosionsschutz beachten

Zusatzfunktionen

Funktion Nutzen Empfehlung
Abschliessbare Griffe Erhöhen Einbruchsicherheit Für alle Kellerfenster
Kippfunktion Lüftung ohne vollständiges Öffnen Praktisch für regelmässiges Lüften
Sicherheitsverglasung Schutz vor Einbruch Besonders bei Lichtschächten empfohlen

Fenster richtig ausmessen

Kellerfenster mit Massband ausmessen

Präzises Ausmessen ist entscheidend. Fehler hier führen zu aufwendigen Nacharbeiten. Nehmen Sie sich Zeit für diesen Schritt.

Maueröffnung vermessen

Messen Sie die Breite der Maueröffnung an drei Stellen: oben, mittig und unten. Notieren Sie das kleinste Mass. Alte Maueröffnungen sind oft nicht ganz rechtwinklig. Ziehen Sie 20 Millimeter vom kleinsten Mass ab. Dieser Spielraum ist nötig für Montageschaum und Dichtung.

Messen Sie die Höhe sowohl links als auch rechts. Nehmen Sie wieder das kleinste Mass und ziehen Sie zehn Millimeter ab. Diese Einbauluft ermöglicht späteres Ausrichten.

Beispielrechnung: Fenstermass ermitteln

Maueröffnung messen:

Position Breite Höhe
Oben / Links 82 cm 62 cm
Mittig 81,5 cm –
Unten / Rechts 82 cm 61,5 cm
Kleinstes Mass 81,5 cm 61,5 cm

Fenstermass berechnen:

Dimension Kleinstes Mass Abzug Fenstermass
Breite 81,5 cm − 2 cm 79,5 cm
Höhe 61,5 cm − 1 cm 60,5 cm

Tipp: Skizze anfertigen Zeichnen Sie eine Skizze des Fensters mit allen Massen. Vermerken Sie auch die Position des Griffs. So vermeiden Sie Verwechslungen beim Kauf und haben alle Informationen griffbereit.

Altes Fenster als Referenz

Falls möglich, bauen Sie das alte Fenster zuerst aus und messen Sie dieses aus. So erhalten Sie die exakten Einbaumasse. Viele Hersteller bieten Kellerfenster in Standardgrössen an. Passt Ihr Mass nicht genau, wählen Sie die nächstkleinere Grösse. Moderne Fenster haben oft breitere Rahmen als alte Modelle. Das verringert die Glasfläche geringfügig, fällt aber nach Einbau kaum auf.

Benötigte Werkzeuge und Materialien

Eine gute Vorbereitung erleichtert die Arbeit erheblich. Stellen Sie alles bereit, bevor Sie beginnen.

Benötigte Werkzeuge:

  • Hammer, Meissel oder Brecheisen zum Ausbau
  • Akkuschrauber mit Bits
  • Schlagbohrmaschine oder Bohrhammer für Mauerwerk
  • Wasserwaage
  • Zollstock
  • Cuttermesser zum Schneiden von Montageschaum
  • Eventuell Winkelschleifer bei verschraubten Stahlrahmen
  • Kelle und Maurerkelle für Spachtelarbeiten
  • Pinsel zum Auftragen von Haftgrund

Benötigte Materialien:

  • Neues Kellerfenster passender Grösse
  • Fensterrahmendübel mit Schrauben (meist mitgeliefert)
  • Montageschaum (PU-Schaum)
  • Holzkeile zum Ausrichten
  • Gipsspachtelmasse oder Feinputz für Fensterfugen
  • Haftgrund für Putzarbeiten
  • Malerkrepp zum Abkleben
  • Eventuell Dichtungsband
  • Schutzhandschuhe und Schutzbrille

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Kellerfenster ersetzen

Nun geht es an die praktische Arbeit. Arbeiten Sie sorgfältig und lassen Sie sich Zeit. Präzision ist wichtiger als Geschwindigkeit.

Schritt 1: Altes Fenster ausbauen

Fensterflügel aushängen

Hängen Sie zunächst den Fensterflügel aus. Bei alten Fenstern lässt er sich meist einfach ausheben. So wird das Fenster leichter und handlicher.

Putz entfernen

Entfernen Sie den Putz rund um die Fensterfuge mit Hammer und Meissel. Arbeiten Sie vorsichtig, um die Maueröffnung nicht zu vergrössern. Der Putz sitzt meist nicht fest und lässt sich gut lösen.

Rahmen lösen

Suchen Sie nach Befestigungen des Rahmens. Alte Stahlfenster sind oft nur eingeklemmt oder auf Schrauben gesteckt.

Lösen Sie sichtbare Schrauben mit dem Schraubendreher. Bei einbetonierten Rahmen hilft ein Brecheisen oder Hammer. Wenn die Rahmen fest verschraubt sind, scheiden Sie sie mit einem Winkelschleifer an zwei Stellen durch. Bei Holzrahmen verwenden Sie eine Säge.

Wichtig: Tragen Sie Schutzbrille und Handschuhe. Arbeiten Sie von innen, so fällt der Schutt in den Keller und nicht in den Lichtschacht.

Schritt 2: Maueröffnung vorbereiten

Reinigen

Entfernen Sie alle Putz- und Mörtelreste sowie alten Schaum. Fegen Sie Staub und losen Schmutz weg. Die Fläche muss sauber und tragfähig sein.

Schäden ausbessern

Bessern Sie ausgebrochene Stellen mit Mörtel aus. Füllen Sie Löcher und Risse. Lassen Sie den Mörtel vollständig aushärten.

Bereiten Sie die Oberfläche vor, indem Sie sehr unebenen Laibungen eine Ausgleichsschicht auftragen. Ist der Untergrund sandend oder stark saugend, tragen Sie einen Haftgrund auf. Halten Sie die Trocknungszeit gemäss Herstellerangaben ein.

Schritt 3: Neues Fenster einsetzen

Fenster prüfen

Kontrollieren Sie das neue Fenster auf Transportschäden. Prüfen Sie, ob alle Teile vorhanden sind. Lassen Sie die Schutzfolie zunächst am Rahmen.

Fenster positionieren

Setzen Sie das Fenster in die Maueröffnung. Arbeiten Sie zu zweit: Einer hebt das Fenster ein, der andere richtet aus. Das Fenster sollte etwa bündig mit der Innenwand abschliessen.

Mit Keilen fixieren

Unterlegen Sie Keile unten, damit das Fenster nicht durchhängt. Setzen Sie auch seitlich Keile, um es zu zentrieren. Der Abstand zur Maueröffnung sollte ringsum etwa zehn bis fünfzehn Millimeter betragen.

Ausrichten

Kontrollieren Sie mit der Wasserwaage horizontal, vertikal und diagonal. Korrigieren Sie mit Keilen, bis alles stimmt.

Penibel ausrichten! Nehmen Sie sich Zeit für das Ausrichten. Ein schief montiertes Fenster fällt beim Öffnen zu oder bleibt in Kippstellung stehen. Die Dichtungen schliessen nicht richtig und das Fenster ist undicht.

Schritt 4: Fenster verschrauben

Bohrlöcher vorbereiten

Bohren Sie durch die vorgesehenen Befestigungslöcher im Rahmen in die Laibung. Verwenden Sie einen Steinbohrer passender Grösse. Bohren Sie tief genug für die Fensterrahmendübel und blasen Sie Bohrstaub aus den Löchern.

Dübel setzen

Setzen Sie die Fensterrahmendübel auf die Schraubenspitzen. Schlagen Sie sie vorsichtig mit dem Hammer ins Bohrloch. Der Dübel muss bündig mit dem Rahmen abschliessen.

Verschrauben

Ziehen Sie die Schrauben mit dem Akkuschrauber an. Arbeiten Sie reihum und ziehen Sie schrittweise an, nicht eine Schraube komplett fest. Erst alle Schrauben handfest, dann nacheinander komplett anziehen.

Kontrolle

Kontrollieren Sie nochmals mit der Wasserwaage. Öffnen und schliessen Sie testweise den Fensterflügel. Er sollte leichtgängig sein und in jeder Position bleiben.

Schritt 5: Fenster abdichten

Keile entfernen

Entfernen Sie die Holzkeile und schneiden Sie vorstehende Enden ab.

Befeuchten Sie die Fuge vorher leicht und sprühen Sie Montageschaum sparsam in die Fuge, denn Schaum dehnt sich stark aus. Füllen Sie die Fuge nur zu einem Drittel. Lassen Sie den Schaum ein bis zwei Stunden aushärten und schneiden Sie überschüssigen Schaum bündig ab.

Alternativ können Sie Faserdämmstoff in die Fuge stopfen und verputzen.

Schritt 6: Fugen verspachteln

Kleben Sie den Rahmen mit Malerkrepp ab. Tragen Sie bei saugenden Untergründen Haftgrund auf.

Tragen Sie Gipsspachtelmasse in mehreren dünnen Schichten auf. Lassen Sie jede Schicht antrocknen und schleifen Sie die Oberfläche glatt.

Entfernen Sie das Malerkrepp schräg, sobald der Putz oberflächlich getrocknet ist.

Schritt 7: Fenster fertigstellen

Neues Kellerfenster mit Lichtschacht in der Aussenwand eines Hauses

Entfernen Sie die Schutzfolie und reinigen Sie das Fenster. Montieren Sie den Fenstergriff und hängen Sie den Fensterflügel ein.

Testen Sie alle Funktionen: Öffnen, Schliessen, Kippen.

Der Flügel sollte leichtgängig sein und in jeder Position halten. Stellen Sie bei Bedarf mit den Einstellschrauben an den Beschlägen nach.

Häufige Fehler vermeiden

  • Zu eng eingebaut: Fehlt Spielraum zur Maueröffnung, kann das Fenster sich nicht ausdehnen. Es verzieht sich bei Temperaturwechseln. Halten Sie mindesten zehn Millimeter Abstand ein.
  • Schief montiert: Ein schiefes Fenster funktioniert nicht richtig. Nehmen Sie sich Zeit beim Ausrichten. Prüfen Sie mehrfach mit der Wasserwaage.

  • Zu viel Montageschaum: Der Schaum dehnt sich stark aus. Bei zu viel Schaum wird der Rahmen verbogen. Sprühen Sie sparsam. Lieber nachträglich ergänzen.

  • Fenster nicht getestet: Testen Sie die Funktion vor dem Verspachteln. Nachträgliche Korrekturen sind aufwendig. Öffnen und schliessen Sie mehrmals.
  • Falsche Verglasung gewählt: Für beheizte Kellerräume reicht Einfachverglasung nicht. Beachten Sie die gesetzlichen Vorgaben. Im Zweifelsfall Fachmann fragen.

Wann einen Fachmann beauftragen

Der Austausch von Kellerfenstern ist für geübte Heimwerker machbar. In bestimmten Fällen sollten Sie aber einen Fachmann beauftragen.

Beauftragen Sie einen Profi bei:

  • Nachträglichem Fenstereinbau: Statik muss geprüft werden, Sturz über der Öffnung nötig, Lichtschacht von aussen montieren
  • Sehr alten oder denkmalgeschützten Gebäuden: Besondere Vorschriften können gelten, Beratung zu zulässigen Fenstern nötig
  • Unsicherheit bei Verglasung: Energieeinsparverordnung schreibt bestimmte Werte vor, Energieberater hilft teure Fehler vermeiden
  • Grossen oder schweren Fenstern: Zu zweit kaum zu stemmen, Profis haben richtiges Werkzeug und Erfahrung

Für professionelle Unterstützung beim Ersetzen Ihrer Kellerfenster finden Sie auf Ofri qualifizierte Handwerksbetriebe, die Ihr Projekt fachgerecht umsetzen.

Fazit: Kellerfenster selbst ersetzen lohnt sich

Der Austausch von Kellerfenstern ist ein überschaubares DIY-Projekt. Mit der richtigen Vorbereitung und sorgfältigem Arbeiten erzielen Sie professionelle Ergebnisse. Die wichtigsten Erfolgsfaktoren sind präzises Ausmessen, sorgfältiges Ausrichten und geduldiges Verspachteln.

Die Investition zahlt sich mehrfach aus. Sie sparen Heizkosten, verhindern Schimmelbildung und erhöhen die Sicherheit. Der Keller wird heller und freundlicher. Bei durchschnittlichen Kellerfenstern sparen Sie durch Eigenleistung etwa die Hälfte der Kosten.

Nehmen Sie sich Zeit für jeden Schritt. Mehrfaches Kontrollieren ist besser als späteres Nacharbeiten. Mit dieser Anleitung gelingt der Fenstertausch auch weniger geübten Heimwerkern.

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