Wenn die Temperaturen sinken, ist es Zeit, den Garten winterfest zu machen. So bleiben Pflanzen, Tiere und Geräte geschützt – und der Garten startet im Frühling gesund durch. In der Schweiz lohnt sich die Vorbereitung besonders: In höheren Lagen beginnt der Winter früher, viele Arbeiten sollten daher schon im Oktober erledigt sein.

Sobald der erste Frost droht, sollten alle Wasserleitungen im Garten entleert und abgestellt werden. Lassen Sie Gartenwasserhähne ablaufen und trennen Sie Schläuche von den Anschlüssen. Wasserreste in Leitungen können gefrieren und zu Rissen führen.
Auch Regentonnen und Giesskannen sollten entleert und umgedreht gelagert werden.
Einige Stauden wie Kamelien, Riesenblattlilien und Montbretien reagieren empfindlich auf Frost. Decken Sie die Wurzeln mit Laub, Stroh oder Tannenzweigen ab und umwickeln Sie sie bei Bedarf mit Schilfmatten gegen den eisigen Wind. Dasselbe gilt auch für Kübelpflanzen.
Achten Sie darauf, dass die Pflanzen auch im Winter genügend Luft erhalten, um Fäulnis zu vermeiden.

Ein gut gepflegter Kompost trägt wesentlich zur Bodenverbesserung bei. Im Herbst kann er umgesetzt werden, damit das organische Material gleichmässig verrottet.
Dabei wird der obere, noch nicht verrottete Teil nach unten geschaufelt, damit er weiter zersetzen kann. Der unten liegende, bereits fertige Humus kann jetzt auf die Beete gegeben werden. Er versorgt den Boden mit wichtigen Nährstoffen für das kommende Jahr.
Laub, das auf dem Rasen überwintert, blockiert Licht und Luftzufuhr. Die Feuchtigkeit unter den Blättern fördert Moos- und Pilzbildung und sollte daher entfernt werden. Auf Beeten und unter Sträuchern darf es jedoch liegen bleiben – es dient als natürlicher Frostschutz und Rückzugsort für nützliche Insekten.
Gröbere Äste oder Strauchschnitt können gehäckselt und als Mulch verwendet werden. Eine kleine Ecke mit Laub und Holz bietet zudem Unterschlupf für Igel und andere Gartenbewohner im Winter.
Mehr Informationen zum Tierschutz im eigenen Garten kannst du hier nachlesen.

Um den Gartenboden auf die nächste Saison vorzubereiten, empfiehlt es sich, reifen Kompost, Mist oder organische Dünger einzuarbeiten. Das verbessert die Bodenstruktur und fördert das Bodenleben.
Besonders auf sandigen Böden hilft die Zugabe von Kompost, Feuchtigkeit besser zu speichern. Lehmböden hingegen profitieren von etwas Sand oder feinem Rindenmulch, um sie lockerer zu machen.
Bis Mitte November sollte der Rasen noch einmal gemäht werden, allerdings nicht zu kurz. Eine Schnitthöhe von etwa vier bis fünf Zentimetern lässt die Gräser noch ausreichend Licht einfangen und schützt vor Kälte und Pilzbefall.
Entfernen Sie Laub, damit der Rasen genügend Licht und Luft bekommt.
Wir haben mit unserem Gartenprofi von allesrundumshaus ab Minute 4:45 ein Video zur Rasenpflege erstellt. Schauen Sie bei Interesse gerne rein.

Bei Obstbäumen und Beerensträuchern sollten abgestorbene oder kranke Triebe entfernt werden. Dies fördert das Wachstum im Frühjahr und beugt Pilzerkrankungen vor.
Bei frostempfindlichen Arten wie Feigen oder Kiwi ist ein Winterschutz aus Jute oder Vlies ratsam.
Wir haben auch einen Ratgeber zum Beschneiden von Obstbäumen erstellt – schauen Sie doch bei Gelegenheit rein.
Empfindliche Knollenpflanzen wie Dahlien, Gladiolen oder Begonien werden vor dem ersten Frost ausgegraben, von Erde befreit und an einem trockenen, frostfreien Ort gelagert.
Frühjahrsblüher wie Tulpen, Narzissen und Krokusse können im Herbst gesetzt werden. Sie benötigen die Kältephase, um im Frühling kräftig auszutreiben.

Bevor Sie Ihre Gartengeräte verstauen, sollten Sie sie gründlich reinigen, trocknen und bei Bedarf einölen. Entfernen Sie Erde und Pflanzenreste von Spaten, Schaufeln und Rechen, um Rost vorzubeugen.
Auch elektrische Geräte wie Rasenmäher sollten von Grasresten befreit und trocken gelagert werden.
Ein Gartenteich benötigt im Winter besondere Aufmerksamkeit. Entfernen Sie Laub, um die Fäulnisbildung zu verhindern, und spannen Sie gegebenenfalls ein Netz über die Wasseroberfläche.
Teichpumpen und Filteranlagen sollten bei Frostgefahr aus dem Wasser genommen werden. Fische in tieferen Teichen können draussen überwintern, solange eine kleine Stelle eisfrei bleibt, damit Gase entweichen können. Hierfür kommt ein sogenannter Eisfreihalter zum Einsatz.

Gartenmöbel, Werkzeuge und Dekorationen sollten an einem trockenen Ort aufbewahrt werden. Metallteile können leicht eingeölt werden, um Rost zu vermeiden.
Kunststoffmöbel sollten nicht draussen überwintern, da sie bei Kälte spröde werden. Falls kein Innenraum zur Verfügung steht, bieten wetterfeste Schutzhüllen einen guten Schutz.
Junge Bäume und empfindliche Gehölze profitieren von einem Winterschutz aus Jute oder Reisig. Rosen sollten an der Basis angehäufelt und mit Tannenzweigen abgedeckt werden.
So bleiben die Wurzeln auch bei starkem Frost geschützt. In besonders kalten Regionen der Schweiz, etwa im Alpenraum, empfiehlt sich zusätzlich ein leichter Vliesschutz um die Krone.
Ein Gewächshaus sollte im Winter gut isoliert werden, um empfindliche Pflanzen zu schützen. Kleine Ritzen lassen sich mit Dichtungsband oder Folie abdichten.
Besonders kälteempfindliche Pflanzen können zusätzlich mit Luftpolsterfolie umwickelt werden. Achten Sie dennoch auf ausreichende Belüftung, um Schimmelbildung zu vermeiden.

Wer seinen Garten winterfest machen möchte, sorgt nicht nur für den Schutz von Pflanzen, Tieren und Geräten, sondern legt auch den Grundstein für einen gesunden und gepflegten Garten im Winter.
Mit etwas Vorbereitung bleiben Beete, Sträucher und Rasen gut erhalten – und im Frühling kann die neue Gartensaison ohne böse Überraschungen starten.

Seit Amina als Lektorin in die Welt der deutschen Sprache eingetaucht ist, lassen sie die Themen Rechtschreibung, Grammatik und Schreibstil nicht mehr los. Dank ihres handwerklich begabten Vaters hat sie früh ihre Leidenschaft für Holz- und Metallarbeiten entdeckt. Der Bereich Content und SEO bei Ofri ermöglicht Amina, beide Passionen auszuleben.





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