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Start » Ratgeber » Wärmepumpe Stromverbrauch: pro Tag und pro Jahr, im Winter und im Sommer

Wärmepumpe Stromverbrauch: pro Tag und pro Jahr, im Winter und im Sommer

Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe liegt in einem teilsanierten Schweizer Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern bei knapp 24 Kilowattstunden an einem Wintertag, was CHF 6.40 kostet. Im Sommer sind es rund 3 Kilowattstunden pro Tag, weil sie dann nur das Warmwasser erwärmt. Ein Neubau kommt im Winter mit 14 Kilowattstunden pro Tag aus, ein unsanierter Altbau braucht gut 40. Über das Jahr sind es 3'000 bis 8'000 Kilowattstunden, gerechnet für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe und vier Personen.

Sara Weber
06. September 2026 - 18 Min. Lesezeit

Stromzähler zeigt Stromverbrauch einer Wärmepumpe

  • Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus?
  • Wie hoch ist der Stromverbrauch einer Wärmepumpe pro Tag?
  • Stromverbrauch der Wärmepumpe im Winter und pro Monat
  • Was ist die Jahresarbeitszahl und warum ist sie entscheidend?
  • 4 Tipps, wie Sie den Stromverbrauch Ihrer Wärmepumpe tief halten
  • Stromtarif und Sperrzeiten für Wärmepumpen
  • Was ein steigender Stromverbrauch bedeutet
  • Selbst optimieren oder den Fachbetrieb beauftragen

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus?

Eine Wärmepumpe verbraucht im Einfamilienhaus 3’000 bis 8’000 Kilowattstunden Strom pro Jahr für Heizung und Warmwasser.

Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe schwankt so stark, weil zwei Dinge zusammenkommen: wie viel Wärme das Haus braucht und wie effizient die Anlage diese Wärme erzeugt. Pro Quadratmeter Wohnfläche sind es 20 bis gut 50 Kilowattstunden Strom im Jahr, wobei ein Neubau am unteren Ende liegt und ein unsanierter Altbau am oberen.

Das Wichtigste vorab:

  • Ein Wintertag braucht 14 bis 41 Kilowattstunden, im Sommer 3
  • Dezember bis Februar machen 40 bis 47 Prozent des Jahres aus
  • Die Stromkosten liegen bei CHF 800.- bis CHF 2’100.- im Jahr
  • Jedes Grad kühleres Heizwasser spart zwei bis drei Prozent
  • Heizkurve einstellen lassen: Offerten vergleichen

Stromverbrauch pro Jahr bei 150 m² Wohnfläche

Für drei Beispielhäuser mit je 150 Quadratmetern, vier Personen und einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ergeben sich diese gerundeten Richtwerte für Stromverbrauch und Stromkosten:

Gebäude mit 150 m² Strom und Kosten pro Jahr pro Wintertag pro Sommertag
Neubau mit Bodenheizung 3’000 kWh (CHF 800.-) 14 kWh (CHF 3.70) 3 kWh (CHF 0.80)
Teilsaniertes Haus 4’800 kWh (CHF 1’300.-) 24 kWh (CHF 6.40) 3 kWh (CHF 0.80)
Unsanierter Altbau mit Radiatoren 8’000 kWh (CHF 2’100.-) 41 kWh (CHF 10.90) 3 kWh (CHF 0.80)

Die Werte sind Rechenbeispiele, in denen die Häuser 45, 80 und 125 Kilowattstunden Heizwärme pro Quadratmeter und Jahr brauchen. Die Effizienz der Anlagen ist an die Feldmessungen an Wärmepumpen angelehnt, die die Ostschweizer Fachhochschule für das Bundesamt für Energie durchführt, wobei der Wert für den unsanierten Altbau geschätzt ist. Als Wintertag gilt der Durchschnitt von Dezember bis Februar, gerechnet mit den Klimadaten von Bern.

Die Frankenbeträge beruhen auf 26.5 Rappen pro Kilowattstunde. Das ist der mittlere Tarif, den die Eidgenössische Elektrizitätskommission (ElCom) in ihren Angaben zu den Strompreisen 2027 für einen typischen Haushalt nennt.

Mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde liegt der Strombedarf rechnerisch rund ein Viertel tiefer, gemessen an den Mittelwerten der Feldmessungen.

Wärmepumpe Stromverbrauch: Ein digitaler Stromzähler mit sichtbaren Zahlen und Kabeln

Einfamilienhaus mit Wärmepumpe: Stromverbrauch und Kosten im Jahr

Für Haushaltgeräte, Licht und Kochen rechnet die ElCom bei einem typischen Haushalt mit 4’500 Kilowattstunden im Jahr. Mit Wärmepumpe kommt ein Einfamilienhaus damit auf 7’500 bis 12’500 Kilowattstunden Strom insgesamt.

Zum mittleren Tarif von 26.5 Rappen kostet die Wärmepumpe allein CHF 800.- bis CHF 2’100.- pro Jahr, im teilsanierten Beispielhaus knapp CHF 1’300.-. Das ganze Haus kommt mit dem Haushaltsstrom auf CHF 2’000.- bis CHF 3’300.-.

Je nach Gemeinde liegt der Tarif deutlich darüber oder darunter, weil jeder Netzbetreiber eigene Preise festlegt und manche einen günstigeren Wärmepumpentarif führen. Den Wert für Ihre Gemeinde zeigt das Strompreis-Portal der ElCom.

Jahresverbrauch der Wärmepumpe selbst berechnen

Den Stromverbrauch einer Wärmepumpe pro Jahr schätzen Sie mit einer Formel ab: Wärmebedarf des Hauses geteilt durch die Jahresarbeitszahl ergibt den Strombedarf. Die Jahresarbeitszahl gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme die Anlage aus einer Kilowattstunde Strom macht.

Den Wärmebedarf lesen Sie am bisherigen Verbrauch ab, solange das Haus noch mit Öl oder Gas heizt. Ein Liter Heizöl und ein Kubikmeter Erdgas enthalten je rund zehn Kilowattstunden, von denen ein älterer Heizkessel etwa 85 Prozent als Wärme abgibt.

Ein Rechenbeispiel: 2’000 Liter Heizöl pro Jahr entsprechen damit 17’000 Kilowattstunden Wärme. Mit einer Jahresarbeitszahl von 3.1 ergibt das knapp 5’500 Kilowattstunden Strom pro Jahr.

Als Jahresarbeitszahl für Heizung und Warmwasser zusammen setzen Sie bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe 3.5 für einen Neubau mit Bodenheizung ein und 3.1 für ein saniertes älteres Haus. Das sind die Mittelwerte der Feldmessungen aus den Jahren 2015 bis 2021.

Stromkosten der Wärmepumpe im Vergleich mit Öl und Gas

Im Haus aus dem Rechenbeispiel kosten 2’000 Liter Heizöl gerundet CHF 2’850.- im Jahr, die 5’500 Kilowattstunden Strom für die Wärmepumpe dagegen CHF 1’500.-. Eine Gasheizung bräuchte für dieselbe Wärme 20’000 Kilowattstunden Erdgas, die CHF 2’800.- kosten.

Gerechnet ist das mit Preisen von 2026. Für Heizöl und Erdgas sind es die Durchschnittspreise des Bundesamts für Statistik vom August, also CHF 142.- für 100 Liter und 14 Rappen pro Kilowattstunde, für Strom der mittlere ElCom-Tarif von 27.7 Rappen. Der Heizölpreis schwankt stark: Im Dezember 2025 lag er bei CHF 92.-, womit das Heizöl knapp CHF 1’850.- gekostet hätte.

Der Vergleich zeigt nur die Energiekosten, weil Grundgebühren, Service und Kaminfeger je nach Heizung verschieden ausfallen. Die Anschaffung ist ebenfalls nicht eingerechnet.

Tipp: Wer alle Kosten samt Anschaffung vergleichen will, findet beim Bundesprogramm EnergieSchweiz einen Heizkostenrechner, der mit drei Angaben die Kosten verschiedener Heizsysteme gegenüberstellt.

Aussenansicht eines modernen Hauses mit einer Wärmepumpeinheit

Wie hoch ist der Stromverbrauch einer Wärmepumpe pro Tag?

Eine Wärmepumpe verbraucht im Einfamilienhaus im Sommer rund 3 und im Winter je nach Gebäude 14 bis 41 Kilowattstunden Strom pro Tag.

Der Jahresdurchschnitt von 8 bis 22 Kilowattstunden pro Tag sagt wenig aus, weil der Stromverbrauch der Wärmepumpe im Sommer weit darunter und im Winter weit darüber liegt. Die Tabelle zum Jahresverbrauch im ersten Abschnitt zeigt beide Enden für die drei Beispielhäuser.

Tagesverbrauch der Wärmepumpe im Sommer

Ausserhalb der Heizperiode erwärmt die Wärmepumpe nur das Warmwasser. Pro Person fallen dafür täglich 2 bis 2.6 Kilowattstunden Wärme an, wie das Bundesamt für Energie in seiner Untersuchung zur Wassererwärmung festhält. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe macht daraus bei vier Personen rund 3 Kilowattstunden Strom pro Tag, was 80 Rappen kostet. Bei zwei Personen ist es die Hälfte.

Verluste über den Speicher und die Leitungen kommen dazu.

Liegt der Tagesverbrauch im Sommer bei vier Personen deutlich über fünf Kilowattstunden, obwohl nicht geheizt wird, lohnt sich ein Blick auf die Einstellungen. Drei Ursachen kommen dafür infrage:

  • Die Heizgrenze, also die Aussentemperatur, unter der die Heizung einschaltet, ist zu hoch eingestellt.
  • Die Warmwasserzirkulation verliert über schlecht gedämmte Leitungen viel Wärme.
  • Der elektrische Zusatzheizstab erwärmt das Warmwasser anstelle der Wärmepumpe und braucht dafür fast dreimal so viel Strom.

Tagesverbrauch der Wärmepumpe im Winter

Von Dezember bis Februar braucht das teilsanierte Beispielhaus im Schnitt knapp 24 Kilowattstunden Strom pro Tag, wovon gut 3 auf das Warmwasser entfallen. Das kostet CHF 6.40 pro Tag. Der Neubau liegt bei 14 Kilowattstunden, der unsanierte Altbau bei 41.

Zehn Kilowattstunden am Tag sind im Winter für ein Einfamilienhaus also wenig, im Sommer dagegen das Dreifache dessen, was das Warmwasser braucht.

Innovatives Wärmepumpensystem von alpha innotec, installiert ausserhalb eines modernen Gebäudes

Leistungsaufnahme der Wärmepumpe in Watt

Bei voller Leistung nimmt die Wärmepumpe eines Einfamilienhauses 2’500 bis 4’000 Watt auf. Geräte dieser Grösse liefern acht bis zwölf Kilowatt Wärme und brauchen dafür etwa ein Drittel davon als Strom. Wärmepumpen mit Inverter passen ihre Leistung dem Bedarf an, sodass sie an milden Tagen mit wenigen hundert Watt laufen.

Von der Leistung auf dem Typenschild lässt sich der Stromverbrauch der Wärmepumpe nicht ableiten, weil er davon abhängt, wie viele Stunden die Anlage läuft. Umgekehrt entsprechen 24 Kilowattstunden an einem Wintertag einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 1’000 Watt rund um die Uhr.

Stromverbrauch der Wärmepumpe im Winter und pro Monat

Auf Dezember, Januar und Februar entfallen in den drei Beispielhäusern 40 bis 47 Prozent des Jahresverbrauchs, weil in diesen drei Monaten die Hälfte der Heizwärme eines Jahres anfällt. Das zeigen die Heizgradtage der Stadt Bern, die auf Daten von MeteoSchweiz beruhen. Heizgradtage messen, wie stark und wie lange geheizt werden muss.

Stromverbrauch pro Monat im Jahresverlauf

Im teilsanierten Beispielhaus mit gut 4’800 Kilowattstunden im Jahr verteilen sich der Stromverbrauch der Wärmepumpe und die Stromkosten gerundet so auf die Monate:

Monat Strom pro Monat Strom pro Tag Stromkosten pro Monat
Januar 750 kWh 24 kWh CHF 200.-
Februar 650 kWh 23 kWh CHF 170.-
März 580 kWh 19 kWh CHF 155.-
April 400 kWh 13 kWh CHF 105.-
Mai 220 kWh 7 kWh CHF 60.-
Juni bis August je 110 kWh 3 bis 4 kWh je CHF 30.-
September 180 kWh 6 kWh CHF 50.-
Oktober 390 kWh 13 kWh CHF 105.-
November 600 kWh 20 kWh CHF 160.-
Dezember 730 kWh 24 kWh CHF 195.-

Die Verteilung folgt den Heizgradtagen im Mittel der Jahre 1991 bis 2020. In höheren Lagen dauert die Heizperiode länger, sodass der Jahresverbrauch dort höher liegt. Weil eine Luft-Wasser-Wärmepumpe bei tiefen Aussentemperaturen weniger effizient arbeitet, liegen die tatsächlichen Werte von Dezember bis Februar eher etwas über dieser Rechnung und jene im Frühling und Herbst darunter.

Eine moderne Wärmepumpenanlage mit niedrigem Stromverbrauch ist im Freien neben einem Gebäude installiert

Winterverbrauch der Wärmepumpe im Altbau

Der unsanierte Altbau mit 150 Quadratmetern braucht von Dezember bis Februar 3’700 Kilowattstunden Strom für knapp CHF 1’000.-. Das ist dreimal so viel wie im Neubau mit 1’200 Kilowattstunden oder CHF 320.-, das teilsanierte Haus liegt mit 2’100 Kilowattstunden oder CHF 560.- dazwischen.

Der Altbau verliert mehr Wärme, und seine Radiatoren verlangen heisseres Heizwasser, was die Effizienz der Wärmepumpe senkt. In den Feldmessungen der Ostschweizer Fachhochschule lagen die Jahresarbeitszahlen der Luft-Wasser-Anlagen zwischen 2.5 und 4.0, und je heisser das Heizwasser sein muss, desto tiefer fällt der Wert aus.

Massnahmen, die ein kühleres Heizwasser erlauben, senken deshalb den Winterverbrauch im Altbau deutlich, zum Beispiel grössere Radiatoren oder eine gedämmte Kellerdecke.

Winterverbrauch mit Warmwasser

Das Warmwasser macht im Winter den kleineren Teil aus. In den drei Wintermonaten sind es bei vier Personen 300 Kilowattstunden Strom, im teilsanierten Beispielhaus also ein Siebtel des Winterverbrauchs. Im Neubau liegt der Anteil bei einem Viertel, weil die Heizung dort weniger braucht.

Über das ganze Jahr kommt das Warmwasser bei vier Personen auf 1’200 Kilowattstunden Strom oder CHF 320.-. Erwärmt ein separater Boiler das Wasser, ziehen Sie diesen Betrag von den Jahreswerten in der ersten Tabelle ab.

Stromverbrauch der Wärmepumpe bei Minusgraden

An einem Frosttag mit minus fünf Grad im Tagesmittel braucht das Haus ein Drittel mehr Wärme als an einem durchschnittlichen Wintertag mit ungefähr einem Grad. Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe steigt der Stromverbrauch noch stärker, weil sie kalter Luft weniger Wärme entziehen kann. Im teilsanierten Beispielhaus sind dann 30 bis 35 Kilowattstunden pro Tag zu erwarten, also CHF 8.- bis CHF 9.-.

Mehrere Wärmepumpen sind vor einem Gebäude aufgestellt und werben für nachhaltige Energie

Was ist die Jahresarbeitszahl und warum ist sie entscheidend?

Die Jahresarbeitszahl gibt an, wie viel Wärme eine Wärmepumpe pro Kilowattstunde Strom erzeugt. Je höher sie ist, desto tiefer die Stromkosten.

Bei einer Jahresarbeitszahl von vier stammen drei Viertel der Wärme kostenlos aus der Umgebungsluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser. Wie das technisch abläuft, erklärt der Beitrag dazu, wie eine Wärmepumpe funktioniert.

Die Jahresarbeitszahl ist das Ergebnis aus Anlage, Heizwassertemperatur und Gebäude und keine feste Eigenschaft des Geräts. Dasselbe Gerät erreicht in einem Haus mit Bodenheizung einen hohen Wert und in einem Altbau mit kleinen Radiatoren einen tiefen.

Die Leistungszahl COP, mit der Hersteller werben, ist dagegen ein Laborwert bei festen Bedingungen. Für Ihre Stromrechnung zählt allein die Jahresarbeitszahl, weil sie den echten Betrieb über das ganze Jahr abbildet.

Welches Label sagt was? Das Gütesiegel der Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz bewertet nur das Gerät, nicht die Jahresarbeitszahl in Ihrem Haus. Für die ganze Anlage steht das Wärmepumpen-System-Modul (WPSM), das Gerät, Speicher und Einstellung gemeinsam prüft und an das mehrere Kantone ihre Fördergelder knüpfen.

Auch die Wärmequelle macht einen Unterschied. In den Feldmessungen der Ostschweizer Fachhochschule erreichten Luft-Wasser-Wärmepumpen im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3.4. Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde arbeitet konstanter und kam im Mittel auf 4.6, weil das Erdreich im Winter deutlich wärmer ist als die Aussenluft.

Grafik zeigt den durchschnittlichen Stromverbrauch von Wärmepumpen über die Jahre

4 Tipps, wie Sie den Stromverbrauch Ihrer Wärmepumpe tief halten

Am Gebäude lässt sich kurzfristig wenig ändern, an der Anlage dagegen schon. Tipp 1 bis 3 senken den Stromverbrauch und kosten nichts, Tipp 4 senkt den Strombezug aus dem Netz.

Tipp 1: Vorlauftemperatur und Heizkurve tiefer stellen

Je tiefer die Temperatur des Heizwassers, desto weniger muss die Wärmepumpe arbeiten. Diese Vorlauftemperatur ist der wirksamste Hebel, denn jedes Grad weniger spart zwei bis drei Prozent Strom.

Gesteuert wird das über die Heizkurve. Sie legt fest, wie warm das Heizwasser bei welcher Aussentemperatur wird, sodass eine zu hoch eingestellte Kurve die Anlage unnötig stark heizen lässt. Senken Sie die Heizkurve in kleinen Schritten ab, bis es an kalten Tagen gerade noch behaglich ist.

Tipp 2: Warmwassertemperatur nicht höher als nötig

Warmwasser braucht hohe Temperaturen, und die kosten die Wärmepumpe viel Strom. Stellen Sie den Speicher deshalb nicht höher ein, als die Hygiene verlangt. Die Richtlinie W3/E3 des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfaches (SVGW) nennt dafür 60 Grad am Ausgang des Wassererwärmers, damit an der Entnahmestelle mindestens 50 Grad ankommen.

Achtung: Stellen Sie die Warmwassertemperatur nicht tiefer ein, weil sich in lauwarmem Wasser Legionellen vermehren. Die Norm SIA 385/1 (Ausgabe 2020) des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins macht für Wärmepumpen keine Ausnahme mehr und verlangt, dass die Speichertemperatur für jede Anlage berechnet wird. Lassen Sie die Einstellung deshalb von der Heizungs- oder Sanitärfirma festlegen.

Eine Hand dreht an einem Heizungsregler, um die Temperatur zu erhöhen

Tipp 3: Raumtemperatur um ein Grad senken

Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart rund sechs Prozent Heizenergie. Zwischen 20 und 21 Grad im Wohnbereich reichen aus, Schlafzimmer und selten genutzte Räume dürfen kühler bleiben.

Senken Sie die Temperatur dabei über die Heizkurve und nicht über die Thermostatventile. Sind die Ventile zugedreht, fliesst weniger Wasser durch die Radiatoren, sodass die Wärmepumpe ihre Wärme schlechter abgeben kann und häufiger ein- und ausschaltet.

Tipp 4: Netzbezug senken mit eigenem Solarstrom

Läuft die Wärmepumpe tagsüber mit dem Strom vom eigenen Dach, sinkt der teure Bezug aus dem Netz und damit die Stromrechnung. Wie sich eine eigene Photovoltaikanlage rechnet, hängt vom Anteil ab, den Sie selbst nutzen.

Am meisten bringt das, wenn Sie einen Teil des Warmwassers oder der Heizwärme in die sonnigen Stunden verschieben. Ein Pufferspeicher, ein Wassertank im Heizkreis, nimmt diese Wärme auf und gibt sie am Abend wieder ab.

Ohne eigenes Dach bleibt der Weg über die Nachbarschaft. In einem Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) teilen sich mehrere Parteien eine Solaranlage und rechnen den Strom untereinander ab. Was dafür nötig ist, erklärt der Beitrag, wie Sie einen ZEV gründen. Wie sich überschüssiger Solarstrom im Quartier nutzen lässt, zeigt der Beitrag zu Energy Sharing.

Achten Sie bei einer neuen Anlage zudem auf das Label SG Ready. Solche Wärmepumpen lassen sich per Signal so steuern, dass sie bevorzugt dann laufen, wenn die Solaranlage gerade Strom liefert.

Draufsicht auf Wohnhäuser mit Solarmodulen auf den Dächern

Stromtarif und Sperrzeiten für Wärmepumpen

Bei Netzbetreibern mit Hochtarif und Niedertarif ist der Strom nachts und am Wochenende günstiger als tagsüber. Wärmepumpen mit Pufferspeicher nutzen die günstigen Stunden gezielt, weil sie den Speicher dann aufladen.

Viele Netzbetreiber bieten zusätzlich einen speziellen Wärmepumpentarif an. Im Gegenzug dürfen sie die Anlage zu Spitzenzeiten für einige Stunden abschalten, die sogenannten Sperrzeiten. Ein Pufferspeicher überbrückt auch diese Fenster, ohne dass es im Haus kälter wird.

Prüfen Sie deshalb vor jeder Kostenschätzung, welche Tarife und Sperrzeiten Ihr Netzbetreiber für Wärmepumpen führt.

Was ein steigender Stromverbrauch bedeutet

Notieren Sie einmal im Jahr den Zählerstand, damit Sie sehen, ob der Stromverbrauch der Wärmepumpe stabil bleibt. Ein kalter Winter treibt ihn naturgemäss nach oben. Steigt der Verbrauch dagegen über Jahre bei gleichem Wetter, stimmt etwas an der Anlage nicht.

Eine verstellte Heizkurve, ein defekter Fühler, zu wenig Kältemittel oder eine vereiste Ausseneinheit lassen die Jahresarbeitszahl sinken und den Verbrauch klettern. Zwei Ursachen stecken besonders oft dahinter.

Takten: die Anlage schaltet zu oft ein und aus

Beim Takten schaltet sich die Wärmepumpe in kurzen Abständen ein und wieder aus, weil sie zu gross ausgelegt ist oder die Heizkurve nicht passt. Jeder Start kostet Strom, und die Jahresarbeitszahl sinkt mit jedem zusätzlichen Zyklus.

Zusatzheizstab: der teuerste Weg zur Wärme

Der elektrische Zusatzheizstab springt ein, wenn die Wärmepumpe die geforderte Temperatur nicht allein schafft, macht aus einer Kilowattstunde Strom aber nur eine Kilowattstunde Wärme. Läuft er regelmässig statt nur an den kältesten Tagen, braucht er für dieselbe Wärme ungefähr dreimal so viel Strom wie die Wärmepumpe.

Lassen Sie die Einstellungen in solchen Fällen von einer Fachfirma prüfen, die auch die Ursache findet. Bei einem echten Defekt können Sie die Wärmepumpe prüfen und reparieren lassen, bevor sich der Mehrverbrauch über die Heizsaison summiert.

Selbst optimieren oder den Fachbetrieb beauftragen

Einiges können Sie selbst erledigen. Die Warmwassertemperatur anpassen oder die Heizkurve in kleinen Schritten senken gelingt mit der Anleitung der Anlage ohne Fachwissen.

Sobald es um die Grundeinstellung der Heizkurve oder die Frage geht, warum die Jahresarbeitszahl zu tief ist, braucht es eine Fachperson. Sie misst nach und stellt die Anlage genauer ein, als es nach Gefühl möglich ist.

Dasselbe gilt für den hydraulischen Abgleich. Dabei stellt die Fachperson jeden Heizkreis so ein, dass überall gerade so viel Wasser durchfliesst, wie der Raum braucht. Ohne ihn werden einzelne Räume zu warm und andere zu kalt, und um die kalten trotzdem zu versorgen, läuft die Anlage mit unnötig hoher Vorlauftemperatur.

Zieht die alte Anlage trotz richtiger Einstellung viel Strom, kommt ein Ersatz infrage. Was eine neue Wärmepumpe kostet, zeigt die Kostenübersicht.

Sie möchten die Einstellung lieber abgeben? Eine Heizungsfirma misst die Anlage durch, korrigiert Heizkurve und Warmwasserprogramm und sagt Ihnen, ob sich der Ersatz überhaupt lohnt. Über eine Offertenanfrage vergleichen Sie passende Betriebe aus Ihrer Region unverbindlich.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie hoch ist der Stromverbrauch einer Wärmepumpe ohne Bodenheizung?

Ohne Bodenheizung liegt der Stromverbrauch einer Wärmepumpe mindestens zehn Prozent höher, weil Radiatoren heisseres Heizwasser brauchen als eine Bodenheizung. In den Schweizer Feldmessungen erreichten Luft-Wasser-Wärmepumpen in sanierten Häusern mit 40 bis 45 Grad Vorlauftemperatur eine Jahresarbeitszahl von 3.1, in Neubauten mit 30 bis 35 Grad eine von 3.5.

Für 15’000 Kilowattstunden Wärme im Jahr sind das gut 4’800 statt knapp 4’300 Kilowattstunden Strom. Brauchen die Radiatoren noch heisseres Wasser, wächst der Abstand. Grössere Radiatoren oder eine bessere Dämmung senken die nötige Temperatur und damit den Mehrverbrauch.

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe mit Erdsonde?

Eine Wärmepumpe mit Erdsonde verbraucht rechnerisch rund ein Viertel weniger Strom als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im selben Haus. In den Schweizer Feldmessungen kamen Sole-Wasser-Wärmepumpen mit Erdsonde im Mittel auf eine Jahresarbeitszahl von 4.6, Luft-Wasser-Wärmepumpen auf 3.4.

Für ein teilsaniertes Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern und vier Personen ergibt das knapp 3’500 statt gut 4’800 Kilowattstunden im Jahr. Der Vorteil ist im Winter am grössten, weil das Erdreich dann wärmer ist als die Aussenluft. Dem stehen die höheren Kosten für die Bohrung gegenüber.

Ist Strom für die Wärmepumpe günstiger als normaler Haushaltsstrom?

Strom für die Wärmepumpe ist nicht automatisch günstiger als Haushaltsstrom, weil beide ohne besondere Vereinbarung über denselben Zähler und denselben Tarif laufen. Günstiger wird er, wenn Ihr Netzbetreiber einen Wärmepumpentarif führt. Im Gegenzug darf er die Anlage zu Spitzenzeiten für einige Stunden sperren.

Ob es einen solchen Tarif gibt und was er kostet, steht im Tarifblatt Ihres Netzbetreibers. Bei einem Tarif mit Hoch- und Niedertarif sparen Sie zusätzlich, wenn die Wärmepumpe das Warmwasser in den günstigen Stunden aufheizt.

Wie finde ich heraus, wie viel Strom nur die Wärmepumpe verbraucht?

Wie viel Strom nur die Wärmepumpe verbraucht, zeigt bei neueren Geräten das Display oder die App des Herstellers. Diese Werte sind teils gerechnet statt gemessen und eignen sich deshalb vor allem für den Vergleich von Monat zu Monat. Genau misst ein eigener Stromzähler, den Anlagen mit Wärmepumpentarif schon haben.

Fehlt er, baut ein Elektroinstallateur einen zusätzlichen Zähler ein. Arbeiten im Sicherungskasten sind Sache einer Fachperson mit Installationsbewilligung.

Senkt eine Photovoltaikanlage den Stromverbrauch der Wärmepumpe?

Eine Photovoltaikanlage senkt den Stromverbrauch der Wärmepumpe nicht, weil die Anlage gleich viel Strom braucht, egal woher er kommt. Sie senkt aber den Bezug aus dem Netz und damit die Stromkosten, weil ein Teil des Stroms vom eigenen Dach stammt.

Im Winter ist der Effekt kleiner als im Sommer, weil dann weniger Sonne scheint und gleichzeitig am meisten geheizt wird. Am besten passt der Solarstrom zum Warmwasser, das die Wärmepumpe über Mittag aufheizen kann.

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