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Start » Ratgeber » Luft entfeuchten: So senken Sie die Luftfeuchtigkeit im Raum

Luft entfeuchten: So senken Sie die Luftfeuchtigkeit im Raum

Feuchte Luft beschlägt die Fenster und lässt Textilien muffig riechen. Zu viel davon schafft die Grundlage für Schimmel. Vor allem im Winter und in Räumen wie Bad, Küche und Schlafzimmer steigt die Luftfeuchtigkeit schnell über ein gesundes Mass. Dieser Ratgeber zeigt, mit welchen Mitteln Sie die Luft entfeuchten, welcher Wert im Raum ideal ist und wann hinter der Feuchtigkeit ein bauliches Problem steckt, das eine Fachperson braucht.

Elion Shala
15. August 2026 - 8 Min. Lesezeit

Beschlagenes Fenster mit Kondenswasser: ein Zeichen, dass Sie die Luft entfeuchten sollten

  • Wie hoch sollte die Luftfeuchtigkeit im Raum sein?
  • Was zieht Feuchtigkeit aus der Luft?
  • Luft entfeuchten durch richtiges Lüften
  • Elektrische Entfeuchter und Granulat im Vergleich
  • Hausmittel und was wirklich hilft
  • Woher die feuchte Luft kommt
  • Was tun bei 70 Prozent Luftfeuchtigkeit?
  • Luft entfeuchten: selbst machen oder Fachbetrieb beauftragen

Feuchte Luft senken auf einen Blick:

  • Ideal sind 40 bis 60 Prozent, kontrolliert mit einem Hygrometer.
  • Mehrmals täglich stosslüften, vor allem nach Duschen und Kochen.
  • Bei anhaltender Feuchte hilft ein Luftentfeuchter, in kleinen Räumen Granulat.
  • Bleibt es feucht oder kommt Schimmel: Ursache fachlich abklären lassen.

Wie hoch sollte die Luftfeuchtigkeit im Raum sein?

In Wohnräumen liegt die ideale relative Luftfeuchtigkeit bei 40 bis 60 Prozent. Im Bad darf sie kurz höher steigen, danach aber rasch wieder sinken.

Ein günstiges Hygrometer macht den Wert sichtbar und ist die Grundlage für alles Weitere. Im Winter zielen Sie besser auf den unteren Bereich der Spanne, denn in älteren Gebäuden mit kühlen Aussenwänden führen 60 Prozent rasch zu Kondenswasser.

Achtung: Liegt die Feuchtigkeit dauerhaft zu hoch, fühlt sich die Luft klamm an und an kühlen Wänden droht Schimmel. Deutlich zu trockene Luft unter 30 Prozent reizt dagegen die Atemwege.

Was zieht Feuchtigkeit aus der Luft?

Am wirksamsten sind regelmässiges Lüften und ein Luftentfeuchter. In kleinen Räumen binden Granulat- oder Salzboxen die Feuchtigkeit ohne Strom.

Welche Methode passt, hängt vom Raum ab. In Wohn- und Schlafräumen reicht meist konsequentes Lüften. In einer Waschküche, einem Kellerraum oder einem fensterlosen Bad, wo laufend viel Wasser anfällt, übernimmt ein elektrischer Entfeuchter die Arbeit. Für einen Schrank oder ein kleines WC genügt eine Granulatbox.

Wer die Luft entfeuchten will, ohne die bauliche Ursache zu kennen, kämpft allerdings gegen Symptome. Über eine Offertenanfrage lassen Sie die Feuchtigkeit von einem Fachbetrieb aus Ihrer Region abklären.

Luft entfeuchten durch richtiges Lüften

Wer die Luft entfeuchten will, fängt beim Lüften an. Das ist das einfachste und wirksamste Mittel, entscheidend ist nur, wie Sie es tun.

Gemeint ist damit fast immer das Stosslüften: die Fenster für kurze Zeit ganz öffnen, statt sie lange einen Spalt weit gekippt zu lassen. In diesen wenigen Minuten wird die feuchte Raumluft vollständig gegen trockenere Aussenluft getauscht, während Wände und Möbel ihre Wärme behalten.

Stosslüften: so geht es richtig:

  • Fenster ganz öffnen statt kippen, am besten zwei gegenüberliegende.
  • Fünf bis zehn Minuten, bei Kälte und Wind kürzer.
  • Dreimal täglich: morgens, mittags, vor dem Zubettgehen.
  • Nach dem Duschen und Kochen zusätzlich lüften.
  • Thermostat währenddessen herunterdrehen, danach wieder aufdrehen.

Ein dauerhaft gekipptes Fenster fühlt sich wie Dauerlüftung an, tauscht aber kaum Luft aus. Stattdessen kühlen Fensterlaibung und Sturz über Stunden aus, und genau an diesen kalten Rändern schlägt sich das Wasser nieder. Deshalb rät das Bundesamt für Gesundheit in seinen Empfehlungen zum Lüften und Heizen von gekippten Fenstern im Winter ab.

Tipp: Dichte Neubauten ohne Lüftungsanlage tauschen kaum Luft von selbst aus, hier ist bewusstes Lüften besonders wichtig. Minergie-Häuser dagegen verfügen über eine kontrollierte Wohnungslüftung, die den Luftaustausch automatisch übernimmt.

Am schnellsten geht es mit Querlüften, also mit Durchzug zwischen gegenüberliegenden Fenstern. Ein CO2-Messgerät hilft, den eigenen Rhythmus zu finden, wenn Sie unsicher sind, ob Sie genug lüften.

Elektrischer Luftentfeuchter im Wohnraum: so lässt sich die Luft entfeuchten

Elektrische Entfeuchter und Granulat im Vergleich

Reicht Lüften nicht aus, nimmt ein Luftentfeuchter der Raumluft gezielt Wasser ab. Es gibt zwei elektrische Bauarten und eine einfache Variante ohne Strom.

Kompressorgeräte kühlen die Luft ab, sodass das Wasser an einem kalten Element kondensiert und in einen Behälter tropft. Für normale Wohnräume sind sie die erste Wahl. Adsorptionsgeräte binden die Feuchtigkeit über ein Trockenmittel und arbeiten auch bei tiefen Temperaturen gut, brauchen dafür mehr Strom.

Für kleine, geschlossene Räume wie einen Schrank oder ein Gäste-WC genügen oft Granulatboxen. Sie binden die Feuchtigkeit in einem Salzgranulat, das Sie bei Sättigung ersetzen.

Bauart Passt für Strom Grenze
Kompressorgerät Wohnräume, Bad, Waschküche mittel verliert unter rund 15 Grad deutlich an Leistung
Adsorptionsgerät kühler Keller, Garage, unbeheizte Räume hoch teurer in Anschaffung und Betrieb
Granulatbox Schrank, Gäste-WC, Camper keiner wirkt nur in kleinen, geschlossenen Räumen

Achten Sie beim Kauf weniger auf den Preis als auf den Stromverbrauch. In einem Test des TCS war das günstigste Gerät zugleich das beste, teuer heisst also nicht automatisch gut. Von den kleinen Peltier-Entfeuchtern lassen Sie dagegen besser die Finger, denn sie verbrauchen viel Strom und leisten für Wohnräume zu wenig.

Hausmittel und was wirklich hilft

Neben Geräten kursieren viele Hausmittel, die die Luft entfeuchten sollen. Einige helfen ein wenig, andere sind ihr Geld nicht wert.

  • Schalen mit Salz, Reis oder Katzenstreu ziehen etwas Feuchtigkeit, aber nur im Schrank oder in einer kleinen Kammer.
  • Viele Zimmerpflanzen geben über die Blätter Wasser ab und verschärfen ein Feuchteproblem eher, als dass sie es lösen.
  • Wäsche gehört zum Trocknen ins Freie oder in die Waschküche, nicht in den Wohnraum.
  • Zugedeckte Töpfe und die eingeschaltete Dunstabzugshaube halten beim Kochen einen grossen Teil des Dampfs zurück.

Ein verbreiteter Irrtum ist, allein mit mehr Heizen gegen feuchte Luft anzukommen. Warme Luft speichert sogar mehr Wasser. Wirksam ist erst die Kombination aus Heizen und regelmässigem Lüften.

Woher die feuchte Luft kommt

Ein Grossteil der Feuchtigkeit entsteht im Alltag. Kochen, Duschen, Wäschetrocknen und schon das Atmen geben laufend Wasser an die Raumluft ab. Die üblichen Grössenordnungen:

  • Eine schlafende Person gibt pro Nacht rund einen halben Liter Wasser ab.
  • Duschen schlägt mit rund einem halben bis einem Liter zu Buche, Kochen mit bis zu eineinhalb Litern pro Mahlzeit.
  • Eine Ladung Wäsche, die in der Wohnung trocknet, gibt ein bis zwei Liter ab.
  • Zimmerpflanzen kommen je nach Anzahl auf einen halben bis einen Liter pro Tag.

Dazu kommen bauliche Ursachen. Neubauten geben über Monate Restfeuchte aus frischem Mauerwerk und Unterlagsboden ab, und ein feuchter Keller hält die Luft dauerhaft feucht. Solche Baufeuchte und die Nässe nach einem Wasserschaden übersteigen handelsübliche Geräte. Hier stellen Fachbetriebe leistungsstarke Bautrockner auf.

Oft schlägt sich das Wasser an den kältesten Stellen nieder, etwa an Fensterrahmen oder hinter Möbeln an Aussenwänden.

Genau dort entsteht später Schimmel. Wie Sie Feuchteprobleme erkennen und vermeiden, erklärt das Bundesamt für Gesundheit in seiner Wegleitung zu Feuchtigkeit und Schimmel. Alte Fenster mit kalten Rahmen begünstigen Kondenswasser; was ein Ersatz kostet, zeigt der Beitrag zu den Kosten für eine Fenstersanierung.

Möbel an Aussenwänden: Lassen Sie fünf bis zehn Zentimeter Abstand zur Wand oder stellen Sie Schränke gleich an eine Innenwand. Hinter einem bündig stehenden Möbel zirkuliert keine Luft, die Wand bleibt kalt und das Kondenswasser sammelt sich unbemerkt.

Steckt die Ursache im Untergeschoss, hilft nur die bauliche Sanierung. Sie können den Keller von innen abdichten lassen, bevor die Feuchtigkeit weitere Räume erreicht.

Fachperson misst die Feuchtigkeit an einer Wand mit einem Messgerät

Was tun bei 70 Prozent Luftfeuchtigkeit?

Dauerhaft 70 Prozent sind zu viel und fördern Schimmel. Lüften Sie mehrmals täglich, setzen Sie einen Entfeuchter ein und gehen Sie der Ursache nach.

Ein einzelner Spitzenwert nach dem Duschen ist normal und sinkt beim Lüften rasch. Bleibt das Hygrometer dagegen über Tage bei 70 Prozent, sollten Sie handeln.

Lassen Sie kühle Räume nicht zu stark auskühlen. Wie kalt eine Wand werden darf, hängt von der Raumfeuchte ab: Bei 20 Grad Raumtemperatur und 60 Prozent liegt der Taupunkt bei rund 12 Grad, bei 70 Prozent schon bei rund 14 Grad. Wird die Wandoberfläche kälter, schlägt sich Wasser nieder.

Je feuchter die Luft, desto wärmer müssen die Wände bleiben.

Zeigen sich bereits feuchte Flecken oder Schimmel, klären Sie die Ursache fachlich ab. Ein Messgerät zeigt, ob die Wand nur oberflächlich beschlagen oder das Mauerwerk durchfeuchtet ist.

Luft entfeuchten: selbst machen oder Fachbetrieb beauftragen

Die tägliche Feuchtigkeit aus dem Haushalt bekommen Sie mit Lüften und einem Entfeuchter selbst in den Griff. Das ist der Normalfall und braucht keine Fachperson.

Anders ist es, wenn die Feuchtigkeit aus der Bausubstanz kommt: nasse Kellerwände, aufsteigende Feuchtigkeit oder Schimmel, der immer wiederkehrt. Dann muss die Ursache weg, nicht nur das Symptom. Was eine bauliche Instandstellung kostet, zeigt der Beitrag zu den Kosten einer Kellersanierung.

Für Mietende: Zeigen sich Schimmel oder anhaltende Feuchtigkeit in einer Mietwohnung, melden Sie den Mangel zuerst der Verwaltung oder Vermieterschaft. Diese Meldepflicht hält das Gesetz fest (Art. 257g OR). Einen Fachbetrieb beauftragen Sie nur in Absprache, sonst bleiben Sie unter Umständen auf den Kosten sitzen.

Ein Fachbetrieb misst die Feuchtigkeit, findet die Quelle und behebt sie fachgerecht. Geht es um Schimmel, sehen Sie vorab die Kosten für die Schimmelentfernung. Über eine Offertenanfrage vergleichen Sie passende Betriebe aus Ihrer Region unverbindlich.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Hilft ein Luftentfeuchter gegen Schimmel?

Ein Entfeuchter senkt die Luftfeuchtigkeit und nimmt Schimmel damit die Grundlage. Gegen bereits vorhandenen Schimmel hilft er aber nicht. Dieser muss entfernt und vor allem die Ursache der Feuchtigkeit behoben werden, sonst kommt er zurück.

Sollte man bei feuchter Luft einfach mehr heizen?

Heizen allein bringt das Wasser nicht aus dem Raum, es bindet nur mehr Wasserdampf in der warmen Luft. Ohne Luftaustausch bleibt dieser Dampf und schlägt sich an kalten Flächen als Kondenswasser nieder. Erst das kurze, kräftige Lüften trägt die Feuchtigkeit tatsächlich hinaus – Heizen und Lüften gehören deshalb zusammen.

Warum beschlagen im Winter die Fenster von innen?

Warme Raumluft trifft auf die kalte Scheibe, kühlt dort ab und gibt Wasser als Kondensat ab. Das ist ein Zeichen für zu hohe Luftfeuchtigkeit. Lüften Sie häufiger und wischen Sie das Wasser weg, damit sich am Rahmen kein Schimmel bildet.

Wie viel Feuchtigkeit gibt ein Haushalt pro Tag ab?

Über Kochen, Duschen, Wäsche, Pflanzen und die Atmung gibt ein mehrköpfiger Haushalt mehrere Liter Wasser pro Tag an die Raumluft ab. Deshalb reicht einmaliges Lüften nicht, und die Feuchtigkeit muss immer wieder hinaus.

Kann zu trockene Luft auch ein Problem sein?

Ja. Sinkt die Luftfeuchtigkeit im Winter dauerhaft unter 30 Prozent, trocknen Schleimhäute und Augen aus. Dann helfen selteneres Lüften, ein paar Zimmerpflanzen oder das Trocknen der Wäsche im Raum. Von offenen Wasserschalen am Heizkörper wird heute eher abgeraten, weil sich darin Keime bilden können.

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