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Start » Ratgeber » Staudenbeet anlegen: Schritt für Schritt zur bunten Blütenpracht

Staudenbeet anlegen: Schritt für Schritt zur bunten Blütenpracht

Wer ein Staudenbeet anlegen will, hat davon Jahr für Jahr etwas: Ein gut geplantes Beet blüht von März bis Oktober, ohne jedes Mal neu bepflanzt zu werden. Mit der richtigen Vorbereitung und einer durchdachten Pflanzenauswahl gelingt das auch ohne grosse gärtnerische Erfahrung. Dieser Ratgeber zeigt, worauf es ankommt.

Ofri Redaktion
18. August 2026 - 10 Min. Lesezeit

Staudenbeet anlegen: üppig blühendes Beet mit Sonnenhut, Schafgarbe und Ziergräsern

  • Was eine Staude von Sommerblumen und Gehölzen unterscheidet
  • Worauf es beim Staudenbeet ankommt
  • Staudenbeet anlegen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
  • Staudenbeet anlegen: in sechs Schritten zum eigenen Beet
  • Was gehört in ein Staudenbeet?
  • Wie viel Abstand zwischen Stauden?
  • Beeteinfassung: den Rand sauber halten
  • Was nach drei bis fünf Jahren ansteht
  • Selbst anlegen oder den Gärtner beauftragen

Was eine Staude von Sommerblumen und Gehölzen unterscheidet

Eine Staude ist eine mehrjährige, krautige Pflanze: Sie verholzt nicht, zieht im Herbst oberirdisch ein und treibt im Frühling aus demselben Wurzelstock wieder aus.

Einjährige Sommerblumen setzen Sie jede Saison neu, Gehölze wie Rosen bleiben über dem Boden stehen. Stauden liegen dazwischen: dauerhaft wie ein Gehölz, im Wuchs aber beweglich genug, dass sich das Beet später umstellen lässt.

Worauf es beim Staudenbeet ankommt

Sechs Punkte entscheiden über das Ergebnis.

Vor dem ersten Spatenstich:

  • Herbst ist die beste Pflanzzeit, empfindliche Arten im Frühling
  • Beet mindestens anderthalb Meter tief planen
  • Wurzelunkräuter vollständig entfernen, sonst kommen sie wieder
  • Kompost verbessert schweren Boden, Sand verschlechtert ihn
  • Niedrige Stauden 20 bis 25 Zentimeter Abstand, hohe ab 50
  • Alle drei bis fünf Jahre teilen hält das Beet jung
  • Offerte einholen: Angebote von Gartenbaubetrieben vergleichen

Staudenbeet anlegen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Die meisten Stauden pflanzen Sie am besten im Herbst, zwischen September und Oktober. Frostempfindliche Arten und Ziergräser warten besser bis ins Frühjahr.

Herbst: Die bevorzugte Pflanzzeit

September bis Oktober gilt als idealer Zeitpunkt für die meisten Stauden. Der Boden ist noch warm, die Niederschläge nehmen zu, und die Pflanzen können vor dem ersten Frost einwurzeln.

In höheren Lagen der Schweiz schliesst das Zeitfenster früher als im Mittelland oder in milden Regionen wie dem Tessin. Als Faustregel gilt: Zwischen Pflanzung und erstem Dauerfrost sollten sechs bis acht Wochen liegen.

Frühling: Die richtige Wahl für empfindliche Arten

Frostempfindliche Stauden und Ziergräser pflanzt man besser im Frühling, ab Mitte April, sobald keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. So schützen Sie junge Pflanzen vor einem kalten, nassen Winter, bevor sie gut eingewurzelt sind.

Achtung: Pflanzen Sie weder bei Bodenfrost noch während einer Hitzeperiode. Der ideale Boden ist frostfrei, leicht angetrocknet und krümelig. Staunässe schadet den Wurzeln in der Anwachsphase besonders stark, weil die feinen Saugwurzeln ohne Sauerstoff absterben.

Staudenbeet anlegen: in sechs Schritten zum eigenen Beet

Schritt 1: Standort, Grösse und Form festlegen

Beobachten Sie zuerst, wie viele Stunden Sonne die Fläche erhält. Prüfen Sie den Boden mit der Fingerprobe: Lässt sich feuchte Erde zu einer Rolle formen, ist er lehmig; zerbröckelt sie, ist er sandig.

Erst danach kommt der Zuschnitt. Planen Sie das Beet mindestens anderthalb Meter tief, besser zwei Meter, damit hintere, mittlere und vordere Reihe genug Platz haben.

Unter anderthalb Metern Beettiefe lässt sich keine Staffelung nach Höhe aufbauen.

Liegt die Fläche im Rasen, stechen Sie die Grasnarbe ab, also die dichte oberste Schicht aus Halmen und Wurzeln. Umgraben allein genügt nicht, weil die Gräser aus jedem eingegrabenen Stück wieder austreiben. Wie sich das Beet in den übrigen Garten einfügt, lesen Sie im Ratgeber zum Gestalten des Gartens.

Schritt 2: Planen und Pflanzen auswählen

Skizzieren Sie einen einfachen Pflanzplan, also eine massstäbliche Skizze mit den Standorten der einzelnen Gruppen. Nach hinten gehören die Leitstauden, also die hohen Arten, die dem Beet seine Struktur geben; nach vorne die niedrigen.

Setzen Sie jede Sorte zu dritt, zu fünft oder zu siebt. Ungerade Gruppen wirken ruhiger als gleichmässig verteilte Einzelpflanzen, denn eine Gruppe füllt sich schneller zu einem geschlossenen Bild, und das Auge findet Ruhepunkte statt eines Flickenteppichs.

Für die Blütezeit wählen Sie je zwei bis drei Arten pro Phase: Frühling, Frühsommer, Hochsommer und Herbst. Wer einheimische Arten bevorzugt, findet passende Vorschläge für die eigene Region in der Grünen Liste von Info Flora.

Schritt 3: Boden vorbereiten

Graben Sie die Fläche 25 bis 30 Zentimeter tief um und entfernen Sie alle Wurzelunkräuter vollständig, also Arten, die aus jedem im Boden verbliebenen Wurzelstück neu austreiben. Giersch, Quecke und Distel gehören dazu und lassen sich aus einem bepflanzten Beet kaum mehr entfernen.

Arbeiten Sie anschliessend reife Komposterde ein, rund fünf Liter je Quadratmeter. Bei schwerem Lehmboden verbessert organisches Material die Struktur dauerhaft, weil es die feinen Tonteilchen zu grösseren Krümeln verbindet.

Sand macht schweren Lehmboden nicht durchlässiger, sondern dichter.

Der Grund: In kleinen Mengen setzen sich die feinen Tonteilchen genau in die Hohlräume zwischen den Sandkörnern. Für eine echte Änderung der Bodenart, also des Verhältnisses von Sand, Schluff und Ton, bräuchte es Mengen, die im Hausgarten niemand einbringt – der Ratgeber zum Sanden verdichteter Böden rechnet es vor. Wo Staunässe droht, hilft eine Schicht aus grobem Splitt unterhalb des Wurzelbereichs.

Staudenbeet anlegen: Boden umgraben und reifen Kompost einarbeiten

Schritt 4: Pflanzen aufstellen und arrangieren

Stellen Sie die Stauden noch in den Töpfen auf dem vorbereiteten Beet auf und prüfen Sie Abstände und Anordnung. So lassen sich Position und Wirkung ohne Umpflanzen bequem anpassen.

Treten Sie dabei einmal an die Stelle zurück, von der aus Sie das Beet später am häufigsten sehen. Vom Sitzplatz oder vom Küchenfenster aus wirkt eine Anordnung oft ganz anders als von oben.

Schritt 5: Einsetzen und einschlämmen

Wässern Sie die Wurzelballen gut, also die durchwurzelten Erdklumpen aus dem Topf, und setzen Sie jede Pflanze so tief ins Pflanzloch, dass der Wurzelhals mit der Bodenoberfläche abschliesst. Gemeint ist die Stelle, an der Wurzel und Trieb ineinander übergehen: Zu tief gesetzte Stauden faulen, zu hoch gesetzte trocknen aus.

Drücken Sie die Erde an und giessen Sie grosszügig. Dieses Einschlämmen spült die Erde in die Hohlräume zwischen den Wurzeln und stellt den Bodenkontakt her, den die Pflanze zum Anwachsen braucht.

Schritt 6: Mulchen und giessen

Bedecken Sie die Beetfläche mit einer fünf Zentimeter dicken Schicht Rindenkompost, also bereits verrotteter Rinde. Die Schicht hält Feuchtigkeit, unterdrückt Unkraut und schützt die Wurzeln vor Frost und Hitze.

Rindenmulch entzieht dem Boden Stickstoff, Rindenkompost nicht.

Frische Rinde wird von Bodenlebewesen zersetzt, und die binden dabei genau den Stickstoff, der den Stauden fehlt. Ein Unkrautvlies unter der Mulchschicht ist im Staudenbeet ebenfalls fehl am Platz, weil sich die Pflanzen darauf nicht ausbreiten und keine Lücken schliessen können.

In den ersten Wochen giessen Sie regelmässig und durchdringend. Danach kommen standortgerecht gewählte Arten meist mit dem natürlichen Niederschlag aus.

Tipp: Giessen Sie lieber seltener, dafür reichlich. So wachsen die Wurzeln in die Tiefe, und die Pflanzen überstehen Trockenperioden deutlich besser als flach wurzelnde Bestände.

Was gehört in ein Staudenbeet?

Die Artenwahl richtet sich nach dem Standort. Die Grundregel lautet: die richtige Pflanze an den richtigen Ort.

  • Sonnige Standorte: Sonnenhut (Echinacea), Schafgarbe, Lavendel, Katzenminze, Fetthenne und Steppen-Salbei kommen mit Wärme und Trockenheit gut zurecht.
  • Halbschattige Standorte: Storchschnabel (Geranium), Prachtspiere (Astilbe), Akelei und Herbst-Anemone bringen Farbe, wo die Sonne nur zeitweise scheint.
  • Schattige Standorte: Funkien (Hosta), Farne, Elfenblume (Epimedium) und Tränendes Herz (Dicentra) bringen auch dunklere Gartenecken zum Leben.

Eine gute Beetstruktur verbindet drei Rollen: Leitstauden als Blickpunkte, mittelhohe Begleitstauden als Gerüst und Füllstauden, also kurzlebige, sich selbst aussäende Arten wie Frauenmantel, die Lücken zuwachsen lassen.

Achten Sie beim Kauf auf die Topfgrösse. Stauden im Neunertopf, im Handel als P9 bezeichnet, sind deutlich günstiger und wachsen gut an; Pflanzen im Liter- oder Zweilitertopf blühen dafür schon im ersten Jahr.

Wie viel Abstand zwischen Stauden?

Der Abstand richtet sich nach der Wuchsbreite: niedrige Stauden 20 bis 25 Zentimeter, mittelhohe 30 bis 40, grosse Leitstauden ab 50 Zentimeter.

Zu eng gepflanzt ist der häufigste Fehler beim Staudenbeet.

Frisch gesetzte Stauden wirken zunächst unscheinbar, und die Versuchung ist gross, die Lücken sofort zu füllen. Nach zwei bis drei Jahren entsteht daraus ein undurchdringliches Gedrängel, in dem sich die schwächeren Arten nicht halten.

Pflanzabstände nach Grösse:

  • Bis 30 Zentimeter Höhe: 20 bis 25 Zentimeter Abstand
  • 30 bis 80 Zentimeter Höhe: 30 bis 40 Zentimeter Abstand
  • Über 80 Zentimeter Höhe: ab 50 Zentimeter Abstand

Aus dem Abstand ergibt sich die Stückzahl: Bei 30 Zentimetern rechnen Sie mit rund elf Pflanzen je Quadratmeter, bei 40 Zentimetern mit rund sechs, bei 50 Zentimetern mit vier. Für ein Beet von zehn Quadratmetern mit gemischten Höhen kommen Sie so auf etwa 60 bis 80 Pflanzen.

Lücken im ersten Jahr überbrücken Sie einfach mit einjährigen Sommerblumen, ohne die Stauden zu verdrängen.

Beeteinfassung: den Rand sauber halten

Wer ein Staudenbeet anlegen will, plant den Rand am besten gleich mit. Ein Beet ohne klare Kante franst aus: Gräser wandern von der Rasenseite ein, und die vorderen Stauden kippen bei Regen auf den Weg.

Zur Auswahl stehen drei Wege:

  • Abgestochene Rasenkante: kostet nichts, verlangt aber zwei- bis dreimal pro Saison Nachschnitt.
  • Eingelassene Rand- oder Metallkante: hält Ausläufer dauerhaft zurück, die pflegeleichteste Lösung.
  • Niedrige Polsterstauden wie Frauenmantel oder Katzenminze: wirken am weichsten, halten Rasenausläufer aber nicht auf.

Kalkulieren Sie den Rand von Anfang an ein, auch wenn er im ersten Moment wie eine Nebensache aussieht: Eine Kante nachträglich einzubauen heisst, die vordere Pflanzreihe wieder auszugraben.

Gärtner setzt Stauden in ein frisch vorbereitetes Beet in einem Schweizer Garten

Was nach drei bis fünf Jahren ansteht

Ein Staudenbeet ist langfristig pflegeleichter als eine jährlich neu bepflanzte Fläche, aber es bleibt nicht von selbst gleich. Viele Arten verkahlen nach einigen Jahren in der Mitte und blühen schwächer.

Dagegen hilft die Staudenteilung: Sie stechen den Horst aus, also den dichten Wurzelballen mit vielen Trieben, den eine Pflanze über die Jahre bildet, teilen ihn im Frühling oder Herbst mit Spaten oder Messer in mehrere Stücke und setzen nur die kräftigen äusseren Teile wieder ein. Der Rest füllt Lücken an anderer Stelle oder wandert an Nachbarn weiter.

Den Rückschnitt der abgeblühten Stängel verschieben Sie besser aufs Frühjahr. Stehen gelassene Samenstände, also die vertrockneten Fruchtstände, ernähren Vögel und geben Insekten ein Winterquartier, und die trockenen Halme schützen den Wurzelbereich vor Kahlfrost, dem Frost ohne schützende Schneedecke. Was sonst noch in die Wintervorbereitung gehört, steht im Ratgeber zum Winterfestmachen des Gartens. Wer den ganzen Garten als Kreislauf denken möchte, findet Anregungen im Ratgeber zum naturnahen Garten nach Permakultur-Prinzipien.

Selbst anlegen oder den Gärtner beauftragen

Ein kleines bis mittelgrosses Beet legen Sie gut selbst an, vorausgesetzt, die Bodenvorbereitung wird sorgfältig durchgeführt. Rechnen Sie für zehn Quadratmeter mit einem gut gefüllten Wochenende.

Bei grossen Flächen, stark verunkrautetem Boden oder dem Wunsch nach einem professionellen Pflanzplan lohnt sich der Beizug eines Fachbetriebs. Gartenbaubetriebe sind in der Schweiz im Branchenverband JardinSuisse organisiert, der auch die Berufsbildung im Gartenbau trägt.

Was ein solcher Auftrag umfasst, wie er Schritt für Schritt abläuft und woran Sie eine vergleichbare Offerte erkennen, steht auf der Seite zum Staudenbeet anlegen lassen. Dort finden Sie auch, welche Posten Gartenbaubetriebe üblicherweise separat verrechnen.

Was die Arbeit kostet, hängt vor allem von der Beetfläche, vom Zustand des Bodens und von der Grösse der gesetzten Pflanzen ab. Fertig herangezogene Stauden im grossen Topf kosten ein Mehrfaches von Jungpflanzen im Neunertopf, und stark verunkrauteter Boden verdoppelt schnell die Vorarbeit.

Was in die Anfrage gehört: Fläche in Quadratmetern, Lichtverhältnisse, aktueller Zustand der Fläche und ob ein Pflanzplan gewünscht ist. Mit diesen Angaben lassen sich die Offerten wirklich vergleichen.

Sie möchten die Arbeit lieber abgeben? Stellen Sie eine Offertenanfrage und vergleichen Sie unverbindlich Angebote von Gartenbaubetrieben aus Ihrer Region.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wann ist die beste Zeit, um ein Staudenbeet anzulegen?

Die meisten Stauden pflanzt man am besten im Herbst, zwischen September und Oktober: Der Boden ist noch warm, und die Pflanzen können vor dem Winter einwurzeln. Frostempfindliche Arten und Ziergräser setzt man besser im Frühling ab Mitte April, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind.

Wie legt man ein Staudenbeet richtig an?

Standort und Boden analysieren, dann Pflanzenwahl und Pflanzplan festlegen. Die entscheidende Arbeit ist die Bodenvorbereitung: rund 25 bis 30 Zentimeter tief umgraben, alle Wurzelunkräuter vollständig entfernen und Kompost einarbeiten. Danach pflanzen, einschlämmen, mulchen und in der Anwachsphase regelmässig giessen.

Was gehört in ein Staudenbeet?

Ein ausgewogenes Staudenbeet vereint hohe Leitstauden als Blickpunkte, mittelhohe Begleitstauden als Gerüst und niedrige Bodendecker. Die Artenwahl richtet sich nach dem Standort – Sonne, Halbschatten oder Schatten – und dem gewünschten Pflegeaufwand.

Wie viel Abstand zwischen Stauden?

Der Pflanzabstand richtet sich nach der zu erwartenden Wuchsbreite: niedrige Stauden rund 20 bis 25 cm, mittelhohe rund 30 bis 40 cm, grosse Leitstauden mindestens 50 cm. Lieber grosszügig pflanzen und Lücken im ersten Jahr mit Sommerblumen füllen, als zu eng setzen und später umpflanzen müssen.

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