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Start » Ratgeber » Sichtschutz pflanzen: So schaffen Sie grüne Privatsphäre im Garten

Sichtschutz pflanzen: So schaffen Sie grüne Privatsphäre im Garten

Sichtschutz pflanzen lässt sich mit einer geschnittenen Hecke, einem begrünten Zaun oder ein paar Kübeln auf der Terrasse: freundlicher als jede Wand, und nebenbei Lebensraum für Vögel und Insekten. Welche Arten wie schnell blickdicht werden, welcher Standort welche Pflanze verträgt, wie nah die Hecke an die Grundstücksgrenze darf und was seit dem Kirschlorbeer-Verbot an seine Stelle tritt, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Ofri Redaktion
10. September 2026 - 14 Min. Lesezeit

Sichtschutz pflanzen: immergrüne Hecke als Sichtschutz im Garten

  • Sichtschutz pflanzen: diese Möglichkeiten haben Sie
  • Was Sie vor dem Kauf klären sollten
  • Wie schnell wird ein Sichtschutz blickdicht?
  • Sichtschutz pflanzen: die besten Arten im Detail
  • So gelingt die Pflanzung
  • Sichtschutz auf Terrasse und Balkon
  • Selbst pflanzen oder Gärtner beauftragen?

Sichtschutz pflanzen: diese Möglichkeiten haben Sie

Wer Sichtschutz pflanzen will, bekommt mehr als eine grüne Alternative zum Zaun. Als dichte Hecke halten die Gewächse Wind und Strassenlärm ab, Kletterpflanzen spenden auf einer Pergola Schatten, und eine Mischhecke aus mehreren Gehölzarten verändert ihr Bild über das Jahr, von den ersten Knospen im Frühling bis zum bunten Laub im Herbst.

Zur Auswahl stehen dabei mehrere Wege: eine geschnittene Hecke, Kletterpflanzen an einem bestehenden Zaun, hohe Gräser und Stauden oder Kübelpflanzen für Terrasse und Balkon. Welcher Weg passt, entscheiden Standort, Platz und die Frage, ob der Schutz auch im Winter wirken soll.

Bevor Sie loslegen:

  • Immergrüne wie Eibe oder Thuja schützen ganzjährig
  • Laubabwerfende Arten wirken vor allem im Sommer
  • Kletterpflanzen begrünen bestehende Zäune und Mauern
  • Bambus im Kübel braucht Platz und Windschutz
  • Kirschlorbeer darf seit 2024 nicht mehr verkauft werden
  • Der Grenzabstand ist kantonal geregelt, vorher nachfragen
  • Gartenbau für Hecke und Pflanzung: Offerten vergleichen

Was Sie vor dem Kauf klären sollten

Vor der ersten Pflanze lohnt sich eine kurze Bestandsaufnahme. Drei Fragen entscheiden darüber, welche Art in Ihrem Garten funktioniert – und welche Sie später wieder ausgraben.

Ganzjährig oder nur im Sommer?

Soll der Sichtschutz auch im Winter wirken, etwa weil die Terrasse ganzjährig genutzt wird oder das Grundstück zu einer befahrenen Strasse liegt, kommen nur immergrüne Arten infrage. Eibe, Thuja und Portugiesischer Kirschlorbeer behalten ihr Laub das ganze Jahr und schirmen durchgehend ab.

Laubabwerfende Arten wie Rotbuche oder Hainbuche sind von Frühling bis Herbst blickdicht und verlieren ihr Laub im Spätherbst. Bei beiden bleibt ein Teil der trockenen Blätter bis zum Neuaustrieb hängen. Fachleute nennen das Wintersteher. Das ist keine volle Abschirmung, hält aber deutlich mehr ab als kahles Geäst.

Standort und Lichtverhältnisse

Der Standort schränkt die Auswahl stärker ein als der Geschmack. Eine Übersicht:

  • Sonnig: Kletterrosen, Clematis, Liguster, Chinaschilf, staudige Sonnenblumen
  • Halbschattig: Hainbuche, Rotbuche, Geissblatt, Fargesia-Bambus, Portugiesischer Kirschlorbeer
  • Schattig: Efeu, Eibe, Ilex – im tiefen Schatten an nordseitigen Wänden bleibt Efeu oft die einzige Lösung

Überlegen Sie auch, wie viel Platz die Pflanze in zehn Jahren braucht. Thuja und Portugiesischer Kirschlorbeer wachsen kräftig in die Breite: Planen Sie genügend Abstand zum Weg ein, damit Sie die gewünschte Heckenbreite mit dem normalen Jahresschnitt halten können.

Wie nah an die Grenze darf die Hecke?

Der Grenzabstand ist kantonal geregelt, und die Kantone rechnen unterschiedlich. Im Kanton Zürich muss eine Grünhecke halb so weit von der Grenze wegstehen wie sie hoch ist, mindestens aber sechzig Zentimeter. Im Kanton Bern reichen bei Hecken bis 1,2 Meter fünfzig Zentimeter, darüber kommt jeder zusätzliche Zentimeter Höhe zum Abstand dazu.

Fragen Sie deshalb vor dem Kauf bei Ihrer Gemeinde nach, welcher Wert für Ihr Grundstück gilt. Eine Übersicht über die kantonalen Regeln führt der Branchenverband JardinSuisse zum Nachbarrecht.

Nachträglich versetzen kostet mehr als einmal nachfragen. Beschwert sich die Nachbarin, gilt der gesetzliche Abstand auch nach Jahren noch. Wenn Sie Zaun und Hecke an der Gartengrenze kombinieren, planen Sie zwischen beiden genügend Platz für den Heckenschnitt ein.

Sichtschutz pflanzen: Bäume und Blätter im Frühling mit frischer Luft für gesundes Pflanzenwachstum

Wie schnell wird ein Sichtschutz blickdicht?

Eine frisch gesetzte Hecke wird je nach Art in zwei bis fünf Jahren blickdicht. Wer früher Ruhe will, kauft grössere Pflanzen statt schnellere Arten.

Denn die Wuchsgeschwindigkeit lässt sich kaum beeinflussen, die Startgrösse dagegen schon. Im Handel gibt es drei Formen: Containerware im Topf ist ganzjährig pflanzbar und am teuersten, Ballenware mit im Jutetuch eingeschlagenem Wurzelballen kommt im Herbst und Frühling in den Boden, und vorkultivierte Heckenelemente stehen bereits auf zwei Meter gezogen im Gitter – sie wirken vom ersten Tag an, kosten aber ein Vielfaches.

Art Wuchs pro Jahr Ganzjährig blickdicht Standort Übliche Heckenhöhe Zu beachten
Eibe 10–20 cm ja Sonne bis Schatten 1,5–4 m alle Teile ausser dem roten Samenmantel stark giftig
Thuja 20–30 cm ja Sonne bis Halbschatten 2–4 m kein Rückschnitt ins alte Holz
Portugies. Kirschlorbeer 20–30 cm ja Sonne bis Halbschatten 2–3 m Ersatz für den verbotenen Kirschlorbeer
Liguster 30–40 cm fast, wirft spät Sonne bis Halbschatten 1,5–3 m zwei Schnitte pro Jahr
Hainbuche 30–40 cm nein, Wintersteher Halbschatten bis Schatten 1,5–4 m verträgt auch schwere Böden
Fargesia-Bambus 30–100 cm ja Halbschatten 2–3 m horstbildend, keine Sperre nötig
Chinaschilf treibt jährlich neu nein Sonne 1,8–3 m Rückschnitt im Spätwinter

Die Zahlen gelten für einen durchschnittlichen Standort mit gutem Boden. Im Schatten, auf verdichtetem Untergrund oder ohne Wässern in den ersten Sommern fällt der Zuwachs deutlich geringer aus.

Eine dichte grüne Hecke mit dunkelgrünen Blättern als Hintergrund

Sichtschutz pflanzen: die besten Arten im Detail

Heckenpflanzen: klassisch und zuverlässig

Für einen stabilen, blickdichten Sichtschutz sind Heckenpflanzen die erste Wahl. Mit regelmässigem Schnitt behalten sie ihre Form über viele Jahre und lassen sich in Höhe und Breite gut kontrollieren.

Eibe (Taxus) gilt als anpassungsfähigste Heckenpflanze überhaupt. Sie wächst langsam, ist dafür extrem langlebig und schnitttolerant, verträgt also auch einen Rückschnitt ins alte, verholzte Holz, ohne kahl zu bleiben. Ein Punkt gehört dazu: Alle Teile der Eibe ausser dem roten Samenmantel sind stark giftig. In Gärten mit kleinen Kindern oder mit einer Pferdeweide nebenan ist sie die falsche Wahl.

Thuja wächst schneller und steht in vielen Schweizer Gärten. Sie ist pflegeleicht, frosthart und bildet mit der Zeit eine kompakte Wand. Ihr Nachteil ist das Gegenteil der Eibe: Rückschnitte ins alte Holz verträgt sie nicht, dort treibt nichts mehr aus. Planen Sie die gewünschte Breite deshalb von Anfang an ein.

Portugiesischer Kirschlorbeer (Prunus lusitanica), etwa die Sorte «Angustifolia», ist immergrün, robust und wächst zügig auf Höhe. Er ist heute die gängigste Wahl für eine immergrüne Hecke in der Schweiz, nicht zuletzt, weil sein Namensvetter vom Markt verschwunden ist.

Kirschlorbeer ist seit dem 1. September 2024 vom Markt: Der klassische Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) steht in Anhang 2.2 der Freisetzungsverordnung, Verkauf, Verschenken, Vermieten und Einfuhr sind schweizweit untersagt. Der Grund: Vögel fressen die Früchte und tragen die Samen in die Wälder, wo die Art einheimische Pflanzen verdrängt. Bestehende Hecken dürfen Sie behalten und schneiden lassen; ein allgemeines Pflanzverbot folgt aus dem Abgabeverbot nicht. Dieselben Einschränkungen gelten für Sommerflieder und Chinesische Hanfpalme. Die vollständige Liste führt das BAFU.

Ein Neophyt ist eine gebietsfremde Pflanze, die nach 1492 durch menschliches Zutun in die Schweiz gelangt ist. Invasiv heisst sie erst, wenn ihre Ausbreitung einheimische Arten oder Lebensräume gefährdet. Welche Arten in Ihrer Gemeinde zusätzlich unerwünscht sind, weiss die lokale Baumschule meist genauer als jede Liste im Netz.

Liguster legt dreissig bis vierzig Zentimeter pro Jahr zu und ist damit unter den Heckengehölzen das schnellste; den höchsten Jahreszuwachs im Vergleich erreicht Fargesia-Bambus mit bis zu einem Meter. Liguster ist nicht ganz immergrün, verliert sein Laub aber erst spät im Winter und treibt früh wieder aus. Dafür braucht er zwei Schnitte pro Jahr, sonst wird er von unten kahl.

Rotbuche und Hainbuche wirken natürlich und passen in einen naturnah gestalteten Garten. Die Hainbuche ist die robustere von beiden: Sie kommt mit Schatten und schweren, feuchten Böden zurecht, wo die Rotbuche Probleme bekommt.

Nahaufnahme von grünen Blättern des englischen Efeus im Garten

Kletterpflanzen: platzsparend und dekorativ

Kletterpflanzen sind richtig, wenn Sie einen bestehenden Zaun, eine Mauer oder eine Pergola begrünen möchten. Sie brauchen in der Fläche kaum Platz und wachsen dafür in die Höhe, die Lösung für schmale Gärten.

Kletterrosen und Clematis gibt es für sonnige wie halbschattige Lagen, entscheidend ist die Sorte. Beide brauchen eine Rankhilfe, also ein Gitter oder gespannte Drähte. Clematis hält sich mit den Blattstielen selbst fest, Kletterrosen dagegen binden Sie locker an, sie klettern nicht von allein. Wie dicht die Wand wird und wie lange sie blüht, hängt von Sorte, Standort und Pflege ab; für eine lange Blütezeit kombinieren Sie Sorten mit aufeinanderfolgenden Blühphasen.

Geissblatt gedeiht auch halbschattig, ist je nach Sorte teilweise immergrün und lässt sich gut mit anderen Kletterpflanzen kombinieren.

Efeu deckt am meisten Fälle ab: schattenverträglich, immergrün, robust und pflegeleicht. Er klettert mit Haftwurzeln, kleinen Wurzeln an der Triebunterseite, die sich in jede Unebenheit krallen. An intaktem Mauerwerk ist das unproblematisch, an brüchigem Verputz reisst er beim Entfernen Stücke heraus. Dort besser ein Spalier mit etwas Wandabstand setzen. Wer die Triebe durch einen Maschendrahtzaun flicht, hat nach wenigen Jahren eine dichte, windstabile grüne Wand.

Weisse Federgräser mit Blütenköpfen im hellen Sonnenlicht von hinten beleuchtet

Gräser und Stauden: locker und naturnah

Wer einen luftigeren Sichtschutz bevorzugt, liegt mit hohen Ziergräsern und Stauden richtig. Sie wirken lebendiger als eine geschnittene Hecke, bewegen sich im Wind und passen in Staudenbeete und Präriegärten.

Wie hoch Hohes Pfeifengras, Rutenhirse und Chinaschilf werden, entscheidet die Sorte: Die Spanne reicht von gut anderthalb bis zu drei Metern. Prüfen Sie beim Kauf die angegebene Endhöhe, sonst steht der Sichtschutz später zu tief oder verdeckt mehr als gewollt. Für sonnige Standorte eignen sich staudige Sonnenblumen, die je nach Sorte höher werden. Der Wasserdost gedeiht besonders an Teichrändern und bildet im Sommer eindrucksvolle Büschel.

Der Nachteil: Gräser und Stauden werden im Spätwinter zurückgeschnitten und verlieren schon im Herbst an Dichte. Von November bis Mai sind Sie damit ungeschützt. Für ganzjährigen Sichtschutz kombinieren Sie sie deshalb mit immergrünen Heckenpflanzen als Grundgerüst.

Bambusgrasstängel wachsen dicht in einem waldähnlichen Hain

Bambus: schnell und ganzjährig grün

Bambus wächst rasch, bleibt ganzjährig grün und wirkt leichter als eine klassische Hecke. Entscheidend ist die Sorte, und dieser Unterschied ist der wichtigste im ganzen Artikel.

Achtung: Horstbildende Sorten wie Fargesia bilden einen kompakten Busch und breiten sich nicht aus – sie sind für den Garten die sichere Wahl. Ausläufertreibende Sorten wie Phyllostachys schieben unterirdische Sprosse mehrere Meter weit und tauchen im Nachbarbeet wieder auf. Wenn es eine ausläufertreibende Sorte sein soll, gehört eine Rhizomsperre aus mindestens zwei Millimeter starker Folie rundum in den Boden, siebzig Zentimeter tief und fünf Zentimeter über dem Boden endend. Im Kübel ist das Risiko klein, aber nicht null: Prüfen Sie einmal im Jahr, ob Rhizome durch die Abzugslöcher oder eine gerissene Gefässwand nach aussen wachsen.

Wenn Sie eine Bambushecke pflanzen lassen, halten Sie die Bambusart und eine allfällige Rhizomsperre samt Tiefe in der Offerte fest. Beides entscheidet über den Aushub und damit über den Preis.

So gelingt die Pflanzung

Wenn Sie einen Sichtschutz pflanzen möchten, setzen Sie Hecken am besten im Herbst zwischen September und November oder im frühen Frühling zwischen März und April. Dann sind die Temperaturen mild, der Boden ist feucht, und die Pflanzen wurzeln an, bevor Hitze oder Frost ihnen zusetzen. Containerware können Sie auch im Sommer setzen, müssen dann aber deutlich mehr giessen.

  1. Graben ausheben: durchgehend, mindestens doppelt so breit wie der Wurzelballen.
  2. Boden vorbereiten: tief lockern, Steine und Wurzelreste entfernen, bei schwerem Boden Kompost einarbeiten.
  3. Abstand festlegen: vierzig bis sechzig Zentimeter zwischen den Pflanzen, je nach Art und gewünschter Dichte.
  4. Einsetzen: so tief, dass der Wurzelballen mit der Erdoberfläche abschliesst. Tiefer gesetzt bekommen die Wurzeln zu wenig Luft und der Stammfuss fault mit der Zeit.
  5. Einschlämmen: kräftig angiessen, bis sich die Erde setzt, danach in den ersten Wochen regelmässig wässern.

Pflanzenart, Startgrösse, Heckenlänge und Bodenverhältnisse bestimmen, was das Pflanzen einer Hecke kostet — die Startgrösse am stärksten.

Eine Gartenszene mit Tisch und Stühlen umgeben von üppigem Grün

Sichtschutz auf Terrasse und Balkon

Auch ohne Garten lässt sich mit Pflanzen viel erreichen. Auf Terrassen und Balkonen sind Kübelpflanzen die Lösung: flexibel aufzustellen und jederzeit umzustellen, wenn sich die Nutzung ändert.

Bambus im Kübel ist die beliebteste Variante. Damit er nicht nach zwei Jahren aufgibt, braucht er ein Gefäss von mindestens fünfzig Litern, eine Drainageschicht aus Blähton und ein strukturstabiles Substrat, also Pflanzerde mit Ton- oder Lavaanteil, die nicht zusammensackt.

Im Winter ist der Wurzelballen im Kübel die Schwachstelle: Er friert von allen Seiten durch, während er im Boden geschützt liegt. Ein Vlies um das Gefäss, ein windgeschützter Standort an der Hauswand und Giessen an frostfreien Tagen senken das Risiko deutlich. Bei langem, strengem Frost braucht es zusätzlich eine Isolierung unter dem Kübel.

Auch hohe Gräser und Kletterpflanzen an einem Rankgitter aus Holz oder Metall funktionieren auf Terrassen gut. Diese Arten kommen im Kübel zuverlässig zurecht:

  • Ganzjährig grün: Fargesia-Bambus und Ilex; die Eibe nur, wo ihre Giftigkeit kein Thema ist
  • Blühend im Sommer: Clematis, Kletterrose, Oleander an geschützter Wand
  • Schnell und günstig: Schilfgräser, Stangenbohnen, Kapuzinerkresse am Gitter

Wer Nützliches mit Schönem verbindet, setzt Nutzpflanzen ein. Am Spalier, einem Gerüst aus Latten oder gespannten Drähten, an dem die Triebe befestigt werden, liefern Kürbis, Zucchini, Stangenbohnen oder Tomaten neben Privatsphäre auch eine Ernte. Blickdicht sind sie allerdings nur von Juni bis September.

Selbst pflanzen oder Gärtner beauftragen?

Eine kurze Hecke setzen die meisten selbst. Bei langen Strecken, verdichtetem Boden oder offenen Grenzfragen lohnt sich der Fachbetrieb.

Mit guter Planung, Pflanzmaterial aus der Baumschule und konsequentem Wässern nach der Pflanzung kommen Sie in Eigenregie zu einem guten Ergebnis. Rechnen Sie für zehn Laufmeter Hecke mit einem ganzen Arbeitstag zu zweit, den Aushub eingerechnet.

Anspruchsvoller wird es bei langen Hecken, stark verdichtetem oder steinigem Boden, Hanglagen und immer dann, wenn der Grenzabstand noch nicht geklärt ist. Fachbetriebe kennen die kantonalen Vorschriften und haben das Gerät für den Aushub. Wie lange die Pflanzung dauert, hängt von Heckenlänge, Boden, Zufahrt und Mannschaftsgrösse ab.

Wenn Sie eine Gartenhecke anlegen lassen, klären Sie vorab, wer in den ersten Wochen wässert — daran scheitern mehr Neupflanzungen als am Setzen. Und um einen vertrauenswürdigen Gärtner zu finden, lassen Sie sich Referenzen für vergleichbare Heckenpflanzungen zeigen. Stellen Sie eine Offertenanfrage und vergleichen Sie Angebote aus Ihrer Region unverbindlich.

Damit die Offerten vergleichbar werden: Halten Sie in der Anfrage die Heckenlänge in Laufmetern fest, dazu Pflanzenart und gewünschte Startgrösse, ob Aushub und Entsorgung des alten Bewuchses zum Auftrag gehören und wer in den ersten Wochen wässert. Fehlt eine dieser Angaben, rechnet jeder Betrieb mit anderen Annahmen, und die Preise lassen sich nicht nebeneinanderlegen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Pflanzen wachsen am schnellsten als Sichtschutz?

Unter den Heckengehölzen wächst Liguster mit dreissig bis vierzig Zentimetern pro Jahr am schnellsten, dicht gefolgt von Hainbuche und Rotbuche. Den höchsten Jahreszuwachs überhaupt erreicht Fargesia-Bambus mit bis zu einem Meter. Trotzdem dauert es je nach Art zwei bis fünf Jahre, bis die Hecke wirklich blickdicht steht. Wer sofort Sichtschutz braucht, kauft vorkultivierte Heckenelemente aus der Baumschule: Sie sind bereits auf Höhe gezogen und wirken vom ersten Tag an, kosten aber ein Vielfaches.

Welche Pflanzen sind am besten für den Sichtschutz?

Das hängt davon ab, ob der Sichtschutz auch im Winter wirken soll. Für ganzjährig blickdichten Schutz sind immergrüne Heckenpflanzen wie Eibe, Thuja oder Portugiesischer Kirschlorbeer am zuverlässigsten; bei der Eibe ist zu beachten, dass alle Teile ausser dem roten Samenmantel stark giftig sind. Wer einen natürlicheren Look möchte, kombiniert eine Mischhecke mit hohen Gräsern und Stauden. Auf Terrassen und Balkonen bewähren sich Fargesia-Bambus im Kübel und Kletterpflanzen am Rankgitter.

Welche winterharte Pflanze eignet sich als Sichtschutz?

Eibe, Thuja, Portugiesischer Kirschlorbeer, Hainbuche und Efeu sind winterhart und fürs Schweizer Klima geeignet. Liguster und Rotbuche sind ebenso robust, verlieren im Winter aber einen Teil ihres Laubes. Beim Bambus entscheidet nicht die Wuchsform, sondern die konkrete Art und Sorte über die Winterhärte: Es gibt sowohl sehr harte ausläufertreibende als auch empfindlichere horstbildende Sorten. Wählen Sie eine Sorte, die für Ihren Standort ausgewiesen ist, und schützen Sie im Kübel den Wurzelballen vor starkem Frost und die Pflanze vor austrocknendem Wind.

Was ist der beste Sichtschutz zum Nachbarn?

Zum Nachbargrundstück ist eine immergrüne Hecke aus Eibe, Thuja oder Portugiesischem Kirschlorbeer die bewährteste Lösung, weil sie ganzjährig schützt und sich auf Höhe und Breite halten lässt. Entscheidend ist der Grenzabstand, und der ist kantonal geregelt. Im Kanton Zürich muss die Hecke halb so weit von der Grenze wegstehen wie sie hoch ist, mindestens sechzig Zentimeter. Im Kanton Bern reichen bei Hecken bis 1,2 Meter fünfzig Zentimeter. Klären Sie den für Sie geltenden Wert vor dem Kauf mit der Gemeinde ab.

Darf man in der Schweiz noch Kirschlorbeer pflanzen?

Für den klassischen Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) gilt kein allgemeines Pflanzverbot, aber seit dem 1. September 2024 sind Verkauf, Verschenken, Vermieten und Einfuhr schweizweit untersagt. Er steht in Anhang 2.2 der Freisetzungsverordnung, weil Vögel seine Samen in die Wälder tragen, wo er einheimische Arten verdrängt. Eine bestehende Hecke dürfen Sie behalten und schneiden lassen; achten Sie darauf, dass sie sich nicht weiter aussät. Der Portugiesische Kirschlorbeer ist vom Verbot nicht betroffen und gilt als gängiger Ersatz.

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