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Start » Ratgeber » Bad renovieren ohne Plättli zu entfernen: diese 7 Wege gibt es

Bad renovieren ohne Plättli zu entfernen: diese 7 Wege gibt es

Alte Plättli herauszuspitzen ist die lauteste, schmutzigste und teuerste Art, ein Bad zu erneuern. Wochenlang steht die Dusche still, Staub zieht durch die ganze Wohnung, und am Ende ist meist mehr aufgerissen als geplant. Es geht auch anders. Ein Bad renovieren ohne Fliesen entfernen gelingt auf sieben Wegen, in der Schweiz spricht man dabei von Plättli statt von Fliesen. Dieser Beitrag zeigt alle sieben, wie lange jeder hält und wo die ehrliche Grenze liegt.

Elion Shala
27. August 2026 - 15 Min. Lesezeit

Bad renovieren ohne Fliesen entfernen: modernes Badezimmer mit gefliester Wand und Badewanne

  • Kann man ein Bad renovieren, ohne die Plättli zu entfernen?
  • Bad renovieren ohne Fliesen entfernen: die 7 Wege im Detail
  • Bad renovieren ohne Fliesen entfernen: wie lange hält das?
  • Wann reicht eine Auffrischung nicht mehr aus?
  • Bad in der Mietwohnung renovieren? Das gibt es zu beachten!
  • Selbst auffrischen oder den Fachbetrieb beauftragen

Kann man ein Bad renovieren, ohne die Plättli zu entfernen?

Ja. Wände, Böden, Wanne und Fugen lassen sich überstreichen, überkleben oder beschichten, wenn der Untergrund fest und die Abdichtung intakt ist.

Das Prinzip ist bei allen Wegen dasselbe: Statt die alte Oberfläche wegzureissen, legen Sie eine neue darüber oder frischen die vorhandene auf. Das geht schneller, kostet weniger und lässt sich oft übers Wochenende erledigen.

Das Wichtigste vorab:

  • Sieben Wege führen zum neuen Bad ohne Abbruch
  • Plättlilack, Folie, Paneele oder Mikrozement für die Fläche
  • Wanne neu beschichten statt herausreissen
  • Fugen und Silikon erneuern kostet am wenigsten
  • Armaturen und Spiegel tauschen wirkt sofort
  • Bei defekter Abdichtung hilft nur eine Sanierung
  • Badezimmer-Fachbetrieb in Ihrer Region: Offerten vergleichen

Entscheidend ist der Zustand darunter. Sitzen die Plättli fest, ist die Abdichtung dicht und der Schimmel nur oberflächlich, sind alle Wege offen. Ist eine dieser Bedingungen nicht erfüllt, führt kein Lack darüber hinweg. Dazu weiter unten mehr.

Die Vorbereitung entscheidet mehr über die Haltbarkeit als das Produkt.

Ein sauber gereinigter, angeschliffener und grundierter Untergrund trägt jede der folgenden Methoden; ein schlecht vorbereiteter lässt auch das teuerste System früh versagen. Welcher Weg zu Ihrem Bad passt, hängt vor allem davon ab, ob die Fläche nass wird und ob Sie selbst Hand anlegen wollen:

Weg Wofür geeignet Dusche und Boden Selbst machbar
Plättlilack Wände über dem Lavabo und neben der Wanne Boden und Duschtasse meist nicht zugelassen ja, Maler für die saubere Kante
Überkleben Folie im trockenen Spritzbereich, Duschrückwand in der Nasszone, verklebtes Vinyl auf dem Boden Rückwand und Vinyl ja, Folie nein ja
Mikrozement fugenlose Fläche auf Wand und Boden ja, gehört aber in Fachhände nein
Neue Plättli auf die alten Wand und Boden bei festem Untergrund ja, am Boden Aufbauhöhe prüfen nein, Plattenleger
Wanne neu beschichten vergilbte oder zerkratzte Wannen und Duschtassen ja Fachbetrieb, DIY-Sets bleiben zurück
Fugen und Silikon erneuern verfärbte Zementfugen, schwarzes Silikon ja ja, der günstigste Weg
Armaturen und Möbel tauschen sichtbare Teile ohne Eingriff in die Fläche ja ja bei Aufsatz-Armaturen, sonst Sanitär

Bad renovieren ohne Fliesen entfernen: die 7 Wege im Detail

Die sieben Wege schliessen sich nicht aus. In der Praxis kombinieren die meisten mehrere davon: neue Farbe an der Wand, eine Rückwand in der Dusche, frisches Silikon und eine neue Armatur ergeben zusammen ein Bad, das kaum noch wiederzuerkennen ist.

1. Plättli überstreichen mit Plättlilack

Ein spezieller Plättlilack, auch Fliesenlack oder Fliesenfarbe genannt, deckt die alte Plättlifarbe ab und gibt Wand oder Boden einen neuen Ton. Anders als Wandfarbe haftet er auf der glatten, glasierten Oberfläche.

Der Erfolg steht und fällt mit der Vorbereitung:

So bereiten Sie die Fläche vor:

  • Seife, Kalk und Fett gründlich abwaschen
  • Glasur leicht anschleifen
  • Haftgrund auftragen und trocknen lassen
  • Zwei Anstriche Zweikomponenten-Lack

An wenig beanspruchten Wänden über dem Lavabo oder neben der Wanne hält das gut. Für den Boden und die Duschtasse ist Plättlilack dagegen selten die richtige Wahl: Viele Produkte sind nur für Wände zugelassen, und auf dem nassen Boden fehlt die nötige Rutschsicherheit.

Wie rutschsicher ein Belag ist, sagt seine Rutschhemmungsklasse. Im privaten Bad gilt R10 als Mindestwert für Flächen, die regelmässig nass werden, in der Dusche eher R11. Ein Lack, der dazu keine Angabe macht, gehört nicht auf den Boden.

Prüfen Sie vor dem Kauf, wofür der Lack freigegeben ist. Die Fugen bleiben als Raster sichtbar, weil der Lack nur die Farbe ändert, nicht die Struktur.

Vor der ersten Dusche muss der Lack vollständig aushärten, meist mehrere Tage. Das Streichen selbst ist überschaubar; wer eine saubere Kante und eine gleichmässige Fläche will, gibt die Arbeit an einen Maler. Passende Betriebe finden Sie in der Übersicht zu den Malerarbeiten.

Eine Person lackiert alte Badplättli in einem Grau-Ton

2. Plättli überkleben: Folie, Paneele und Duschrückwände

Statt zu streichen, können Sie die alten Plättli überkleben. Welches Produkt passt, entscheidet die Zone:

Drei Varianten für die Wand:

  • Plättli-Folie für trockene Spritzbereiche hinter dem Lavabo, die schnellste und billigste Variante
  • Duschrückwände aus Aluminium-Verbund oder Acryl für die Nasszone, aufgeklebt und mit Silikon abgedichtet
  • Wandpaneele aus Kunststoff oder beschichtetem Holzwerkstoff für ganze Wandflächen ausserhalb der Dusche

Der Unterschied liegt beim Wasser. An den Rändern und Fugen einer Folie dringt mit der Zeit Feuchtigkeit ein und löst sie ab, deshalb gehört sie nicht in die Dusche. Eine verklebte Rückwand hält dem stand und ergibt eine fugenlose Fläche genau dort, wo sonst der Schimmel sitzt. Wie Sie beim Folieren vorgehen und welche Sorten es gibt, lesen Sie in unserem Beitrag zum Überkleben von Plättli.

Bad renovieren ohne Fliesen entfernen: alte Badplättli werden mit neuen Folien überklebt

Auf dem Boden lässt sich ein feuchtraumgeeigneter Vinylbelag über die alten Plättli verlegen. Wählen Sie vollflächig verklebtes Vinyl statt schwimmend verlegtem Klick-Vinyl und dichten Sie die Ränder sauber ab. Sonst dringt an den Fugen Wasser ein und schimmelt unbemerkt auf den alten Plättli.

Damit sich das Raster nicht durchdrückt, füllen Sie die Fugen vorher mit Ausgleichsmasse und ziehen die Fläche eben. Für Mietende ist das Überkleben interessant, weil sich Folie und Paneele beim Auszug meist rückstandsarm entfernen lassen.

3. Fugenlose Oberfläche mit Mikrozement

Wer eine durchgehend fugenlose Fläche will, kann die alten Plättli mit Mikrozement überspachteln. Das ist eine dünne, mineralische Beschichtung, die Wand und Boden ein nahtloses Aussehen gibt, ohne dass die Plättli darunter durchscheinen.

Der Fachbetrieb reinigt und grundiert die Plättli, füllt die Fugen und trägt den Mikrozement in mehreren dünnen Schichten auf. Zum Schluss versiegelt er die Oberfläche, damit sie im Bad wasserfest und pflegeleicht bleibt. Der Aufbau misst nur wenige Millimeter, die Türhöhe ist deshalb selten ein Thema.

Daneben gibt es mineralische Feuchtraumputze und den marokkanischen Kalkputz Tadelakt, die nach demselben Prinzip arbeiten und ebenfalls fugenlos bleiben. Welche Beläge sich sonst noch eignen, zeigt unser Beitrag zum fugenlosen Bad.

Sauber ausgeführt ist das eine hochwertige Alternative zum Plättlilack, verlangt aber Erfahrung. Ungleichmässig aufgetragen oder schlecht versiegelt, reisst die Schicht oder nimmt Wasser auf. Für die Dusche und den Boden gehört diese Arbeit in Fachhände.

Sie möchten die Beschichtung lieber abgeben? Mikrozement, Wannenbeschichtung und neu verlegte Plättli verlangen Erfahrung mit dem Untergrund, und dort scheitern die meisten Eigenversuche. Über eine Offertenanfrage vergleichen Sie Betriebe aus Ihrer Region unverbindlich.

4. Neue Plättli auf die alten verlegen

Neue Plättli lassen sich direkt auf die alten kleben, sofern diese fest sitzen und die Fläche eben ist. Das erspart das Herausspitzen und die Entsorgung des alten Belags.

Prüfen Sie zuerst jede Platte mit einem leichten Klopfen. Klingt es hohl, hat sich die Platte vom Untergrund gelöst und muss weg, denn auf einem losen Untergrund hält auch der neue Belag nicht. Sitzt alles fest, wird die glasierte Oberfläche mit einer Haftbrücke vorbehandelt, damit der Flexkleber greift.

Achtung: In Gebäuden aus der Zeit vor 1990 kann der alte Plättlikleber Asbest enthalten. Gefährlich wird es, sobald Sie Plättli anbohren oder einzelne herausschlagen, denn dabei können Fasern frei werden. Klären Sie im Verdachtsfall vor solchen Arbeiten ab, ob Asbest im Spiel ist. Wie Sie vorgehen, erklärt die Suva auf ihrer Themenseite zu Asbest.

Auf dem Boden hat die Methode einen Haken: Der Aufbau wächst um die Dicke der neuen Platte samt Kleberbett, also um gut einen bis eineinhalb Zentimeter, je nach Plattendicke und Kleber. Das kann an Türen, Übergangsschienen und am Ablauf zum Problem werden. Prüfen Sie vorher, ob die Tür noch schliesst und der Duschablauf bündig bleibt.

An der Wand ist der Höhenzuwachs unkritisch, dafür zählt das Gewicht. In sehr alten Gebäuden lohnt im Zweifel ein kurzer fachlicher Blick. Wollen Sie ohnehin neu verlegen lassen, hilft die Übersicht zum Bad kacheln bei der Suche nach einem Plattenleger.

5. Badewanne und Duschwanne neu beschichten

Eine vergilbte oder zerkratzte Wanne müssen Sie nicht herausreissen. Ein Fachbetrieb reinigt und mattiert die Oberfläche, bessert Abplatzer aus und spritzt eine neue Beschichtung auf. Die Wanne bleibt dabei an Ort und Stelle.

Das Ergebnis sieht aus wie neu und lässt sich in fast jedem Farbton ausführen. Wie lange es hält, hängt von der Ausführung und der Pflege ab; je nach Qualität sind es mehrere Jahre bis über zehn. Aggressive Reiniger und Scheuermittel verkürzen die Lebensdauer.

Dasselbe funktioniert bei einer emaillierten Stahl- oder Gusswanne und bei einer Duschtasse aus demselben Material. Acrylwannen lassen sich ebenfalls beschichten, brauchen aber ein darauf abgestimmtes System.

Eine Person beschichtet eine alte Badewanne neu mit weissem Material

Wie beim Lack braucht die Beschichtung einige Tage zum Aushärten, bevor die Wanne wieder benutzt werden darf. DIY-Sets aus dem Baumarkt gibt es, die gleichmässige Oberfläche gelingt aber selten so gut wie beim Profi. Was das Beschichten kostet, lesen Sie in unserem Beitrag zu den Kosten für das Neubeschichten einer Badewanne.

6. Fugen erneuern und Silikon ersetzen

Oft sind nicht die Plättli das Problem, sondern die Fugen dazwischen. Verfärbte Zementfugen und altes, schwarz gewordenes Silikon lassen ein sonst intaktes Bad ungepflegt wirken.

Silikonfugen sind Wartungsfugen: Sie sind von Anfang an darauf angelegt, nach einigen Jahren ersetzt zu werden, und gehören erneuert, sobald sie sich verfärben oder vom Untergrund lösen.

  1. Altes Silikon vollständig herausschneiden
  2. Fuge reinigen und vollständig trocknen lassen
  3. Neue Raupe mit sanitärtauglichem Silikon ziehen
  4. Fuge glattziehen und aushärten lassen

Die Zementfugen zwischen den Plättli lassen sich mit einem Fugenauffrischer wieder aufhellen; bröckeln sie heraus, werden sie neu verfugt. Diese Arbeit ist gut selbst zu schaffen und der günstigste Weg zu einem frischeren Bad. Eine Preiseinordnung finden Sie unter den Kosten fürs Erneuern der Fugen.

Eine Person erneuert die Silikonfugen in einer Duschkabine

7. Armaturen, Spiegel und Möbel tauschen

Manchmal wirkt ein Bad schon deutlich neuer, wenn nur die sichtbaren Teile wechseln. Ein moderner Wasserhahn, ein neuer Duschkopf, ein Spiegelschrank und ein anderer Waschtisch verändern den Gesamteindruck stark, ohne dass ein einziges Plättli angefasst wird.

Der Tausch von Aufsatz-Armaturen, WC-Sitz, Handtuchhaltern und Leuchten ist mit etwas handwerklichem Geschick selbst machbar. Drehen Sie vorher das Wasser ab und prüfen Sie, ob die Anschlüsse zum neuen Modell passen.

Auch die Möbel müssen nicht immer raus: Fronten von Waschtisch und Spiegelschrank lassen sich folieren, also mit einer selbstklebenden Möbelfolie überziehen. Das ist die günstigste Variante überhaupt und beim Auszug rückstandsarm zu entfernen.

Sobald eine fest in die Wand eingelassene Armatur oder ein neuer Waschtisch mit Ablauf ins Spiel kommt, ist Sanitärarbeit gefragt. Gerade zur Miete ist der reine Austausch attraktiv, weil sich die alten Teile aufbewahren und beim Auszug wieder einsetzen lassen.

Neue Armatur und Spiegel über dem Lavabo: Bad renovieren ohne Fliesen entfernen

Bad renovieren ohne Fliesen entfernen: wie lange hält das?

Das hängt stark vom Weg ab: Neu verlegte Plättli halten am längsten, Klebefolie am kürzesten; Lack und Beschichtung liegen dazwischen.

Weg Hält Worauf es ankommt
Neue Plättli auf die alten viele Jahre, wie frisch Verlegtes fester Untergrund, Haftbrücke
Wanne vom Fachbetrieb beschichtet viele Jahre keine Scheuermittel, keine aggressiven Reiniger
Mikrozement viele Jahre bei dichter Versiegelung gleichmässiger Auftrag, Versiegelung in der Dusche auffrischen
Plättlilack jahrelang nutzt sich in beanspruchten Zonen sichtbar ab
Duschrückwand jahrelang sauber abgedichtete Ränder
Zementfugen so lange wie der Belag verfärben früher, als sie bröckeln
Silikonfugen Wartungsfuge, turnusmässig zu ersetzen erneuern, sobald sie sich verfärben oder lösen
Selbstklebende Folie am kürzesten, besonders im Feuchten nur im trockenen Bereich einsetzen

Am beständigsten sind ein neu verlegter Plattenbelag und eine professionell beschichtete Wanne. Plättlilack und Duschrückwände halten bei guter Ausführung ebenfalls jahrelang, nutzen sich in stark beanspruchten Zonen aber sichtbar ab. Am kürzesten lebt die selbstklebende Folie, vor allem im feuchten Bereich.

Moderne Badezimmeransicht mit einer weissen Badewanne und gefliesten Wänden

Wann reicht eine Auffrischung nicht mehr aus?

Wenn die Abdichtung defekt ist, Plättli hohl klingen oder Schimmel trotz Reinigung wiederkehrt. Dann hilft keine Oberflächenlösung mehr.

Moderne Nasszellen haben unter den Plättli eine Verbundabdichtung, die das Wasser vom Mauerwerk fernhält. Die dafür massgebende Norm ist die SIA 271 «Abdichtungen von Hochbauten» des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins. Ist diese Schicht undicht, zieht Wasser in den Untergrund. Dagegen helfen weder Farbe noch Folie an der Oberfläche.

Diese Zeichen sprechen gegen jede Oberflächenlösung:

  • Plättli klingen hohl oder sitzen lose
  • feuchte oder dunkle Stellen auf der Wandrückseite
  • weisse Ausblühungen an Fuge oder Wand
  • Schimmel kehrt nach dem Putzen zurück

Kehrt der schwarze Belag in der Fuge trotz neuem Silikon zurück, ist er meist ein Symptom für Nässe dahinter oder eine zu schwache Lüftung, kein Oberflächenproblem.

Achtung: Streichen oder überkleben Sie kein Bad, in dem Plättli hohl klingen, Wände feucht sind oder Schimmel wiederkehrt. Sie kaschieren damit einen Schaden, der unter der neuen Oberfläche weiterfrisst und die Sanierung später teurer macht. Lassen Sie die Ursache zuerst von einem Fachbetrieb abklären.

Kein Lack und keine Folie ersetzt eine defekte Abdichtung.

In diesen Fällen führt kein Weg an einer richtigen Sanierung vorbei, bei der die Plättli herauskommen und die Abdichtung neu aufgebaut wird. Was das kostet, zeigt unser Beitrag zu den Kosten einer Badsanierung.

Handwerker erneuert die Silikonfuge an einer Badewanne

Bad in der Mietwohnung renovieren? Das gibt es zu beachten!

Zur Miete gelten eigene Regeln. Erneuerungen und Änderungen an der Wohnung dürfen Sie nur mit schriftlicher Zustimmung der Vermieterschaft vornehmen (Art. 260a des Obligationenrechts).

Ein fest aufgetragener Plättlilack, neue Plättli oder eine beschichtete Wanne sind bauliche Änderungen und brauchen diese Zustimmung. Fehlt sie, können Sie beim Auszug zur Wiederherstellung des alten Zustands verpflichtet werden. Reversible Massnahmen wie eine Klebefolie oder ausgetauschte Armaturen, deren Originalteile Sie aufbewahren, sind unkritischer.

Ist das Bad schlicht abgewohnt, lohnt vor jeder Eigenleistung das Gespräch. Nach der paritätischen Lebensdauertabelle von Mieterinnen- und Mieterverband und Hauseigentümerverband sind viele Bad-Elemente nach einer bestimmten Nutzungsdauer abgeschrieben, sodass ein Ersatz häufig zulasten der Vermieterschaft geht. Wer in Stockwerkeigentum wohnt, prüft zusätzlich das Reglement, sobald gemeinschaftliche Bauteile oder Leitungen betroffen sind.

Sanitärinstallateur in blauer Latzhose repariert ein Lavabo in einem Badezimmer mit gefliester Wand

Selbst auffrischen oder den Fachbetrieb beauftragen

Fugen auffrischen, Silikon ersetzen, Armaturen tauschen und kleinere Flächen streichen: Das schaffen handwerklich geübte Personen gut selbst. Der Materialaufwand ist gering, und Fehler lassen sich meist korrigieren.

Sobald es um grosse Flächen, das Verlegen neuer Plättli, das Beschichten der Wanne oder um Sanitäranschlüsse geht, arbeitet ein Fachbetrieb schneller und sauberer. Ob der Untergrund die gewählte Methode überhaupt trägt, ist die Frage, an der die meisten Eigenversuche scheitern, und ein Fachbetrieb beantwortet sie in wenigen Minuten.

Hohl klingende Plättli sind das Ausschlusskriterium für jede Oberflächenlösung.

Ein guter Betrieb sagt Ihnen ehrlich, ob sich die Auffrischung lohnt oder ob die Substanz eine Sanierung verlangt. Über die Übersicht zum Badezimmer renovieren finden Sie passende Anbieter.

Sie wissen nicht, ob die Substanz Ihres Bads eine Auffrischung trägt? Ein Fachbetrieb klopft die Plättli ab, beurteilt die Abdichtung und sagt Ihnen, welcher der sieben Wege in Ihrem Bad hält. Stellen Sie eine Offertenanfrage und vergleichen Sie die Angebote aus Ihrer Region unverbindlich.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich Plättli im Bad selber streichen, oder muss das ein Maler machen?

Streichen können Sie selbst, die Vorbereitung entscheidet über das Ergebnis. Ohne gründliche Reinigung, angeschliffene Glasur und passenden Haftgrund blättert selbst der beste Plättlilack ab.

Bei grossen Flächen, in der Dusche oder wenn eine makellose, gleichmässige Oberfläche zählt, ist ein Maler die sicherere Wahl. Er kennt die Systeme und erzielt eine saubere Kante, die von Hand schwer gelingt.

Muss ich meine Vermieterschaft fragen, bevor ich das Bad auffrische?

Für bauliche Änderungen ja. Ein fester Anstrich, neue Plättli oder eine beschichtete Wanne verändern die Mietsache und brauchen die schriftliche Zustimmung der Vermieterschaft.

Rein reversible Eingriffe wie eine abziehbare Folie oder getauschte Armaturen mit aufbewahrten Originalteilen sind unkritischer, weil Sie den ursprünglichen Zustand beim Auszug wiederherstellen können. Im Zweifel klären Sie sie trotzdem vorher ab, so vermeiden Sie Streit bei der Wohnungsübergabe.

Kann ich Vinyl direkt über die alten Bodenplättli verlegen?

Vinyl lässt sich direkt über die alten Bodenplättli verlegen, wenn Sie das richtige Material wählen und die Fläche vorbereiten. Nehmen Sie feuchtraumgeeignetes, vollflächig verklebtes Vinyl; von schwimmend verlegtem Klick-Vinyl ist im Bad abzuraten, weil eindringendes Wasser darunter unbemerkt schimmelt.

Die Plättli müssen fest sitzen, und die Fugen füllen Sie mit Ausgleichsmasse, damit sich das Raster nicht abzeichnet. Denken Sie an die zusätzliche Aufbauhöhe: Prüfen Sie, ob die Zimmertür noch schliesst und Übergänge zu anderen Räumen bündig bleiben.

Hilft neues Silikon gegen wiederkehrenden Schimmel?

Nur, wenn der Schimmel oberflächlich ist. Sitzt er nur auf einer alten, porösen Silikonfuge, verschwindet er mit einer frisch gezogenen Fuge dauerhaft.

Kommt er nach dem Erneuern rasch zurück, liegt die Ursache tiefer: undichte Abdichtung, ein Leck oder eine zu schwache Lüftung. Dann müssen Sie die Ursache angehen, sonst wächst der Schimmel unter jeder neuen Fuge weiter.

Lohnt sich das Auffrischen eines Bads ohne Plättli-Abbruch, oder sollte ich gleich sanieren?

Auffrischen lohnt sich, wenn die Substanz gesund ist und es nur um die Optik geht. Dann sparen Sie viel Geld und Zeit gegenüber einer Vollsanierung und können das Bad meist weiter nutzen.

Sind Abdichtung, Leitungen oder Untergrund am Ende ihrer Lebensdauer, ist die Auffrischung eine teure Notlösung. In dem Fall lohnt sich die Sanierung, weil sie das Problem an der Wurzel behebt, statt es zu überdecken.

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