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Start » Ratgeber » Leckortung: Wen Sie rufen, was es kostet und wie es abläuft

Leckortung: Wen Sie rufen, was es kostet und wie es abläuft

Eine Leckortung steht am Anfang jeder Reparatur, bei der Wasser aus einer verdeckten Leitung oder durch eine undichte Abdichtung austritt. Ein Fachbetrieb grenzt die Stelle mit Messtechnik ein, statt auf Verdacht aufzustemmen. Ein Einsatz dauert meist zwei bis vier Stunden und kostet zwischen CHF 300.- und CHF 2'000.-. Wer ihn ausführt, hängt davon ab, ob eine Leitung oder ein Dach undicht ist.

Ofri Redaktion
01. September 2026 - 19 Min. Lesezeit

Zwei Hände reparieren eine freigelegte Leitung im nassen Erdreich

  • Was eine Leckortung ist und wann sie nötig wird
  • Wer eine Leckortung ausführt
  • Was eine Leckortung kostet und wovon der Preis abhängt
  • Wie läuft eine Leckortung ab?
  • Ist eine Leckortung wirklich zerstörungsfrei?
  • Wer zahlt die Leckortung?
  • Was Sie in den ersten Stunden tun
  • Woran Sie ein verstecktes Leck erkennen
  • Warum das Leck selten dort sitzt, wo das Wasser erscheint
  • Welche Verfahren Fachbetriebe für die Leckortung nutzen
  • Was Sie selbst vorbereiten können

Was eine Leckortung ist und wann sie nötig wird

Bei einer Leckortung sucht ein Fachbetrieb die undichte Stelle in einer Leitung, einer Abdichtung oder einem Dachaufbau, ohne das Bauteil dafür grossflächig zu öffnen. Dazu braucht es Geräte, die niemand privat im Keller stehen hat: Wärmebildkameras, Feuchtemessgeräte, Bodenmikrofone, Prüfgas und Endoskope.

Nötig wird das immer dann, wenn Wasser austritt und die Ursache nicht sichtbar ist. Ein tropfender Siphon unter dem Lavabo braucht keine Ortung. Eine feuchte Wand im Erdgeschoss dagegen schon, wenn darunter eine Leitung im Unterlagsboden liegt, also im Bodenaufbau unter dem Belag.

Drei Schadensbilder machen den grössten Teil der Aufträge aus: undichte Leitungen im Boden oder in der Wand, Wasser aus einer Bodenheizung und Feuchtigkeit, die über ein Flachdach oder eine Terrasse eindringt. Für jedes davon eignen sich andere Messverfahren. Darum bringt ein Fachbetrieb selten nur ein Gerät mit.

Das Wichtigste vorab:

  • Sanitärbetrieb bei Leitungen, Spengler bei Dach und Terrasse
  • Eine Ortung kostet meist CHF 300.- bis CHF 2’000.-
  • Leitungswasser deckt die kantonale Versicherung meist nicht
  • Melden Sie den Schaden, bevor Sie eine Firma bestellen
  • Leckortung durch den Fachbetrieb: Offerte einholen

Wer eine Leckortung ausführt

Für die Ortung kommen je nach Schaden drei Arten von Betrieben infrage. Massgebend ist, welches Bauteil undicht ist:

  • Sanitärinstallateur bei Leitungen im Gebäude, also bei allem, was Wasser führt oder ableitet. Viele grössere Firmen haben eigene Ortungstechnik oder arbeiten mit einem Spezialisten zusammen.
  • Spengler oder Dachdecker bei undichtem Flachdach, Terrasse und Balkon. Dort geht es um den Aufbau der Abdichtung und nicht um eine Leitung; Spengler und Dachdecker decken diesen Bereich ab.
  • Spezialbetrieb für Leckortung bei komplexen Fällen. Diese Firmen orten ausschliesslich, verfügen über deutlich mehr Verfahren als ein Allrounder und lohnen sich, wenn bereits ein Betrieb erfolglos gesucht hat.

Am häufigsten führt der Weg zum Sanitärbetrieb, weil die meisten Schäden aus einer Leitung stammen. Beim Dach führt der Weg über den Sanitärbetrieb allerdings ins Leere, und das kostet einen Termin.

Aufnahme einer Rohrkamera: In einem schmalen Betonrohr ist eine versteckte Leckage sichtbar

Was in der Offerte stehen muss

Fragen Sie vier Dinge ab, dann lassen sich Offerten überhaupt vergleichen.

Das fragen Sie vor dem Auftrag ab:

  • Fragen Sie, welche Verfahren im Preis enthalten sind
  • Lassen Sie Anfahrt und Stundenansatz beziffern
  • Verlangen Sie einen schriftlichen Bericht mit Fotos
  • Klären Sie den Preis für eine erfolglose Ortung

Der letzte Punkt wird am häufigsten vergessen und führt am schnellsten zu Streit. Seriöse Betriebe sagen im Voraus, ob eine erfolglose Ortung ganz, teilweise oder gar nicht verrechnet wird. Weicht ein Betrieb der Frage aus, stellt er den Aufwand am Ende meist voll in Rechnung.

Der Bericht wiegt fast ebenso schwer, denn ohne Messwerte und Fotos lassen sich Ursache und Umfang später nicht belegen. Ohne schriftlichen Bericht ist die Ortung für die Versicherung wertlos.

Was eine Leckortung kostet und wovon der Preis abhängt

Für die Ortung selbst nennen Schweizer Anbieter Richtwerte zwischen CHF 300.- und CHF 2’000.-. Ein einzelnes Verfahren an einer gut zugänglichen Stelle liegt am unteren Rand, eine Kombination mehrerer Verfahren in einem Mehrfamilienhaus am oberen. Für einzelne Verfahren finden sich Spannen von CHF 450.- bis CHF 1’500.-.

Fünf Punkte treiben den Preis:

  • Zugänglichkeit: Eine Leitung unter einem verklebten Bodenbelag braucht mehr Aufwand als eine im Schacht.
  • Anzahl der Verfahren: Jedes zusätzliche Verfahren bedeutet Gerät, Zeit und oft einen zweiten Termin.
  • Objektgrösse: In einem Mehrfamilienhaus müssen mehrere Wohnungen zugänglich sein, was den Termin verlängert.
  • Dringlichkeit: Ein Einsatz am Wochenende oder in der Nacht kostet einen Zuschlag.
  • Anfahrt: Spezialbetriebe für Leckortung sind dünner gesät als Sanitärbetriebe, entsprechend länger sind die Wege.

Die Alternative zur Ortung ist, auf Verdacht aufzustemmen. Dann zahlen Sie das Öffnen, das Verschliessen und die Wiederherstellung von Belag und Verputz, und zwar für jeden Versuch neu. Ein Anbieter beziffert das mit CHF 3’000.- bis CHF 10’000.- je Öffnung; belastbare Vergleichszahlen aus mehreren Quellen gibt es dazu nicht.

Jede Öffnung auf Verdacht kostet zweimal: beim Aufmachen und beim Zumachen.

Die Kosten der eigentlichen Reparatur kommen in beiden Fällen dazu; einen Anhaltspunkt geben die Kosten für das Verlegen einer Wasserleitung.

Nicht vergessen sollten Sie das verlorene Wasser. Bei einem länger unentdeckten Rohrbruch kommen erhebliche Mengen zusammen. Das Bundesgericht hat 2026 bestätigt, dass Wasserverluste aus Mängeln an privaten Anlagen vollständig von der Partei zu tragen sind, die das Wasser bezieht. Ein Verzicht auf die Wasserbezugsgebühr ist damit unwahrscheinlich.

Auf die Abwassergebühr dürfen einzelne Gemeinden dagegen verzichten, müssen es aber nicht. Begründen lässt sich ein Gesuch damit, dass das ausgetretene Wasser gar nicht in die Kanalisation gelangt ist. Reichen Sie es zusammen mit der Reparaturrechnung ein.

Tipp: Lassen Sie Ortung und Freilegung in der Offerte getrennt ausweisen. Die Ortung rechnet die Versicherung als Lecksuchkosten ab, die Freilegung gehört zum Schaden selbst. Getrennte Positionen ersparen Ihnen später die Diskussion darüber, was zu welchem Topf gehört.

Wie läuft eine Leckortung ab?

Ein Ortungseinsatz dauert meist zwei bis vier Stunden und läuft in vier Schritten ab: aufnehmen, eingrenzen, punktgenau bestimmen, dokumentieren.

1. Schritt: Aufnahme vor Ort. Der Fachbetrieb lässt sich zeigen, wo das Wasser sichtbar wurde, und fragt nach Baujahr, Leitungsplänen und dem bisherigen Verlauf. Ein Grundriss mit eingezeichneten Leitungen spart hier viel Zeit, falls er noch vorhanden ist.

2. Schritt: Eingrenzen. Feuchtemessung und Wärmebild zeigen, wie weit die Feuchtigkeit reicht und in welche Richtung sie zunimmt. Am Ende dieses Schrittes steht ein eingegrenzter Bereich.

3. Schritt: Punktgenau bestimmen. Jetzt kommt das Verfahren an die Reihe, das zum Schadensbild passt. Welche es gibt und wofür sie taugen, steht weiter unten. Bleibt das Ergebnis unklar, wird gewechselt.

4. Schritt: Dokumentieren. Messwerte, Fotos und die geortete Stelle kommen in einen schriftlichen Bericht, zusammen mit der Angabe, welches Verfahren welches Ergebnis gebracht hat.

Die eigentliche Reparatur gehört nicht mehr zur Ortung. Je nach Schaden übernimmt sie derselbe oder ein anderer Betrieb. Fast immer kommt eine technische Trocknung dazu, die je nach Durchfeuchtung ein bis acht Wochen läuft. Wie Sie die Raumluft danach trocken halten, steht im Ratgeber Luft entfeuchten.

Drei rote Bautrockner stehen in einem Raum und trocknen einen Wasserschaden

Ist eine Leckortung wirklich zerstörungsfrei?

Die Ortung selbst arbeitet in den meisten Fällen zerstörungsfrei, die anschliessende Freilegung der Leckstelle jedoch nicht.

Wer eine undichte Leitung reparieren will, muss an sie herankommen. Der Gewinn liegt in der Grösse der Öffnung. Ist die Stelle vorher geortet, reicht meist eine Öffnung von wenigen Plättli oder ein Bohrkern, also ein rund ausgeschnittenes Loch von etwa zehn Zentimetern Durchmesser. Ohne Ortung öffnet der Fachbetrieb auf Verdacht, und dann werden aus einer Öffnung schnell drei.

Einzelne Verfahren brauchen zudem einen kleinen Eingriff, um überhaupt zu funktionieren. Das Tracergas ist ein Prüfgas, das der Betrieb in die Leitung bläst. Dafür muss diese vorher entleert werden. Bei einem gedämmten Flachdach ist manchmal eine Sondieröffnung nötig, eine kleine Probeöffnung, die der Fachbetrieb danach wieder verschliesst. «Zerstörungsfrei» meint in der Branche also so wenig Eingriff wie möglich, nicht gar keinen.

Ein Plattenleger verlegt Platten auf dem Boden, nachdem die Leitung repariert wurde

Wer zahlt die Leckortung?

Die Ortung zahlt in der Regel die Gebäudewasserversicherung der Eigentümerschaft, sofern eine besteht und ein versichertes Ereignis vorliegt.

Welche Versicherung welchen Teil übernimmt

Ohne diese Versicherung trägt die Eigentümerschaft die Kosten selbst. In 19 Kantonen ist zwar jedes Gebäude bei der kantonalen Gebäudeversicherung versichert, doch diese deckt nur Feuer und Elementarschäden, also Brand, Sturm, Hagel, Überschwemmung und Erdrutsch. Ein Leitungswasserschaden ist keiner davon.

Die Gebäudeversicherung des Kantons Zürich schreibt ausdrücklich, dass Schäden durch Leitungsbruch nicht versichert sind und «auf freiwilliger Basis durch eine private Gebäudewasserversicherung» abgedeckt werden müssen. Wer welchen Teil des Schadens übernimmt, hängt davon ab, was beschädigt wurde:

  • Gebäudewasserversicherung: Mauerwerk, fest verlegter Bodenbelag, Küchenkombination, Trocknung und die Lecksuche selbst.
  • Hausratversicherung: Möbel, Teppiche, Geräte und alles, was nicht fest eingebaut ist.
  • Privathaftpflicht: der Schaden, den Sie bei Nachbarn oder in der Wohnung darunter verursacht haben.

Warum die Reihenfolge über die Deckung entscheidet

In den Vertragsbedingungen taucht die Ortung als eigene Position auf, meist unter dem Stichwort Lecksuchkosten oder Freilegungskosten. Die Versicherung zahlt dafür nur bis zu einem Höchstbetrag, und dieser ist von Vertrag zu Vertrag sehr verschieden. Der Kanton Aargau nennt in seiner Verordnung zur Gebäudewasserversicherung höchstens CHF 10’000.-. Die Mobiliar begrenzt die Ursachensuche ohne gefundenes Leitungsleck auf CHF 5’000.-.

Achtung: Mehrere Versicherer übernehmen die Ortung nur, wenn der Versicherer vorher davon wusste. Bei der Mobiliar ist die Absprache ausdrücklich Bedingung und keine blosse Empfehlung. Melden Sie den Schaden deshalb zuerst und beauftragen Sie den Ortungsbetrieb erst danach. Sonst bleiben Sie im Zweifel auf der Rechnung sitzen.

Das Versicherungsvertragsgesetz verlangt in Artikel 38, den Schaden zu melden, sobald Sie davon erfahren. Eine Frist in Tagen steht nicht im Gesetz, wohl aber in vielen Verträgen.

Artikel 38a begründet zusätzlich die Schadenminderungspflicht. Sie müssen den Schaden klein halten und dafür die Weisungen des Versicherers einholen, solange keine Gefahr im Verzug ist. Daraus folgt die Reihenfolge: zuerst melden, dann beauftragen. Die Ortung ist eine schadenmindernde Massnahme.

Was die Versicherung nicht zahlt

Die Versicherung zahlt nur, wenn der Schaden plötzlich eingetreten ist. Alterung, Korrosion und allmählich austretendes Wasser gelten als Unterhalt und sind in den Bedingungen ausgeschlossen.

Ob auch die Reparatur der undichten Stelle versichert ist, hängt von der Police ab. Die Mobiliar und die AXA schliessen die Reparatur im Bereich der Leckstelle ausdrücklich ein, bei der Aargauischen Gebäudeversicherung deckt erst eine Zusatzversicherung einen kleinen Beitrag daran. Versichert ist die eine undichte Stelle, nicht die Erneuerung der ganzen Leitung. Wird ohnehin saniert, was aus Unterhaltsgründen fällig war, zahlt keine Versicherung mit.

Ein Sanitärinstallateur bei der Arbeit an einer Leitung

Was im Mietverhältnis gilt

Die Mietpartei muss einen Wasserschaden melden, sobald sie ihn bemerkt. Das Obligationenrecht verpflichtet sie in Artikel 257g dazu und macht sie für den Schaden haftbar, der aus einer unterlassenen Meldung entsteht. Wird ein feuchter Fleck ein halbes Jahr lang ignoriert, wird daraus ein Sanierungsfall, und dafür haftet dann die Mietpartei.

Die Ortung beauftragt hingegen die Vermieterschaft. Die Ursachensuche gehört zur Erhaltungspflicht nach Artikel 256 des Obligationenrechts, also zur Pflicht, das Mietobjekt gebrauchstauglich zu halten. Bestellen Sie als Mietpartei selbst eine Firma, bleiben Sie im Streitfall auf der Rechnung sitzen, weil der Auftrag ohne Zustimmung erteilt wurde.

Solange die Wohnung wegen des Schadens weniger nutzbar ist, besteht ein Anspruch auf Herabsetzung des Mietzinses nach Artikel 259d. Er läuft ab dem Zeitpunkt, an dem die Vermieterschaft vom Mangel erfahren hat. Verlangen Sie die Herabsetzung schriftlich, statt den Mietzins eigenmächtig zu kürzen.

Eine Entwarnung gibt es seit dem 1. Januar 2022: Hat die Mietpartei den Schaden nur leicht fahrlässig verursacht, kann die Gebäudewasserversicherung nicht mehr auf sie zurückgreifen. Bei grober Fahrlässigkeit bleibt dieser Rückgriff bestehen, also das Recht des Versicherers, sich das Geld beim Verursacher zu holen.

Achtung: Melden Sie den Schaden schriftlich, auch wenn Sie ohnehin anrufen. Ohne Beleg für den Zeitpunkt lässt sich später weder die Mietzinsreduktion noch die Haftungsfrage sauber klären. Eine E-Mail mit Datum und Foto genügt.

Was im Stockwerkeigentum gilt

Im Stockwerkeigentum entscheidet die Lage der Leitung. Liegt sie in einer gemeinschaftlichen Steigzone, also im senkrechten Leitungsschacht, der allen gehört, beauftragt die Verwaltung die Ortung zulasten der Gemeinschaft. Liegt sie hinter der Wohnungstür in einem Bereich, den eine Partei allein nutzen darf, trägt diese Partei den Auftrag. Klären Sie die Zuordnung vor der Bestellung mit der Verwaltung.

Was Sie in den ersten Stunden tun

Zwischen der Entdeckung und dem Termin liegen im besten Fall Stunden, oft aber ein bis zwei Tage. In dieser Zeit zählen drei Dinge. Sichern Sie zuerst den Strom, stellen Sie dann das Wasser ab und dokumentieren Sie zum Schluss den Schaden.

Achtung: Betreten Sie einen überfluteten Raum nicht, um an den Sicherungskasten zu gelangen. Wo Wasser und Strom zusammentreffen, kann die Fläche unter Spannung stehen, und der Fehlerstromschutzschalter löst dabei oft nicht aus. Schalten Sie nur ab, wenn der Sicherungskasten trocken erreichbar ist, sonst rufen Sie die Feuerwehr unter 118 oder Ihr Elektrizitätswerk.

Das Naturgefahrenportal des Bundes rät für überflutete Räume, den Stromkreis erst wieder einzuschalten, nachdem eine Fachperson die Installationen und Geräte geprüft hat. Der Rat steht dort für Hochwasser und gilt bei einem Rohrbruch genauso.

Ist der Strom gesichert, stellen Sie das Wasser ab. Das geht am Absperrventil vor dem Wasserzähler, dem Haupthahnen der Hausinstallation. Klemmt es oder lässt es sich nicht mehr ganz zudrehen, ist das ein eigener Auftrag für den Sanitärbetrieb, denn ein defektes Ventil kostet im Ernstfall Stunden. Ein klemmendes Ventil lässt sich vorbeugend ersetzen; was das umfasst, steht unter Absperrventil austauschen lassen.

Dokumentiert wird zum Schluss, aber vor dem Aufräumen: Fotografieren Sie den Fleck und den Zählerstand und notieren Sie das Datum dazu. Auf diesen Bildern beruht später die Schadenmeldung an die Versicherung, und nachholen lassen sie sich nicht.

Woran Sie ein verstecktes Leck erkennen

Nicht jeder Verdacht beginnt mit einem Fleck. Oft sind es der Zählerstand, ein Geruch oder eine warme Stelle im Boden. Wer sie früh deutet, meldet früher und hat weniger Folgeschaden.

Tipp: In den meisten Häusern steht ein Wasserzähler im Keller beim Absperrventil. Drehen Sie alle Hahnen zu, spülen Sie kein WC und lassen Sie Waschmaschine und Geschirrspüler stehen. Notieren Sie den Zählerstand und lesen Sie ihn nach zwei Stunden erneut ab. Bewegt sich das Zählwerk, verliert die Installation Wasser.

Diese Nullprobe, wie Fachleute den Test bei geschlossenen Hahnen nennen, funktioniert allerdings nur bei Trinkwasserleitungen unter Druck. Ein undichter Abfluss, eine gerissene Abdichtung in der Dusche oder ein Flachdach zeigen sich am Zähler nicht, weil dort kein Druckwasser verloren geht.

Weitere Anzeichen, die für ein verdecktes Leck sprechen:

  • Der Druck der Heizung fällt regelmässig ab, und Sie müssen Wasser nachfüllen.
  • Eine Stelle im Boden fühlt sich wärmer an als die Umgebung.
  • Die Wasserrechnung steigt ohne erklärbaren Grund.
  • In einem Raum riecht es muffig, ohne dass Schimmel sichtbar ist.
  • Der Verputz löst sich in Blasen, oder es zeigen sich weisse Salzausblühungen, also auskristallisierte Mineralien aus dem Mauerwerk.

Ein fallender Heizungsdruck gilt schnell als Beweis. Das ist er nicht: Fällt er ab, kommt das ebenso häufig von einem defekten Ausdehnungsgefäss, von einem tropfenden Sicherheitsventil oder schlicht von zu häufigem Entlüften. Das Ausdehnungsgefäss ist der Druckbehälter, der die Volumenschwankungen des Heizwassers auffängt.

Für ein Leck spricht es erst, wenn der Druck nach dem Nachfüllen rasch wieder abfällt und sich zusätzlich feuchte Stellen zeigen. Die Unterscheidung trifft der Heizungsinstallateur mit einer Druckprobe: Er setzt den Heizkreis unter Druck und beobachtet, ob dieser hält. Diese Probe gehört vor jede Ortung an der Heizung.

Warum das Leck selten dort sitzt, wo das Wasser erscheint

Wasser folgt der Schwerkraft, aber es folgt ihr nicht senkrecht. Im Flachdach läuft es entlang der Dampfsperre, also der dichten Folie, die im Bauteil den Feuchtetransport stoppt, sammelt sich in der Dämmschicht und tritt an der ersten Schwachstelle des Aufbaus aus. Zwischen Eintritt und sichtbarem Fleck können dabei acht bis zehn Meter liegen.

Im Gebäudeinneren übernimmt diese Rolle die Leitung selbst: Wasser wandert am Rohr entlang, bis eine Durchdringung oder ein Anschluss es austreten lässt.

Der nasse Fleck ist das Ende des Wegs, nicht sein Anfang.

Dazu kommt die Kapillarwirkung, also die Fähigkeit poröser Baustoffe, Wasser auch entgegen der Schwerkraft zu ziehen. Backstein, Verputz und Unterlagsboden saugen Feuchtigkeit weiter, als Sie vermuten. Eine Wand kann darum auf zwei Metern Breite nass sein, obwohl das Leck einen Zentimeter gross ist.

Genau daran scheitert die eigene Suche. Wenn Sie an der nassen Stelle aufstemmen, finden Sie dort in vielen Fällen ein trockenes Rohr und haben trotzdem ein Loch in der Wand.

Ein Sanitärinstallateur sucht bei einer Leckortung mit der Wärmebildkamera nach dem Leck

Welche Verfahren Fachbetriebe für die Leckortung nutzen

Die Wahl des Verfahrens hängt davon ab, was undicht ist. Kein Verfahren kann alles. Die meisten Einsätze kombinieren darum zwei Verfahren, und jedes zusätzliche schlägt sich im Preis nieder.

Zwei Begriffe aus der Tabelle begegnen Laien selten. Die Attika ist die Brüstung, die ein Flachdach umläuft. Das Elektroimpuls-Verfahren wiederum schickt einen schwachen Strom durch eine befeuchtete Dachfläche; an der undichten Stelle fliesst er in die Unterkonstruktion ab und wird dort messbar.

Verfahren Geeignet für Grenzen
Thermografie Bodenheizung, Warmwasserleitungen zeigt nur Temperaturunterschiede
Feuchtemessung Wände und Böden mit sichtbarem Fleck grenzt ein, ortet nicht punktgenau
Akustische Ortung Trinkwasserleitungen unter Druck versagt an Wänden, Attika und Fassade
Tracergas Bodenheizung, Flachdach, feinste Risse Leitung muss entleert und befüllt werden
Endoskop, Rohrkamera Abflüsse, Schächte, Hohlräume braucht eine Zugangsöffnung
Druckprobe ganze Leitungsabschnitte zeigt den Abschnitt, nicht die Stelle
Elektroimpuls Flachdach mit Folien- oder Bitumenbahn nicht an Dachdurchführungen und Fassade
Flutungsprüfung Terrassen, Dachentwässerung zeigt nur, dass etwas undicht ist

Zwei Verfahren werden häufig missverstanden. Die Thermografie macht mit einer Wärmebildkamera Temperaturunterschiede sichtbar. Am deutlichsten zeichnet sich warmes Leitungswasser im Boden ab, aber auch eine kalte Leckstelle kann auffallen, weil verdunstende Feuchtigkeit die Fläche kühlt. Wie gut das gelingt, hängt von Bodenaufbau, Verlegetiefe und Raumtemperatur ab.

Beim Tracergas füllt der Fachbetrieb das Gas in die entleerte Leitung, meist Formiergas aus Stickstoff und einem kleinen Anteil Wasserstoff. Das Gas entweicht an der undichten Stelle, steigt durch den Bodenaufbau und wird oben mit einem empfindlichen Sensor aufgespürt. So lassen sich auch Risse finden, die für Wasser zu fein sind, um sie akustisch zu hören.

Ein Bautrockner mit gelben Schläuchen, die im Boden verschwinden, neben einem grossen Ventilator

Was Sie selbst vorbereiten können

Die Ortung selbst braucht Messtechnik im Wert von mehreren zehntausend Franken und die Erfahrung, ihre Anzeigen zu deuten. Die Vorarbeit dagegen können Sie übernehmen, und sie verkürzt den Termin spürbar, weil der Fachbetrieb den Bereich schon eingegrenzt vorfindet.

Vier Dinge lohnen sich vor dem Termin:

  • Zählerstand notieren: Führen Sie die Nullprobe durch und schreiben Sie Anfangs- und Endwert mit Uhrzeit auf. Damit steht fest, ob überhaupt Druckwasser verloren geht.
  • Heizungsdruck protokollieren: Wer über zwei Wochen notiert, wann er nachfüllen musste, liefert dem Betrieb einen Verlauf statt einer Vermutung.
  • Grundriss und Leitungspläne suchen: Sie liegen oft bei den Bauunterlagen oder bei der Verwaltung. Ein Plan mit eingezeichneten Leitungen spart im Einsatz eine halbe Stunde.
  • Zugang zu allen Räumen klären: Bei einem Mehrfamilienhaus heisst das, die Nachbarn vorab zu informieren, weil die Feuchtigkeit selten dort endet, wo sie sichtbar wird.

Warten kostet dabei mehr als jeder Notfallzuschlag. Jede Woche mit Feuchtigkeit im Aufbau verlängert die spätere Trocknung, und irgendwann kommt Schimmel dazu.

Tipp: Notieren Sie, wann Ihnen der Schaden zum ersten Mal aufgefallen ist. Fachbetrieb und Versicherung fragen beide danach, und drei Wochen später lässt sich das Datum meist nicht mehr sicher rekonstruieren.

Stellen Sie deshalb zuerst das Wasser ab, melden Sie den Schaden, holen Sie die Weisung des Versicherers ein und vergleichen Sie dann Offerten für die Leckortung. Steht die Ursache fest, folgt der zweite Auftrag für die Reparatur. Bei einem Dachschaden geht es weiter mit dem Ratgeber Flachdach abdichten, bei aufsteigender Nässe im Untergeschoss mit Kellerboden abdichten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie schnell kommt ein Betrieb für eine Leckortung?

Spezialisierte Ortungsbetriebe und die grossen Sanierungsfirmen führen einen Pikettdienst und kommen bei fliessendem Wasser am selben Tag. Für einen trocknenden Fleck ohne akute Gefahr ist ein Termin innert weniger Tage üblich.

Ein Zuschlag für Nacht- oder Wochenendeinsatz lohnt sich selten. Sinnvoll ist der Notfalleinsatz, wenn Sie das Wasser nicht abstellen können oder wenn es in eine andere Wohnung läuft. Ist der Haupthahnen zu, verliert eine Ortung am nächsten Vormittag nichts an Genauigkeit.

Zahlt die Versicherung die Leckortung, wenn kein Leck gefunden wird?

Mehrere Schweizer Versicherer zahlen die Ursachensuche auch dann, wenn kein Leck gefunden wird. Aber nur bis zu einem festen Betrag und nur, wenn die Suche vorher mit ihnen abgesprochen war.

Ohne diese Absprache besteht das Risiko, dass die Rechnung an der Eigentümerschaft hängen bleibt. Fragen Sie deshalb vor dem Auftrag bei Ihrem Versicherer nach, welche Zusage er braucht; was der Betrieb im erfolglosen Fall verrechnet, gehört in die Offerte.

Kann ich ein Leck in der Bodenheizung ohne Aufstemmen finden lassen?

Ein Leck in der Bodenheizung lässt sich in den meisten Fällen ohne grossflächiges Aufstemmen orten. Üblich ist eine Kombination aus Thermografie, die den Leitungsverlauf sichtbar macht, und Tracergas, das an der undichten Stelle durch den Bodenaufbau entweicht.

Ist die Leitung dagegen an mehreren Stellen undicht oder liegt der Schaden in einem Kunststoffrohr aus den Achtzigerjahren, das im ganzen Kreis verspröden kann, lohnt die punktuelle Reparatur nicht mehr. Dann steht die Frage an, ob der betroffene Heizkreis stillgelegt und durch einen neuen ersetzt wird.

Wer beauftragt die Leckortung in einer Mietwohnung?

Die Leckortung in einer Mietwohnung beauftragt die Vermieterschaft. Die Mietpartei meldet den Schaden und gewährt Zugang zur Wohnung, bestellt aber selbst keine Firma.

Reagiert die Vermieterschaft nicht, melden Sie den Mangel schriftlich per Einschreiben und setzen eine Frist, die zum Schaden passt: bei fliessendem Wasser wenige Tage, bei einem trocknenden Fleck zwei bis drei Wochen. Verstreicht sie ungenutzt, wenden Sie sich an die Schlichtungsbehörde Ihres Kantons. Das Verfahren dort ist für Mietsachen kostenlos.

Was passiert nach der Leckortung mit der Feuchtigkeit im Bauteil?

Nach der Leckortung und der Reparatur bleibt Feuchtigkeit im Bauteil zurück und muss technisch getrocknet werden. Dazu setzt ein Betrieb Bautrockner ein, die der Luft die Feuchtigkeit entziehen, bei Dämmschichten unter dem Bodenbelag zusätzlich ein Unterdruckverfahren, das die feuchte Luft über Bohrlöcher absaugt.

Je nach Durchfeuchtung und Aufbau dauert das ein bis acht Wochen, und der Bautrockner läuft in dieser Zeit durchgehend. Erst danach folgen Verputz, Anstrich und Bodenbelag. Wer zu früh verschliesst, schliesst die Feuchtigkeit ein und bekommt Schimmel.

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