Das eigene Dach bietet eine grosse Nutzfläche, um Strom für den Eigenbedarf zu produzieren. In Zeiten steigender Energiepreise ist das besonders attraktiv. Nun sind die klassischen Photovoltaikanlagen jedoch wenig ansehnlich und tragen nicht unbedingt für die Ästhetik des Wohnkomplexes bei. Deswegen auf Solarenergie zu verzichten, muss jedoch nicht sein, denn inzwischen gibt es Dachziegel, die zugleich auch kleine Photovoltaikanlagen sind. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Vor- und Nachteile Solarziegel mit sich bringen, mit welchen Kosten Sie bei der Anschaffung rechnen müssen, welche Fördermittel Sie beantragen können und welche Hersteller überhaupt Solarziegel anbieten.

Wie der Name bereits andeuten lässt, handelt es sich bei Solardachziegeln um kleine Solaranlagen, die rein optisch betrachtet beinahe genauso aussehen wie herkömmliche Dachziegel. Damit heben sie sich also nicht von dem Dach ab, sondern verbinden sich ganz natürlich mit der Architektur, sodass für vorbeigehende Spaziergänger oder Ihre Gäste nicht sofort ersichtlich ist, dass Sie auf Ihrem Dach Solarstrom produzieren. Durch ihre harmonische Optik eignen sich Solarziegel daher optimal für die Anbringung an ästhetischen Altbauten, Fachwerk- oder Schieferhäusern. Da sie jedoch nicht einfach auf die bereits bestehende Dachverkleidung draufgelegt werden, empfiehlt sich hier eine Installation vor allem dann, wenn: - Sie sowieso schon planen, Ihr Dach zu erneuern - eine Sanierung ansteht - Sie einen Neubau besitzen, bei dem die Bauphase noch nicht abgeschlossen ist
Sollten Sie nur Teile Ihres Dachs sanieren, bietet es sich an, gezielt nach Solardachziegeln von Herstellern Ausschau zu halten, die Produkte anbieten, die den spezifischen Mustern Ihres Dachs entsprechen. Einen Überblick über die verschiedenen Hersteller erhalten Sie weiter unten.
In jedem Fall empfiehlt sich für diese Arbeit die Beauftragung des geeigneten Fachpersonals. Da nämlich bei Solardachziegeln mit Stromspannungen gearbeitet wird, müssen die Ziegel entsprechend verkabelt und verlegt werden. Sollten Sie Ihren Handwerker des Vertrauens noch nicht gefunden haben, schalten Sie bei Ofri ganz einfach und unverbindlich eine Offerte, so werden die passenden Handwerker auf Sie aufmerksam.
Welche Leistungen Solardachziegel erbringen können, ist abhängig von der Art der verwendeten Ziegel, Grösse und Hersteller. Die Leistungskraft variiert zwischen rund 10 Prozent und 20 Prozent je nach Art, was für gewöhnlich einen Leistungsbetrag zwischen 10 und 30 Kilowatt-Peak pro Ziegel ergibt. Das ergibt ein Stromerzeugnis von durchschnittlich 90 Kilowatt-Peak pro Quadratmeter. Für den Durchschnittshaushalt bedeutet dies konkret, dass rund 111 Quadratmeter Solarziegel verlegt werden müssten, um den Haushalt ausreichend mit Strom zu versorgen. Im Vergleich zu anderen Solararten, wie beispielsweise der Solarfassade oder der klassischen Photovoltaikanlage, sind Solarziegel also eher ertragsarm.

Im Wesentlichen unterscheiden sich Solarziegel in der Grösse und Optik von normalen Photovoltaikanlagen. Solardachziegel weisen in der Regel das gleiche Mass auf, das Ihnen bereits von normalen Dachziegeln bekannt ist und sind damit eher klein und kompakt, während die klassischen Solaranlagen oft deutlich grösser und damit herausstechender sind. Dadurch, dass Solarziegel kleiner sind, lassen sie sich auch gut in den Zwischenräumen oder um Aussparungen installieren, was bei grösseren Anlagen eher schwierig ist. Das ermöglicht Ihnen bestenfalls die gänzliche Ausschöpfung der gesamten Dachfläche. Ausserdem sind Solarziegel in verschiedenen Farben und mit unterschiedlichen Oberflächenstrukturen verfügbar, was die Varianz steigert und Ihnen eine individuelle Auswahlmöglichkeit bietet, die zu Ihren Wünschen und Ihrem Dach passen.
Für eine Kostenberechnung ist es sinnvoll, auch die Lebensdauer, Leistungseffizienz und Qualität der Solardachziegel zu berücksichtigen. Diese Aspekte sind vom jeweiligen Produkt abhängig. Da es Solarziegel noch nicht so lange auf dem Markt gibt, ist es jedoch schwer, diese Gütekriterien in konkreten Zahlen darzulegen. Hier ist es zudem sinnvoll, die verschiedenen Funktionsweisen voneinander zu trennen, denn wenn Sie Ihr Dach mit Solarziegeln belegen und die Leistungskraft der Solarzellen nachlässt, bedeutet dies nicht gleich, dass das ganze Dach hinüber ist, da die normale Dachfunktion weiterhin bestehen bleibt.
Je nach Hersteller beträgt die Garantie für eine leistungsstarke Stromerzeugung rund 20 Jahre. Nach längerer Betriebszeit ist damit zu rechnen, dass die Leistung ähnlich wie beim Handyakku nachlässt. Die weitere Standhaftigkeit gegen verschiedene Wetterverhältnisse wird für ein Minimum von 30 Jahren garantiert. Die Lebensdauer ist also vergleichbar mit der von herkömmlichen Photovoltaikanlagen. Behalten Sie dies unbedingt bei Ihrer Kostenrechnung im Hinterkopf.
Der Quadratmeterpreis für Solardachziegel liegt je nach Hersteller zwischen CHF 225.- und CHF 450.-. Je nachdem, wie viele Quadratmeter Sie belegen möchten, schwanken also allein die Materialkosten stark. Bei einer zu belegenden Dachfläche von beispielsweise 70 Quadratmeter betragen die Materialkosten zwischen CHF 15‘750.- und CHF 31‘500.-, wobei es dabei jedoch auch ankommt, für welche Optik der Ziegel Sie sich letztlich entscheiden. Hier gilt die Faustregel: Je individueller, desto kostspieliger. Hinzu kommen die Kosten für einen kompetenten Handwerker, der die Installation für Sie gewissenhaft übernimmt.
Wer in eine nachhaltige Energiequelle investiert, leistet einen Beitrag für den Klima- und Umweltschutz, da die Stromgewinnung durch erneuerbare Energien deutlich umwelt- und damit klimaschonender ist als die konventionellen Energiequellen. Bezuschusst wird die Installierung von Solarzellen in der Schweiz daher durch Fördermittel mit einer Einmalvergütung, durch die Sie pro produzierten Kilowatt-Peak Ihrer Anlage sowie pro installierte Anlage von Zuschüssen profitieren. Die Fördermittel lassen sich demnach in einen Grundbetrag für die Anlage und in einen Betrag für die erbrachte Stromleistung aufteilen. Sie erhalten einen Grundbetrag von CHF 385.- zuzüglich CHF 420.- pro produziertem Kilowatt-Peak. Bei einer 10 Kilowatt-Peak-Anlage erhalten Sie also Fördermittel in Höhe von rund CHF 4‘500.-.

Da sich der Markt für Solarziegel erst noch etablieren muss, ist die Liste an Herstellern derzeit noch sehr überschaubar. Insgesamt gibt es weltweit bisher die folgenden sieben Hersteller aus den USA, Deutschland, der Schweiz, Italien und China:
Für welchen Hersteller Sie sich entscheiden, hängt wiederum von Ihrer persönlichen Präferenz und den jeweilig angebotenen Produkten ab. Die wohl bekannteste Marke ist Tesla. Wenn Sie sich für ein Tesla Solar Roof entscheiden, dann können Sie Solarschindel in verschiedenen Optiken auswählen. In der Schweiz sind die Produkte jedoch noch nicht erhältlich (Stand: November 2022).
Wer das klassische Design für die Solardachziegel bevorzugt, wird bei den Herstellern Autarq, Gasser Ceramic, Gielle Plast oder Hanergy fündig. Dachschindeln finden Sie bei Megasol, Solteq und Tesla.
Bei den Solarschindeln handelt es sich wie auch bei den Solarziegeln um Sonnenkollektoren. Der einzige Unterschied ist, dass die Solarziegel von der Bauform an die klassischen Dachziegel erinnern. Bei den Solarschindeln gibt es auch ausgefallene Designs, die ausserdem sehr individuell nach Ihrem Geschmack gestaltet werden können.
Haben Sie sich bereits für ein Produkt und einen Hersteller entschieden und müssen Sie Ihr Dach nur noch entsprechend damit auskleiden? Da es sich hierbei um eine Elektronik-Installation auf dem Dach handelt, ist es ratsam, Hilfe von geeignetem Fachpersonal heranzuziehen, zumal allein die Materialkosten bereits erheblich sind. Als vertrauenswürdige Plattform bietet Ofri Ihnen den nötigen Raum, ganz kostenfrei und unverbindlich Ihre eigene Offerte einzustellen, damit verifizierte Handwerker auf Sie und Ihr Bauvorhaben aufmerksam werden können.
Mit wenigen Klicks schalten Sie einfach Ihre Anzeige frei und werden an Fachpersonal vermittelt, das zu Ihnen und Ihrem Projekt passt. Damit Sie langfristig mit Ihren Solardachziegeln glücklich sind, empfiehlt es sich trotz aktuell steigender Preise einen Mehrkostenaufwand nicht zu scheuen, denn nur ordnungsgemäss installierte Produkte sind letztlich auch langlebig und können die vom Hersteller vorgegebene Maximalleistung entfalten.






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