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Start » Ratgeber » Alufelgen lackieren: Schritt für Schritt zu neuen Felgen

Alufelgen lackieren: Schritt für Schritt zu neuen Felgen

Streusalz im Winter, Bremsstaub, Rollsplitt und der eine Randstein, den man knapp verfehlt hat: Alufelgen sehen nach ein paar Jahren oft mitgenommen aus. Statt gleich einen neuen Satz zu kaufen, lassen sich matte oder zerkratzte Felgen neu lackieren – mit etwas Geduld sogar in der eigenen Garage.

Ofri Redaktion
13. August 2026 - 8 Min. Lesezeit

Drei lackierte Alufelgen glänzen nach der Aufbereitung

  • Kann man Alufelgen selbst lackieren?
  • Das brauchen Sie für die Lackierung
  • Welcher Lack hält auf Alufelgen?
  • Alufelgen lackieren: die Anleitung Schritt für Schritt
  • Kann man Felgen mit einer Spraydose lackieren?
  • Was das Lackieren kostet
  • Sprühfolie und Pulverbeschichtung als Alternativen
  • Alufelgen lackieren lassen oder selbst machen

Bevor Sie loslegen:

  • Reine Schönheitsfehler und Kratzer lassen sich selbst überlackieren, Risse und Verformungen nicht.
  • Der grösste Teil der Arbeit ist Vorbereitung: reinigen, schleifen, entfetten, abkleben.
  • In der Reihenfolge Grundierung, Felgenlack, Klarlack arbeiten und jede Schicht dünn auftragen.
  • Genug Trockenzeit einplanen und staubfrei arbeiten, sonst leidet das Ergebnis.
  • Offerten von Fachbetrieben aus Ihrer Region einholen

Kann man Alufelgen selbst lackieren?

Ja. Optische Schäden und Kratzer lassen sich zu Hause gut überlackieren. Sind Felgen gerissen oder verzogen, gehören sie ersetzt, nicht lackiert.

Für einen frischen Look oder gegen oberflächliche Gebrauchsspuren reicht das Lackieren aus. Kleine Kratzer schleifen Sie vorher heraus, tiefere Kerben füllen Sie mit Spachtel. Wichtig ist nur, dass die Felge technisch einwandfrei ist, denn Farbe ersetzt keine Reparatur.

Anders sieht es bei strukturellen Schäden aus. Ein Riss, ein Haarriss am Speichenansatz oder eine verzogene Felge nach einem harten Schlag lassen sich nicht überlackieren.

Achtung: Alufelgen sind sicherheitsrelevante Bauteile. Gerissene Felgen gehören in der Schweiz ersetzt; ein struktureller Riss darf für den Strassenverkehr nicht geschweisst werden. Leichte Verformungen darf nur ein Spezialbetrieb unter Auflagen richten. Bei der periodischen Motorfahrzeugkontrolle fallen beschädigte Felgen auf. Sind Sie unsicher, lassen Sie die Felge prüfen, bevor Sie zu Schleifpapier und Lack greifen.

Ob sich eine Reparatur überhaupt lohnt oder der Neukauf günstiger ist, sehen Sie an den Kosten einer Felgenreparatur im Vergleich zum Preis neuer Felgen.

Das brauchen Sie für die Lackierung

Bevor Sie anfangen, legen Sie sich alles zurecht. Nachträglich Material zu holen, während der Lack antrocknet, ruiniert das Ergebnis.

Material und Werkzeug:

  • Nassschleifpapier in mehreren Körnungen (grob rund 400, fein 600 bis 800)
  • Silikonentferner oder Bremsenreiniger zum Entfetten
  • Alu-Haftgrund (Etch Primer) für blankes Aluminium, dazu Füller und Grundierung
  • Felgenlack in der Wunschfarbe, als Spraydose oder für die Lackierpistole
  • Klarlack, sofern kein Zweikomponentenlack verwendet wird
  • Abdeckband, Abdeckfolie, Schutzhandschuhe und eine Lackiermaske (bei Zweikomponentenlack mit Gasfilter A2/P3)

Praktisch ist ein Felgenbaum, auf dem die Felge frei steht. So erreichen Sie alle Stellen, ohne die Felge ständig umzudrehen. Zwingend ist er nicht, erleichtert die Arbeit aber deutlich.

Arbeiten Sie in einem gut belüfteten, staubfreien Raum, nicht in der gemeinsamen Einstellhalle: Sprühnebel legt sich sonst auf Nachbarfahrzeuge. Reste von Lack, Verdünner und leere Spraydosen sind Sonderabfall und gehören zur Sammelstelle (Ökihof) oder zur Verkaufsstelle zurück, nicht in den Kehricht – Details beim Bundesamt für Umwelt.

Welcher Lack hält auf Alufelgen?

Entscheidend ist der Aufbau: Haftgrund auf blankem Aluminium, darauf ein Felgenlack, zum Schluss Klarlack. Sprühfarbe ohne Felgenfreigabe platzt früh ab.

Die Felge ist einer der härtesten Plätze am Auto. Bremshitze, Streusalz, Steinschlag und aggressive Felgenreiniger greifen die Oberfläche das ganze Jahr über an. Ein Lack, der ausdrücklich für Felgen ausgewiesen ist, hält dem stand; ein Universallack aus der Sprühdose löst sich meist schon im ersten Winter.

Zweikomponentenlacke sind widerstandsfähiger als Einkomponentenlacke und brauchen keinen separaten Klarlack. Dafür verlangen sie Schutzausrüstung und lassen sich nach dem Anmischen nur eine begrenzte Zeit verarbeiten. Für den ersten eigenen Versuch ist ein Einkomponenten-Felgenlack mit Klarlack die einfachere Wahl.

Alufelgen lackieren: die Anleitung Schritt für Schritt

Das beste Ergebnis erzielen Sie, wenn Sie den Reifen von der Felge ziehen lassen. Das erledigt eine Garage oder ein Reifenservice rasch. Bleibt der Reifen drauf, kleben Sie ihn samt Ventil sorgfältig ab. Schneller als Klebeband ist der Jasskarten-Trick: alte Spielkarten zwischen Felgenhorn und Reifen stecken, so schützen sie den Gummi rundum.

1. Felge reinigen

Befreien Sie die Felge gründlich von Bremsstaub, Fett und Dreck. Jede Verunreinigung, die Sie jetzt übersehen, arbeitet sich später in den Lack ein.

2. Anschleifen

Beginnen Sie mit der gröberen Körnung und werden Sie schrittweise feiner. Nass geschliffen entsteht weniger Staub, und die Oberfläche wird gleichmässiger. Wischen Sie nach jedem Durchgang den Schleifstaub ab.

3. Entfetten

Arbeiten Sie mit Silikonentferner und fassen Sie die Fläche danach nicht mehr mit blossen Fingern an. Fett verzeiht der Lack nicht.

4. Grundieren

Auf blankes Aluminium gehört zuerst ein dünner Alu-Haftgrund, sonst oxidiert das Metall und der Lack hält schlecht. Darüber kommt die Grundierung. Halten Sie die Dose gut 20 Zentimeter entfernt und arbeiten Sie in gleichmässigen, leicht überlappenden Bahnen – lieber zwei dünne Schichten als eine dicke, die Nasen bildet.

5. Farbe auftragen

Ist die Grundierung durchgetrocknet, folgt der Felgenlack. Auch hier gilt: dünn und in mehreren Durchgängen, die Dose immer in Bewegung. Halten Sie zwischen den Schichten die vom Hersteller angegebene Trockenzeit ein.

6. Mit Klarlack versiegeln

Der Klarlack schützt die Farbe vor Streusalz und Steinschlag und gibt den Glanz. Ein Zweikomponentenlack kommt ohne separaten Klarlack aus, das steht auf der Dose.

7. Aushärten lassen

Lassen Sie die Felgen vollständig aushärten, bevor Sie den Reifen montieren lassen. Je nach Produkt dauert das einen bis mehrere Tage. Wer zu früh montiert, riskiert Druckstellen im frischen Lack.

Zweikomponentenlacke setzen beim Sprühen Isocyanate frei. Sie reizen die Atemwege und können eine dauerhafte Überempfindlichkeit auslösen; die Suva beschreibt die Schutzmassnahmen beim Spritzlackieren mit Polyurethanlacken. Tragen Sie eine Lackiermaske mit Gasfilter der Klasse A2/P3; eine einfache Staubmaske schützt nicht. Wer keine hat, überlässt die Zweikomponenten-Lackierung besser dem Fachbetrieb.

Eine Alufelge wird auf einem Felgenbaum lackiert

Kann man Felgen mit einer Spraydose lackieren?

Ja, mit einer Spraydose gelingt das Lackieren gut. Entscheidend sind saubere Vorbereitung, dünne Schichten und genug Trockenzeit, nicht das Werkzeug.

Für zu Hause ist die Spraydose die praktischste Lösung. Sie brauchen keinen Kompressor, die Handhabung ist einfach, und für einen einzelnen Satz Felgen ist sie günstig. Achten Sie auf einen Lack, der ausdrücklich für Felgen ausgewiesen ist.

Eine Lackierpistole liefert bei ruhiger Führung das feinere Resultat, verlangt aber Kompressor, Übung und einen geeigneten Raum. Für den einmaligen Einsatz lohnt sich diese Anschaffung selten. Wer mehrere Sätze macht oder ein makelloses Finish will, fährt damit besser.

Wer beim Untergrund spart, lackiert nach zwei Jahren noch einmal.

Was das Lackieren kostet

Lassen Sie die Felgen vom Fachbetrieb lackieren, rechnen Sie je nach Aufwand und Region mit rund CHF 153.- bis CHF 208.- pro Felge. Für einen ganzen Satz ergibt das grob CHF 600.- bis CHF 830.-, dazu kommen Ab- und Aufziehen der Reifen und das Wuchten.

Der Preis hängt vom Zustand der Felgen und vom gewünschten Ergebnis ab. Aufwendige Farbtöne oder eine zweifarbige Gestaltung kosten mehr. Eine genaue Aufschlüsselung finden Sie in unserem Beitrag zu den Kosten fürs Felgen lackieren.

In Eigenregie zahlen Sie nur das Material, meist deutlich unter CHF 100.- für den ganzen Satz. Dafür investieren Sie ein bis zwei Tage Arbeit samt Trockenzeiten.

Sprühfolie und Pulverbeschichtung als Alternativen

Wer sich das Lackieren nicht zutraut oder die Farbe später wieder ändern möchte, hat zwei gängige Alternativen.

Verfahren Haltbarkeit Kosten für einen Satz Selbst machbar
Lackieren mehrere Jahre CHF 600.- bis CHF 830.- ja, mit Geduld
Sprühfolie kürzer als Lack am günstigsten ja
Pulverbeschichten am längsten CHF 432.- bis CHF 600.- nein, nur im Fachbetrieb

Eine Sprühfolie legt sich als abziehbare Schicht über die Felge. Sie ist reversibel und günstig, hält aber weniger lange als Lack. Wollen Sie das dauerhaft und ordentlich, können Sie die Felgen folieren lassen und die Optik jederzeit rückstandsfrei wieder entfernen.

Robuster als Lack ist die Pulverbeschichtung. Das Pulver wird eingebrannt und ergibt eine besonders widerstandsfähige Oberfläche, die auch Wintersalz gut wegsteckt. Preislich liegt sie nah beim Lackieren: Die Preise fürs Pulverbeschichten bewegen sich für einen Satz meist zwischen CHF 432.- und CHF 600.-.

Alufelgen lackieren lassen oder selbst machen

Fachmann lackiert Alufelgen in einer Lackierkabine

Einen Satz Felgen mit oberflächlichen Kratzern lackieren Sie mit etwas Geschick selbst. Sie brauchen vor allem Zeit, einen geschützten Raum und die Geduld, jede Schicht dünn und trocknen zu lassen.

Bei tieferen Schäden, hohen Ansprüchen an die Oberfläche oder wenig Zeit lohnt sich der Fachbetrieb. Eine Carrosserie oder ein spezialisierter Felgenservice arbeitet in einer staubgeschützten Kabine und garantiert für das Ergebnis. Ist eine Felge beschädigt, können Sie sie im selben Zug reparieren lassen, sofern der Schaden das zulässt.

Sie möchten die Arbeit lieber abgeben? Holen Sie über eine Offertenanfrage unverbindlich mehrere Angebote aus Ihrer Region ein und vergleichen Sie in Ruhe.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was kostet es, vier Alufelgen zu lackieren?

Beim Fachbetrieb rechnen Sie pro Felge mit rund CHF 153.- bis CHF 208.-, für einen Satz von vier Rädern also grob mit CHF 600.- bis CHF 830.-. Dazu kommen das Ab- und Aufziehen der Reifen sowie das Wuchten.

Aufwendige Farbtöne, ein zweifarbiges Design oder das Ausbessern von Kerben treiben den Preis weiter nach oben. Wer selbst lackiert, zahlt nur das Material und spart einen guten Teil, braucht dafür aber ein bis zwei Tage Zeit.

Kann man eine einzelne Alufelge lackieren?

Technisch spricht nichts dagegen, eine einzelne Felge zu lackieren, etwa nach einem Randsteinschaden. Der Haken ist die Farbe: Eine frisch lackierte Felge trifft den Farbton der drei anderen selten exakt, vor allem wenn diese schon verwittert sind. Für ein einheitliches Bild lackieren die meisten deshalb gleich den ganzen Satz.

Wie lange hält eine selbst lackierte Alufelge?

Sauber gearbeitet und mit Klarlack versiegelt, hält eine selbst lackierte Felge mehrere Jahre. Der grösste Feind ist der Schweizer Winter: Streusalz und Steinschlag setzen dem Lack zu. Ein guter Klarlack und regelmässiges Reinigen verlängern die Haltbarkeit spürbar. Wird der Untergrund vor dem Lackieren schlecht vorbereitet, blättert die Farbe dagegen schnell wieder ab.

Muss ich lackierte Alufelgen beim Strassenverkehrsamt melden?

Eine reine Farbänderung der Felge ist nicht eintragungspflichtig, denn im Fahrzeugausweis steht nur die Farbe der Karosserie. Solange Grösse, Tragfähigkeit und Einpresstiefe der Felge unverändert bleiben, brauchen Sie keine Bewilligung. Tauschen Sie dagegen auf Felgen mit anderen Massen, gelten die Vorgaben der Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge, und die Änderung muss beim kantonalen Strassenverkehrsamt geprüft werden.

Was ist der Unterschied zwischen Lackieren und Pulverbeschichten?

Beim Lackieren wird flüssiger Lack aufgesprüht und trocknet an der Luft, was sich auch zu Hause umsetzen lässt. Beim Pulverbeschichten wird trockenes Farbpulver aufgetragen und im Ofen eingebrannt, das braucht Spezialgeräte und geht nur im Fachbetrieb. Die Pulverschicht ist widerstandsfähiger, gerade im Winter, während Lack mehr Freiheit bei Sonderfarben und Effekten lässt.

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