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Start » Ratgeber » Was ist der Unterschied zwischen Abriss, Abbruch und Rückbau?

Was ist der Unterschied zwischen Abriss, Abbruch und Rückbau?

Was ist der Unterschied zwischen Abriss, Abbruch und Rückbau? Abriss und Abbruch sind zwei Wörter für dieselbe Arbeit, bei der ein Bauwerk ganz oder teilweise beseitigt wird. Rückbau steht für ein geordnetes Vorgehen, bei dem das Gebäude Schritt für Schritt zerlegt und das Material getrennt wird. Getrennt werden muss in der Schweiz allerdings bei jedem Abbruch, auf der Baustelle oder in einer Sortieranlage.

Ofri Redaktion
30. September 2026 - 8 Min. Lesezeit

Bagger mit Abbruchzange beim Rückbau eines Mehrfamilienwohnhauses

  • Wo liegt der Unterschied zwischen Abriss, Abbruch und Rückbau?
  • Vollabbruch und Teilabbruch: wie viel vom Gebäude wegkommt
  • Was versteht man unter Rückbau?
  • Ist Demontage dasselbe wie Rückbau?
  • Was die Abfallverordnung für Abbruch und Rückbau vorschreibt
  • Was Sie selbst ausbauen können und wofür es ein Abbruchunternehmen braucht

Wo liegt der Unterschied zwischen Abriss, Abbruch und Rückbau?

Abriss und Abbruch bedeuten dasselbe. Mit Rückbau ist ein geordnetes Zerlegen gemeint, bei dem das Material getrennt und verwertet wird.

Rechtlich sind die Begriffe nicht gegeneinander abgegrenzt. Der Unterschied zwischen Abbruch und Rückbau liegt im Vorgehen, das mit dem Wort gemeint ist: Beim Rückbau wird das Gebäude Schritt für Schritt zerlegt, meist in umgekehrter Reihenfolge des Baus, und die Schadstoffe kommen zuerst heraus. Weil so jedes Material für sich anfällt, lässt es sich verwerten, statt als Gemisch auf der Deponie zu landen.

Kurz zusammengefasst:

  • Abriss und Abbruch sind zwei Wörter für dieselbe Arbeit
  • Beim Rückbau wird das Gebäude in Etappen zerlegt
  • Demontage baut Bauteile aus, das Gebäude bleibt stehen
  • Auch beim Abbruch muss das Material getrennt werden
  • Abbruch und Rückbau vom Fachbetrieb: Offerten vergleichen

Welches der drei Wörter in einer Offerte steht, sagt deshalb wenig über die Arbeit aus. Aussagekräftiger ist, ob das Abbruchunternehmen die Schadstoffabklärung, die Trennung des Materials und den Entsorgungsnachweis aufführt.

Ein Bagger reisst ein Gebäude ab

Vollabbruch und Teilabbruch: wie viel vom Gebäude wegkommt

Beim Abbruch unterscheidet man nach dem Umfang. Beim Vollabbruch verschwindet das ganze Gebäude, beim Teilabbruch nur ein Teil davon, etwa ein Anbau oder eine Wand im Inneren, die einem Umbau weichen muss. Was es kostet, ein ganzes Haus abzubrechen, zeigt die Übersicht zu den Kosten für einen Hausabbruch.

Beides führen Abbruchunternehmen aus, die in ihren Leistungsbeschrieben Rückbau, Demontage und Entkernung in der Regel gleich mitführen. Ob Sie Ihr Vorhaben in der Anfrage Abriss oder Abbruch nennen, ändert an der Arbeit nichts.

Ein Gerüst steht neben einem Gebäude, das abgerissen wird

Was versteht man unter Rückbau?

Rückbau ist das geordnete Zerlegen eines Bauwerks in Etappen, sodass Schadstoffe und Materialien getrennt anfallen und verwertet werden können.

Behörden und Branche verwenden das Wort zunehmend, so spricht die Abfallverordnung heute vom «Rückbau von Bauwerken». Ein Rückbau läuft in dieser Reihenfolge ab:

  1. Eine Fachperson klärt ab, ob Schadstoffe wie Asbest verbaut sind, und diese werden entfernt.
  2. Fenster, Türen, Einbauten und Haustechnik werden ausgebaut.
  3. Das Gebäude wird entkernt, bis nur noch die Tragstruktur steht, also die Wände, Decken und Stützen, die das Haus tragen.
  4. Die Tragstruktur wird von oben nach unten abgetragen.

Das Wort gilt auch für einzelne Anlagen im Haus. Ein Cheminée rückbauen heisst, die Feuerstelle samt Kaminanschluss zu entfernen, während das Haus stehen bleibt.

Selektiver Rückbau für die Wiederverwendung

Beim selektiven Rückbau werden Bauteile so ausgebaut, dass sie ein zweites Mal eingesetzt werden können, zum Beispiel Türen, Natursteinplatten oder Holzbalken.

Weil jedes Bauteil vorher erfasst und von Hand gelöst werden muss, braucht der selektive Rückbau mehr Zeit und einen Abnehmer, der die Teile übernimmt. Eine Studie im Auftrag des Bundesamts für Umwelt hält fest, dass er in der Schweiz bisher wenig verbreitet ist.

Rückbau: Ein Bauarbeiter reisst mit einem Bohrhammer eine Backsteinwand ein

Ist Demontage dasselbe wie Rückbau?

Demontage ist ein Teil des Rückbaus: Sie löst einzelne Bauteile aus, während der Rückbau ein Gebäude oder einen Gebäudeteil entfernt.

Bei einer Demontage werden Verbindungen gelöst, damit das Bauteil ganz bleibt, etwa eine Küche oder ein Heizkörper. Das Gebäude steht danach weiter. Bei der Entkernung kommt alles heraus, was nicht trägt, von den Trennwänden bis zu den Leitungen, und übrig bleibt der Rohbau, der anschliessend saniert oder zurückgebaut wird.

Begriff Was entfernt wird Was danach übrig ist
Vollabbruch das ganze Gebäude nichts
Teilabbruch ein Gebäudeteil, zum Beispiel ein Anbau der Rest des Gebäudes
Rückbau das Gebäude oder ein Teil, in Etappen je nach Auftrag nichts oder ein Teil
Selektiver Rückbau wie Rückbau, Bauteile zur Wiederverwendung vom Gebäude nichts, die Bauteile werden weiterverwendet
Entkernung alles, was nicht trägt die Tragstruktur
Demontage einzelne Bauteile, möglichst unbeschädigt das Gebäude

Die Grenzen sind in der Praxis fliessend, weil ein Rückbau Demontage und Entkernung umfasst. Fragen Sie deshalb beim Offertenvergleich nach, welche Bauteile ausgebaut und welche mit dem Rest abgebrochen werden.

Ein Bagger lädt Schutt von einer Abbruchstelle in einen Lastwagen

Was die Abfallverordnung für Abbruch und Rückbau vorschreibt

Getrennt werden muss das Material auch beim Abbruch, unabhängig davon, wie die Arbeit in der Offerte heisst. Mehr Aufwand entsteht beim Rückbau erst, wenn Bauteile für die Wiederverwendung zerstörungsarm ausgebaut werden. Nach der Abfallverordnung des Bundes sind bei allen Bauarbeiten die Sonderabfälle abzutrennen, also Abfälle, die wegen ihrer Schadstoffe besonders entsorgt werden müssen. Die übrigen Bauabfälle werden auf der Baustelle getrennt, unter anderem in:

  • abgetragenen Boden und Aushub
  • Betonabbruch, Mischabbruch aus Backstein und Beton, Ziegel und Gips
  • Glas, Metalle, Holz und Kunststoffe
  • brennbare Abfälle, die sich nicht verwerten lassen

Ist die Trennung auf der Baustelle betrieblich nicht möglich, etwa weil der Platz für mehrere Mulden fehlt, darf das Material in einer Sortieranlage getrennt werden. Beton, Mischabbruch und Ziegel sind anschliessend möglichst vollständig als Rohstoff für neue Baustoffe zu verwerten.

Eine zweite Pflicht betrifft grosse Mengen und Schadstoffe. Fallen voraussichtlich mehr als 200 Kubikmeter Bauabfälle an oder sind Schadstoffe wie Asbest, Blei oder PCB aus alten Fugenmassen zu erwarten, muss die Bauherrschaft mit dem Baugesuch Angaben zur Entsorgung machen. Dieses Entsorgungskonzept nennt Art, Menge und Entsorgungsweg der Abfälle.

Ein schwerer Bagger steht auf einer Baustelle

Schadstoffe in Gebäuden, die vor 1990 gebaut wurden

Bei Altbauten verlangt die Vollzugshilfe des Bundesamts für Umwelt, die Anleitung des Bundes für die Behörden, eine Schadstoffuntersuchung: Wird ein Gebäude umgebaut oder zurückgebaut, das vor 1990 errichtet wurde, sind die Baumaterialien zu prüfen.

Fallen mehr als 200 Kubikmeter Rückbaumaterial an, muss eine Fachperson die Schadstoffe ermitteln. Darunter liegt ein durchschnittliches Einfamilienhaus, und dann entscheidet der Kanton, ob eine Fachperson nötig ist oder Ihre eigene Angabe genügt.

Achtung: Asbest ist in der Schweiz seit 1990 verboten, in älteren Häusern und vereinzelt auch in jüngeren kann er in Platten, Klebern, Verputz oder Fensterkitt stecken. Wird er beim Abbruch zerschlagen, gelangen die Fasern in die Atemluft und können die Lunge schwer schädigen.

Welche Stellen im Haus verdächtig sind, zeigen die typischen Fundstellen von Asbest im Haus. Bestätigt eine Laboranalyse den Verdacht, müssen die belasteten Bauteile heraus, bevor der Rückbau beginnt. Arbeiten, bei denen viele Fasern frei werden, darf nur ein von der Suva anerkanntes Asbestsanierungsunternehmen ausführen.

Ein Arbeiter bearbeitet Betonbrocken mit einem Bohrhammer

Was Sie selbst ausbauen können und wofür es ein Abbruchunternehmen braucht

Selbst erledigen lassen sich Demontagen nichttragender Bauteile im eigenen Haus, sobald abgeklärt ist, dass sie keine Schadstoffe enthalten: Einbauschränke abmontieren oder einen Bodenbelag entfernen. Strom- und Wasseranschlüsse, etwa beim Ausbau einer Küche, trennt der Elektroinstallateur beziehungsweise der Sanitärinstallateur. Tragende Bauteile bricht ein Abbruchunternehmen ab, weil die Statik geklärt sein muss, die Baustelle nach den Vorschriften zur Arbeitssicherheit einzurichten ist und es Maschinen sowie Mulden für jede Materialsorte braucht.

Damit sich Offerten vergleichen lassen, sollten sie diese Punkte einzeln aufführen:

  • Schadstoffabklärung und allenfalls Sanierung
  • Demontage und Entkernung
  • Anzahl Mulden und Materialsorten
  • Transport und Entsorgungsgebühren
  • Entsorgungsnachweis, falls die Gemeinde ihn verlangt
  • Pauschal- oder Aufwandpreis, Mehrwertsteuer und Termine

Allgemeine Warnsignale wie auffällig tiefe Preise zeigt der Ratgeber, wie Sie eine seriöse Offerte erkennen. Mit welchen Beträgen für einzelne Arbeiten wie das Entfernen einer Wand zu rechnen ist, zeigt die Übersicht, was Abbrucharbeiten kosten. Abbruchunternehmen aus Ihrer Region finden Sie über die Suche, zum Beispiel für einen Abbruch in Zürich.

Gut zu wissen: Auf Ofri beschreiben Sie Ihr Abbruch- oder Rückbauvorhaben einmal und erhalten kostenlos und unverbindlich Offerten von Abbruchunternehmen aus Ihrer Region. Offerten für Abbruch und Rückbau einholen

Abriss: Ein gelber Bagger steht auf dem Boden in der Nähe von Gebäuden

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Braucht ein Abbruch oder Rückbau in der Schweiz eine Bewilligung?

Ob ein Abbruch oder Rückbau in der Schweiz bewilligt oder gemeldet werden muss, hängt vom Eingriff und vom Recht des Kantons und der Gemeinde ab. Für den Abbruch eines Gebäudes braucht es ein Verfahren bei der Gemeinde, bei Rückbauten ohne Neubau genügt in einzelnen Kantonen eine Meldung.

Klären Sie das Verfahren bei der Bauverwaltung Ihrer Gemeinde, bevor Sie Offerten einholen. Steht das Gebäude in einer Schutzzone oder ist es als schützenswert eingestuft, kommen Auflagen aus dem Denkmal- oder Ortsbildschutz dazu.

Ist ein Rückbau teurer als ein Abbruch?

Ein Rückbau braucht vor allem dann mehr Arbeitszeit, wenn Bauteile für die Wiederverwendung von Hand ausgebaut werden. Die Trennung des Materials ist dagegen bei Abbruch und Rückbau Pflicht, und sortenreines Material wird günstiger angenommen als verschmutztes. Sauberer Gips kostet bei der Annahme rund CHF 65.- bis CHF 75.- pro Tonne, Gips mit Fremdstoffen CHF 135.- bis CHF 155.-.

Ein pauschales Urteil lässt sich daraus nicht ableiten, weil der Preis davon abhängt, wie viele Bauteile von Hand ausgebaut werden und ob Schadstoffe zu sanieren sind. Vergleichen Sie Offerten für dasselbe Vorhaben, in denen Arbeit und Entsorgung getrennt ausgewiesen sind. Die Annahmepreise je Materialsorte stehen in der Übersicht zu den Kosten für die Entsorgung von Bauschutt.

Was geschieht mit dem Material aus einem Rückbau, das sich nicht verwerten lässt?

Material aus einem Rückbau, das sich nicht verwerten lässt, wird verbrannt oder deponiert. Brennbare Abfälle wie verleimte Holzwerkstoffe oder Kunststoffe gehen in die Kehrichtverbrennung, mineralische Reste auf eine Deponie.

Schadstoffhaltige Bauteile werden getrennt vom übrigen Material entsorgt, und zwar über Anlagen, die für den jeweiligen Schadstoff zugelassen sind. Welcher Weg gilt, hält das Entsorgungskonzept fest, wenn eines verlangt ist.

Worauf ist bei der Entkernung eines Hauses zu achten, das stehen bleiben soll?

Bei der Entkernung eines Hauses, das stehen bleiben soll, prüft ein Bauingenieur vorher, welche Wände und Decken tragen. Eine Wand, die in den Plänen als nichttragend gilt, kann nach früheren Umbauten Lasten aufnehmen, und wird sie entfernt, kann ein Teil der Decke absacken.

Lassen Sie ausserdem Strom-, Gas- und Wasserleitungen vor der Entkernung durch die zuständigen Fachbetriebe sicher ausser Betrieb nehmen und die Trennstellen dokumentieren. Für die spätere Sanierung ist ein sauber dokumentierter Rohbau die bessere Ausgangslage.

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