Eine Markise schützt vor Sonne, Hitze und neugierigen Blicken. An heissen Sommertagen spendet sie angenehmen Schatten und macht Balkon oder Terrasse zur erholsamen Wohlfühloase. Die Montage einer Markise erfordert handwerkliches Geschick, ist aber mit der richtigen Vorbereitung und etwas Hilfe durchaus machbar. Dieser Ratgeber erklärt Ihnen, welche Markisentypen es gibt, wie Sie die passende Montageart wählen und worauf Sie bei der Installation achten müssen. Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung können Sie Ihre Markise selbst montieren.

| Markisentyp | Beschreibung | Geeignet für |
|---|---|---|
| Gelenkarmmarkise | Zwei Gelenkarme spannen das Tuch auf. Die verbreitetste Variante. | Terrassen und Balkone. Ausladungen bis 5 Meter möglich. |
| Kassettenmarkise | Aluminiumkassette schützt Tuch und Gelenkarme vor Witterung. | Alle Aussenbereiche. Langlebiger als offene Systeme. |
| Fallarmmarkise | Zwei gerade Arme klappen nach unten. | Fenster und kleine Balkone. Bietet Sichtschutz. |
| Klemmmarkise | Ohne Bohren zwischen Boden und Decke geklemmt. | Mietwohnungen. Nur für kleinere Flächen. |
| Seitenmarkise | Vertikale Markise, an Hauswand befestigt und ausrollbar. | Seitlicher Sichtschutz für Terrassen. |
| Antrieb | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Kurbelantrieb | Günstig, wartungsarm, kein Stromanschluss nötig | Manuelles Ausfahren, bei grossen Markisen anstrengend |
| Motorantrieb | Per Knopfdruck bedienbar, komfortabel, mit Sensoren automatisch | Benötigt Stromanschluss, teurer in der Anschaffung |
Die Befestigungsart hängt von Ihrer Bausituation ab.
| Montageart | Beschreibung | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Wandmontage | Halterungen direkt an Hauswand befestigt (Beton, Mauerwerk, Vollziegel) | Einfache Montage, weit verbreitet, stabile Befestigung | Tragfähige Wand nötig, Bohrlöcher in Fassade |
| Deckenmontage | Unter Balkon oder Vordach an Decke befestigt | Geschützte Position, platzsparend, geringere Ausladung | Nur bei vorhandenem Balkon/Vordach, aufwendiger |
| Dachsparrenmontage | Direkt an frei zugänglichen Dachsparren am Holz befestigt | Sehr stabil, geschützt, keine Fassadenbohrungen | Dachsparren müssen zugänglich sein, Holzunterkonstruktion |
Sorgfältige Planung ist der Schlüssel zum Erfolg.
Messen Sie die zu beschattende Fläche aus. Die Markise sollte mindestens 50 Zentimeter breiter sein als die Terrassentür. Bei der Ausladung beachten Sie, wie weit die Markise ausfahren soll. Berücksichtigen Sie den Sonnenstand und gewünschten Schattenbereich.
Markisen sind schwer. Je nach Grösse wiegen sie zwischen 40 und 180 Kilogramm. Wind erzeugt zusätzliche Kräfte. Der Untergrund muss diese Lasten tragen können.
| Eignung | Untergründe |
|---|---|
| Geeignet | Beton, Vollziegel, tragfähiges Mauerwerk, massive Holzkonstruktionen |
| Ungeeignet | Hohllochziegel ohne besondere Befestigung, Porenbeton, Gipskarton, Wärmedämmverbundsysteme |
Bei unsicheren Untergründen fragen Sie einen Statiker oder Fachmann. Falsche Befestigung kann zu Wandschäden oder Absturz der Markise führen.
Markisen benötigen in der Schweiz meist keine Baugenehmigung. Ausnahmen gelten in Denkmalschutzzonen.
Wenn es um eine Mietwohnung geht, holen Sie schriftliche Zustimmung vom Vermieter für Fassadenbohrungen ein. Handelt es sich um Ihr Eigentum, informieren Sie sich bei Ihrer Gemeinde über örtliche Vorschriften zu Farben und Ausführung.
Mitgeliefertes Material:
Zusätzlich benötigtes Werkzeug und Material:
Die folgenden Schritte gelten für Gelenkarm- und Kassettenmarkisen an der Wand.
Die Unterkante der Markise sollte mindestens 2,20 Meter über dem Boden liegen. So können Sie bequem darunter hindurchgehen. Bei Balkon türen achten Sie darauf, dass die Markise nicht die Tür blockiert.
Markieren Sie die gewünschte Höhe mit einem Bleistift an der Wand. Verwenden Sie eine Wasserwaage für eine waagerechte Linie.
Legen Sie die Markise flach hin mit dem Tragrohr zur Wand. Stecken Sie die Wandhalterungen auf das Tragrohr. Die Anzahl der Halterungen hängt von der Markisenbreite ab.
| Markisenbreite | Anzahl Halterungen |
|---|---|
| Bis drei Meter | zwei Halterungen |
| Bis viereinhalb Meter | drei Halterungen |
| Bis sechs Meter | vier Halterungen |
| Über sechs Meter | fünf oder mehr Halterungen |
Die äusseren Halterungen sollten 20 bis 45 Zentimeter vom Markisenrand entfernt sein. Verteilen Sie weitere Halterungen gleichmässig über die Breite.
Übertragen Sie die Position der Bohrlöcher mit einer Richtschnur oder Richtlatte auf die Wand. Die Richtlatte muss mindestens so lang wie die Markise sein. Markieren Sie alle Bohrpositionen.
Nehmen Sie eine Halterung als Schablone. Halten Sie sie an die markierte Position. Richten Sie sie mit der Wasserwaage aus. Markieren Sie die Bohrlöcher durch die Aussparungen in der Halterung.
Wiederholen Sie dies für alle Halterungen. Überprüfen Sie nochmals mit der Wasserwaage, ob alle Markierungen waagerecht und in einer Flucht liegen.

Bohren Sie die Löcher mit der Schlagbohrmaschine. Verwenden Sie einen Steinbohrer in passender Grösse. Die Bohrtiefe sollte etwa einen Zentimeter tiefer sein als die Dübellänge.
Wichtig: Bohren Sie senkrecht und gerade. Schiefe Bohrlöcher reduzieren die Tragfähigkeit erheblich.
Entfernen Sie Bohrstaub gründlich mit einer Ausblaspumpe oder einem Staubsauger. Saubere Bohrlöcher sind wichtig für guten Halt.
Die Befestigung richtet sich nach Untergrund und Gewicht der Markise.
| Untergrund | Befestigungsmaterial |
|---|---|
| Beton | Schwerlastanker aus Edelstahl oder alternativ Gewindestangen mit Injektionsmörtel (besonders für schwere Markisen) |
| Vollziegel | Schwerlastdübel mit entsprechenden Schrauben |
| Hohllochziegel | Spezielle Hohlraumdübel oder Injektionsanker. Alternativ bis zum tragfähigen Untergrund bohren |
Setzen Sie die Dübel in die Bohrlöcher. Bei Injektionsankern füllen Sie zunächst das Bohrloch mit Mörtel, dann die Gewindestange eindrehen.
Setzen Sie die Halterungen auf die Dübel oder Gewindestangen. Verwenden Sie Unterlegscheiben. Ziehen Sie die Schrauben oder Muttern zunächst nur handfest an.
Legen Sie die Richtlatte an alle Halterungen an. Prüfen Sie, ob sie waagerecht und in einer Flucht sind. Die Langlöcher in den Halterungen erlauben kleine Höhenkorrekturen.
Erst wenn alles perfekt ausgerichtet ist, ziehen Sie alle Schrauben fest. Ziehen Sie mit dem im Herstellerhandbuch angegebenen Drehmoment an. Verwenden Sie einen Drehmomentschlüssel oder ziehen Sie sehr fest an.

Jetzt wird die Markise auf die Halterungen gesteckt. Wichtig: Sie benötigen mindestens zwei bis drei Helfer. Markisen sind schwer und unhandlich. Bei Modellen mit Motor ist eine Seite schwerer.
Stellen Sie stabile Leitern auf. Alle müssen rutschfest und eben stehen. Heben Sie die Markise gemeinsam an. Stecken Sie das Tragrohr in die Halterungen.
Richten Sie die Markise mittig aus. Schieben Sie vor das Tragrohr in jede Halterung eine Sicherungsplatte ein. Diese verhindert, dass die Markise herausrutschen kann. Sichern Sie die Platten mit Schrauben.
Fahren Sie die Markise vollständig aus. Bei elektrischen Markisen muss der Motor bereits angeschlossen sein. Achtung: Den elektrischen Anschluss darf nur ein Fachmann durchführen.
Die Markise benötigt eine leichte Neigung nach vorne. So läuft Regenwasser ab und Schmutz bleibt nicht liegen. Der ideale Neigungswinkel liegt zwischen zehn und 15 Grad.
Die Einstellung erfolgt an den Stellschrauben in den Gelenkarmen. Diese befinden sich links und rechts. Ein Helfer hebt die Markise vorne leicht an, um die Gelenkarme zu entlasten.
Lösen Sie die Stellschraube mit einem Inbusschlüssel. Durch Drehen verändern Sie den Neigungswinkel. Ziehen Sie die Schraube an, wenn der Winkel passt. Stellen Sie beide Seiten identisch ein.
Überprüfen Sie mit einer Wasserwaage, ob die Markise gleichmässig geneigt ist. Korrigieren Sie bei Bedarf.
Fahren Sie die Markise mehrmals ein und aus. Prüfen Sie, ob sie leichtgängig läuft. Achten Sie auf ungewöhnliche Geräusche. Das Tuch sollte straff und faltenfrei aufliegen.
Kontrollieren Sie alle Schraubverbindungen. Ziehen Sie lockere Schrauben nach. Prüfen Sie die Stabilität der Markise.
Den Anschluss elektrischer Markisen darf nur ein zugelassener Elektriker durchführen. Fehlerhafte Elektroinstallation ist lebensgefährlich und führt zum Verlust der Gewährleistung.
Das Motorkabel muss so verlegt werden, dass Wasser ablaufen kann. Wasser darf nicht ins Motorinnere gelangen. Bei Kassettenmarkisen ist der Motor geschützt. Bei offenen Systemen achten Sie besonders auf die Verlegung.
Markisen sind nicht für Sturm ausgelegt. Fahren Sie die Markise bei starkem Wind ein. Ab Windstärke fünf (etwa 30 Stundenkilometer) sollten Sie die Markise einfahren.
Moderne Wind-Sensoren fahren die Markise automatisch ein. Sie messen die Windgeschwindigkeit und schützen so vor Schäden. Die Investition lohnt sich.
Schnee ist noch gefährlicher als Wind. Das Gewicht kann die Gelenkarme verbiegen. Fahren Sie die Markise im Winter grundsätzlich ein.
Regelmässige Wartung:
Ungeeigneter Untergrund: Prüfen Sie die Tragfähigkeit. Bei Wärmedämmung müssen Sie bis zur tragfähigen Wand durchbohren.
Schiefe Montage: Arbeiten Sie mit Wasserwaage und Richtlatte. Eine schiefe Markise sieht nicht nur unschön aus, das Tuch sitzt nicht richtig.
Manche Situationen überfordern Heimwerker oder sind zu riskant.
Beauftragen Sie einen Profi bei:
Wenn Sie sich unsicher sind oder eine professionelle Montage bevorzugen, empfehlen wir Ihnen, mehrere Offerten von qualifizierten Fachbetrieben einzuholen. So können Sie Preise vergleichen und den passenden Partner für Ihr Projekt finden. Auf Ofri können Sie kostenlos und unverbindlich Offerten für die Markisenmontage einholen und Angebote von geprüften Betrieben aus Ihrer Region erhalten.
Eine Markise selbst zu montieren ist möglich, erfordert aber Vorbereitung, das richtige Werkzeug und Helfer. Die Befestigung muss absolut sicher sein – bei Fehlern drohen Personen- und Sachschäden.
Prüfen Sie ehrlich Ihre Fähigkeiten und die örtlichen Gegebenheiten. Bei Unsicherheiten ist professionelle Hilfe die bessere Wahl. Eine fachgerecht montierte Markise spendet jahrelang zuverlässig Schatten und macht Ihre Terrasse oder Ihren Balkon zur Wohlfühloase. Geniessen Sie den Sommer im Schatten – sicher und entspannt.







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