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Start » Ratgeber » Naturgarten gestalten: So schaffen Sie ein Paradies für Mensch & Tier

Naturgarten gestalten: So schaffen Sie ein Paradies für Mensch & Tier

Ein Naturgarten ist ein lebendiges Ökosystem, das atmet, summt und wächst. Statt gegen die Natur zu arbeiten, fliesst hier alles ineinander: Heimische Kräuter treffen auf wilde Ecken, und nützliche Insekten finden endlich wieder ein Zuhause. Erfahren Sie in unserem Ratgeber, was den Charme der natürlichen Gartengestaltung ausmacht, wie Sie Struktur in das vermeintliche Chaos bringen und warum ein Naturgarten nicht nur der Umwelt, sondern auch Ihrer Seele gut tut.

Oliver Schlupp
24. Februar 2026 - 7 Min. Lesezeit

Igel im Naturgarten

  • Natürlich wild: Was den Naturgarten so besonders macht
  • Poesie im Grünen: Gestaltung mit Pflanzen
  • Kleiner Urwald für Zuhause: Strukturen schaffen
  • Der Garten summt: Tiere willkommen heissen
  • Das Ofri-Special zum Thema: Insektenhotel selber bauen – so geht’s in 5 Schritten
  • Ein Ort, der verbindet

Natürlich wild: Was den Naturgarten so besonders macht

Ein Naturgarten folgt keinem starren Plan. Er lebt, wächst und verändert sich – genau wie die Natur selbst. Und das ist sein grösster Charme: Er muss nicht perfekt sein, sondern darf wild, bunt und unberechenbar bleiben.

Im Gegensatz zum gepflegten Ziergarten setzt ein Naturgarten auf das Zusammenspiel der Elemente und unterstützt nachhaltig die Biodiversität. Hier dürfen Pflanzen sich selbst aussäen, Tiere sich ansiedeln und Strukturen ganz natürlich entstehen. Diese Freiheit macht ihn so besonders – und so lebendig. Ein ähnliches Prinzip verfolgt auch die Permakultur, die durch intelligente Planung noch tiefgreifendere Mikrokosmen und Lebensräume schafft.

In einem Naturgarten…

summen Bienen zwischen Wildblumen, suchen Igel Schutz unter Laub, gedeihen Kräuter wild neben Beerensträuchern und duftet der Wind nach Lavendel und Thymian.

Wer sich auf diese Natürlichkeit einlässt, wird belohnt: mit einem Garten, der inspiriert, entspannt – und verbindet. Zwischen Menschen, Tieren und der Erde unter den Füssen.

Was ist Biodiversität? Biodiversität – oder biologische Vielfalt – beschreibt die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde. Dazu gehören nicht nur verschiedene Tier- und Pflanzenarten, sondern auch ihre Lebensräume und genetischen Unterschiede. Ein Naturgarten trägt dazu bei, diese Vielfalt zu fördern – direkt vor Ihrer Haustür. Übrigens: Am 22. Mai ist Internationaler Tag der biologischen Vielfalt , der von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurde.

Poesie im Grünen: Gestaltung mit Pflanzen

Pflanzen sind das Herzstück jedes Naturgartens. Doch statt in Reih und Glied zu stehen, dürfen sie im Naturgarten frei wachsen, sich verbreiten und eigene Wege gehen. Es ist ein komponiertes Chaos, das Leben ausstrahlt.

Ein sattgrüner, kurz gemähter Rasen wirkt zwar ordentlich – bietet aber kaum Lebensraum. Eine Wildblumenwiese hingegen blüht in Wellen, verändert sich ständig und zieht Schmetterlinge, Wildbienen und Vögel an. Ob Margeriten, Glockenblumen oder Wiesensalbei – diese Pflanzen machen aus Ihrem Garten eine Bühne für die Natur.

Tipp: Eine Schweizer Wildblumenmischung sorgt für standortgerechte Vielfalt – und wenig Pflegeaufwand.

Farben, Formen und Düfte geniessen

Ein Naturgarten lädt alle Sinne ein. Duftende Kräuter wie Salbei, Thymian oder Zitronenmelisse verbreiten mediterranes Flair. Bienenfreundliche Blumen wie Flockenblume, Malve oder Kornblume bringen Farbe und Bewegung ins Spiel.

Kombinieren Sie hoch und niedrig wachsende Pflanzen, zarte Blüten mit kräftigen Blättern, wilde Formen mit feinen Details – und lassen Sie Lücken zu. Denn gerade dort entstehen oft die spannendsten Gartenmomente.

Inspiration aus der Jahreszeit

Schmetterlinge auf Wildblumen

Ein Naturgarten lebt im Rhythmus der Natur. Im Frühling jubeln die ersten Blüten, im Sommer wuchert das Leben, im Herbst leuchten Beeren, und im Winter strukturieren Gräser und Samenkapseln das Bild.

Kleiner Urwald für Zuhause: Strukturen schaffen

Ein Naturgarten braucht keine geraden Linien. Seine Struktur entsteht durch Vielfalt – nicht durch Symmetrie. Unterschiedliche Höhen, Materialien und Rückzugsorte lassen Räume entstehen, die zum Entdecken einladen – für Mensch und Tier.

Wilde Ecken bewusst zulassen

Nicht alles im Garten muss gepflegt wirken. Ein Laubhaufen unter der Hecke, ein ungemähter Streifen am Wegrand oder eine ungeplante Brennnesselgruppe bieten Lebensraum für unzählige Insektenarten, Raupen und sogar seltene Schmetterlinge. Was früher als «ungepflegt» galt, ist heute ein Zeichen von Respekt gegenüber der Natur.

Strukturelemente für mehr Leben

Komposthaufen

Mit einfachen Mitteln bringen Sie Struktur und Leben in den Garten – ganz ohne künstliche Elemente.

  • Totholzstapel bieten Unterschlupf für Igel, Kröten und Insekten
  • Steinhaufen schaffen Sonnenplätze für Eidechsen
  • Natursteinmauern gliedern den Garten und dienen gleichzeitig als Habitat
  • Hügelbeete oder Senken bringen Höhenunterschiede ins Spiel

Rückzugsorte für Mensch und Natur

Ein schattiges Plätzchen unter einem Apfelbaum. Eine Bank zwischen hohen Gräsern. Eine kleine Hängematte zwischen wilden Sträuchern. Auch wir Menschen brauchen im Naturgarten Nischen, um zur Ruhe zu kommen – eingebettet in die Natur, nicht gegen sie abgegrenzt.

Der Garten summt: Tiere willkommen heissen

Ein Naturgarten ist ein sicherer Hafen für Tiere, die in aufgeräumten, sterilen Gärten kaum noch Platz finden. Wenn Sie einen Naturgarten gestalten, schaffen Sie Lebensraum – und machen aus Ihrem Garten ein lebendiges Ökosystem.

Kleine Ideen, grosse Wirkung

Vogel badet in einer Wasserschale im Garten

Schon einfache Massnahmen können ganz viel bewirken:

  • Eine Tränke für Vögel und Insekten
  • Ein paar offene Bodenstellen für Wildbienen
  • Beerensträucher, die Nahrung für Vögel liefern
  • Kräuterbeete, die Insekten anziehen und gut duften
  • Alte Baumstämme als Brutplatz für Käfer und Unterschlupf für Kleintiere
  • Sandige Stellen für bodennistende Wildbienen und Grabwespen
  • Kletterpflanzen wie Efeu oder wilder Wein – ideal für Vögel und Insekten
  • Rankhilfen aus Holz für Schmetterlingsraupen und Spinnen
  • Kompostecke, die Regenwürmer, Mikroorganismen und Igel anzieht

Strukturen für tierische Gäste

Mit natürlichen Materialien schaffen Sie Unterschlupf und Nistplätze – ganz ohne Plastik oder Hightech:

  • Nisthilfen aus Holz für Wildbienen
  • Laubhaufen für Igel und Kröten
  • Steinhaufen für wärmeliebende Reptilien
  • Heimische Hecken statt fremder Thuja

Achten Sie darauf, keine Pestizide oder chemischen Dünger zu verwenden – diese schaden den Tieren und stören das Gleichgewicht im Garten.

Das Ofri-Special zum Thema: Insektenhotel selber bauen – so geht’s in 5 Schritten

Insektenhotel mit natürlichen Füllmaterialien

Materialbedarf

  • Altes Holzbrett oder Weinkiste

  • Bohrmaschine mit verschiedenen Bohrern (drei bis acht Millimeter)

  • Bambusstäbe, Holunderäste oder Schilfrohr

  • Lehm, Stroh, Tannenzapfen, Rinde

  • Drahtgitter (zum Schutz)

  • Nägel oder Schrauben

  • Säge und Schleifpapier

Schritt 1: Gehäuse bauen

Verwenden Sie eine Holzkiste, einen Holzrahmen oder einfach vier zugeschnittene Bretter, die Sie zu einem Kasten zusammenschrauben. Die Rückseite sollte geschlossen sein, das Dach etwas überstehen – so bleibt es trocken.

Schritt 2: Füllmaterial vorbereiten

  • Bambus- und Schilfrohre auf zehn bis 15 Zentimeter zuschneiden, Enden glatt schleifen
  • Holzklötze (zum Beispiel Hartholz) mit Bohrlöchern versehen (nicht durchbohren!)
  • Tannenzapfen, Stroh, Rinde locker einfüllen – für Ohrwürmer und Käfer

Schritt 3: Hotel befüllen

Füllen Sie die verschiedenen Materialien schichtweise in das Gehäuse. Kombinieren Sie unterschiedliche Bereiche – je mehr Vielfalt, desto mehr Insektenarten fühlen sich wohl.

Schritt 4: Schutzgitter anbringen

Ein feines Drahtgitter vorne schützt die Bewohner vor Vögeln. Es sollte nicht direkt aufliegen, sondern leicht Abstand haben.

Schritt 5: Standort wählen

Stellen oder hängen Sie das Insektenhotel an einen sonnigen, windgeschützten Ort, idealerweise in der Nähe von Wildblumen. Achten Sie darauf, dass es fest steht oder hängt – es darf nicht wackeln!

Wasser als Lebensspender

Ein kleiner Teich oder eine Feuchtzone ist der Lieblingsort von Fröschen, Libellen und Vögeln. Schon eine flache Schale mit Wasser kann in Trockenzeiten überlebenswichtig sein.

Unser Lesetipp: So schützen Sie die Tiere in Ihrem Garten

Ein Ort, der verbindet

Ein Naturgarten ist ein Statement. Für mehr Vielfalt. Für mehr Leben. Und für mehr Verbindung zwischen Mensch und Natur. Wer sich darauf einlässt, entdeckt jeden Tag Neues: das Summen einer Wildbiene, das zarte Blühen einer Knospe oder das Rascheln im Laubhaufen.

Es braucht keinen Rollrasen und keine exotischen Pflanzen. Es reicht, der Natur wieder Raum zu geben. Jeder Quadratmeter zählt – ob grosse Gartenfläche oder kleines Beet auf dem Balkon. Denn jeder natürliche Ort, den wir schaffen, ist ein Beitrag zur Zukunft.

Und das Beste: Ein Naturgarten schenkt Freude, Entschleunigung und das gute Gefühl, Teil eines lebendigen Ganzen zu sein.

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