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Start » Ratgeber » Photovoltaik reinigen: Lohnt sich die Reinigung Ihrer Solaranlage?

Photovoltaik reinigen: Lohnt sich die Reinigung Ihrer Solaranlage?

Bei den meisten Photovoltaikanlagen übernehmen Regen und die Neigung der Module die Reinigung. Wer seine Photovoltaikanlage reinigen lässt, tut das deshalb selten aus Routine, sondern wegen flach montierter Module, staubiger Umgebung oder sichtbarem Moosbewuchs. Als Richtwert liegen drei bis fünf Jahre zwischen zwei Reinigungen. Bodennahe Anlagen können Sie mit kalkarmem Wasser und einer weichen Bürste selbst säubern, auf dem Hausdach gehört die Arbeit wegen der Absturzgefahr in die Hände eines Fachbetriebs.

Elion Shala
11. September 2026 - 10 Min. Lesezeit

Photovoltaikanlage auf einem Hausdach in der Schweiz

  • Muss man eine Photovoltaikanlage überhaupt reinigen?
  • Wie oft sollte man eine Photovoltaikanlage reinigen?
  • Kann man eine Photovoltaikanlage selber reinigen?
  • Was kostet die professionelle Reinigung einer Photovoltaikanlage?
  • Selbst reinigen oder Fachbetrieb beauftragen?

Muss man eine Photovoltaikanlage überhaupt reinigen?

In den meisten Fällen nicht. Die Module sind geneigt montiert, Regen läuft ab und nimmt Staub, Pollen und einen Grossteil des Vogelkots gleich mit. Viele Anlagen liefern über Jahrzehnte zuverlässig Strom, ohne je gereinigt worden zu sein.

Ausschlaggebend ist die Neigung. Swissolar, der Fachverband für Sonnenenergie, bezeichnet Dächer mit weniger als zehn Grad Neigung als kritisch: Dort bleibt Schmutz liegen, statt abgespült zu werden. Auf Flachdächern werden die Module auf Gestelle geschraubt, häufig mit zehn bis fünfzehn Grad Neigung, und liegen damit knapp über dieser Grenze. Welche Montagearten es sonst gibt, steht im grossen Photovoltaik-Ratgeber.

Bei dreissig Grad spült der Regen lose Verschmutzungen meist gut ab; festhaftende Beläge und stark belastete Standorte können trotzdem eine Reinigung nötig machen.

Das Wichtigste vorab

  • Regen und Modulneigung reinigen die meisten Anlagen von selbst
  • Kritisch sind Neigungen unter zehn Grad und staubige Lagen
  • Als Richtwert genügt eine Reinigung alle drei bis fünf Jahre
  • Selbst reinigen nur, was Sie vom Boden aus erreichen
  • Ungeeignete Mittel und hoher Druck beschädigen die Module
  • Solarbetrieb für Reinigung und Kontrolle: Offerte einholen

Was Ihre Anlage tatsächlich leistet, zeigt die Wechselrichter-App. Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom der Module in Haushaltsstrom um und protokolliert dabei den Ertrag. Muss er einmal ersetzt werden, finden Sie die Preise unter Kosten für einen Photovoltaik-Wechselrichter.

Ein sinkender Ertrag beweist allerdings keine Verschmutzung: Auch die Sonneneinstrahlung schwankt von Jahr zu Jahr, und Verschattung oder ein technischer Defekt sehen in der Kurve ähnlich aus. Schauen Sie deshalb zusätzlich vom Boden aus nach sichtbaren Belägen.

Verschmutzte und staubige Solarmodule vor der Reinigung

Wann sich eine Reinigung trotzdem lohnt

Es gibt Lagen, in denen sich Schmutz schneller aufbaut, als der Regen ihn wegspült:

  • Die Module sind flacher als zehn Grad montiert, sodass Wasser kaum abläuft.
  • Die Anlage steht in der Nähe von landwirtschaftlich genutzten Flächen, wo Staub, Pollen und fetthaltige Ablagerungen aus der Stallabluft niedergehen.
  • An stark befahrenen Strassen und in Industriegebieten setzt sich Feinstaub ab.
  • Am unteren Modulrahmen wachsen Moos oder Flechten an, oder es kleben eingetrocknete Vogelkotflecken auf dem Glas.

Der letzte Punkt wiegt schwerer, als die kleine Fläche vermuten lässt. Eine einzelne verschattete Zelle bremst die ganze Zellreihe, in der sie sitzt. Genau deshalb hält Swissolar fest, dass Verschmutzung und Bewuchs zu Ertragsminderungen führen und vor allem auf Ställen, in staubigem Gewerbe und auf sehr flachen Dächern eine regelmässige Reinigung angezeigt ist.

Ist das übrige Dach ebenfalls bemoost, lassen Sie beides in einem Zug machen; die Vor- und Nachteile stehen im Ratgeber zur Dachreinigung.

Verschmutzte Solarmodule mit Staub

Wie stark der Ertrag wirklich sinkt

Bei normaler Verschmutzung geht es um wenige Prozent. Belastbare Schweizer Durchschnittswerte für private Dachanlagen gibt es nicht. Eine vom Reinigungsanbieter PViQ beauftragte Auswertung internationaler Studien nennt für Mitteleuropa drei bis vier Prozent Ertragsverlust pro Jahr und in dokumentierten Einzelfällen Leistungsverluste über zehn Prozent. Die Zahl stammt damit aus dem Anbieterumfeld und ist kein repräsentativer Wert für ein Schweizer Einfamilienhaus.

Wie viel Ihre Anlage verliert, lässt sich nur an ihrem Zustand und ihren Ertragsdaten beurteilen. Solange Sie auf den Modulen keine Beläge erkennen, rechnen Sie mit dem unteren Bereich.

Wie oft sollte man eine Photovoltaikanlage reinigen?

Für ein Einfamilienhaus mit Schrägdach reicht eine Reinigung alle drei bis fünf Jahre. Steht die Anlage in einer der oben genannten Lagen, richtet sich der Turnus nach dem, was Sie tatsächlich auf den Modulen sehen: Dort wird teils jährlich oder mehrmals jährlich gereinigt, etwa nach der Blüte und nach der Ernte. Ob sich das rechnet, hängt am tatsächlichen Verlust, und dafür hilft die Überschlagsrechnung weiter unten.

Ein nicht erklärbarer Knick in der Ertragskurve ist ein Anlass für eine Prüfung, nicht automatisch für eine Reinigung. Neben Verschmutzung kommen ein defektes Modul oder ein ausgefallener Strang infrage, also eine ganze Reihe hintereinander verschalteter Module. Lassen Sie die Ursache klären, bevor Sie eine Reinigung beauftragen.

Schneebedeckte Solarmodule im Winter mit blauem Himmel

Schnee und Laub im Winter

Schnee müssen Sie nicht entfernen. Auf geneigten Modulen rutscht er ab oder schmilzt, sobald die Sonne die dunkle Oberfläche erwärmt. Wie lange das dauert, hängt von Neigung, Temperatur und Schneeart ab; in schneereichen Lagen und auf flach montierten Modulen bleibt die Auflage länger liegen und kostet entsprechend Ertrag. Kratzen Sie den Schnee keinesfalls mit Schaufel oder Besen herunter: Das Glas verkratzt, und auf dem Dach kommt die Absturzgefahr dazu.

Laub verhält sich anders. Nasses Laub bleibt liegen, hält Feuchtigkeit und begünstigt Moos am unteren Modulrand. Wenn Bäume in der Nähe stehen, lohnt sich im Spätherbst ein Blick auf die Anlage.

Kann man eine Photovoltaikanlage selber reinigen?

Das hängt allein davon ab, wie Sie an die Module kommen. Erreichen Sie jedes Modul vom festen Boden aus, etwa bei einer Freiflächenanlage oder einem niedrigen Carport, können Sie die Reinigung selbst übernehmen. Sobald Sie dafür auf eine Leiter steigen oder ein Dach betreten müssten, beauftragen Sie einen Fachbetrieb. Das gilt auch für Garagen- und Carportdächer.

Achtung: Reinigen Sie nicht von einer Leiter aus. Beim Führen von Bürste und Schlauch verlagern Sie das Gewicht zur Seite, und dafür sind Anstell- und Stehleitern nicht gebaut. Auf dem Dach kommt die Absturzgefahr dazu: Ohne professionelle Absturzsicherung reinigen Sie eine Photovoltaikanlage dort niemals selbst. Treten Sie auch nicht auf die Module, denn Solarmodule sind nicht begehbar und Ihr Gewicht erzeugt feine Risse in den Zellen, die man von aussen nicht sieht.

Wo die Eigenleistung bei Photovoltaik generell endet, zeigt der Ratgeber Photovoltaikanlage selbst installieren.

Reinigung von Solarmodulen mit einer langen Bürste

So gehen Sie bei der Eigenreinigung vor

Eine bodennahe Photovoltaikanlage reinigen Sie mit wenig Ausrüstung, wenn Sie die Reihenfolge einhalten:

  1. Schauen Sie die Module zuerst aus sicherem Abstand an. Bei gebrochenem Glas, Schmorspuren oder losen Kabeln reinigen Sie nicht, sondern rufen einen Fachbetrieb.
  2. Wählen Sie einen kühlen, bedeckten Tag oder die frühen Morgenstunden. Kaltes Wasser auf heissem Modulglas kann zu Spannungsrissen führen.
  3. Nehmen Sie kalkarmes Wasser, also aufgefangenes Regenwasser oder entmineralisiertes Wasser. Leitungswasser hinterlässt beim Trocknen Kalkflecken, die erneut Licht wegnehmen.
  4. Spülen Sie die Module zuerst nur mit Wasser ab, damit sich Sandkörner lösen. Bleiben sie in der Bürste, zerkratzen sie das Glas.
  5. Arbeiten Sie danach mit einer weichen Bürste oder einem weichen Tuch von oben nach unten, ohne Druck.
  6. Spülen Sie zum Schluss mit klarem Wasser nach und lassen Sie die Module an der Luft trocknen.

Halten Sie den Wasserstrahl dabei von Anschlussdosen, Steckern und Kabeln fern, auch auf der Modulrückseite. Module stehen bei Tageslicht immer unter Spannung, auch bei ausgeschaltetem Wechselrichter, und die Gleichspannung mehrerer in Reihe geschalteter Module ist gefährlich.

Ohne Reinigungsmittel reinigen: Swissolar empfiehlt, auf Reinigungsmittel zu verzichten. Sie können die Moduloberfläche angreifen und gelangen über die Dachrinne in die Umwelt. Für Staub, Pollen und Vogelkot genügt Wasser, hartnäckige Stellen weichen Sie vorher ein. Was Ihr Modulhersteller erlaubt, steht in dessen Reinigungsvorgaben: Ungeeignete Mittel können Schäden verursachen und Garantieansprüche gefährden.

Genauso entscheidend wie die Wahl des Wassers ist der Druck, mit dem Sie arbeiten. Das Modulglas selbst ist gehärtet, die entspiegelnde Beschichtung darauf und die Dichtungen am Rahmen sind es nicht.

Achtung: Verzichten Sie auf den Hochdruckreiniger. Der Strahl kann die Beschichtung des Modulglases beschädigen und die Dichtungen zwischen Glas und Rahmen aufdrücken, sodass später Feuchtigkeit ins Modul zieht. Dasselbe gilt für Scheuermittel, Topfschwämme und Glasschaber.

Was kostet die professionelle Reinigung einer Photovoltaikanlage?

Wer die Photovoltaikanlage reinigen lässt, zahlt meist nach Quadratmeter Modulfläche, rund CHF 2.- bis CHF 4.50, dazu kommen Basis- und Anfahrtskosten. Für ein Einfamilienhaus ergibt das einen Betrag im tiefen dreistelligen Bereich. Lassen Sie sich Modulfläche, Quadratmeterpreis, Basis- und Anfahrtskosten sowie den Aufwand für den sicheren Zugang getrennt ausweisen, sonst sind zwei Offerten nicht vergleichbar. Die einzelnen Positionen sind in unserem Kostenartikel zur Reinigung von Photovoltaikanlagen aufgeschlüsselt.

Ob sich das rechnet, hängt weniger am Preis als am tatsächlichen Ertragsverlust.

So rechnen Sie es für Ihre Anlage durch: Eine Anlage mit zehn Kilowatt Peak, also zehn Kilowatt Nennleistung unter Normbedingungen, liefert in der Schweiz je nach Lage rund 9’000 bis 11’000 Kilowattstunden pro Jahr; vier Prozent Verlust sind etwa 400 Kilowattstunden. Was die wert sind, hängt davon ab, ob Sie den Strom selbst verbrauchen oder einspeisen: Mit beispielhaft 10 Rappen für eingespeisten und 30 Rappen für selbst genutzten Strom kommen Sie auf CHF 40.- bis CHF 120.- im Jahr. Beides sind Rechenannahmen, denn die Rückliefervergütung fällt je nach Energieversorger deutlich tiefer aus, und beim Eigenverbrauch sparen Sie nur die verbrauchsabhängigen Kosten, nicht die Grundgebühr.

Eine Reinigung für CHF 300.- wäre damit nach zweieinhalb bis siebeneinhalb Jahren bezahlt, und das nur, wenn sie den angenommenen Verlust tatsächlich behebt und der Mehrertrag so lange anhält. Rasch bezahlt macht sie sich deshalb nur dort, wo die Verschmutzung deutlich über dem Durchschnitt liegt. Gemessen an den Kosten einer Solaranlage bleibt die Reinigung im Unterhalt ein kleiner Posten.

Nahaufnahme der Reinigung der Oberfläche von Photovoltaik-Modulen

Selbst reinigen oder Fachbetrieb beauftragen?

Für Module, die Sie vom Boden aus erreichen, spricht wenig gegen die Eigenreinigung. Für alles darüber spricht alles dagegen. Die Unterschiede im Überblick:

Kriterium Eigenreinigung Fachbetrieb
geeignet für vom Boden erreichbare Module ohne Leiter Hausdach, Flachdach, Carport, hohe Anlagen
Sicherung nur ohne Absturzgefahr vertretbar Absturzsicherung und Schulung vorhanden
elektrische Gefahren bei sichtbaren Schäden nicht reinigen, Anschlüsse nie anspritzen werden vor Arbeitsbeginn beurteilt
Wasser Regenwasser aus dem Fass entmineralisiertes Wasser aus der Aufbereitung
Werkzeug weiche Bürste, Gartenschlauch Teleskopbürste, teils Reinigungsroboter
Kosten nur Ihre Zeit ab rund CHF 2.- pro Quadratmeter plus Anfahrt
Zusatznutzen keiner Sichtkontrolle, sofern Sie sie vereinbaren

Die letzte Zeile ist der Punkt, der oft untergeht: Eine Sichtkontrolle gibt es nur, wenn Sie sie ausdrücklich vereinbaren. Halten Sie fest, was geprüft wird, also Module, Befestigungen und sichtbare Leitungen, und wie Auffälligkeiten dokumentiert werden. Verdeckte und elektrische Fehler findet eine Sichtkontrolle nicht, dafür braucht es eine Messung.

Fragen Sie beim Betrieb ausserdem nach Erfahrung mit Ihrem Modultyp und danach, wie er den sicheren Zugang organisiert. Wie ein solcher Auftrag abläuft, steht auf unserer Seite Photovoltaikanlage reinigen lassen; Betriebe in Ihrer Region finden Sie in der Übersicht der Solarteure.

Stellen Sie ganz einfach eine Offertenanfrage und vergleichen Sie die Angebote unverbindlich.

Fachbetrieb bei der professionellen Reinigung einer Solaranlage

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann man eine Photovoltaikanlage selber reinigen?

Module, die Sie vom festen Boden aus erreichen, etwa auf einer Freiflächenanlage oder einem niedrigen Carport, können Sie selbst reinigen. Nehmen Sie kalkarmes Wasser und eine weiche Bürste, verzichten Sie auf Reinigungsmittel und Hochdruckreiniger und treten Sie nie auf die Module. Reinigen Sie nicht von einer Leiter aus und nicht bei sichtbaren Schäden wie gebrochenem Glas oder losen Kabeln: Module führen bei Tageslicht auch dann Spannung, wenn der Wechselrichter aus ist. Alles, wofür Sie ein Dach betreten müssten, gehört zum Fachbetrieb.

Wie oft sollte man eine Photovoltaikanlage reinigen?

Auf einem gewöhnlichen Schrägdach genügt eine Reinigung alle drei bis fünf Jahre. In der Nähe von Ställen oder staubigem Gewerbe und bei Modulen mit weniger als zehn Grad Neigung richtet sich der Turnus nach der sichtbaren Verschmutzung; dort wird teils jährlich oder mehrmals jährlich gereinigt, etwa nach der Blüte und nach der Ernte.

Welches Reinigungsmittel eignet sich für Solarmodule?

Für Solarmodule braucht es in der Regel kein Reinigungsmittel. Swissolar empfiehlt, darauf zu verzichten, weil die Mittel die Moduloberfläche angreifen können und über die Dachrinne in die Umwelt gelangen. Kalkarmes Wasser und eine weiche Bürste entfernen Staub, Pollen und eingeweichten Vogelkot zuverlässig. Was Ihr Modulhersteller zulässt, steht in dessen Reinigungsvorgaben: Ungeeignete Mittel können Schäden verursachen und Garantieansprüche gefährden.

Wie viel kostet die Reinigung einer Photovoltaikanlage in der Schweiz?

Fachbetriebe rechnen meist CHF 2.- bis CHF 4.50 pro Quadratmeter Modulfläche ab, dazu kommen Basis- und Anfahrtskosten. Für ein Einfamilienhaus ergibt das einen Betrag im tiefen dreistelligen Bereich. Die einzelnen Positionen sind im Kostenartikel zur Reinigung von Photovoltaikanlagen aufgeschlüsselt.

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