Was macht ein Zimmermann? Ein Zimmermann ist Fachspezialist im Umgang mit Holz. Er erstellt Holzbauten im Innen- und Aussenbereich. Dies sind beispielsweise Dachstühle, Holzhäuser oder Carports. Zu seinen Hauptaufgaben gehören die Kundenberatung, die Erstellung von Konstruktionsplänen und die Herstellung der Holzteile aus Massivholz oder die Montage von Halbfabrikaten vor Ort.

Um als Zimmermann erfolgreich zu sein, ist eine mathematische Begabung und ein räumliches Vorstellungsvermögen unabdinglich. Es ist ein körperlich anstrengender Beruf und eine robuste Gesundheit ist wichtig. Abschliessend ist auch Sozialkompetenz wichtig, da der Zimmermann in Kontakt mit Kunden steht.
Der Zimmermann arbeitet in der Werkstatt und auf dem Bauplatz. In der Werkstatt erstellt er die Konstruktionspläne mit dem CAD und bereitet danach die Holzelemente vor. Auf dem Bauplatz führt er die Montagearbeiten aus.
Die Lehre zum Zimmermann dauert in der Schweiz vier Jahre. Es gibt zirka 250 Lehrstellen pro Jahr (Stand 2019) in Zimmereien oder Holzbaubetrieben. Die Lernenden besuchen die Berufsfachschule einmal pro Woche und zweimal jährlich haben sie üKs, sogenannte überbetriebliche Kurse.
Die Lernblöcke der Berufsfachschule sind wie folgt aufgeteilt:
1. Vorbereiten der Arbeiten
2. Abbinden von Konstruktionsteilen
3. Vorfertigen von Bauteilen
4. Aufrichten von Holzkonstruktionen
5. Einbauen von Schutzschichten und Dämmungen
6. Montieren von Bekleidungen/ Unterkonstruktionen
7. Montieren von vorgefertigten Produkten
Begleitend zur Lehre haben die Lehrlinge die Möglichkeit die Berufsmaturitätsschule zu besuchen. Die Berufsmaturität ermöglicht es ihnen, anschliessend eine Fachhochschule zu absolvieren. Beispielsweise den Bachelor of Science (FH) in Holztechnik an der Berner Fachhochschule in Biel.
Ohne begleitende Berufsmaturitätsschule sind später folgende Weiterbildungsmöglichkeiten möglich:
Berufsprüfung:
• Holzbau-Polier/in mit eidg. Fachausweis
• Holzfachmann/-frau mit eidg. Fachausweis
Höhere Fachprüfung (HFP):
- Holzbau-Meister/in
Höhere Fachschule:
-Dipl. Techniker/in HF Holztechnik, Vertiefung Holzbau
Der Mindestlohn für einen Lernenden im ersten Lehrjahr ist CHF 758.00. Ein ausgelernter Zimmermann hat einen Einstiegslohn von CHF 4’120.00.
| Berufserfahrung | Monatlicher Mindestlohn |
|---|---|
| Zimmermann, 1. Lehrjahr | CHF 758.00 |
| Zimmermann, 2. Lehrjahr | CHF 990.00 |
| Zimmermann, 3. Lehrjahr | CHF 1’344.00 |
| Zimmerman EFZ | CHF 4’120.00 |
| Holzbau-Meister | CHF 6’196.00 |
*Quelle: GAV Holzbau, Stand Januar 2018
Zimmermänner sind im Verband Holzbau Schweiz organisiert. Dieser vertritt 1’000 Holzbauunternehmungen in der Deutschschweiz und im Tessin:
Holzbau Schweiz
Winterhaldenstrasse 14A
3627 Heimberg
Tel.: +41 044 253 63 93
Web: www.holzbau-schweiz.ch
E-Mail: [email protected]
Interview Christian Schäfer
Zum Heissenstein HandWerk GmbH

Wie war Ihr Werdegang?
Ich habe die Grundausbildung als Schreiner mit Fachrichtung Bau/Fenster gemacht. Danach habe ich in einer Zimmerei gearbeitet und in mir Kenntnisse in abbinden von Konstruktionsteilen, aufrichten von Holzkonstruktionen und vorfertigen von Bauteilen erarbeitet.
Nach einigen Jahren in diversen Tätigkeitsfeldern habe ich den Schritt in die Selbständigkeit gewagt.
Was war die Motivation sich selbständig zu machen?
Das Wort «selbstständig» besteht aus zwei Teilen: «Selbst» und «ständig». Das ist auch das Motto: Ich arbeite alleine («selber») und «ständig», also die ganze Zeit!
Nein, Spass beiseite.
Ich hatte nach all den Jahren immer nur den technischen Teil der Arbeiten ausgeführt und mir fehlte die planende und projektierende Seite. So entschloss ich mich, aufgrund meines Wunsches alle Teile eines Gewerkes zu beherrschen, zur Selbständigkeit. Das geht nur mittels eines eigenen Betriebes.
Auf welches Zimmermann-Projekt sind Sie besonders stolz?
Wenn ich den Kundenwunsch umsetzen kann, bin ich immer stolz! Am liebsten sind mir Umbauten und Sanierungen, weil bei diesen Aufgaben die Herausforderungen an Planung und Umsetzung hoch sind und man jederzeit flexibel auf Unvorhergesehenes reagieren muss.
Was raten Sie jungen Lehrabgängern?
Ich rate jungen Berufsleuten über den Tellerrand hinaus zu schauen. Sammelt auch Berufserfahrung in verwandten Gewerken. Traut euch! Vielleicht ist der Lohn einmal nicht gerade auf der Stufe eines Facharbeiters. Die gesammelten Erfahrungen sind ein grosser Vorteil auf dem heutigen Arbeitsmarkt, denn Flexibilität ist gefragt!
Den Gedanken, dass der Arbeitgeber alleine verantwortlich für die Weiterbildung ist sollte man ablegen. Alles was man gelernt hat, kann einem niemand mehr nehmen.






100% gratis für Sie
Geprüfte Handwerker & Dienstleister
Mit Nutzerbewertungen