Ein Naturgarten ist ein lebendiges Ökosystem, das atmet, summt und wächst. Statt gegen die Natur zu arbeiten, fliesst hier alles ineinander: Heimische Kräuter treffen auf wilde Ecken, und nützliche Insekten finden endlich wieder ein Zuhause. Erfahren Sie in unserem Ratgeber, was den Charme der natürlichen Gartengestaltung ausmacht, wie Sie Struktur in das vermeintliche Chaos bringen und warum ein Naturgarten nicht nur der Umwelt, sondern auch Ihrer Seele gut tut.

Ein Naturgarten folgt keinem starren Plan. Er lebt, wächst und verändert sich – genau wie die Natur selbst. Und das ist sein grösster Charme: Er muss nicht perfekt sein, sondern darf wild, bunt und unberechenbar bleiben.
Im Gegensatz zum gepflegten Ziergarten setzt ein Naturgarten auf das Zusammenspiel der Elemente und unterstützt nachhaltig die Biodiversität. Hier dürfen Pflanzen sich selbst aussäen, Tiere sich ansiedeln und Strukturen ganz natürlich entstehen. Diese Freiheit macht ihn so besonders – und so lebendig. Ein ähnliches Prinzip verfolgt auch die Permakultur, die durch intelligente Planung noch tiefgreifendere Mikrokosmen und Lebensräume schafft.
summen Bienen zwischen Wildblumen, suchen Igel Schutz unter Laub, gedeihen Kräuter wild neben Beerensträuchern und duftet der Wind nach Lavendel und Thymian.
Wer sich auf diese Natürlichkeit einlässt, wird belohnt: mit einem Garten, der inspiriert, entspannt – und verbindet. Zwischen Menschen, Tieren und der Erde unter den Füssen.
Was ist Biodiversität? Biodiversität – oder biologische Vielfalt – beschreibt die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde. Dazu gehören nicht nur verschiedene Tier- und Pflanzenarten, sondern auch ihre Lebensräume und genetischen Unterschiede. Ein Naturgarten trägt dazu bei, diese Vielfalt zu fördern – direkt vor Ihrer Haustür. Übrigens: Am 22. Mai ist Internationaler Tag der biologischen Vielfalt , der von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurde.
Pflanzen sind das Herzstück jedes Naturgartens. Doch statt in Reih und Glied zu stehen, dürfen sie im Naturgarten frei wachsen, sich verbreiten und eigene Wege gehen. Es ist ein komponiertes Chaos, das Leben ausstrahlt.
Ein sattgrüner, kurz gemähter Rasen wirkt zwar ordentlich – bietet aber kaum Lebensraum. Eine Wildblumenwiese hingegen blüht in Wellen, verändert sich ständig und zieht Schmetterlinge, Wildbienen und Vögel an. Ob Margeriten, Glockenblumen oder Wiesensalbei – diese Pflanzen machen aus Ihrem Garten eine Bühne für die Natur.
Tipp: Eine Schweizer Wildblumenmischung sorgt für standortgerechte Vielfalt – und wenig Pflegeaufwand.
Ein Naturgarten lädt alle Sinne ein. Duftende Kräuter wie Salbei, Thymian oder Zitronenmelisse verbreiten mediterranes Flair. Bienenfreundliche Blumen wie Flockenblume, Malve oder Kornblume bringen Farbe und Bewegung ins Spiel.
Kombinieren Sie hoch und niedrig wachsende Pflanzen, zarte Blüten mit kräftigen Blättern, wilde Formen mit feinen Details – und lassen Sie Lücken zu. Denn gerade dort entstehen oft die spannendsten Gartenmomente.

Ein Naturgarten lebt im Rhythmus der Natur. Im Frühling jubeln die ersten Blüten, im Sommer wuchert das Leben, im Herbst leuchten Beeren, und im Winter strukturieren Gräser und Samenkapseln das Bild.
Ein Naturgarten braucht keine geraden Linien. Seine Struktur entsteht durch Vielfalt – nicht durch Symmetrie. Unterschiedliche Höhen, Materialien und Rückzugsorte lassen Räume entstehen, die zum Entdecken einladen – für Mensch und Tier.
Nicht alles im Garten muss gepflegt wirken. Ein Laubhaufen unter der Hecke, ein ungemähter Streifen am Wegrand oder eine ungeplante Brennnesselgruppe bieten Lebensraum für unzählige Insektenarten, Raupen und sogar seltene Schmetterlinge. Was früher als «ungepflegt» galt, ist heute ein Zeichen von Respekt gegenüber der Natur.

Mit einfachen Mitteln bringen Sie Struktur und Leben in den Garten – ganz ohne künstliche Elemente.
Ein schattiges Plätzchen unter einem Apfelbaum. Eine Bank zwischen hohen Gräsern. Eine kleine Hängematte zwischen wilden Sträuchern. Auch wir Menschen brauchen im Naturgarten Nischen, um zur Ruhe zu kommen – eingebettet in die Natur, nicht gegen sie abgegrenzt.
Ein Naturgarten ist ein sicherer Hafen für Tiere, die in aufgeräumten, sterilen Gärten kaum noch Platz finden. Wenn Sie einen Naturgarten gestalten, schaffen Sie Lebensraum – und machen aus Ihrem Garten ein lebendiges Ökosystem.

Schon einfache Massnahmen können ganz viel bewirken:
Mit natürlichen Materialien schaffen Sie Unterschlupf und Nistplätze – ganz ohne Plastik oder Hightech:
Achten Sie darauf, keine Pestizide oder chemischen Dünger zu verwenden – diese schaden den Tieren und stören das Gleichgewicht im Garten.

Altes Holzbrett oder Weinkiste
Bohrmaschine mit verschiedenen Bohrern (drei bis acht Millimeter)
Bambusstäbe, Holunderäste oder Schilfrohr
Lehm, Stroh, Tannenzapfen, Rinde
Drahtgitter (zum Schutz)
Nägel oder Schrauben
Säge und Schleifpapier
Verwenden Sie eine Holzkiste, einen Holzrahmen oder einfach vier zugeschnittene Bretter, die Sie zu einem Kasten zusammenschrauben. Die Rückseite sollte geschlossen sein, das Dach etwas überstehen – so bleibt es trocken.
Füllen Sie die verschiedenen Materialien schichtweise in das Gehäuse. Kombinieren Sie unterschiedliche Bereiche – je mehr Vielfalt, desto mehr Insektenarten fühlen sich wohl.
Ein feines Drahtgitter vorne schützt die Bewohner vor Vögeln. Es sollte nicht direkt aufliegen, sondern leicht Abstand haben.
Stellen oder hängen Sie das Insektenhotel an einen sonnigen, windgeschützten Ort, idealerweise in der Nähe von Wildblumen. Achten Sie darauf, dass es fest steht oder hängt – es darf nicht wackeln!
Ein kleiner Teich oder eine Feuchtzone ist der Lieblingsort von Fröschen, Libellen und Vögeln. Schon eine flache Schale mit Wasser kann in Trockenzeiten überlebenswichtig sein.
Unser Lesetipp: So schützen Sie die Tiere in Ihrem Garten
Ein Naturgarten ist ein Statement. Für mehr Vielfalt. Für mehr Leben. Und für mehr Verbindung zwischen Mensch und Natur. Wer sich darauf einlässt, entdeckt jeden Tag Neues: das Summen einer Wildbiene, das zarte Blühen einer Knospe oder das Rascheln im Laubhaufen.
Es braucht keinen Rollrasen und keine exotischen Pflanzen. Es reicht, der Natur wieder Raum zu geben. Jeder Quadratmeter zählt – ob grosse Gartenfläche oder kleines Beet auf dem Balkon. Denn jeder natürliche Ort, den wir schaffen, ist ein Beitrag zur Zukunft.
Und das Beste: Ein Naturgarten schenkt Freude, Entschleunigung und das gute Gefühl, Teil eines lebendigen Ganzen zu sein.
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