Wer ein Staudenbeet anlegen lassen möchte, gibt drei Arbeiten aus der Hand: die Bodenvorbereitung, die Pflanzenauswahl und die Pflanzung. Diese Seite zeigt, was zu einem solchen Auftrag gehört, wie er abläuft und woran Sie eine belastbare Offerte erkennen.
Was zum Auftrag gehört, wenn Sie ein Staudenbeet anlegen lassen
Der Leistungsumfang schwankt zwischen den Betrieben stärker, als man erwartet. Klären Sie deshalb vor dem Vergleich, welche Posten inbegriffen sind und welche separat auf die Rechnung kommen.
Meistens im Preis enthalten:
- Aufnahme vor Ort und Vermessung der Fläche
- Grasnarbe abtragen und Boden tief lockern
- Wurzelunkräuter entfernen, Kompost einarbeiten
- Stauden liefern, setzen und einschlämmen
- Mulchschicht aufbringen und gründlich wässern
Drei dieser Begriffe tauchen in fast jeder Offerte auf. Die Grasnarbe ist die dichte oberste Schicht aus Halmen und Wurzeln, die abgestochen werden muss, bevor gepflanzt wird.
Wurzelunkräuter wie Giersch oder Quecke treiben aus jedem Stück nach, das im Boden zurückbleibt. Einschlämmen heisst, die gesetzten Pflanzen so kräftig zu wässern, dass die Erde in alle Hohlräume zwischen den Wurzeln gespült wird.
Häufig als Aufpreis verrechnet:
- Entsorgung des Aushubs, also des abgetragenen Bodenmaterials
- Ein massstäblicher Pflanzplan mit Sortenliste und Stückzahlen
- Eine Beeteinfassung aus Metall, Stein oder Holz
- Bewässerungsleitung, Rasenkantenanschluss und Pflege im ersten Jahr
Welches Gewerk ein Staudenbeet anlegt
Zuständig ist der Gartenbau. Ausgeführt werden die Arbeiten von gelernten Gärtnerinnen und Gärtnern der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau, deren Betriebe meist im Branchenverband JardinSuisse organisiert sind.
Für ein einzelnes Beet genügt ein Gartenbaubetrieb aus der Region. Sobald grössere Mengen Terrain bewegt, eine Drainage gelegt oder eine Mauer gebaut wird, sollte der Betrieb auf Garten- und Landschaftsbau spezialisiert sein und die nötigen Maschinen mitbringen.
Wer dagegen nur die laufende Arbeit abgeben will, sucht keinen anlegenden, sondern einen pflegenden Betrieb. Auf der Kostenseite lesen Sie, was die Gartenpflege kostet.

Der Ablauf in sechs Schritten
Vom ersten Kontakt bis zur fertigen Pflanzung vergehen je nach Auslastung des Betriebs zwei bis sechs Wochen.
1. Besichtigung vor Ort
Der Betrieb schaut sich die Fläche an, prüft Lichtverhältnisse und Bodenzustand und misst aus. Dabei zeigt sich auch, ob Wurzelunkräuter vorhanden sind, denn das verändert den Aufwand erheblich.
2. Pflanzplan und Offerte
Sie erhalten einen Vorschlag zur Bepflanzung und dazu die Offerte. Bestehen Sie auf einer Sortenliste mit Stückzahlen und Topfgrössen, sonst bleibt der grösste Posten des Auftrags unbestimmt.
3. Termin und Pflanzzeit
Der Termin richtet sich nach der Saison, nicht nach Ihrem Kalender. Ein guter Betrieb sagt Ihnen offen, wenn er die Pflanzung besser in den Herbst legt.
4. Boden vorbereiten
Die Fläche wird 25 bis 30 Zentimeter tief gelockert, die Grasnarbe abgetragen und reifer Kompost eingearbeitet. Wurzelunkräuter werden von Hand ausgelesen, was bei stark verunkrautetem Boden mehrere Stunden dauern kann.
Ohne vollständig entfernte Wurzelunkräuter ist jede Neupflanzung verloren.
Aus einem bepflanzten Beet lassen sich Giersch, Quecke und Distel praktisch nicht mehr entfernen, weil ihre Wurzeln zwischen denen der Stauden liegen. Was in diesem Schritt gespart wird, kostet in zwei Jahren das ganze Beet.
5. Setzen und einschlämmen
Die Stauden werden erst in den Töpfen auf der Fläche verteilt, geprüft und dann gesetzt. Anschliessend wird jede Pflanze eingeschlämmt und die Fläche mit Rindenkompost abgedeckt, also mit bereits verrotteter Rinde.
6. Abnahme und Anwachsphase
Bei der Abnahme gehen Sie die Fläche gemeinsam durch und halten fest, was noch offen ist. Klären Sie dabei, wer in den ersten Wochen giesst, denn in dieser Zeit entscheidet sich, ob die Pflanzen anwachsen.

Wann Sie ein Staudenbeet anlegen lassen sollten
Die meisten Stauden werden im Herbst gesetzt, zwischen September und Oktober. Der Boden ist dann noch warm, es regnet häufiger, und die Pflanzen wurzeln vor dem Frost ein.
Frostempfindliche Arten und Ziergräser kommen besser ins Frühjahr, ab Mitte April. In höheren Lagen schliesst das Herbstfenster früher als im Mittelland oder im Tessin.
Achtung: Die Herbsttermine sind früh ausgebucht. Fragen Sie Offerten spätestens im Hochsommer an, sonst verschiebt sich die Pflanzung ungewollt ins nächste Frühjahr.
Wenn Sie das Beet lieber selbst anlegen, führt Sie die Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Staudenbeet durch die einzelnen Arbeiten.
Woran Sie einen guten Gartenbaubetrieb erkennen
Offerten für dieselbe Fläche liegen erfahrungsgemäss weit auseinander. Der Unterschied steckt selten im Stundenansatz, sondern fast immer im Umfang der Vorarbeiten.
Eine Offerte ohne Pflanzenliste lässt sich mit keiner anderen vergleichen.
Achten Sie deshalb auf folgende Punkte, bevor Sie sich entscheiden:
- Die Offerte nennt Sorten, Stückzahlen und Topfgrössen einzeln.
- Bodenvorbereitung und Entsorgung sind als eigene Positionen ausgewiesen.
- Der Betrieb sagt, ob er pauschal oder in Regiearbeit nach Aufwand abrechnet.
- Die Anwachsgarantie ist benannt, also der Ersatz ausgefallener Pflanzen.
- Referenzen aus der Region lassen sich anschauen oder sind bebildert.
Steht in der Offerte eine Drainage, also eine Massnahme zur gezielten Ableitung von überschüssigem Wasser, hat der Betrieb ein Feuchtigkeitsproblem erkannt. Lassen Sie sich erklären, worauf er das stützt und wie die Entwässerung ausgeführt werden soll.
Sie möchten die Arbeit abgeben? Stellen Sie eine Offertenanfrage und vergleichen Sie unverbindlich Angebote von Gartenbaubetrieben aus Ihrer Region. Nennen Sie darin die Fläche in Quadratmetern, die Lichtverhältnisse und den heutigen Zustand der Fläche.
Was das Anlegen eines Staudenbeets kostet
Für ein Beet von rund zehn Quadratmetern bewegen sich die Angebote meist zwischen CHF 1’200.- und CHF 3’000.-, inklusive Pflanzen. Gartenbaubetriebe rechnen je nach Region und Qualifikation mit etwa CHF 70.- bis CHF 110.- pro Stunde.
Der grösste Kostentreiber ist der Zustand des Bodens, nicht die Beetgrösse.
Eine saubere Rasenfläche ist in einem halben Tag vorbereitet, ein alter, mit Giersch durchsetzter Streifen kostet das Mehrfache. Der zweite grosse Posten ist die Topfgrösse: Stauden im Neunertopf, im Handel als P9 bezeichnet, kosten einen Bruchteil von blühfertiger Ware im Zweilitertopf.
Bei zehn Quadratmetern mit gemischten Höhen rechnen Sie mit etwa 60 bis 80 Pflanzen. Wer stattdessen ein Gemüse- oder Blumenbeet plant, findet die Angaben unter Gartenbeet anlegen; für die Anzucht im Frühjahr gibt es die Seite zum Frühbeet bauen.

Was in der Schweiz zusätzlich gilt
Eine Bewilligung braucht ein Staudenbeet nicht. Drei Punkte gehören trotzdem vor die Beauftragung, weil sie sich nachträglich nur mit Aufwand korrigieren lassen.
Achtung: Bestimmte gebietsfremde Zierpflanzen dürfen in der Schweiz seit dem 1. September 2024 nicht mehr verkauft, verschenkt oder eingeführt werden. Massgebend ist die Freisetzungsverordnung. Ein Betrieb, der diese invasiven Neophyten noch anbietet, arbeitet nicht auf dem aktuellen Stand.
Der Grenzabstand zum Nachbargrundstück ist kantonal geregelt und betrifft weniger die Stauden selbst als höhere Gehölze, die manche Betriebe als Hintergrund vorschlagen. Fragen Sie im Zweifel bei der Gemeinde nach.
Der Oberboden, also die humushaltige oberste Bodenschicht, ist in der Schweiz geschützt und soll bei einem Abtrag möglichst wieder als Boden verwertet werden. Seriöse Betriebe weisen die Verwertung oder Entsorgung des Materials deshalb in der Offerte aus.
Wie sich das neue Beet in die übrige Fläche einfügt, lesen Sie im Ratgeber zum Gestalten des Gartens.
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