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Start » Ratgeber » So veredeln Sie Ihren Kirschbaum richtig – Schritt für Schritt

So veredeln Sie Ihren Kirschbaum richtig – Schritt für Schritt

Ein wunderbarer Sommer ohne knackige, süsse Kirschen? Unvorstellbar! Wenn Ihr Kirschbaum nur wenige oder bittere Früchte trägt, kann eine Veredelung wahre Wunder wirken. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihren Kirschbaum ganz einfach selbst veredeln – mit praktischen Tipps und einer genauen Anleitung.

Oliver Schlupp
19. Februar 2026 - 5 Min. Lesezeit

Kirschbaum mit Kirschen

  • Warum sollte man einen Kirschbaum veredeln?
  • Kirschbaum veredeln – diese Methoden gibt es
  • Wann sollten Sie einen Kirschbaum veredeln?
  • Schritt-für-Schritt-Anleitung: Kirschbaum erfolgreich veredeln
  • Tipps für eine gelungene Veredelung

Warum sollte man einen Kirschbaum veredeln?

Ein Kirschbaum wächst auch ohne Veredelung. Doch wenn Sie süsse, grosse und widerstandsfähige Kirschen ernten wollen, lohnt sich der Aufwand. Mit der richtigen Veredelung bestimmen Sie die Sorte selbst. Das ist besonders hilfreich, wenn Sie alte oder seltene Kirschsorten erhalten möchten.

Bei der Veredelung bringen Sie ein Edelreis – also ein Triebstück der gewünschten Sorte – auf eine Unterlage. Die Unterlage kann ein wilder Kirschbaum oder ein bereits eingewachsener Baum sein. So kombinieren Sie die Robustheit der Unterlage mit der Fruchtqualität des Edelreises.

Auch bei kranken Bäumen ist die Veredelung oft die Rettung. Statt den ganzen Baum zu fällen, setzen Sie einfach neue Triebe ein. Das spart Zeit, Kosten – und schont die Natur. Zudem tragen veredelte Kirschbäume oft schneller Früchte als aus Samen gezogene.

Die Vorteile des Veredelns Ihres Kirschbaums auf einen Blick:

  • Höhere Fruchtqualität
  • Schnellere Erträge
  • Erhalt alter Sorten
  • Stärkere Krankheitsresistenz
  • Geringerer Pflegeaufwand


Baum mit Veredelung

Kirschbaum veredeln – diese Methoden gibt es

Je nach Alter des Baums und gewünschtem Ergebnis bieten sich verschiedene Methoden zur Veredelung an. Wir stellen Ihnen die gängigsten Techniken vor.

1. Okulation (Auge einsetzen):

Bei dieser Methode schneiden Sie ein einzelnes «Auge»– also eine Knospe – aus dem Edelreis heraus und setzen es unter die Rinde der Unterlage. Diese Technik ist besonders schonend und wird oft bei jungen Bäumen genutzt.

2. Kopulation (mit Gegenzunge):

Ideal für gleich dicke Triebe. Sie schneiden Edelreis und Unterlage schräg an und fügen sie passgenau zusammen. Die sogenannte Gegenzunge sorgt für festen Halt.

Wichtig: Beide Teile müssen genau gleich dick sein.

Kirschbaum: Veredelung durch Kopulation

3. Rindenpfropfen:

Diese Technik eignet sich für dickere Stämme. Sie heben die Rinde leicht an und schieben das Edelreis darunter. Diese Methode ist sehr beliebt, wenn ältere Kirschbäume eine neue Sorte tragen sollen.

4. Spaltpfropfen:

Für robuste Unterlagen. Sie spalten den Stamm oder Ast und setzen das Edelreis direkt in den Spalt. Das klappt auch bei grösseren Ästen. Diese Methode funktioniert besonders gut im Frühjahr.


Profitipp zur Wahl der Veredelungsmethode

Wann sollten Sie einen Kirschbaum veredeln?

Wann Sie Ihren Kirschbaum veredeln, hat grossen Einfluss auf den Erfolg. Die Wahl des Zeitpunkts hängt von der gewählten Methode ab – und vom Klima in Ihrer Region. Das gilt übrigens auch für das Schneiden des Baums.

Jahreszeit Methoden
Frühjahr (März bis April) Ideal für Kopulation oder Rindenpfropfen. Der Baum beginnt gerade zu treiben, der Saftfluss setzt ein. Die Rinde lässt sich gut abheben – perfekte Bedingungen für die Veredelung.
Sommer (Juli bis August) Die Zeit der Okulation. Diese Methode funktioniert am zuverlässigsten, wenn die Rinde «löst». Das heisst: Sie lässt sich leicht vom Holz trennen. So setzen Sie das sogenannte Auge präzise ein.
Winter (Dezember bis Februar) Nur für erfahrene Gärtner geeignet. In der Ruhephase lässt sich die Kopulation unter Laborbedingungen (z. B. im Gewächshaus oder Keller) vorbereiten. Danach lagern Sie die veredelten Reiser kühl und pflanzen sie im Frühling aus.

Profitipp zur Wahl der Jahreszeit für die Veredelung

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Kirschbaum erfolgreich veredeln

Mit etwas Übung und dem richtigen Werkzeug klappt das Veredeln ganz einfach. So gehen Sie vor:

Schritt 1: Das richtige Werkzeug bereitlegen

Sie brauchen ein scharfes Veredelungsmesser, eine saubere Astschere, Baumwachs oder ein anderes Wundverschlussmittel, Bindematerial (z. B. Bast, Gummiband oder spezielle Veredelungsfolie) und natürlich Edelreiser der gewünschten Sorte.

Schritt 2: Edelreis und Unterlage vorbereiten

Wählen Sie gesunde, einjährige Triebe vom Edelbaum. Schneiden Sie das Edelreis so, dass es zwei bis drei Knospen hat. Die Unterlage sollte ebenfalls gesund sein – idealerweise ein junger Wildkirschbaum oder ein robuster Baum, der umveredelt werden soll.

Schritt 3: Veredelungstechnik anwenden

Je nach Methode führen Sie den passenden Schnitt durch – etwa ein schräger Schnitt für die Kopulation oder ein Auge für die Okulation. Fügen Sie Edelreis und Unterlage passgenau zusammen. Achten Sie darauf, dass die Kambiumschichten (die grüne Schicht unter der Rinde) beider Teile gut aufeinanderliegen.

Schritt 4: Veredelungsstelle schützen und pflegen

Fixieren Sie die Stelle mit Bast oder Folie. Streichen Sie die Schnittstelle mit Baumwachs ein. Das schützt vor Austrocknung und Infektionen. Danach stellen Sie den Baum an einen geschützten, halbschattigen Ort. Giessen nicht vergessen!


Profitipp: Kirschveredelungen beschriften

Tipps für eine gelungene Veredelung

  • Verwenden Sie nur gesunde, kräftige Edelreiser aus dem aktuellen Jahr.
  • Desinfizieren Sie das Werkzeug vor jedem Schnitt, um Infektionen zu vermeiden.
  • Kambiumschichten müssen dicht aufeinanderliegen.
  • Nicht bei Hitze oder Frost veredeln – mildes Wetter erhöht die Erfolgschance.
  • Schnittstellen immer sofort verschliessen – mit Baumwachs oder Veredelungslack.
  • Veredelung regelmässig kontrollieren – auf Austrieb, Schädlinge oder Pilzbefall.

Sollten Sie sich das Veredeln oder das Schneiden Ihres Kirschbaums nicht selbst zutrauen oder keine Zeit haben, stellen Sie gerne eine Offertenanfrage und vergleichen Sie die Angebote der Gärtner aus Ihrer Region.

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