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Start » Ratgeber » Olivenbaum pflegen: worauf es bei Standort, Wasser und Winter ankommt

Olivenbaum pflegen: worauf es bei Standort, Wasser und Winter ankommt

Wer einen Olivenbaum pflegen will, muss weniger tun, als die meisten denken. Der Baum stammt aus dem Mittelmeerraum, kommt mit Trockenheit gut zurecht und wächst langsam. In der Schweiz geht er trotzdem regelmässig ein, fast immer wegen zu viel Wasser, einem zu warmen Winterquartier oder zu wenig Sonne. Auf wenige Handgriffe zur richtigen Zeit kommt es an.

Oliver Schlupp
19. August 2026 - 16 Min. Lesezeit

Olivenbaum pflegen: Baum mit silbergrünem Laub im Kübel auf einer Terrasse

  • Olivenbaum pflegen: was der Baum braucht und was ihm schadet
  • Der richtige Standort: viel Sonne, wenig Wind
  • Wie oft muss man einen Olivenbaum giessen?
  • Beim Düngen und Schneiden hilft wenig mehr
  • Olivenbaum überwintern: hell, kühl und frostfrei
  • Warum blüht mein Olivenbaum nicht?
  • Im Frühling ausräumen, ohne dass die Blätter verbrennen
  • Wann der Olivenbaum ein grösseres Gefäss braucht
  • Kranke Blätter und Schädlinge richtig deuten
  • Die häufigsten Fehler bei der Olivenbaum-Pflege
  • Olivenbaum pflegen: selbst machen oder den Gärtner beauftragen

Olivenbaum pflegen: was der Baum braucht und was ihm schadet

Wer einen Olivenbaum pflegen möchte, kommt mit vier Dingen aus: viel Sonne, durchlässige Erde, sparsames Giessen und eine kühle Winterruhe. Alles Weitere ist Feinarbeit.

Anspruchsvoll ist das nicht. Der häufigste Fehler ist deshalb zu viel Fürsorge. Ein Baum, der wöchentlich gegossen, monatlich gedüngt und im warmen Wohnzimmer überwintert wird, geht schneller ein als einer, den man weitgehend in Ruhe lässt.

Das Wichtigste vorab:

  • Vollsonnig und windgeschützt stellen, ab sechs Stunden Sonne
  • Erst giessen, wenn die obere Erdschicht trocken ist
  • Nur von Mai bis Ende Juli düngen, danach nicht mehr
  • Winterquartier hell und kühl bei fünf bis zehn Grad
  • Offerte einholen: Gärtner aus Ihrer Region vergleichen

Wie viel Aufwand jeweils nötig ist, hängt davon ab, ob der Baum im Kübel oder im Garten steht. Im Topf ist alles enger getaktet. Die Erde trocknet schneller aus, Nährstoffe waschen sich mit jedem Giessen heraus, und der Wurzelballen, also der durchwurzelte Erdklumpen um die Wurzeln, friert im Winter durch, während der Gartenboden noch mild bleibt.

Der richtige Standort: viel Sonne, wenig Wind

Sechs Stunden direkte Sonne am Tag sind die Untergrenze, acht sind besser. Steht der Baum zu dunkel, wächst er langsam, bildet lange dünne Triebe und verliert Blätter. Eine nach Süden oder Westen ausgerichtete Hauswand, ein offener Balkon oder eine Terrasse ohne Beschattung durch Nachbargebäude erfüllen das.

Ein Olivenbaum im Halbschatten wird nie richtig gesund, egal wie gut alles andere stimmt.

Wind ist der unterschätzte Faktor. Zugige Ecken zwischen Häusern trocknen das Laub aus und schwächen den Baum über die Jahre, auch wenn die Sonne stimmt.

Kübel oder Garten: wo ein Olivenbaum in der Schweiz stehen kann

Olivenbäume wachsen in der Schweiz tatsächlich im Freiland, allerdings nur in wenigen Lagen. Im Tessin gibt es zusammenhängende Olivenhaine in Gandria, Gudo, Coldrerio und Sonvico. Mitte 2021 zählte man dort knapp 7’700 Bäume. Aus ihrer Ernte pressten die beiden Tessiner Ölmühlen in Sonvico und Losone im Jahr 2020 rund 2’000 Liter Olio d’oliva ticinese.

Ausserhalb dieser wenigen milden Lagen ist der Kübel der sichere Weg. Die Schweiz liegt überwiegend in den Winterhärtezonen sechs und sieben. Das sind Klimazonen, die nach der tiefsten zu erwartenden Wintertemperatur eingeteilt werden. Der Olivenbaum gilt als winterhart bis Zone acht, und die gibt es hierzulande nur rund um den Genfersee, den Bodensee und im südlichen Tessin.

  Im Kübel Ausgepflanzt
Wo möglich überall in der Schweiz nur milde Lagen, Zone acht
Giessen regelmässig prüfen meist nur bei Trockenheit
Überwintern hell und kühl im Haus Vlies und Mulch im Freien
Frost verträgt er bis etwa minus fünf Grad bis etwa minus sieben Grad

Wer sich für den Kübel entscheidet, gewinnt Sicherheit und handelt sich zweimal im Jahr das Umstellen ein. Wer auspflanzt, spart sich das und geht dafür ein Risiko ein, das sich in einem einzigen strengen Winter zeigen kann.

Ofri-Profi-Tipp: In kälteren Regionen sollten Sie einen Olivenbaum eher im Kübel halten, den Sie im Winter einfach ins Haus holen können.

Beim Gefäss gilt: gross genug, aber nicht beliebig gross. Ein Baum von 150 bis 200 Zentimetern Höhe steht gut in einem Kübel von 40 bis 60 Litern. Zu viel Volumen bedeutet viel Erde, die keine Wurzel erreicht, dauerhaft feucht bleibt und Wurzelfäule begünstigt, also das Absterben der Wurzeln in nasser Erde.

Mischen Sie handelsübliche Kübelpflanzenerde mit grobem Sand oder Blähton und legen Sie eine Drainageschicht aus Kies auf den Topfboden. Diese grobe Schicht sorgt dafür, dass überschüssiges Wasser nach unten abläuft statt im Wurzelbereich zu stehen. So entsteht ein durchlässiges Substrat, also lockere Erde, in der kein Wasser stehen bleibt. Abzugslöcher sind Pflicht, ein Untersetzer ohne Abfluss ist die häufigste Falle.

Warum Luftbewegung wichtiger ist als trockene Luft

Trockene Luft ist dem Olivenbaum recht, stehende Luft nicht. Feuchte Ecken bringen Pilzbefall, warme Heizungsluft bringt Spinnmilben. Worauf es ankommt, ist die Luftbewegung. Giessen Sie nie über die Blätter, lüften Sie das Winterquartier an jedem milden Tag und stellen Sie die Pflanzen nicht zu eng zusammen.

Wie oft muss man einen Olivenbaum giessen?

Giessen Sie erst, wenn die oberen zwei bis drei Zentimeter Erde trocken sind, dann aber durchdringend. Feste Intervalle führen in die Irre.

Wie oft das ist, hängt von Topfgrösse, Standort und Wetter ab. Ein kleiner Kübel in voller Sonne kann im Hochsommer täglich Wasser brauchen, ein grosses Gefäss bei bedecktem Wetter eine Woche lang keines.

Die Fingerprobe hilft deshalb mehr als jeder Kalender. Stecken Sie den Finger zwei bis drei Zentimeter tief in die Erde. Ist sie dort trocken, giessen Sie.

Giessen Sie dann durchdringend, bis Wasser unten aus dem Abzugsloch läuft, und leeren Sie danach den Untersetzer. Staunässe, also dauerhaft nasse Erde ohne Abfluss, ist die häufigste Todesursache überhaupt. Im Garten reicht Regen in normalen Sommern aus, nachhelfen müssen Sie nur in längeren Trockenphasen.

Ein Olivenbaum verzeiht Wochen ohne Wasser, aber keine Woche mit nassen Füssen.

Im Winter, wenn der Baum kühl steht und ruht, genügen alle zwei bis drei Wochen kleine Mengen. Der Ballen darf nicht vollständig austrocknen, nass sein darf er aber auf keinen Fall, weil die Wurzeln bei niedrigen Temperaturen kaum Wasser aufnehmen und in nasser Erde zu faulen beginnen.

Zu nass oder zu trocken erkennen

Beide Fehler enden im Blattverlust. Welcher es war, verraten der Zustand der Blätter und der Geruch der Erde.

  • Zu wenig Wasser: Die Blätter rollen sich ein, werden trocken und fallen ab, die Erde ist staubtrocken.
  • Zu viel Wasser: Die Blätter werden gelb und fallen ab, ohne vorher zu welken. Die Erde riecht muffig, die Wurzeln sind weich und dunkel.
  • Braune Blattspitzen: Meist Trockenstress oder zu kalkhaltiges Giesswasser, seltener ein Nährstoffmangel.
  • Blattfall im Winterquartier: Meist eine Reaktion auf zu wenig Licht bei zu viel Wärme, nicht auf die Wassermenge.

Im Zweifel heben Sie den Topf an. Ein durchtränkter Ballen ist deutlich schwerer als ein trockener, und das sagt in zwei Sekunden mehr als jede Sichtprüfung.

Ein Baum, der bereits kahl ist, muss nicht verloren sein. Ritzen Sie mit dem Daumennagel vorsichtig die Rinde eines dünnen Zweigs an. Ist es darunter grün, lebt der Trieb und treibt bei richtiger Pflege wieder aus. Braun und trocken heisst, dass Sie den Zweig bis ins gesunde Holz zurücknehmen können.

Olivenbaum mit silbergrünem Laub in einem sommerlichen Garten

Beim Düngen und Schneiden hilft wenig mehr

Düngen von Mai bis Ende Juli, danach nicht mehr

Der Olivenbaum ist ein Schwachzehrer, er kommt also mit wenig Nährstoffen aus. Auf Überdüngung reagiert er empfindlicher als auf Unterversorgung. Im Kübel, wo Nährstoffe mit jedem Giessen ausgewaschen werden, ist eine Gabe alle vier bis sechs Wochen ein guter Rhythmus. Geeignet sind Flüssigdünger für mediterrane Pflanzen oder Zitrusdünger, dosiert nach Herstellerangabe.

Wichtiger als der Rhythmus ist das Ende. Ab August düngen Sie nicht mehr. Stickstoff spät im Jahr treibt weiche Triebe, die bis zum Winter nicht ausreifen und dann als Erstes zurückfrieren.

Die verbreitete Empfehlung, im Herbst kaliumbetont nachzudüngen, stammt aus dem Erwerbsanbau im Freiland. Für einen Kübelbaum, der ohnehin frostfrei überwintert, ist dieser Effekt nicht belegt.

Ausgepflanzte Bäume ziehen ihren Bedarf meist aus dem Boden und brauchen höchstens im Frühling eine Gabe organischen Dünger.

Welcher Dünger sich eignet, wie viel ein junger Baum braucht und welche Hausmittel tatsächlich taugen, steht ausführlich im Ratgeber Olivenbaum düngen.

Schneiden einmal im Frühling, und behutsam

Olivenbäume wachsen langsam und vertragen keinen kräftigen Rückschnitt. Ein leichter Auslichtungsschnitt alle ein bis zwei Jahre genügt. Dabei nehmen Sie einzelne Äste ganz heraus, statt alle Triebe zu kürzen, damit Licht und Luft in die Krone kommen.

Der richtige Zeitpunkt liegt im späten Winter bis frühen Frühling, nach den letzten strengen Frösten und vor dem Austrieb. Im Herbst wird nicht geschnitten, weil die Wunden bis zum Winter nicht mehr schliessen.

Nehmen Sie abgestorbene Äste heraus, dazu nach innen wachsende Triebe und zu dichte Stellen. Zurückhaltung zahlt sich aus, denn der Olivenbaum blüht an den Trieben, die im Vorjahr gewachsen sind. Wer diese grosszügig wegnimmt, entfernt genau das Holz, an dem die Blüten sitzen würden.

Olivenbaum wird im Frühling mit einer Gartenschere ausgelichtet

Eine Ausnahme sind Wassertriebe. So heissen die kerzengerade nach oben schiessenden, weichen Triebe, die vor allem am Stamm und an dicken Ästen erscheinen. Sie tragen keine Früchte, kosten Kraft und verdichten die Krone.

Reissen Sie sie am besten aus, solange sie noch grün und biegsam sind. Das gibt eine kleinere Wunde als ein Schnitt und die Stelle treibt seltener nach.

Wie ein Erziehungs-, Form- und Verjüngungsschnitt konkret abläuft, zeigt der Ratgeber Olivenbaum schneiden Schritt für Schritt. Allgemeine Regeln zu Zeitpunkt und Schnittführung stehen in unseren Tipps zum Schneiden von Bäumen.

Olivenbaum überwintern: hell, kühl und frostfrei

Die Überwinterung ist der Punkt, an dem in der Schweiz die meisten Bäume verloren gehen. Ein Olivenbaum im Kübel übersteht kurze Fröste bis etwa minus fünf Grad. Ausgepflanzt und über Jahre an die Kälte gewöhnt verträgt er mehr, dort treten schwere Blattschäden meist erst ab rund minus sieben Grad auf. Längere Kälteperioden führen zu Blattverlust und Rindenrissen, im schlimmsten Fall stirbt der Baum ab.

Wie viel der einzelne Baum verträgt, hängt stärker von der Sorte und von der Abhärtung ab als von der Gradzahl allein. Abhärtung heisst, dass sich die Pflanze über Wochen langsam an sinkende Temperaturen gewöhnen konnte. Ein Exemplar, das direkt aus einem warmen Gewächshaus kommt, ist deutlich empfindlicher. Lesen Sie Gradangaben aus dem Handel darum mit Vorsicht, denn für dieselbe Sorte finden sich je nach Anbieter ganz unterschiedliche Werte.

Der Winterplatz entscheidet über mehr als das Überleben, er entscheidet über die Blüte im nächsten Jahr.

Im Kübel überwintern

Ab Oktober, spätestens vor den ersten Nachtfrösten, kommt der Kübel an einen hellen, kühlen Platz mit fünf bis zehn Grad. Geeignet sind ein unbeheiztes Treppenhaus mit Fenster, eine helle Garage, ein kalter Wintergarten oder ein Gartenhaus mit Lichteinfall. Giessen Sie sparsam und düngen Sie gar nicht.

Dunkel überwintern lässt sich zur Not auch. Der Baum wirft dann aber sein Laub ab und startet im Frühling geschwächt.

Ausgepflanzte Bäume schützen

Steht der Baum im Boden, hüllen Sie die Krone bei anhaltender Kälte in Vlies und packen Sie den Stamm in Jutesäcke. Den Wurzelbereich decken Sie mit einer dicken Schicht Laub, Reisig oder Rindenmulch ab. Schwere Schneelasten schütteln Sie vorsichtig von den Ästen, sonst brechen sie.

Achtung: Stellen Sie den Olivenbaum im Winter nie in einen beheizten Wohnraum. Warme, trockene Luft bei wenig Licht schwächt ihn stark und lockt Schild- und Wollläuse an.

Olivenbaum im Kübel wird für den Winter mit Vlies eingepackt

Warum blüht mein Olivenbaum nicht?

Meist fehlt dem Baum die Winterkälte. Ein Olivenbaum bildet nur dann Blütenknospen, wenn er rund zwei Monate unter zehn Grad gestanden hat.

Das ist der Grund, warum ein zu warmes Winterquartier doppelt schadet. Es schwächt den Baum, und es verhindert die Blüte im Folgejahr, weil der Kältereiz als Auslöser fehlt. Wer seinen Olivenbaum jeden Winter bei 18 Grad im Wohnzimmer stehen hat, wird nie Blüten sehen, gleichgültig wie gut der Rest der Pflege stimmt.

Daneben gibt es weitere Gründe:

  • Fruchtholz: Ein zu starker Schnitt im Frühling kostet die Ernte der laufenden Saison.
  • Bestäubung: Viele Sorten befruchten sich nicht selbst. Ohne einen zweiten Baum einer anderen Sorte in der Nähe bleibt der Fruchtansatz gering.
  • Alternanz: Olivenbäume tragen meist nur jedes zweite Jahr eine volle Ernte. Ein schwaches Jahr nach einem starken ist kein Pflegefehler.

Im Frühling ausräumen, ohne dass die Blätter verbrennen

Ab Ende März bis Ende April, sobald keine strengen Nachtfröste mehr zu erwarten sind, darf der Baum wieder nach draussen. Stellen Sie ihn aber nicht sofort in die volle Sonne. Nach Monaten im Halbdunkel sind die Blätter nicht an die Strahlung gewöhnt und bekommen Sonnenbrand, der sich als helle, trockene Flecken zeigt.

10 bis 14 Tage an einem hellen, aber schattigen Platz reichen zur Gewöhnung. Danach kann der Baum an seinen Sommerstandort. Mit dem Düngen beginnen Sie trotzdem erst im Mai, wenn er sichtbar wieder austreibt.

Wann der Olivenbaum ein grösseres Gefäss braucht

Junge Bäume brauchen meist alle zwei bis drei Jahre mehr Platz, ältere alle vier bis fünf. Das Alter des Topfes sagt dabei weniger als sein Zustand. Der beste Zeitpunkt liegt im Frühling, zwischen Februar und Mai, also kurz vor dem Austrieb oder in den ersten Wochen danach.

Umtopfen ist fällig, wenn Sie eines davon sehen:

  • Wurzeln wachsen aus den Abzugslöchern.
  • Der Ballen ist vollständig durchwurzelt und die Erde trocknet auffällig schnell aus.
  • Giesswasser läuft sofort durch, ohne aufgenommen zu werden.

Ein zu grosser Topf schadet dem Olivenbaum mehr als ein zu kleiner.

Das neue Gefäss sollte nur wenige Zentimeter mehr Durchmesser haben, etwa vier bis fünf. Ein deutlich grösserer Topf klingt grosszügig, verzögert aber das Wachstum. Der Baum steckt seine Kraft dann zuerst in die Wurzeln und nicht in die Triebe.

So gehen Sie vor:

  1. Den Baum vorsichtig aus dem alten Topf lösen.
  2. Lose Erde abschütteln und die dicht verfilzten Wurzeln am Rand leicht auflockern.
  3. Eine Drainageschicht aus Kies oder Blähton in das neue Gefäss geben.
  4. Baum einsetzen, mit durchlässiger Erde auffüllen und andrücken.
  5. Einmal durchdringend giessen, danach vier bis sechs Wochen nicht düngen.

Profi-Tipp: Topfen Sie Ihren Olivenbaum idealerweise im Frühjahr oder Frühsommer um, wenn der Baum aktiv wächst.

Kranke Blätter und Schädlinge richtig deuten

Fast alle Schädlinge holt sich ein Kübelbaum im Winterquartier. Krankheiten kommen dagegen meist von zu viel Nässe.

Schädlinge, meist aus dem Winterquartier

  • Schildläuse: Kleine braune Höcker auf Zweigen und Blattunterseiten, dazu klebrige Blätter.
  • Woll- und Schmierläuse: Weisse, wattige Beläge in den Blattachseln und an jungen Trieben.
  • Spinnmilben: Feine Gespinste und gesprenkelte, trockene Blätter, typisch bei Heizungsluft.
  • Blattläuse: Grüne oder schwarze Kolonien an jungen Trieben, vor allem im Frühling nach dem Ausräumen.

Bei geringem Befall reicht es, die Stellen mit einem feuchten Tuch abzuwischen und den Baum mit einer Seifen- oder Rapsöllösung zu behandeln.

Der schwarze Belag, der oft mitkommt, ist Russtau. Das ist keine eigene Krankheit, sondern ein Pilz, der auf dem Honigtau wächst, also auf den klebrigen Ausscheidungen der Läuse. Er verschwindet, sobald die Läuse weg sind. Wer den Befall nicht selbst in den Griff bekommt, kann saugende Schädlinge vom Fachbetrieb bekämpfen lassen.

Krankheiten und Pilze

  • Wurzelfäule: Die mit Abstand häufigste Ursache für einen sterbenden Kübelbaum. Gelbe Blätter, weiche dunkle Wurzeln, muffiger Geruch. Es hilft nur Umtopfen in trockene Erde und deutlich weniger giessen.
  • Pfauenaugenkrankheit: Auch Augenfleckenkrankheit genannt. Runde dunkle Flecken mit hellem Hof auf den Blättern, danach vorzeitiger Blattfall. Der Pilz braucht Blattnässe. Befallenes Laub entfernen, den Baum trockener und luftiger stellen.
  • Olivenkrebs: Knotige Wucherungen an Stamm und Ästen, verursacht von einem Bakterium, das über Schnittwunden und Frostrisse eindringt. Befallene Teile grosszügig herausschneiden und das Werkzeug danach desinfizieren.

Beim Kauf lohnt ausserdem ein Blick auf den Pflanzenpass, das amtliche Etikett, das jede gewerblich verkaufte Wirtspflanze begleiten muss. Das Bakterium Xylella fastidiosa befällt mehr als 590 Pflanzenarten und tötet befallene Olivenbäume in der Regel ab. In der Schweiz gilt es als besonders gefährlicher Schadorganismus, der gemeldet und bekämpft werden muss. Befall gibt es hierzulande bislang keinen, eingeschleppt wird das Bakterium fast immer mit Pflanzenmaterial.

Achtung: Kaufen Sie Olivenbäume nur mit Pflanzenpass und bringen Sie keine Bäume aus den Ferien mit. Bei Verdacht auf Xylella fastidiosa informieren Sie umgehend den kantonalen Pflanzenschutzdienst.

Die häufigsten Fehler bei der Olivenbaum-Pflege

Wer einen Olivenbaum pflegt, scheitert selten an einem einzelnen groben Fehler. Es sind fast immer dieselben sechs Gewohnheiten, und keine davon kostet etwas ausser Aufmerksamkeit.

Das sollten Sie vermeiden:

  • Zu häufig giessen und Wasser im Untersetzer stehen lassen
  • Einen Standort mit wenig Sonne oder viel Zugluft wählen
  • Nach dem Hochsommer noch einmal nachdüngen
  • Im warmen Wohnraum statt kühl und hell überwintern
  • Zu stark schneiden und dabei die Vorjahrestriebe entfernen
  • Den Baum im Frühling sofort in die volle Sonne stellen

Grosser alter Olivenbaum mit knorrigem Stamm im Garten

Olivenbaum pflegen: selbst machen oder den Gärtner beauftragen

Einen Olivenbaum zu pflegen kostet im Sommer wenige Minuten pro Woche. Giessen, düngen, ein leichter Jahresschnitt und das Ein- und Auswintern sind Arbeiten, die Sie ohne Vorkenntnisse erledigen können. Die einzige Entscheidung, die Sie im ersten Jahr wirklich treffen müssen, ist der Winterplatz.

Holen Sie einen Fachbetrieb, wenn:

  • ein grosser, ausgepflanzter Baum verjüngt oder umgepflanzt werden soll,
  • ein altes, wertvolles Exemplar kränkelt und die Ursache unklar bleibt,
  • der Kübel so schwer geworden ist, dass ihn niemand mehr allein bewegen kann.

Was zu einer regelmässigen Betreuung gehört, steht auf unserer Seite zur Baumpflege durch den Fachbetrieb. Stellen Sie eine Offertenanfrage und vergleichen Sie unverbindlich die Angebote von Gärtnern aus Ihrer Region.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich meinen Olivenbaum im Badezimmer halten?

Ein Badezimmer ist für einen Olivenbaum der falsche Standort. Es fehlt das direkte Sonnenlicht, und die hohe Luftfeuchtigkeit nach jedem Duschen begünstigt Pilzbefall an den Blättern.

Wenn der Baum in der Wohnung stehen muss, wählen Sie den hellsten Raum mit einem Fenster nach Süden und lüften Sie regelmässig. Dauerhaft glücklich wird er drinnen aber nicht. Von April bis Oktober gehört ein Olivenbaum nach draussen.

Ab wann trägt ein Olivenbaum Früchte?

Ein im Handel gekaufter Olivenbaum trägt oft schon nach wenigen Jahren erste Früchte, weil er veredelt und beim Kauf bereits einige Jahre alt ist. Selbst gezogene Bäume brauchen deutlich länger, meist sieben bis zwölf Jahre.

Ob es überhaupt zur Ernte kommt, hängt in der Schweiz weniger vom Alter ab als von der Winterruhe. Ein Baum, der jeden Winter warm steht, bleibt jahrzehntelang blütenlos, auch wenn er kräftig wächst. Und ohne Blüten gibt es keine Oliven.

Kann ich die Oliven von meinem Baum essen?

Oliven sind direkt vom Baum wegen ihrer Bitterstoffe praktisch ungeniessbar. Essbar werden sie erst durch das Entbittern, also durch mehrwöchiges Wässern in täglich gewechseltem Wasser oder durch Einlegen in Salzlake.

Bei einem Zierbaum im Kübel lohnt der Aufwand selten, weil die Erntemenge klein bleibt. Grüne Oliven pflücken Sie ab Ende September, schwarze erst nach der vollen Ausreifung im November.

Muss ich einen neu gekauften Olivenbaum sofort umtopfen?

Ein neu gekaufter Olivenbaum muss nicht sofort umgetopft werden. Warten Sie vier bis sechs Wochen, damit sich die Pflanze an Licht, Temperatur und Standort gewöhnt. Umtopfen bedeutet immer Wurzelstress, und der kommt zum Standortwechsel ungünstig hinzu.

Eine Ausnahme gilt, wenn der Baum in reinem Torfsubstrat oder in einem sichtbar zu kleinen Gefäss steht und die Wurzeln schon aus den Abzugslöchern wachsen. Dann topfen Sie besser gleich um, idealerweise im Frühling.

Lässt sich ein Olivenbaum aus einem Kern ziehen?

Aus einem Olivenkern lässt sich ein Baum ziehen, es dauert aber lange und gelingt selten. Die Keimrate ist niedrig, und bis der Sämling eine ansehnliche Grösse erreicht, vergehen Jahre. Kerne aus gekauften Tafeloliven keimen meist gar nicht, weil sie durch das Einlegen abgetötet wurden.

Schneller geht die Vermehrung über Stecklinge. Dafür schneiden Sie im Sommer etwa zehn Zentimeter lange Triebe, die schon leicht verholzt, aber noch biegsam sind, entfernen die unteren Blätter und bewurzeln sie in feuchter Anzuchterde bei gleichbleibender Wärme.

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