Rosen veredeln klingt kompliziert? Ist es nicht! Mit der richtigen Methode und ein wenig Geduld ziehen auch Sie prächtige Rosen mit genau den Eigenschaften, die Sie sich wünschen. Ob Farbe, Duft oder Blühfreude – wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie’s geht.

Rosen sind nicht nur die Königinnen unter den Gartenpflanzen, sie sind auch erstaunlich anpassungsfähig – wenn man weiss, wie man sie richtig veredelt. Mit einer Veredelung kombinieren Sie die besten Eigenschaften zweier Pflanzen, wie etwa eine robuste Wurzelunterlage und eine edle Rosensorte. So erhalten Sie widerstandsfähige, langlebige Pflanzen mit wunderschönen Blüten.
Veredelte Rosen wachsen kräftiger, blühen reicher und sind oft weniger anfällig für Krankheiten. Zudem lässt sich durch das Veredeln gezielt eine bestimmte Rosensorte vermehren – ideal, wenn Sie eine Lieblingsrose im Garten haben oder von einer alten Sorte neue Pflanzen ziehen möchten.
Die meisten Rosen aus dem Fachhandel sind bereits veredelt. Doch mit etwas Übung gelingt es Ihnen auch selbst – und das bringt besonders stolze Gartenmomente hervor und spart auch noch Geld.
Wer Rosen veredeln möchte, hat verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Die Methode richtet sich danach, wie viel Erfahrung Sie mitbringen und zu welcher Jahreszeit Sie arbeiten möchten.

Was bedeutet Edelreis?
Ein Edelreis ist ein junger Trieb oder Zweig einer ausgewählten Rosensorte, den man zur Veredelung nutzt. Daraus können entweder Knospen (bei der Okulation) oder ganze Triebe (bei Kopulation oder Pfropfen) verwendet werden. Das Edelreis trägt die gewünschten Eigenschaften der Rose – zum Beispiel Blütenform, Farbe oder Duft.
Das Edelreis ist der edle «Teil» der Rose, den man auf eine robuste «Basis» (die Unterlage) aufsetzt. So entsteht eine neue Pflanze, die idealerweise die Stärken beider Teile vereint.
Hier nun die drei gängigsten Verfahren:
Die Okulation ist die am häufigsten verwendete Technik, vor allem bei Hobbygärtnern. Dabei wird ein einzelnes Auge (Knospe) einer edlen Rosensorte auf eine robuste Wildrose als Unterlage gesetzt. Diese Methode gelingt besonders gut im Hochsommer und ist mit etwas Übung sehr erfolgreich.
Vorteile:
Bei der Kopulation verbinden Sie im Spätwinter ein Stück Edelreis mit einer gleich dicken Unterlage. Beide Teile werden glatt angeschnitten und direkt miteinander verbunden. Diese Methode erfordert etwas mehr Geschick, bietet aber auch gute Ergebnisse.
Vorteile:
Das Pfropfen ähnelt der Kopulation, wird aber vor allem dann eingesetzt, wenn Edelreis und Unterlage unterschiedlich dick sind. Hier gibt es Varianten wie das Geissfusspfropfen oder Rindenpfropfen. Es braucht mehr Übung, ist aber ideal bei besonderen Verhältnissen.
Vorteile:

Wenn Sie mehr über den Rückschnitt vor einer Veredelung wissen möchten, lesen Sie auch unseren Beitrag Rosen schneiden.
Der ideale Zeitpunkt zum Rosen veredeln hängt stark von der gewählten Methode ab. In der Praxis ist jedoch die Okulation – also das Veredeln mit einem sogenannten Auge – am weitesten verbreitet. Und für diese Technik gilt: Sommerzeit ist Veredelungszeit.
Zwischen Mitte Juli und Ende August befinden sich die Rosen in der sogenannten Saftruhe. Das bedeutet, die Rinde lässt sich leicht vom Holz lösen – ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Veredelung. In dieser Phase sind die Pflanzen vital und wachsen aktiv. Genau dann setzen Sie das Edelauge in die vorbereitete Unterlage ein.
Wenn Sie Ihre Rosen durch Kopulation oder Pfropfen vermehren möchten, liegt der richtige Zeitpunkt im Spätwinter – meistens zwischen Januar und März, noch bevor der Austrieb beginnt. In dieser Phase ruhen die Pflanzen, was die Verarbeitung von Stecklingen oder Edelreisern erleichtert.

Achten Sie beim Veredeln immer auf trockenes Wetter und moderate Temperaturen. An heissen oder regnerischen Tagen sinkt die Erfolgsquote deutlich. Ideal sind bewölkte, milde Tage ohne direkten Sonnenschein – so trocknet das empfindliche Edelauge nicht aus.
Die Okulation ist eine effektive und vergleichsweise einfache Methode, um Rosen zu veredeln. Mit der folgenden Anleitung gelingt Ihnen das auch ohne Ausbildung zu einem Gärtner.
Wählen Sie eine robuste Wildrose, z. B. Rosa canina oder Rosa multiflora. Diese Unterlagen sind widerstandsfähig und gut an das Schweizer Klima angepasst. Ideal ist eine einjährige Pflanze mit kräftigem Trieb.
Suchen Sie sich einen kräftigen, gut ausgereiften Trieb Ihrer gewünschten Rosensorte. Dieser sollte nicht verholzt, aber auch nicht zu weich sein. Schneiden Sie das Edelreis früh am Tag bei trockenem Wetter. Entfernen Sie die Blätter, lassen Sie jedoch die Blattstiele stehen – sie helfen später beim Feststellen der Anwachsrate.
Nehmen Sie ein scharfes, sauberes Okuliermesser. Setzen Sie am Trieb der Unterlage einen T-förmigen Schnitt: etwa zwei Zentimeter senkrecht und einen Zentimeter waagrecht. Klappen Sie die Rinde vorsichtig auf. Dann schneiden Sie vom Edelreis ein einzelnes Auge mit Rindenstückchen aus und schieben es unter die aufgeklappte Rinde der Unterlage. Achten Sie darauf, dass das Auge nicht beschädigt ist und gut sitzt.
Umwickeln Sie die Schnittstelle straff mit Veredelungsband oder Bast – aber so, dass das Auge noch herausschaut. Das verhindert Austrocknung und sorgt für guten Kontakt zwischen Edelauge und Unterlage.
Nach etwa zwei Wochen erkennen Sie den Erfolg: Ist der Blattstiel abgefallen und das Auge grün geblieben? Dann hat die Okulation geklappt. Schneiden Sie im Frühjahr die Unterlage knapp oberhalb der Veredelung ab – so fördert man das Austreiben des Edelauges.
Wichtig: Halten Sie die Pflanze in den ersten Wochen gut feucht, aber vermeiden Sie Staunässe. Für dauerhaft gesunde Rosen lohnt sich auch ein Blick auf unsere Tipps zur Rosenpflege.

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